In der Natur versorgen sich Bäume selbst mit Nährstoffen und erhalten so den Nährstoffkreislauf aufrecht. Im Garten sind die Voraussetzungen dafür in der Regel nicht gegeben, sei es, weil der Boden zu mager ist oder Konkurrenz durch andere Gehölze besteht. Dabei unterscheidet man bei Laubbäumen zwischen Zier- und Obstbäumen.

Laubbäume düngen - Grundlagen

Laubbäume können unterschiedliche Funktionen im Garten übernehmen, ob als Schattenspender, Sichtschutz, Zier- oder Obstgehölz. Alle Gehölze benötigen neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium auch Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichendem Maße. Faktoren, die den jeweiligen Nährstoffbedarf beeinflussen, sind die Baumart, Standort, Beschaffenheit des Bodens sowie Größe des Baumes, Lichtverhältnisse und Witterung. Dabei können Bäume mit einer größeren Durchwurzelungstiefe deutlich mehr Nährstoffe aufnehmen. In der Natur werden dem Boden durch Verwitterungsprozesse wichtige Nährstoffe zugeführt. So entsteht ein natürlicher Nährstoffkreislauf.

Das könnte auch im Garten funktionieren, allerdings ist dieser Prozess hier häufig gestört. Das liegt u.a. daran, dass herabfallendes Laub in vielen Fällen regelmäßig entfernt wird, sodass an Ort und Stelle keine Verrottung stattfinden kann und wichtige Nährstoffe verloren gehen. Diese müssen dann mit einem entsprechenden Baumdünger ausgeglichen werden.

Arten von Baumdüngern

Es werden grundlegen
zwei verschiedene Dünger unterschieden, die organischen und die mineralischen Dünger:

Organische Dünger

BrennnesseljaucheOrganischer Dünger entsteht durch die Zersetzung in der Natur vorkommender, organischer Stoffe. Pflanzliche Nährstoffe, die zum Wuchs der Pflanzen zunächst dem Boden entzogen werden, werden ihm nach deren Absterben wieder zugeführt, der natürliche Kreislauf schließt sich fortwährend.
  • Sehr gute organische Dünger sind Kompost, Stallmist und Pflanzenjauchen
  • Gut geeignet sind auch Gesteinsmehl, Hornspäne und Hornmehl
  • Kompost enthält alle wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente
  • Gesteinsmehl besteht aus zerriebenem Gesteinsmehl
  • Hornspäne und Hornmehl, sind Abfallprodukte aus der Tierproduktion
  • Wirkung organischer Dünger, setzt erst nach Zersetzung der Stoffe ein
  • Er wirkt langsamer, dafür aber über einen längeren Zeitraum
  • Überdüngung kommt seltener vor
Tipp: Organische Baumdünger sollten mineralischen Düngern immer vorgezogen werden. Sie sind umweltverträglicher und können Gesundheitsschäden beim Verzehr von Obst, durch unsachgemäße Anwendung mineralischer Dünger vermeiden.

Mineralische Dünger

Trotz der positiven Eigenschaften organischer Baumdünger gibt es unter den Hobbygärtnern nicht wenige Anhänger mineralischer Dünger. Die enthaltenen Nährstoffe sind für Pflanzen schneller verfügbar, da sie leichter und schneller löslich sind. Ergebnisse sind bereits nach kurzer Zeit sichtbar. Doch häufig ist die Dosierung nicht optimal. Es kommt zur Überdüngung, die die Umwelt nachhaltig belastet, denn die löslichen Komponenten werden auch ins Grundwasser gespült.

Eine ausschließliche Nutzung mineralischer Dünger, auch bekannt als Kunstdünger, kann wichtige Bodenorganismen schwächen, sodass der Boden nicht mehr ausreichend belüftet wird. Die Folge sind Erosionsschäden und Bodenverdichtung. Als Baumdünger können sich, insbesondere bei Obstbäumen, Rückstände in dem reifen Obst anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Zudem kann ein Stickstoffüberschuss, die Erträge schmälern.

