In einem gepflegten Rasen hat Klee nichts zu suchen. Wenn jedoch ein Nährstoffmangel auftritt, kann sich das Unkraut ungehindert ausbreiten. Horndünger wirkt dem entgegen.

Klee im Rasen

Alle Kleearten wachsen dann im Rasen, wenn dem Gras so viele Nährstoffe fehlen, dass es sich gegen das Unkraut nicht mehr durchsetzen kann. Kleearten besitzen die Fähigkeit, über Knöllchenbakterien selbst Stickstoff zu produzieren, somit sind sie von einer Stickstoffdüngung unabhängig. Sie profitieren zusätzlich von den guten Standortbedingungen, da es auf Grünflächen meist sonnig und durch Bewässerung auch feucht ist.

Hinweis: Da Klee im Rasen auf einen Stickstoffmangel hinweist, können andere Nährstoffe trotzdem im Überfluss vorhanden sein.

Eigenschaften Hornmehl

Als Dünger für Grünflächen eignen sich Hornspäne aufgrund der folgenden Eigenschaften:

  • besteht aus dem Horn oder den Klauen von Schlachttieren
  • in unterschiedlicher Korngröße verfügbar
  • Stickstoffgehalt zwischen 12 bis 15 Prozent
  • unbegrenzt haltbar

Die Hornbestandteile werden im Boden von Kleinstlebewesen zersetzt, dabei wir Stickstoff freigesetzt, den wiederum die Pflanzen verbrauchen. Reste bleiben auf der Rasenfläche dabei keine zurück.

Horndünger Korngrößen

Horndünger: Hornmehl

[

Dr. Eugen LehleHornmehl, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0]

Den Naturdünger gibt es in unterschiedlichen Mahlgraden. Je nachdem sind nicht nur die Stückchen größer, es ändert sich auch die Wirkung. Je größer die Hornstücke, umso länger brauchen die Mikroorganismen im Boden, um sie zu zersetzen. Dem entsprechend setzt die Wirkung später ein, hält dafür aber länger.

Hornmehl

  • unter 1 mm Korngröße
  • schneller Wirkung
  • häufiger wiederholen
  • hält ein bis zwei Monate

Horngrieß

  • zwischen 1 und 5 mm Korngröße
  • Wirkung setzt verzögert ein
  • hält zwei bis drei Monate

Hornspäne

  • über 5 mm Korngröße
  • langsame
    Wirkung
  • länger anhaltend
  • bis zu vier Monate

Horndünger: Hornspäne

[Dr. Eugen LehleHornspäne, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0]

Tipps zur Verwendung

  1. Damit der Horndünger richtig wirken kann, ist ein gut gepflegter Boden Voraussetzung. Er muss humusreich und durchlüftet sein. Wenn Hornmehl im Frühjahr ausgebracht wird, die Rasenfläche vorher vertikutieren. Außerdem die Grünfläche bei Trockenheit bewässern, leicht feuchte aber nicht nasse Böden werden von den zersetzenden Mikroorganismen bevorzugt.

  2. Da Hornspäne ein reiner Stickstoffdünger sind, kann eine Bodenanalyse sinnvoll sein. Sie zeigt an, welche Nährstoffe fehlen und welche eventuell zu viel vorhanden sind. Für die Bodenanalyse ein Rasenstück ausstechen und beiseite legen. Etwas von der Erde darunter für die Probe entnehmen, danach mit neuer Erde auffüllen und Grassode wieder auflegen.

  3. Wenn die Bodenanalyse zu aufwändig ist, kann Kompost eine Alternative sein. Dieser ergänzt die eventuell fehlenden Nährstoffe, ohne das Gras zu belasten oder zu überdüngen.

  4. Der richtige Zeitpunkt ist im Frühjahr, wenn das Graswachstum beginnt und danach fortwährend in entsprechenden Abständen bis zum Spätsommer. Danach wird die Düngung eingestellt. Alternativ kann Horndünger jederzeit ausgebracht werden, sobald Unkräuter auf der Rasenfläche erscheinen.

  5. Normalerweise funktionieren Hornspäne dann besser, wenn sie in den Boden eingearbeitet werden. In Rasenflächen ist das etwas schwierig. Am besten wird der Dünger mit einem Rechen zwischen dem Gras verteilt und die Fläche anschließend bewässert. Dadurch kann besonders Hornmehl leichter in den Boden eindringen.

  6. Horndünger ist zwar ungiftig und schadet auch Haustieren nicht, trotzdem sollten bei der Arbeit Handschuhe getragen werden. Außerdem spielt die Windrichtung eine Rolle, da besonders Hornmehl so fein ist, dass es schnell eingeatmet wird.

    Hinweis: Frisst der Hund Hornspäne, ob nun aus dem Sack oder vom Beet bzw. aus dem Gras, schadet ihm das in der Regel nicht. Das ungewohnte Futter oder größere Mengen können jedoch zu Verdauungsstörungen führen.

  7. Die Aufwandmenge richtet sich nach den zu düngenden Pflanzen und liegt etwa zwischen 60 und 150 Gramm. Rasen benötigt sehr viele Nährstoff, um Klee zu verdrängen, deshalb wird sich an der Höchstmenge orientiert. Wobei mit Horndünger nicht überdüngt werden kann.

Vor- & Nachteile von Horndünger

Vorteile

  • leicht auszubringen, entweder per Hand oder mit Schaufel/Streuwagen
  • Langzeitwirkung, nächste Düngung erst in einigen Wochen
  • biologischer Naturdünger
  • führt nicht zu Verbrennungen an Pflanzenwurzeln, Nährstoffe werden erst umgewandelt
  • pH neutral, auch für Pflanzen geeignet, die saure Standorte bevorzugen
  • lange Haltbarkeit, Horndünger wird nicht schlecht, Verwendung noch nach Jahren möglich
  • kein Phosphat enthalten, entlastet Bereiche, die mit Phosphat überdüngt sind

Nachteile

  • reiner Stickstoffdünger, andere Nährstoffe müssen bei Bedarf zusätzlich verabreicht werden
  • feuchter Horndünger verklumpt schnell, trocken lagern
  • Feuchtigkeit führt dazu, dass Stickstoff vorzeitig freigesetzt wird
  • nicht vegan, Horndünger ist für eine vegane Lebensweise nicht geeignet
  • Staubbildung von Hornmehl, selbst bei keinem oder wenig Wind
  • unangenehmer Geruch des Düngers