Buche Fagus HeckeAls heimische Laubbäume sind uns Buchen im Wald ein vertrauter Anblick. Ihr schnelles Wachstum, blickdichtes Blätterkleid und eine robuste Schnittverträglichkeit machen die langlebigen Gehölze als Hecke zu einem grünen Bollwerk gegen neugierige Blicke, Lärm und Schmutz. Im naturnahen Garten finden hier wild lebende Tiere einen geschützten Rückzugsort und mit den nahrhaften Bucheckern eine wertvolle Nahrungsquelle. Damit eine Buchenhecke die Erwartungen erfüllt, gilt der Rückschnitt als Dreh- und Angelpunkt im Pflegeprogramm. Diese Anleitung erläutert ausführlich und praxisbezogen, wann und wie Sie eine Buchenhecke richtig schneiden.

Der beste Zeitpunkt

Buchen streben auch als Heckenpflanzen permanent danach, sich zu einem majestätischen Baum zu entwickeln. Um die Gehölze von einem blickdichten und kompakten Leben als Sträucher zu überzeugen, sollten sie von Beginn an regelmäßig geschnitten werden. Warten Sie nicht, bis sie die erwünschte Höhe erreicht haben. Denn dann streben Buchen unermüdlich gen Himmel und vernachlässigen das Wachstum in die Breite mit einer dichten Verzweigung von der Basis aus. Ab einer Wuchshöhe von 80 bis 100 cm ist
daher ein Schnitt empfehlenswert, der mindestens einmal im Jahr auf dem Pflegeplan kommt. Mit Blick auf einen jährlichen Zuwachs von 30 bis 50 cm, darf die Schere auch mehrmals zum Einsatz kommen, damit das gepflegte Erscheinungsbild gewahrt bleibt.

Das Art-spezifische Wachstum einer Buche ist indes nicht das einzige Kriterium für den besten Zeitpunkt von Schnittmaßnahmen. Einbezogen werden fernerhin die lokalen Witterungsbedingungen sowie die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes. Alle Prämissen haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst, damit Sie Ihre Buchenhecke zum perfekten Termin schneiden:
  • Einmaliger Formschnitt: Ende Juni
  • Zweimaliger Formschnitt: Ende Mai und Ende August
  • Ausschließlich bei trockener und bedeckter Witterung ohne pralle Sonneneinstrahlung
  • Auslichten oder Verjüngungsschnitt: Januar/Februar an einem frostfreien Tag
  • Pflanzschnitt: unmittelbar nach der Pflanzung oder im Herbst des Pflanzjahres
Zwischen dem 1. März und 30. September dürfen zum Schutz brütender Vögel lediglich leichte Pflegeschnitte an Heckenpflanzen erfolgen. Das Bundesnaturschutzgesetz bedeutet in dieser Hinsicht keine Einschränkung für den fachgerechten Schnitt einer Buchenhecke, da inmitten der Vegetationsperiode ohnehin die harmonische Formgebung im Fokus steht. Tiefgreifende Eingriffe ins Wachstum, wie Auslichten von Totholz oder ein radikaler Verjüngungsschnitt sollten stets während der winterlichen Saftruhe stattfinden und gehen mit den gesetzlichen Regularien konform.

Vorbereitungsarbeiten

Je größer eine Buchenhecke, desto weniger lässt sich freihändig eine akkurate, gleichmäßige Optik realisieren. Verlassen Sie sich daher beim Formschnitt nicht auf Ihr Augenmaß, sondern greifen auf Orientierungshilfen zurück. Fernerhin darf die Sicherheit während der Arbeit nicht vernachlässigt werden. Die folgenden Vorbereitungsarbeiten sind empfehlenswert:
  • Die Buchenhecke untersuchen auf Brutstätten wild lebender Tiere
  • Nötigenfalls den Termin verschieben, bis Vögel oder andere Kleintiere ihr Brutgeschäft abgeschlossen haben
  • An den beiden Enden der Buchenhecke Holzpfosten in die Erde schlagen
  • Daran Schnüre spannen auf der Ebene der angestrebten Wuchshöhe
  • Schutzbrille, Handschuhe und langärmelige Kleidung anlegen
Sofern Sie eine manuelle Heckenschere verwenden, schärfen Sie die Klingen, um glatte Schnittflächen zu erzeugen. Für alle Schneidwerkzeuge ist eine sorgfältige Desinfizierung mit Alkohol unverzichtbar, damit sich über den Weg verunreinigter Schnittflächen keine Krankheitserreger oder Schädlinge in der Buchenhecke ausbreiten können.

Tipp: Sprühen Sie eine Buchenhecke vor dem Rückschnitt mit Wasser ein. Das reduziert den Stress für die Pflanzen, erleichtert die Schnittführung, schränkt Staubentwicklung ein und hält die Schere länger scharf.