Schäden durch Überdüngung sind auch an anderen Laubbäumen zu beobachten. Das Laub kann sich gelb verfärben, es verbrennt. Darüber hinaus sind betroffene Pflanzen allgemein deutlich anfälliger gegenüber Frostschäden, Schädlingen und Krankheiten. Trotz allem können auch mineralische Dünger Laubbäume mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen, solange die Dosierung stimmt. Häufig verwendete Dünger sind z.B. Blaukorn, Kalk, Kalkammonsalpeter oder sogenannte NPK-Dünger.

Tipp: Neben diesen Düngertypen gibt es auch noch organisch-mineralische Dünger, eine Mischung aus beiden. Allerdings bieten sie keinerlei Vorteile gegenüber rein organischen oder rein mineralischen Baumdüngern.

Funktion einzelner Inhaltsstoffe

Apfelbaum mit guter ErnteNur wenn Bäume angemessen mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden, können viele neue Triebe, Blüten oder Früchte ausbilden. Die wichtigsten Elemente sowohl in organischen als auch mineralischen Düngern sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Darüber hinaus werden Mineralstoffe wie Schwefel, Kalzium und Magnesium und Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Kupfer und Zink benötigt. Dabei erfüllt jedes dieser Elemente eine bestimmte Funktion für den Stoffwechsel des Baumes. Sie stehen in direkter Wechselwirkung zueinander und sollten immer in einem ausgewogenen Verhältnis im Boden vorliegen.

Phosphor (P)

  • Phosphorbetonte Dünger vorzugsweise für Obstbäume geeignet, die sowohl blühen als auch fruchten
  • Phosphor fördert Entwicklung von Blüten, Früchten und Samen
  • Unterstützt die Bildung gesunder und kräftiger Wurzeln
  • Wird von blühenden und Früchte tragenden Laubbäumen benötigt
  • Zu hoher Stickstoffanteil im Boden kann Aufnahme von Phosphor behindern
  • Zu viel Phosphor führt zu Wachstumsstörungen
  • Es behindert die Aufnahme wichtiger Spurenelemente
  • Optimaler Phosphoranteil an reichem Blütenflor, Fruchtansatz und Fruchtreife erkennbar

Stickstoff (N)

Stickstoff regt vor allem das Wachstum grüner Pflanzenteile an. Grundsätzlich sind stickstoffbetonte Dünger, sogenannte 'Gründünger', für Bäume geeignet, bei denen es insbesondere um das Laub geht. Der in mineralischen Baumdüngern verwendete Stickstoff wird in der Regel synthetisch hergestellt. Ein Stickstoffmangel mindert das Wachstum und lässt Blätter blassgrün oder gelb werden. Ein Überangebot an Stickstoff führt zu weichem, instabilem Gewebe und mastigen Blättern. Er bringt meist auch eine erhöhte Belastung mit Nitraten mit sich. Ein optimaler Stickstoffanteil im Boden äußert sich in einem normalen Wuchs und sattgrünem Laub.

Kalium (K)

Kalium ist ein natürlicher Bestandteil des Bodens. Es sorgt für die Bildung eines stabilen Pflanzengerüstes, fördert die Bildung von Wurzeln, Knollen und Früchten und deren Festigkeit. Zudem wird es für den Transport von Wasser und Nährstoffen benötigt und es macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber Frost und Schädlingen. Eine Unterversorgung mit Kalium führt zu verschiedensten Mangelerscheinungen wie Wachstumsstörungen, welken, schlaffen und entfärbten Blättern sowie zu einer verstärkten Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Zu viel Kalium kann das Wachstum hemmen sowie Verbrennungen der Wurzeln, Blattschäden und Kümmerwuchs hervorrufen. Sieht der Baum gesund aus, wächst stabil und zügig, ist der Kaliumanteil ideal.

Wann düngen?

