Torf für das bessere Gedeihen der Pflanzen im Garten wird gerne genutzt. Unterschieden wird hier zwischen zwei Arten, dem Schwarz- sowie auch dem Weißtorf. Doch wie setzen sich diese Torfarten zusammen, bestehen hier große Unterschiede? Und wann sollte die eine oder andere Art für das eigene Gartenbeet genutzt werden. Mit diesen Fragen setzt sich der folgende Artikel auseinander.

Entstehung der Torfarten

Allgemein entsteht jede Torfart aus den Ablagerungen in einem Moor. Hier sammeln sich die Pflanzenreste und zersetzen sich im Laufe der Jahre im stehenden Wasser. So werden mit der Zeit immer mehr Nährstoffe angesammelt, durch die abgestorbenen Pflanzenreste verlandet der See über die Jahre immer mehr. So entsteht als erstes das Niedermoor, unter dem sich noch das Grundwasser befindet. Erst wenn sich die Oberfläche von dem Grundwasser löst, dann entsteht das Hochmoor. Im Hochmoor befindet sich unter den einzelnen Torfschichten auch keinerlei Grundwasser mehr. Bei der untersten ersten Schicht handelt es sich um Kohle, erst darüber können die verschiedenen Torfarten für
den Garten verwendet werden. Hierbei handelt es sich um die Folgenden:
  • über der Kohle liegt eine Schicht vom Schwarztorf
  • hierüber liegt die Brauntorf-Schicht
  • obenauf liegt der Weißtorf
Ein Moor benötigt bis zu 10.000 Jahre, bis sich alle Schichten gebildet haben. Da sich in den Mooren andere Pflanzen angesiedelt haben, die mit den Bodenbeschaffenheiten gut zurechtkommen, hören die Entstehung und die Entwicklung auch nicht auf. Durchschnittlich kann jedoch nur mit einem Millimeter Torfschicht im Jahr gerechnet werden.

Tipp: Weltweit sind 271 Millionen Hektar Moore bekannt. In Finnland besteht etwa ein Drittel aus Torfboden. Dennoch ist die Nutzung vor allem in hiesigen privaten Gärten umstritten.

Schwarztorf Herkunft

Bei Schwarztorf handelt es sich um eine sehr alte Substanz, die über Tausenden von Jahren gereift ist. So findet man diesen in den Mooren, die aus stehendem Wasser und abgestorbenen Pflanzenteilen entstanden sind. Die Moore bestehen aus verschiedenen Schichten, wobei der Schwarztorf hier die unterste Schicht bildet und somit größerem Druck ausgesetzt ist und in der Zersetzung weiter fortgeschritten ist, da es sich hierbei auch gleichzeitig um die älteste Schicht in einem Moor handelt. Moorgebiete gibt es überall auf der Welt, jedoch muss hier zwischen Nieder- und Hochmooren unterschieden werden. Den Schwarztorf für die Gartenverwendung gibt es jedoch nur in den Hochmooren.

Zusammensetzung
Der Schwarztorf benötigt mindestens 30 % organische Substanzen, damit er die Bezeichnung erhalten darf. Die restlichen 70 % bestehen vor allem aus Wasser und Mineralien. Alles, was an organischen Substanzen darunter liegt, wird als Moorerde oder Feuchthumus bezeichnet. Zudem besitzt diese Torfart einen sehr niedrigen pH-Wert zwischen 3 und 4 und wird daher gerne für sehr kalkhaltige Gartenböden zur Senkung des hierbei sehr hohen pH-Wertes genutzt.