Tipps für die perfekte Form

Buche Fagus HeckeDamit sich eine Buchenhecke gesund und dicht beblättert entwickelt, ist für spielerische Gestaltungsformen nicht viel Platz. Blätter können nur dort sprießen, wo ausreichend helle Lichtverhältnisse für die Fotosynthese herrschen. Perfekt geeignet für die Erfüllung dieser Prämisse ist die Trapezform. Eine breite Basis verjüngt sich sukzessive zu einer schmaleren Krone. Dank schräger Flächen an den breiten und schmalen Seiten gelangt genügend Licht ins Innere Ihrer Buchenhecke, was einer Verkahlung effektiv vorbeugt.

Können Sie an der Trapezform keinen Gefallen finden, kommt als Alternative ein Rechteck in Betracht. Eine Formgebung mit schmaler Basis und breiter Oberseite ist hingegen nicht geeignet für ein vitales Wachstum und dichtes Blätterkleid. Verleihen Sie Ihrer Buchenhecke diese Kontur, beschattet sie sich selbst, woraufhin die Triebe im unteren Teil die Blätter abwerfen und erheblich an Wuchskraft einbüßen.
Anleitung für den sommerlichen Formschnitt
Sind die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, verleihen Sie Ihrer Buchenhecke mit der folgenden Schnittführung die gewünschte Form:
  • Die Heckenschere von unten nach oben führen
  • Im ersten Schritt die vorderen und rückseitigen Flächen schneiden
  • Anschließend die schmaleren Seiten einkürzen
  • Im letzten Arbeitsschritt die Oberseite entlang der Orientierungshilfe glatt schneiden
Lassen Sie das Schnittgut auf der Oberseite der Buchenhecke bitte nicht liegen. Liegengebliebene Zweige werfen Schatten und behindern den frischen Austrieb. Am Boden harken Sie das Schnittgut zusammen und zerkleinern es idealerweise in einem Häcksler, um es auf dem Kompost zu entsorgen oder als Mulch zu nutzen.

Tipp: Beim Schneiden einer Buchenhecke mit der elektrischen Heckenschere gerät das Stromkabel im Eifer des Gefechtes in Vergessenheit. Damit Sie das Kabel nicht aus Versehen durchtrennen, legen Sie es einfach
über Ihre Schulter nach hinten.

Auslichten im Winter - So geht es

Ab dem vierten oder fünften Standjahr kann sich innerhalb einer Buchenhecke Totholz entwickeln, das vitale Zweige beschattet und behindert. Ebenso können schwache oder zu dicht platzierte Triebe die Vitalität der Sträucher beeinträchtigen. Während der laublosen Winterzeit ist daher ein guter Zeitpunkt, um die Hecke auszulichten. So machen Sie es richtig:
  • Abgestorbene Triebe über dem Boden kappen
  • Schwache, kümmerliche Seitentriebe vom Haupttrieb abschneiden
  • Von zu dicht nebeneinander stehenden Zweigen den älteren entfernen
  • Schwächliche Bodentriebe um die Hälfte einkürzen oder auf Astring verschneiden
Um in einer dicht verzweigten, breitbuschigen Buchenhecke an die betreffenden Triebe zu gelangen, ist eine spezielle Strauchschere hilfreich. Mit dem drehbaren Schneidkopf und weiter entfernt stehenden Griffen als bei herkömmlichen Astscheren, ist es problemlos möglich, zielsicher den Trieb mit den Klingen zu umfassen und abzuschneiden.

Anleitung für den Pflanzschnitt

Eine Buchenhecke aus Wurzelware anzupflanzen, reduziert den Kostenaufwand erheblich. Da bei der Entnahme in der Baumschule Wurzelmasse verloren ging, stellt ein Pflanzschnitt die Balance wieder her. Günstige Containerpflanzen kommen in der Regel mit lediglich 2 bis 3 Haupttrieben daher, was keine idealen Startbedingungen darstellt. Damit junge Buchen als Wurzel- oder Containerwarte gut anwachsen und vom Start weg üppig verzweigen, ist ein Pflanzschnitt ratsam.
Buche Fagus Hecke
Schneiden Sie noch im Pflanzjahr alle unverzweigten Triebe um ein Drittel bis die Hälfte ab. Idealerweise setzen Sie die Schere wenige Millimeter über einem schlafenden Auge an, um hier die Verzweigung anzuregen. An jungen Trieben sind schlafende Augen nicht immer leicht zu erkennen. Streichen Sie mit dem Finger über die Rinde, können die Blattknoten häufig als leichte Erhebung ertastet werden.

