Die objektiven Vorzüge von Taubenmist als Dünger treten erst zutage, wenn es gelingt, die subjektive Abscheu gegenüber den Exkrementen abzulegen. Der Nimbus von Tauben und deren Hinterlassenschaften als Überträger von Krankheiten verstärkt die Aversionen. Tatsächlich erweisen sich die Fäkalien als organischer Dünger auf Augenhöhe mit wertvollem Guano. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie hygienische Risiken ausschalten und mit Taubenkot richtig düngen.

Warum eignet sich Taubenmist als Dünger?

Stallmist jeglicher Art wird seit Generationen genutzt für die organische Nährstoffversorgung im Hausgarten. Taubenkot zeichnet sich dabei aus durch einen hohen Gehalt an natürlichem Phosphor und Kalium. Fernerhin sind
wertvolle Mikronährstoffe sowohl im Mist als auch in den Exkrementen enthalten, wie Zink, Mangan oder Eisen. Im Gegensatz zu Guano, den Exkrementen von Seevögeln aus tropischen Regionen, sind die Anteile an Stickstoff im Taubenmist dagegen verschwindend gering. Allerdings können keine belastbaren, konkreten Zahlen angegeben werden, da der Nährstoffgehalt großen Schwankungen unterliegt. Wichtige Einflussfaktoren sind die Qualität der Fütterung sowie der Wassergehalt.

Wie bei allen organischen Düngern, gelangen die in Taubendung enthaltenen Nährstoffe nicht geradewegs in die Pflanzen. Es ist die Aufgabe von Bodenlebewesen, das Material so zu verarbeiten, dass es für Ihre Zier- und Nutzpflanzen verfügbar ist. Demgegenüber wirkt mineralischer Dünger zügiger, wird allerdings ebenso schnell vom Regen wieder ausgewaschen und landet im Grundwasser. Als weiterer Vorteil leisten die Exkremente der grau-blau gefiederten Vögel einen Beitrag zur Auflockerung des Gartenbodens. Indem die Bodenatmung und die Sauerstoffversorgung der Wurzeln optimiert werden, verbessert sich zugleich die Resistenz der Pflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Hygiene ist Trumpf

- fachmännisch düngen mit Taubenmist -
Die vieldiskutierten Nachteile von Taubenmist als Dünger können Sie aushebeln mit einer umsichtigen Anwendung. Vornehmlich stehen hier die Bedenken hinsichtlich der Hygiene im Fokus. Aus diesem Grund raten wir davon ab, Taubenfäkalien zu Jauche zu verarbeiten und als organischen Flüssigdünger zu verwenden. Verabreichen Sie die Mistjauche im Sommer zwecks Nährstoffversorgung im Gemüsegarten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kopfsalat oder Tomaten von Spritzern verschmutzt werden.
Taubendreck als Dünger
Im frischen Taubenmist enthaltene Keime oder Parasiteneier können über diesen Weg in Ihre Speisen gelangen. Schon eine kleine Nachlässigkeit in der Küchenhygiene kann erhebliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Daher lautet unsere Empfehlung für die Verwendung von Taubenkot als Dünger im Zier- und Nutzgarten:
  • Exkremente niemals verjauchen oder dem
    Gießwasser hinzufügen
  • Taubendung erst nach einer Lagerung von mindestens 12 Monaten im Gartenboden einarbeiten
  • Im Herbst oder Frühjahr 1 bis 2 Kilogramm Dünger je Quadratmeter Beet-Fläche einharken und gießen
Den optimalen Wirkungsgrad als organischer Dünger bei gleichzeitiger Minimierung des Hygiene-Risikos erzielt Taubendung als Zuschlag auf dem Komposthaufen. Indem Sie die Exkremente schichtweise mit Gartenabfällen kompostieren und nach einer Rotte von 12 bis 18 Monaten im Garten als Dünger verwenden, ziehen Sie den größten Nutzen daraus.

Tipp: Der hohe Anteil an Kalium macht Taubenmist zu einem guten Herbstdünger. Kann sich am Ende der Wachstumsperiode in Pflanzenzellen Kalium einlagern, sinkt der Gefrierpunkt im Zellwasser. Fernerhin stärkt der Hauptnährstoff das Zellgewebe und fördert somit die Winterhärte auf natürliche Weise.