Verwendung
Damit der Schwarztorf im Gartenbeet Verwendung finden kann, muss er über den Winter nass durchgefroren werden. Besonders hochwertiger Gartentorf aus dem Handel wurde lange durchgefroren. Dies hat zur Folge, dass er später, wenn er der Gartenerde untergezogen wird, weniger schrumpft und mehr Wasser aufnehmen kann. In der Regel kann er dann das vierfache seines Gewichts an Wasser speichern. Da der Gartentorf den pH-Wert des Bodens senkt, wird er für verschiedene Pflanzen benötigt, zu denen die Folgenden gehören:
  • alle Azaleenarten
  • Rhododendron
  • viele Gemüsesorten
  • einige Kübelpflanzen
  • Heidelbeeren
  • alle Moorbeetpflanzen
Moor - TorfVorsicht ist jedoch bei Pflanzen geboten, die einen höheren pH-Wert benötigen, um zu gedeihen, bei diesen sollte auf Torfarten in jeder Hinsicht verzichtet werden. Vor allem auch lehmigem und sandigem Boden werden die verschiedenen Torfarten beigemischt, damit die Wasseraufnahmefähigkeit gesteigert wird.

Tipp: Die Haupteigenschaft von schwarzem Torf ist die Speicherung von viel Wasser. Oft wird der Torfanteil in der
Blumenerde mittlerweile durch Kompost, Holzfasern und Humus ersetzt. Für die Wasserspeicherung sind Granulate untergemischt.


Nicht gefrorener Schwarztorf
Wird der schwarze Torf nach dem Stechen nicht durchgefroren, dann ist er für den Garten so gut wie unbrauchbar. Dieser ist auch unter der Bezeichnung Industrietorf im Handel zu finden. Dadurch, dass er nicht durchgefroren wurde, schrumpft er nach dem Trocknen stark und nimmt so gut wie kein Wasser mehr auf. Zudem entsteht nach dem Trocknen ein sehr harter, sogenannter Presstorf, der vor allem als Brennstoff verwendet wird.

Tipp: Vor allem in der Whisky-Herstellung hat der Trockentorf eine große Bedeutung. denn das Trocknen des Malzes geschieht hier vor allem über einen Torffeuer. Dieses ist ein wichtiger Geschmacksträger für den rauchig-phenolartigen Geschmack.

Weißtorf Herkunft

Bei Weißtorf handelt es sich um die oberste Schicht im Hochmoor. Hier sind die zersetzten Pflanzenteile noch deutlich zu sehen, diese Torfart ist noch nicht so gepresst und alt, wie es beim Schwarztorf der Fall ist, der einige Schichten weiter unten gelagert ist. Der Abbau geschieht in zwei unterschiedlichen Arten:
  • Schicht für Schicht wird aufgeraut
  • sozusagen gefräst
  • getrocknet
  • dann gesammelt und abtransportiert
  • so wird der feine Weißtorf gewonnen
  • grober Weißtorf wird durch das Stechverfahren gewonnen
  • hierbei handelt es sich um die teure Variante des Abbaus
Tipp: Aufgrund des Umweltschutzes und zur Erhaltung der Moore sollten nicht allzu viele Torfarten im eigenen Garten verwendet werden, zumal es gute Alternativen aus Kompost und Humus gibt. Daher sollte auch beim Kauf von fertiger Blumenerde auf einen geringen Torfanteil geachtet werden.

Zusammensetzung
Das sogenannte Torfmoos ist noch weitgehend unzersetzt und besitzt einen pH-Wert von 3 bis 4, normale Gartenerde hat im Vergleich einen pH-Wert zwischen 5 und 6,5. Daher ist Weißtorf recht sauer und muss für die Verwendung im Garten angepasst werden. Hierzu wird bei der Herstellung für den Handel Kalk zugegeben. Da Torf an sich auch immer sehr mineralstoffarm ist, muss auch die Blumenerde zusätzlich gedüngt werden. Damit er das Wasser ideal speichern kann, muss der pH-Wert bei mindestens 3,5 liegen.

Eigenschaften
Der Name ist ein wenig irreführend, denn weiß ist die oberste Torfschicht in einem Hochmoor nicht. Dennoch ist er deutlich heller, als der sehr dunkle Schwarztorf. Aufgrund der Zusammensetzung kann diese Torfart das Achtfache seines Gewichts an Wasser speichern. Auch erfolgt die Abgabe des Wassers sehr langsam. Die Erde wird zu einem kohlensäurehaltigem und lockeren Substrat, wenn der Weißtorf beigemischt wird. Vor allem sandigen und lehmigen Böden wird er daher beigemischt.