Süßkirsche gut gedüngtLaubbäume nutzen ihr herabfallendes Laub, um sich selbst mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Dabei kann man ihnen behilflich sein, indem man mit einem Rechen umliegendes Laub auf die Baumscheibe und etwas darüber hinaus verteilt. Den Rest übernehmen Kleinstlebewesen im Boden. Beim Düngen von Laubbäumen ist weniger mehr.
  • Laubbäume nicht zwangsläufig jedes Jahr düngen
  • Alle zwei Jahre ist ausreichend
  • Immer nur während der Wachstumsperiode düngen
  • Zu Austriebsbeginn im März/April und zum Triebabschluss um den 24. Juni
  • Wirkung organischer Dünger ist verzögert
  • Vorlaufzeit von 3 - 4 Wochen empfehlenswert
  • Abhängig von Feuchtegehalt und Temperatur des Bodens
  • Mineralische Dünger sind wasserlöslich und für Pflanzen sofort verfügbar
Im Herbst und Winter, während der Ruheperiode wird komplett auf Dünger verzichtet, denn dann nehmen Pflanzen keinerlei Nährstoffe auf. Wer dennoch zu anderen Zeiten düngt, riskiert, dass die Pflanzen nicht ausreifen. Die weichen Triebe sind frostempfindlich und können Schaden nehmen. Häufigkeit und Zeitpunkt der Düngung sind auch vom Alter des Baumes abhängig.

Junge Bäume, die bei der Pflanzung mit Kompost versorgt wurden, benötigen in diesem Jahr keinen zusätzlichen Dünger. Der Kompost versorgt ihn im
ersten Jahr mit allen wichtigen Nährstoffen. Eine dicke Mulchschicht auf dem Wurzelbereich verhindert die Konkurrenz anderer Pflanzen, die dem Baum Nährstoffe entziehen könnten.

Anleitung zum Düngen

Bevor es ans Düngen geht, empfiehlt es sich, mittels einer Bodenanalyse im Bereich der Baumscheibe den tatsächlichen Nährstoffbedarf zu ermitteln. Steht das Ergebnis fest, sollte man zunächst bedenken, dass das Wurzelsystem eines Laubbaumes in der Regel immer etwas breiter ist als die Krone, sodass sich auch außerhalb der Kronentraufe feine sogenannte Saugwurzeln befinden.

Ist die Baumscheibe nicht bewachsen bzw. offen, kann man eine dünne Schicht Dünger über den kompletten Bereich und wieder etwas darüber hinaus verteilen. Dann arbeitet man ihn mit einer Harke leicht in den Boden ein. Darauf breitet man dann eine Schicht Mulch aus, die jedes Jahr erneuert werden sollte.

Um Laubbäume, die im Rasen oder auf einer Wiese wachsen, zu düngen, macht es in der Regel keinen Sinn, den Dünger einfach aufzustreuen. Er sollte unterhalb der Grasnarbe eingebracht werden, indem man mit einem Rasenlüfter kleine Löcher in regelmäßigen Abständen auf der Baumscheibe setzt, den Dünger einbringt und ihn gegebenenfalls mit Wasser einschlämmt.

Obstbäume sollten möglichst nicht im Rasen oder auf der Wiese stehen, ohne offene Baumscheibe ist die Nahrungskonkurrenz durch die Gräser, vor allem für junge Bäume, sehr stark. Darüber hinaus sollte nie auf trockenen Boden ausgebracht werden, das würde die Wurzeln verbrennen. Besser ist es, sie je nach Düngerart nach einem Regenguss oder mit dem Gießwasser auszubringen.

Tipp: Für eine entsprechende Bodenanalyse ist es ratsam, immer von unterschiedlichen Stellen der Baumscheibe Proben zu entnehmen, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Derartige Bodenanalysen sollten etwa alle 4 - 5 Jahre wiederholt werden.