Hier bringt Taubenmist Schwung ins Wachstum

Die geschilderten Unwägbarkeiten hinsichtlich des tatsächlichen Nährstoffgehaltes, bergen das Risiko einer Überdüngung. Es ist daher ratsam, reinen, kompostierten Taubenmist ausschließlich für die Nährstoffversorgung von stark zehrenden Nutzpflanzen zu verwenden. Lässt das Wachstum infolge von Nährstoffmangel zu wünschen übrig, kann die Unterversorgung rasch behoben werden. Eine Überdosierung von Dünger rückgängig zu machen, ist dagegen sehr aufwändig bis unmöglich. Die folgenden Pflanzen profitieren in Wachstum und Ertrag von Taubendreck als Dünger:
  • Alle Kohlsorten (Brassica ssp), von Blumenkohl über Rosenkohl bis Grünkohl
  • Gurken (Cucumis sativus)
  • Kartoffeln (Solanum tuberosum)
  • Sellerie (Apium graveolens var. rapaceum)
  • Tomaten (Solanum lycopersicum)
  • Zucchini (Cucurbita pepo ssp. pepo convar. giromontiina)
Fernerhin vitalisieren Sie das Wachstum von Beerensträuchern und Obstbäumen, indem Sie im Herbst oder Frühjahr kompostierte Taubenfäkalien auf den Wurzel- und Baumscheiben einharken und nachgießen.

Tipp: Ist es für Sie ein schwieriges Unterfangen, an Taubenmist zu gelangen? Dann greifen Sie einfach auf Hühnermist zurück. Beide Exkrement-Arten stimmen hinsichtlich Zusammensetzung und Eigenschaften weitgehend überein.

Taubenmist als Dünger - selber sammeln oder kaufen?

Stadttaubenkot nicht geeignetIm Gegensatz zu teurem Guano, liegt Taubenkot auf der Straße. Vornehmlich in Städten produzieren die gefiederten Bewohner den Mist in Hülle und Fülle. Sparfüchse unter den Hausgärtnern könnten daher liebäugeln mit der eigenhändigen Sammlung von Taubenmist als Dünger zum Nulltarif. Die Exkremente von Stadttauben enthalten allerdings nachweislich Salmonellen, Viren, Pilzsporen und verschiedene Chlamydien. So verursacht Chlamydia psittaci, die Lungenkrankheit Ornithose, die sich in Form grippeähnlicher Symptome äußert. Fernerhin sind Chlamydia abortus nachgewiesen worden, die ungeborenes Leben bedrohen können bei Mensch und Tier.

Ferner ernähren sich Stadttauben so ungesund, dass die Schärfe ihrer Hinterlassenschaften sogar Fassaden zerstört. Brotkrümel, Fastfood-Reste und anderes Futter lassen den pH-Wert von verwilderten Tauben ins Bodenlose fallen. Kommt dieser belastete Dünger mit Ihren Zier- und Nutzpflanzen in Berührung, erscheinen die gesundheitlichen Risiken von Blaukorn und Konsorten als Bagatelle.

Taubenzüchter bieten Mist für Hausgärtner zum Kauf an. Stammt der organische Dünger aus dieser Quelle, können Sie zumindest von einer gesunden Fütterung der Vögel ausgehen. Erwiesenermaßen befindet sich der pH-Wert auf neutralem Niveau, weil sich die Tauben artgerecht ernähren. Die Züchter werben damit, dass die Tiere gesund sind, weil sie regelmäßig geimpft werden. Das schaltet zwar das Risiko von Krankheitsübertragungen aus. Allerdings gelangen die Impfstoffe über den Weg der Ausscheidung in die Exkremente und somit auch im Dünger.

Die sicherste Quelle für unbedenklichen Taubenkot als Naturdünger ist ein eigener Tauben-Schlag. Hier unterliegt es Ihrer Verantwortung, chemische Stoffe von den Vögeln fernzuhalten. Übrigens war vormals der wertvolle Taubenmist als Dünger im Hausgarten ein ebenso wichtiger Grund für die Taubenhaltung, wie die
Fleischgewinnung.