Neben dem Wurmkompost gibt es eine noch schnellere Möglichkeit guten und günstigen Dünger zu gewinnen. Wir zeigen wie einfach es ist sich einen Bokashi-Eimer selber zu bauen. Mit dieser Technik aus Japan kann man schnell Dünger auf dem Balkon oder sogar in der Wohnung gewinnen. Das Prinzip eines Bokashi-Eimers kommt aus Japan und macht sich die Milchsäure-Vergärung unter Sauerstoffausschluss zu nutze. So kann man auf kleinstem Raum mit minimaler Geruchsentwicklung schnell günstigen Dünger gewinnen.

Bokashi-Eimer: Variante 1

Bokashi-Eimer: MaterialDiese Variante ist der praktischste und einfachste Weg zu einem eigenen Bokashi-Eimer. Ohne viel Aufwand und schnell umgesetzt.

Material

  • 2 baugleiche konische Eimer (Kunststoff)
  • 1 passender Deckel
  • 1 Wasserhahn (Regentonne)
  • ggf. etwas Abdichtband
  • 1 dünner Müllbeutel
  • 1 Gefrierbeutel mit Sand (Quarzsand) gefüllt

Werkzeug

  • Akkuschrauber oder Bohrmaschine
  • Bohrer (universal oder Holz)
  • Lochsäge oder Forstnerbohrer
  • Stift (wasserfest)
  • Lineal, Zollstock o.ä.
  • Schere oder Cuttermesser

Löcher bohren

Bohren Sie (nur!) in den Inneneimer (B) Löcher in den Boden. Die Löcher sollten so groß sein, dass sich bildende Flüssigkeit gut nach unten ablaufen kann, aber noch klein genug, damit kein Bio-Müll hindurch fällt. Verteilen Sie die Anzahl der Löcher gleichmäßig.

Bokashi-Eimer: Bodenlöcher bohren

Tipp: Fangen Sie mit kleineren und weniger Löchern an. Die Anzahl und Größe der Löcher kann beim nächsten Reinigen auch noch erweitert werden, falls sich Flüssigkeit staut und nicht richtig abfließt.

Verschließen

Die beiden Eimer werden nun ineinander gesteckt (der mit den Löchern kommt nach innen). Sobald nun der Deckel auf dem Eimer ist, haben Sie eigentlich schon einen fertigen Bokashi-Eimer. Falls die Eimer nicht ganz so gut ineinander passen oder Sie das Gefühl haben es zieht Luft hinein, kann man den Spalt zwischen den Eimern auch mit Knetmasse abdichten. Silikon empfiehlt sich nicht, da bei jeder Reinigung dieses wieder entfernt werden muss und dann später wieder aufgetragen wird.

Tipp: Es empfiehlt sich jedoch noch einen Abfluss einzubauen, um regelmäßig die Bokashi-Flüssigkeit abzulassen, ohne immer den inneren Eimer entfernen zu müssen.

Abfluss

Stecken Sie beide Eimer ineinander und halten Sie sie vor eine Lichtquelle (Lampe oder Sonne). Jetzt kann man erkennen wieviel Platz zwischen beiden Eimern am Boden ist. Markieren Sie sich diesen mit einem Stift und messen den Abstand. Nun können Sie einen passenden Wasserhahn kaufen. Wichtig ist, dass der Schraubverschluss für innen (das breiteste Teil am Wasserhahn) in diesen Abstand passt.

Falls Sie schon einen Wasserhahn vorrätig haben, der etwas größer ist, stellt es auch kein Problem dar. Falls der zweite Eimer später nicht mehr ganz in den Äußeren passt, kann man aus

dem Inneren auch ein Stück herausschneiden. Legen Sie den Schraubverschluss an den Außeneimer (A) und zeichnen sich die Mitte an. Mit einem Forstnerbohrer, Lochbohrer oder vergleichbarem Werkzeug wird nun ein Loch in den Eimer gebohrt. Mit Schere oder Cuttermesser funktioniert es auch, ist aber gefährlicher für die Finger – also Vorsicht!

Tipp: Halten Sie von innen ein Stück Holz dagegen, damit der Eimer nicht bricht oder reißt.

Bokashi-Eimer: Abfluss bohrenWenn das Loch gebohrt ist, wird der Rand mit Cutter oder Schere vorsichtig entgratet. Nun kann man den Hahn in das Loch schrauben. Falls das Loch etwas zu groß geraten ist, kann man es mit Dichtband auch noch abdichten.