Anleitung für den Verjüngungsschnitt

Ohne einen jährlichen Rückschnitt überaltern Heckenpflanzen innerhalb von 5 bis 6 Jahren. Die einheimische Buche macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Es entwickeln sich überlange, verkahlte Triebe, die sich Richtung Boden biegen, sodass die Hecke allmählich auseinander fällt. Hat Ihre Buchenhecke ein solches Schicksal ereilt, ist dies kein Grund für eine Rodung. In jeder Buche ruht das Potenzial für eine Lebenszeit von 400 Jahren oder darüber hinaus. Mit einem radikalen Verjüngungsschnitt wecken Sie die Lebensgeister und bringen das Wachstum wieder in Schwung. So geht es:
  • Im Januar/Februar die Buchenhecke auf darin lebende Wildtiere untersuchen
  • Alle Äste zurückschneiden auf 30 cm Höhe
  • Totholz an der Basis abschneiden
Aus den verbliebenen Stöcken treiben die Buchen schon mit Beginn der nächsten Vegetationsperiode wieder aus. Ab einer Wuchshöhe von 80 cm setzt dann der hier empfohlene Rhythmus aus sommerlichem Formschnitt und winterlichem Auslichten ein. Um einen naturnahen Garten nicht einer kompletten Hecke zu berauben, können Sie den Verjüngungsschnitt auf 2 bis 3 Etappen verteilen. Diese erfolgen im Abstand von 12 Monaten jeweils im Spätwinter.

Wundverschluss nur in Ausnahmefällen

Ein fachmännischer Form- und Pflegeschnitt hinterlässt an Ihrer Buchenhecke keine größeren Schnittwunden, da lediglich der letztjährige Zuwachs verschnitten wird. Sofern Sie im Spätwinter alte Bodentriebe oder Totholz entfernen, entstehen mitunter großflächige Wunden. In früheren Jahren griff der besorgte Gärtner zu einem wasser- und luftdichten Wundverschluss, in der guten Absicht, den Heilungsprozess zu unterstützen.

Moderne Forschungsergebnisse zeigen auf, dass die Versiegelung von Schnittwunden an Gehölzen eher nachteilig ist für die Heilung. Die Selbstheilungskräfte der Pflanzen werden unter Einfluss der künstlichen Präparate erheblich behindert oder gar vollständig unterbunden. Mit ihrem zellteilungsfähigen Kambiumholz entlang der Wundränder streben die Pflanzen eine Überwallung der Schnittfläche an. Auf Wundverschluss wird daher in der modernen Gehölzpflege weitgehend verzichtet. Einzig nach einem Winterschnitt können die Wundränder dünn mit atmungsaktiver Baumpaste bestrichen werden, um das wertvolle Zellgewebe vor Frost und Trockenheit zu schützen, bis es im Frühling seine Aufgabe der Wundheilung erfüllen kann.

Richtig pflegen nach dem Rückschnitt

Buche Fagus HeckeJede etablierte, gute verwurzelte Buchenhecke ist ein Selbstversorger, der neben dem Rückschnitt kaum noch weiterer Pflege verlangt. Für eine Nährstoffzufuhr nach einem Schnitt sind die Heckenpflanzen dennoch dankbar. Nach dem Auslichten im Spätwinter sowie dem Formschnitt im Sommer düngen Sie daher mit reifem Kompost und Hornspänen. Verteilen Sie den organischen Dünger auf der Wurzelscheibe, harken ihn leicht ein und gießen nach.

Eine frisch gepflanzte Buchenhecke hat in den ersten Jahren mit Konkurrenz zu kämpfen in Form von Gras und Unkraut. Halten Sie daher bitte die Wurzelscheibe frei, indem Sie regelmäßig Jäten. Eine Mulchschicht aus Laub, Pinienrinden- oder herkömmlichem Rindenmulch unterdrückt das Wachstum von Unkraut effektiv. In späteren Jahren beschattet das Laubkleid den Boden so intensiv, dass hier kaum andere Pflanzen Fuß fassen können.

Fazit
Schneiden Sie Ihre Buchenhecke schon in jungen Jahren, verwandelt sie sich in eine blickdichte, grüne Wand vom Boden bis zur Krone. Bereits ein einziger Pflegeschnitt Ende Juni bewahrt ein gepflegtes Erscheinungsbild. Ein moderater Schnitt Ende Mai und Ende August hinterlässt eine dekorative Hecke, wie aus dem Ei gepellt, wenn Sie nach dieser Anleitung vorgehen. Die Trapezform garantiert für lichtdurchflutete Pflanzen, die nicht verkahlen können. Winterliches Auslichten leistet überdies einen wertvollen Beitrag für ein dichtes Blätterkleid und jugendliche Vitalität bis ins hohe Buchenalter. Ein Verjüngungsschnitt im Spätwinter auf Kniehöhe bringt an einer überalterten, vergreisten Buchenhecke das Wachstum wieder in Schwung.