Organisch Düngen

Hornspäne für HornmehlLaubbäume, die keine Früchte tragen, können sich durch den Laubabwurf im Herbst größtenteils selbst mit Nährstoffen versorgen. Obstbäume haben einen etwas höheren Nährstoffbedarf. Lässt man speziell bei Obstbäumen Fallobst liegen, stellt das ebenfalls einen natürlichen Dünger dar. Kompost ist für viele Hobbygärtner der beste organische Dünger.
  • Frischen oder reifen Kompost alle 3 - 5 Jahre auf Baumscheibe verteilen
  • Leicht in den Boden einarbeiten
  • Gegebenenfalls etwas Urgesteinsmehl dazugeben
  • Auf den Kompost eine Schicht Mulch geben
  • Geeignet sind Rasenschnitt, Rindenmulch oder Holzhäcksel
  • Bei Steinobstbäumen 100 - 140 g eines Stickstoffdüngers verabreichen
  • Für Kernobst 70 - 100 g je Baum ausreichend
  • Bei Jungpflanzen Düngermenge um etwa 75 % reduzieren
  • Etwas Holzasche kann Kaliumgehalt im Boden erhöhen
  • Wichtige Spurenelemente mit Algenkalk oder Gesteinsmehl zuführen
Für kalkempfindliche Laubgehölze wie Rhododendron, Blumenhartriegel oder Magnolie ist Kompost als Dünger weniger gut geeignet. Ein anderer guter organischer Dünger ist Mist, in Form von Pferde-, Schaf-, Rinder-, Kaninchen- oder Hühnermist. Hierbei ist zu beachten, dass Mist niemals frisch, sondern nur gut verrottet ausgebracht werden sollte. Er sollte etwa alle drei Jahre im Herbst auf dem betreffenden Bereich verteilt und flach eingegraben werden. Rinderdung gibt es übrigens auch in Form von Pellets.

Tipp: Bevor man Rindenmulch ausbringt, sollte man eine gute Stickstoffversorgung sicherstellen, denn insbesondere Rindenmulch entzieht dem Boden viel Stickstoff. Deshalb ist es sinnvoll, den Kompost mit Hornspänen oder Hornmehl (Stickstoffdünger) zu mischen, um eine Unterversorgung zu vermeiden.

Mineralisch Düngen

Mit mineralischen Düngern lassen sich stärkere Defizite im Boden relativ schnell ausgleichen. Sie sorgen zwar nicht für einen Humusaufbau, versorgen die Bäume aber dennoch mit allen notwendigen Nährstoffen. Problematisch ist hier vor allem die richtige Dosierung, sodass es relativ schnell zu einer Überversorgung bzw. Überdüngung kommt, die dem Baum eher schadet als nützt.
Dünger für Laubbäume
Die gebräuchlichsten mineralischen Dünger für Laubbäume, vor allem für Obstbäume, sind Kalkammonsalpeter und Blaukorn. Diese Dünger werden dem Boden am besten in zwei Einzelgaben zugeführt. Dabei sind in der Regel 15 - 20 g des Düngers ausreichend. Etwas höher ist der Bedarf älterer Bäume. Hier sind Mengen von 50 - 60 g empfehlenswert.

Tipp: Wer sich für eine Mischung aus organischen und mineralischen Düngern entscheidet, sollte möglichst einen stickstoffbetonten Volldünger verwenden.

Nährstoffmangel erkennen

Anzeichen für einen Nährstoffmangel kann beispielsweise ein nachlassender Wuchs sein. Verlieren Blätter merklich an Farbe und hellen sich mehr und mehr auf, kann das auf eine Chlorose hinweisen. Ursache hierfür ist meist ein Mangel an mineralischen Nährstoffen wie Magnesium und Eisen. Es gibt aber auch Pflanzen, sogenannte Zeigerpflanzen, die auf einen vorliegenden Mangel hinweisen. Darunter u.a. die Brennnessel, deren Aufkommen auf sehr stickstoffreichen Böden besonders hoch ist. Dagegen können Ackerhohlzahn und Kamille Anzeichen für einen Stickstoffmangel sein.

Auf kalkarmen Böden fühlen sich Sauerklee, Schachtelhalm und Adlerfarn besonders wohl. Heidekraut, Wiesensauerampfer und Gänseblümchen lieben nährstoffarme Böden. Um sicherzugehen, ob ein Mangel oder ein Überschuss vorliegt, kommt man um eine entsprechende Bodenanalyse, die man idealerweise alle paar Jahre wiederholt, nicht herum.