Eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung fördert das Pflanzenwachstum und stärkt deren Abwehrkräfte, was sie widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen macht. Leider kann man gerade bei der Düngung vieles falsch machen, sei es bei der Wahl des richtigen Düngers, der Dosierung oder der Art wie man ihn verabreicht. Die Folgen können Nährstoffmangel oder Überdüngung sein. Um dem entgegenzuwirken, gibt es einiges zu beachten.

Ohne Nährstoffe kein Wachstum

Die Böden in Hausgärten sind nicht selten überdüngt, insbesondere mit Phosphor und Kalium. Verantwortlich dafür sind in der Regel die Hobbygärtner selbst, die einfach nach Gefühl düngen und nicht auf die richtige Dosierung achten. Der Nährstoffbedarf kann von Art zu Art deutlich variieren. Dabei hat die Bodenbeschaffenheit wesentlichen Einfluss auf die Wahl des richtigen Düngers und dessen Dosierung. Wie gut der Boden Nährstoffe aufnehmen kann, hängt vom pH-Wert ab, denn der bestimmt den Säuregehalt.

  • pH-Wert lässt sich mittels Teststreifen bestimmen
  • Alle vier bis fünf Jahre standardmäßig
    durchführen
  • Boden mit pH-Wert von unter sieben gilt als sauer
  • Wert über sieben ist alkalisch und genau sieben ist neutral
  • Stickstoff nur bei pH-Wert von 6,5 bis 8,5 von Pflanzen verwertbar
  • Kalium bei einem Wert von 6,5 und 7,5
  • Auf sauren Böden auf Stickstoff verzichten
  • Kaliumdüngung sollte auf besonders alkalischen Böden ausbleiben
  • Der pH-Wert von sauren Böden durch die Gabe von Kalk regulierbar
  • Zu alkalische Böden mit sauer wirkendem Substrat wie Moorbeeterde
  • Für die meisten Gartenpflanzen, ein pH-Wert von 5,5 bis 6,5 optimal

Hauptnährstoffe und deren Wirkung

Damit Pflanzen wachsen sowie Blüten und Früchte ausbilden können, benötigen sie Hauptnährstoffe (Makronährstoffe) und Spurennährstoffe (Mikronährstoffe). Spurenelemente werden in deutlich geringerem Maße benötigt. Die wichtigsten sind Eisen, Kupfer, Bor, Zink, Mangan und Molybdän. Zu den Hauptnährstoffen gehören Phosphor (P), Stickstoff (N), Kalium (K), Magnesium (Mg), Kalzium (Ca) und Schwefel (S).

  • Phosphor unterstützt Blüten-, Frucht- und Wurzelbildung
  • Stickstoff verantwortlich für das Wachstum
  • Kalium erhöht Widerstandskraft von Pflanzen und Früchten
  • Verbessert die Frostresistenz
  • Magnesium, wichtigster Bestandteil der Blattgrünbildung
  • Beeinflusst den Wasserhaushalt
  • Kalzium festigt Zellgewebe
  • Erhöht Widerstandsfähigkeit und neutralisiert saure Böden
  • Schwefel, bedeutsam für Chlorophyllhaushalt
  • Unterstützt effektive Nutzung des Stickstoffs

Düngerarten

Jede Pflanze hat unterschiedliche Bedürfnisse und die Bodenverhältnisse sind auch oft unterschiedlich, darum gibt es auch verschiedene Düngerarten die wir hier vorstellen wollen:

Organische

Brennnesseljauche als DüngerOrganische Düngemittel sind die ökologische Alternative zu mineralischen. Ihre Ausgangsstoffe sind entweder pflanzlicher oder tierischer Natur und deren Abbauprodukte demzufolge zu hundert Prozent natürlichen Ursprungs. Das können Hornspäne, Hornmehl, Brennnesseljauche, Mist, Rinder- und Pferdedung und Kompost sein. Im Gegensatz zu mineralischen, enthalten organische Düngemittel meist nur einzelne Hauptnährstoffe.

