Geht es um Asche als Düngemittel, scheiden sich die Geister. Während die einen davor warnen, ist sie für die Anderen vollkommen unbedenklich. Dies liegt daran, dass Asche nicht gleich Asche ist. Denn je nach Art des Brennmaterials enthält sie Substanzen, die Mensch, Pflanzen und Boden schaden können. Daher sollten Sie genau darauf auf Art und Herkunft des Brennmaterials achten.

Schlechte Asche

Dass Asche als Düngemittel für verschiedene Pflanzen verwendet werden kann, ist heute unbestritten. Allerdings muss auf die Herkunft der Asche, also auf das Brennmaterial geachtet werden. Denn dieses kann auch Giftstoffe und Schwermetalle enthalten, die für Mensch, Pflanzen und Boden schädlich sind. Deshalb eignet sich die Asche von Stein- bzw. Braunkohle nicht als Düngemittel für Garten- oder Zimmerpflanzen. Sie ist ein schlechter Aschelieferant, während Holz als guter Lieferant für Asche als Düngemittel gilt. Aber auch bei der Holzasche kommt es auf die Herkunft des Holzes an, denn auch dieses kann mit toxischen Substanzen kontaminiert sein. Daher sollten Sie die Asche von Holz, das mit Lacken oder Leimen behandelt worden ist, nicht zum Düngen verwenden.

Dies betrifft zum Beispiel:
  • Gartenpfähle
  • Zaunpfosten
  • Lattenkisten
  • Möbelteile
  • Spanplatten
  • Wandtäfelungen
Tipp: Vorsicht ist auch bei Recyclingholz geboten, denn auch dieses kann kontaminiert sein.

Neben der Frage, ob das Holz mit Lacken oder Leimen behandelt worden ist, spielt auch der Standort der Bäume, aus welchen das Holz gewonnen worden ist, eine Rolle. Kommt das Holz aus Beständen neben Autobahnen, Straßen oder Industriegebieten, dann enthält es schädliche Rückstände und ist nicht als Düngemittel geeignet.

Gute Asche

Gute Asche stammt von Bäumen von einem sauberen Standort und deren Holz nicht bearbeitet worden ist. Dies ist in der Regel natürliches Holz, das im Wohnzimmerkamin oder in einem Holzofen verbrannt wird, wenn das richtige Anzündmaterial verwendet wird, denn auch Papier kann toxische Substanzen enthalten. Deshalb sollten Sie zum Anzünden nur Zeitungspapier verwenden, das schwarz-weiß bedruckt ist. Farbige Zeitungsseiten, Katalogseiten, Broschüren, ungedruckte Kartons oder Hochglanzpapier sind ungeeignet, da die entstehende Asche Giftstoffe enthält.

Wirkung und Eigenschaften

Natürliche Asche enthält reichlich Kalium (K). So hilft sie kränkelnden Pflanzen bei Kaliummangel. Daneben
gibt sie dem Boden Phosphor, den Pflanzen für ihre Entwicklung brauchen. Da sie Kalk enthält, wirkt sie alkalisch, d.h., dass sie saure Böden neutralisiert. Außerdem wirkt sie pilz- und fäulnishemmend.

Grillasche als Dünger?

Die Verwendung Grillasche, die beim Verbrennen von Holzkohle beim Grillen entsteht, ist umstritten. So geben die Eidgenössischen und Kantonalen Fachstellen auf ihrer Informationsplattform an, dass man Asche vom Holzkohlengrill ohne Probleme im Garten ausbringen kann. Allerdings nur, wenn keine umweltschädlichen Hilfsmittel zum Anzünden verwendet werden. Gegen die Verwendung von Asche von Grillkohle spricht die Überlegung, dass man oft die Herkunft der Grillkohle nicht kennt. Außerdem enthält die Asche oft noch Fettrückstände, die gesundheitsschädliche Abbauprodukte enthalten.

Nicht-Düngen

Pflanzen die für eine gesunde Entwicklung saure Böden brauchen, dürfen nicht mit Asche gedüngt werden. In diesem Fall ist basische Holzasche sogar kontraproduktiv, da sie die Bodenqualität für die Pflanzen mindert. Deshalb sollten Sie die Asche auf keinen Fall im Moorbeet oder auf leicht basischen Böden (ab einem pH-Wert von 7,5) ausbringen, wenn Sie folgende Pflanzen kultivieren:
  • Azaleen
  • Fleißiges Lieschen
  • Heidelbeeren
  • Hortensien
  • Japanischer Ahorn
  • Kamelien
  • Kiwis
  • Lorbeer
  • Narzissen
  • Orchideen
  • Palmen
  • Pfingstrosen
  • Preiselbeeren
  • Rhododendren
  • Rosskastanien

Düngen

Asche als DüngerWährend Holzasche Pflanzen, die einen sauren Boden brauchen, schadet, ist sie ein guter Dünger für Pflanzen, die basische bzw. neutrale Böden bevorzugen. Dazu gehören im Obst- und Gemüsegarten:
  • Grünspargel
  • Himbeeren
  • Möhren
  • Rosenkohl
  • Porree (Lauch)
  • Sellerie
  • Stachelbeeren
  • Tomaten
  • Wein
  • Zwiebeln
Beim Düngen von Kartoffeln mit Asche ist vorsichtig geboten, denn sie kann die Erkrankung der Pflanzen mit Kartoffelschorf fördern.

Tipp: Damit Sie beim Verzehr von Obst und Gemüse keine gesundheitsschädlichen Substanzen aufnehmen, sollten Sie Asche als Düngemittel im Nutzgarten nur verwenden, wenn Sie die Herkunft des Holzes genau kennen.

Ziergarten

Im Ziergarten freuen sich folgende Pflanzen über das natürliche Düngemittel:
  • Chrysanthemen
  • Fuchsien
  • Geranien
  • Gladiolen
  • Lavendel
  • Nelken
  • Phlox
  • Rosen

Anwendung

Das Düngen mit Holzasche soll den Boden verbessern, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können. Jedoch kann die Gabe von Asche auch zu einer Überdüngung führen. Als Faustregel für das Ausbringen der Asche gilt:
  • 30 bis maximal 50 Gramm pro Quadratmeter
  • alle vier bis sechs Wochen
Tipp: Auf Böden mit hohem Kalium-Anteil sollten Sie auf den Aschedünger verzichten, da die Gefahr einer Überdüngung besteht.
Beim Ausbringen der Asche gehen Sie wie folgt vor:
  • dünne Rillen um die Pflanzen ziehen
  • mit Asche füllen
  • Asche mit Erde bedecken
  • vorsichtig angießen
Der ideale Zeitpunkt, um mit der Aschedüngung zu beginnen, ist der späte Winter bzw. das zeitige Frühjahr, kurz bevor die Pflanzen mit dem Austrieb beginnen. Damit die Asche auch dort bleibt, wo sie hingehört, sollten Sie sie an einem möglichst windstillen Tag ausbringen. Weiter empfiehlt sich der Schutz der Augen und der Atemwege, da Asche sehr fein ist.