Verwendung

Weißtorf wird im Handel vor allem einzeln in der Regel unter den Namen Torfmull oder Torfstreu angeboten. So kann der Hobbygärtner seine eigene Mischung mit der Gartenerde herstellen. Auch Weißtorf hat die Eigenschaft den pH-Wert zu senken, er durchlüftet den Boden und speichert Wasser. Diese Torfart muss jedoch für den Gebrauch im Garten angepasst werden und wird daher meist als Mischung mit Kalk zur Neutralisierung und weiteren Düngezusätzen für einen Mineralstoffhaushalt im Handel angeboten. Nur wenn der Gartenboden einen sehr hohen pH-Wert besitzt, sollte der weiße Torf pur angewendet und untergehoben werden. Gerade Pflanzen, die einen sauren Boden benötigen, können von dieser Torfart profitieren. So findet der weiße Torf die folgenden Verwendungen:
  • für die bessere Durchlüftung des Gartenbodens
  • für eine gute Wasserspeicherung
  • Aquaristiker benutzen gerne den weißen Torf
  • als Bodengrund für Aquarium oder Terrarium
  • gutes Substrat für fleischfressende Pflanzen

Die Unterschiede

Torf - HochmoorViele Unterschiede zwischen den beiden Torfarten gibt es somit nicht. Denn beide sind haben einen sehr niedrigen pH-Wert, dienen der Wasserspeicherung und der Auflockerung des vorhandenen Gartenbodens. Ebenso müssen beide Torfarten mit verschiedenen anderen Substanzen gemischt werden, um zur Verwendung im Garten geeignet zu sein. Die Unterschiede liegen hier vor allem im Folgenden:
  • Farbe
  • schwarzer Torf ist sehr dunkel
  • Pflanzenreste können nicht mehr ausgemacht werden
  • weißer Torf hingegen bräunlich mit gut erkennbaren Pflanzenresten
  • Wasserspeicherung ist bei dem weißen Torf höher
  • bis zu achtmal des eigenen Gewichts
  • beim schwarzen Torf sind es "nur" viermal des eigenen Gewichts

Tipp: In früheren Zeiten schworen die Gärtner noch auf die Beimischung der verschiedenen Torfarten unter die Gartenerde. Mittlerweile geht die Richtung jedoch weg von den Torfarten hin zu Humus, Kompost oder Hornspänen. Denn alle Torfarten besitzen nur wenige Nährstoffe und sind daher für ein gesundes Wachstum der Pflanzen gar nicht so wichtig.

Anzuchterde

Oft werden junge Pflanzen, Aussaat oder Stecklinge in spezielle Anzuchterde gegeben. Aber für die Anzucht von kleinen Pflanzen eignet sich schwarzer oder weißer Torf ebenso, wenn ihm ein wenig Dünger untergemischt wird. Denn gerade die wasserspeichernden Eigenschaften und der Sauerstoffgehalt im Boden sind wichtig für das gute Gelingen einer erfolgreichen Vermehrung. Nachdem die Pflanzen bewurzelt wurden, sollten sie jedoch in handelsübliche Blumenerde oder mit Humus und Kompost angereicherte Gartenerde umziehen, damit ihnen zum weiteren Wachstum mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Weitere Verwendungen

Es gibt viele weitere Verwendungen für die Torfarten, die jedoch nichts mit dem Garten und Pflanzen zu tun haben. So werden diese in der Körperpflege und Medizin verwendet. Bekannt sind hier vor allem Moorpackungen und -bäder, aber auch eine Torfsauna ist nichts Ungewöhnliches. Aber es gibt noch weitere, vielfältige Verwendungen für den biologischen Stoff:
  • aus Torffasern werden Textilien hergestellt
  • Aktivkohle für die Medizin
  • als Streu in Pferdeställen
  • Torfbetten für Bettnässer
  • für Matratzen, Kissen, Bettdecken als
    Rohstoff