Vor- und Nachteile

  • Schutz, Förderung und Belebung von Bodenorganismen
  • Unterstützung der Humusbildung
  • Nährstoffe werden gleichmäßiger abgegeben
  • Natürlicher Langzeitdünger
  • Enthalten meist viele Spurenelemente
  • Gleichen Nährstoffverluste aus
  • Enthalten neben Hauptnährstoffen auch Mineralstoffe wie Mangan und Eisen
  • Risiko einer Überdüngung gering
  • Umweltfreundlicher und kostengünstiger als mineralische
  • Nachteilig, schwankende Verfügbarkeit im Boden
  • Verfügbarkeit von Temperatur und Feuchtigkeit abhängig

Tipp: Kompost ist einer der wertvollsten und vielseitig einsetzbaren, organischen Düngemittel.

Mineralische (anorganische)

Ausgangsstoffe eines mineralischen Düngers sind anorganische Stoffe. Vorwiegend handelt es sich um synthetisch hergestellte, wasserlösliche Salze. Spurenelemente werden zugesetzt. Im Handel werden sie

als Einzelnährstoff- oder Mehrstoffdünger angeboten. Sogenannte NPK- Dünger oder Volldünger (Universaldünger) enthalten die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium, wobei viele Volldünger auch Kalzium, Schwefel, Magnesium und Spurenelemente enthalten. Sie werden als Flüssigdünger, in Pulverform oder als Langzeitdünger angeboten.

Vor- und Nachteile

  • Für die Pflanzen direkt verfügbar
  • Sofortwirkung auf das Pflanzenwachstum
  • Bei Depotdüngern, Langzeiteffekte mit unterschiedlicher Wirkdauer
  • Anwenderfreundliche Anwendung
  • Flüssigdünger meist weniger ergiebig als in Pulverform
  • Nachteilig, ansteigender Salzgehalt im Boden
  • Gegebenenfalls Anreicherung von Schwermetallen
  • Hemmende Wirkung auf Bodenorganismen
  • Humusbildung wird vernachlässigt
  • Krümelige Bodenstruktur kann verloren gehen
  • Führt zu Krustenbildung

Organisch-mineralische

Eine Alternative zu rein organischen und mineralischen Düngern ist eine Mischung aus beiden. Dabei handelt es sich um organische Bestandteile, denen mineralische zugesetzt wurden. So können auch organisch-mineralische Dünger aus ausschließlich natürlichen Rohstoffen bestehen.

Vor- und Nachteile

  • Schnellere Freisetzung der Nährstoffe und schnelle Verfügbarkeit
  • Nährstoffkonzentration kann erhöht werden
  • Organische Bestandteile von festen Düngern können Bodenstruktur verbessern
  • Boden verbessernde Wirkungen bleiben bei Flüssigdüngern meist aus
  • Bei einigen Pflanzenarten, Ertragssteigerungen möglich

Spezialdünger

Blaukorn als DüngerSpezialdünger sind eine Kombination aus unterschiedlichen Nährstoffen, die auf die speziellen Bedürfnisse bestimmter Pflanzengruppen abgestimmt sind. Es gibt sie in fester und flüssiger Form. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Düngern für Grün- und Blühpflanzen sowie für Obst- und Gemüsepflanzen wie z.B. Tomaten-, Beeren- und Obstbaumdünger. Darüber hinaus gibt es Dünger, die nur bestimmte Nährstoffe enthalten, um beispielsweise Mangelerscheinungen zu beheben oder ihnen vorzubeugen wie z.B. Eisendünger.

Faustregeln beim Düngen

  • Beim Düngen am Nährstoffgehalt des Bodens orientieren
  • Weder über- noch unterdosieren
  • Nur während der Wachstumsphase düngen
  • Von Austriebsbeginn bis Triebabschluss
  • Nie auf trockenen Boden oder in sengender Sonne düngen
  • Idealerweise nach dem Gießen (außer bei Flüssigdüngern)
  • Benetzen der Blätter möglichst vermeiden (mit Ausnahme der Blattdüngung)
  • Besser öfter und schwach, als selten und hoch dosiert
  • In der Regel einmal wöchentlich
  • Nur in Ausnahmefällen öfter
  • Düngermenge im Frühherbst reduzieren
  • Im Spätherbst langsam einstellen
  • Während des Winters Düngepause einhalten