Bokashi-Eimer: Variante 2

Nicht immer hat man zwei baugleiche Eimer zur Verfügung oder will sich nicht extra Material kaufen. Für diese Variante reicht ein verschließbarer Eimer und ein zweiter, der auch etwas kleiner kann. Der Boden des inneren Eimers sollte wie in Variante 1 mit Löchern versehen werden. Damit ein Hohlraum zwischen den beiden Eimern entsteht, in dem sich der Bokashi-Flüssigdünger sammeln kann, sollte man eine Erhöhung in den großen Eimer legen. Hierfür eigenen sich flache Körbchen aus Kunststoff oder Untersetzer aus Ton oder Keramik. Da das komplette Bokashi-Prinzip auf Sauerstoff-Ausschluss beruht, ist die Hauptsache, dass der Eimer dicht verschließt.

Richtig befüllen

In einen Bokashi-Eimer kommen Küchenabfälle, wie sie auch auf den Kompost kommen würden. Gemüse- oder Obstabfälle und Pflanzenteile sind perfekt hierfür geeignet und sollten am besten vorher zerkleinert werden.

Achtung: Fleisch (auch Fisch), Asche oder Papier haben in einem Bokashieimer nichts zu suchen.

Aktivieren

Um den Gärprozess zu aktivieren bzw. zu unterstützen, müssen effektive Mikroorganismen „EM“ zu den Abfällen extra hinzugegeben werden.

Was sind „EM“?

Effektive Mikroorganismen kann man fertig kaufen. Als Spray lässt es sich besonders gut dosieren. EM besteht u.a. aus Milchsäurebakterien, Hefepilzen und noch vielen anderen sehr aktiven kleinen Helfern. Wer besonders experimentierfreudig ist, kann sein Glück auch mit

unpasteurisiertem Sauerkrautsaft, Brottrunk, Sauerteig, unpasteurisierter Molke oder der Flüssigkeit von abgetropftem Joghurt versuchen. Es gibt Berichte, nach denen diese Dinge einen sehr ähnlichen Effekt haben sollen – ohne Garantie.

Was muss noch rein?

Steinmehl verhindert die Geruchsbildung, jedoch bitte unbedingt sparsam einsetzen. Keramik-Pulver (2-3 Teelöffel) und Aktivkohle unterstützen die Fermentation und helfen dabei auch noch bei der Zersetzung.

Abdichten

Bokashi-Eimer selber bauenWenn nun der Bio-Müll und alle weiteren Zutaten im Eimer sind, wird das Ganze mit einem Müllbeutel abgedeckt und mit etwas Druck verdichtet. Es dürfen keine Hohlräume zwischen den Abfällen sein, weil hier Schimmel entstehen könnte (was es unbedingt zu vermeiden gilt). Damit nichts verrutscht kommt auf die Folie noch ein Gewicht. Ideal ist hier ein größerer Gefrierbeutel, mit Quarzsand gefüllt. Dieser drückt nun alles zusammen und hilft beim abdichten.

Bokashi-Ernte

Alle paar Tage (1-3 Tage bzw. je nach Füllstand) können Sie das Kompostwasser ablassen und später als Flüssigdünger verwenden. Das aufgefangene Kompostwasser ist sehr sauer (pH-Wert unter 4) und sollte nur mit Wasser verdünnt als Dünger verwendet werden. Je nach Pflanze, Anwendung und Bokashi-Mischung zwischen 1:20 und 1:100. Als Richtwert gilt 1:50, aber man sollte bereit sein zum experimentieren.

Tipp: Achten Sie darauf die Flüssigkeit immer abzulassen. Die Flüssigkeit darf nicht nach oben, in den anderen Eimer steigen - sonst droht Schimmelgefahr.

Der eigentliche Bokashi

Den oberen Inhalt (Bokashi) kann man nach 2 Wochen auf dem Kompost entsorgen. Lassen Sie ihn für ein paar Tage auf dem Kompost liegen und gut ablüften. Danach können Sie ihn mit anderen Materialien (Grünschnitt etc.) vermischen.

Alternativ können Sie den vergorenen Bokashi auch vererden (1:3 mit Erde gut vermischen) und ihn dann als Dünger ins Beet geben. Da auch die Bokashi-Feststoffe einen sehr niedrigen pH-Wert haben (sauer sind) sollte man ihn auch nur an Stellen und Pflanzen verwenden, die ihn auch vertragen. Der sehr hohe Stickstoffgehalt sorgt für eine sehr gute Förderung des Pflanzenwachstums, ist jedoch für viele Bodenbewohner zu hoch.

Tipp: Nie direkt in Wurmkomposter geben.