Richtig dosieren

Voraussetzung für eine gezielte und bedarfsgerechte Düngung ist der derzeitige Nährstoffgehalt des Bodens. Tendenziell wird im Garten eher zu viel als zu wenig gedüngt. Häufig ist der Boden stark überversorgt, insbesondere mit Phosphor, Stickstoff und Kalium. Düngt man Obst und Gemüse sollte man wissen, ob es sich um Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer handelt. Für Schwachzehrer wie z.B. Kräuter, Erbsen und Radieschen sind wenige Nährstoffe völlig ausreichend. Mittelzehrer wie Erdbeeren, Möhren und Kohlrabi benötigen schon etwas mehr. Den höchsten Bedarf haben Starkzehrer wie Gurken, Tomaten oder Kohl.

Tipp: Ein richtig dosierter Dünger versorgt die Pflanzen mit der richtigen Menge an Nährstoffen in einem ausgewogenen Verhältnis. Er führt dem Boden die Nährstoffe zu, die durch den Anbau und die Ernte von Pflanzen verloren gegangen sind.

Schäden durch Überdüngung

Generell sollte man beim Ausbringen von Düngern immer vorsichtig sein, insbesondere weil die vorhandene Nährstoffkonzentration im Boden sehr unterschiedlich sein kann. Die Angaben auf den Packungen der Hersteller orientieren sich meist an einem durchschnittlichen Gehalt.

  • Überdosierung von Gartendüngern betrifft vor allem den Hauptnährstoff Stickstoff
  • Überdüngung mit Phosphor, nur in extrem hohen Dosen
  • Bei Kalium, Magnesium und Kalzium, kaum zu
    befürchten
  • Nennenswerte Schäden in der Regel nicht zu befürchten
  • Zu viel Schwefel schädigt die Pflanze nicht direkt
  • Kann aber zur Versauerung des Bodens beitragen

Das bedeutet aber nicht, dass man gar nicht mehr düngen soll, denn oft enthalten Böden beispielsweise zu viel Stickstoff aber gleichzeitig zu wenig Kalium oder Magnesium. Für Abhilfe kann eigentlich nur eine Bodenanalyse sorgen, sie offenbart, ob ein Überschuss oder Mangel des einen oder anderen Nährstoffes vorliegt. Mit diesen Erkenntnissen düngt man bedarfsgerecht, unabhängig davon, ob organisch oder mineralisch. Ganz gleich, wie das Ergebnis der Bodenanalyse ausfällt, man sollte die Düngermengen stets im Auge behalten.

Tipp: Sollte der Boden erst einmal überdüngt sein, kann es hilfreich sein, den Boden über mehrere Tage gründlich zu wässern, um die Nährstoffe schneller aus der Erde zu spülen.

Sonderfall Stickstoff

Stickstoff ist für Pflanzen unentbehrlich, er ist maßgeblich an der Fotosynthese beteiligt. Von einer natürlichen Versorgung spricht man bei einem optimalen Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff im Boden. Erreichen lässt sich das u.a. mithilfe einer Gründüngung mit Wicken, Lupinen und Klee. Zu viel Stickstoff lässt Sprossen und Blätter weicher und die Pflanzen weniger widerstandsfähig werden. Der Großteil des Stickstoffs wird nicht von den Pflanzen aufgenommen, er landet im Grundwasser und kann zur Anreicherung von Nitrat in den Pflanzen führen.

Richtig düngenWie viel Stickstoff enthalten ist, zeigt sich an dem Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium (NPK) zueinander. Stickstoffarmer Dünger eignet sich vor allem für langsam wachsende Arten wie Kakteen und andere wasserspeichernde Pflanzen. Dazu zählt stickstoffarmer Kakteendünger ebenso wie Frischekompost, Rindenhumus und Kleedünger, der in der Regel frei von Kleesamen ist. Letzterer wird mit der Saat verteilt oder beim Pflanzen eingearbeitet. Er eignet sich für Haus- und Kleingärten sowie zur Balkonbepflanzung. Ganz ohne zusätzlichen Stickstoff kommen Bohnen und Erbsen aus. Sie leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die sie mit Stickstoff versorgen.