Während die Säulenkirsche bei entsprechender Pflege und richtigem Schnitt schmackhafte Früchte hervorbringt, bleibt die Japanische Säulenkirsche gänzlich ohne Fruchtbehang. Sie ist eine reine Zierkirsche, die mit anfangs rosafarbenen und später ins Weiße übergehenden Blüten und einem auffälligen, gelb-orangefarbenen Herbstlaub beeindruckt. Gänzlich ohne Schnitt kommen jedoch beide Arten nicht aus.

Bester Zeitpunkt für den Rückschnitt

Säulenkirschen sind sehr wüchsige Pflanzen, die man regelmäßig schneiden sollte. Der richtige Zeitpunkt ist abhängig von Alter und Zustand der Pflanze sowie der Art des Schnittes. Darüber hinaus macht es einen Unterschied, ob es sich um eine fruchtende Säulenkirsche oder ein Ziergehölz handelt. Im Gegensatz zur fruchtenden Säulenkirsche, die auch stärkere Schnitte toleriert,
sollte man die Zierkirsche nur minimal schneiden.

Ein erster Erziehungsschnitt wird häufig schon in der Baumschule vorgenommen. Der Formschnitt, der dem Erhalt der Wuchsform dient, wird im Frühjahr und Herbst durchgeführt. Direkt nach der Ernte im Sommer folgt der Erhaltungsschnitt, der zur Bildung neuer Fruchttriebe beiträgt. Ein Verjüngungsschnitt ist nur alle paar Jahre im Spätsommer fällig, insbesondere an alten, länger vernachlässigten oder stark verkahlten Exemplaren.

Erziehungsschnitt - Anleitung

  • Erziehungsschnitt meist schon in der Baumschule erfolgt
  • Falls nicht, sollte er vor der Pflanzung vorgenommen werden
  • Dazu das Bäumchen um etwa ein Drittel einkürzen
  • Im nächsten Sommer kräftigen, endständigen Mitteltrieb als Stammverlängerung auswählen
  • Bei Zuwachs von mehr als 50 cm, Mitteltrieb noch im selben Jahr erneut schneiden
  • Sich bis August bildende Seitentriebe, die länger sind als 30 cm, zurückschneiden
  • Triebe auf 20 -30 cm kürzen
  • Mitteltrieb bleibt dabei unangetastet, um eine Verzweigung zu vermeiden
  • Rückschnitt führt zu dichterer aber kurzer Verzweigung
  • An Trieben entlang des Hauptstammes entwickelt sich das Fruchtholz
  • Konkurrenztriebe an Spitze des Leittriebes bis auf den Stärksten entfernen
  • Oder bis auf zwei Augen zurückschneiden
Säulenkirsche schneidenIntensive Schnittmaßnahmen sind bei diesem Gehölz ein Muss. Wird der Rückschnitt vernachlässigt, geht die pappel- bzw. säulenartige Form relativ schnell verloren und die Kirsche entwickelt sich mehr und mehr zu einem Busch. Soll die Pflanze komplett eintriebig erzogen werden, lässt man den stärksten Mitteltrieb stehen und entfernt sämtliche Seitenverzweigungen und Konkurrenztriebe an der Spitze des Haupttriebes. Junge und krautige Seitentriebe können etwa Ende Mai auch herausgerissen werden.

Tipp: Es kann sinnvoll sein, die Triebe nicht direkt am Stamm zu schneiden, denn durch entsprechende Seitenverzweigungen erhöht sich in der Regel der Fruchtertrag.

Vorgehensweise beim Formschnitt

Mit dem Formschnitt wird die Säulenkirsche 1 - 2 mal im Jahr in Form geschnitten. Für eine typische Säulenform wie, die des Säulenapfels reißt man sämtliche Konkurrenztriebe mit den Händen heraus. Seitentriebe werden direkt am
Mitteltrieb abgeschnitten und zu lange Fruchttriebe bzw. jene, die länger sind als 30 - 35 cm werden auf 20 - 25 cm zurückgeschnitten. Konkurrenztriebe am Haupttrieb werden wieder unmittelbar am Ansatz entfernt.

Soll die Form eher einer Pappel oder einem sehr schlanken Weihnachtsbaum ähneln, wie sie für die Säulenkirsche eigentlich charakteristischer ist, sollten die Steintriebe im unteren Bereich immer etwas länger sein als die übrigen. Dazu kürzt man die unteren Seitentriebe auf ca. 7-8 Knospen, Seitentriebe im mittleren Teil auf ca. 5-6 und im oberen Teil auf 2-4 Knospen ein.

Anleitung für einen Erhaltungsschnitt

  • Bester Zeitpunkt für den Erhaltungsschnitt ist nach der Ernte im Sommer
  • Dabei alle Seitentriebe auf 2 - 3 Knospen zurückschneiden
  • Daraus entwickeln sich noch in diesem Jahr fruchttragende Triebe
  • Zusätzlich alle kranken, schwachen, alten, zu dicht stehenden Triebe vom Baum schneiden
  • Auch stark verholzte und sich kreuzende Triebe entfernen
  • Gegebenenfalls auch den Leittrieb kürzen
Säulensteinobst wie die Säulenkirsche wächst nur bedingt säulenförmig aber dennoch deutlich schmaler als übliche Obstgehölze. Für eine gute Stabilität sollte sie nicht höher als 250 cm sein. Eine entsprechende Höhenbegrenzung erfolgt wie bei einem Säulenapfel. Man kürzt den Leittrieb auf die gewünschte Größe und leitet ihn auf einen kleinen Seitentrieb ab. Aus diesem Seitentrieb entwickelt sich ein neuer Leittrieb. Ist auch dieser zu hoch gewachsen, wird das Ganze wiederholt.

Tipp: Bei älteren Säulenkirschen sollte der Mitteltrieb möglichst nicht mehr gekürzt werden.

Einen Verjüngungsschnitt vornehmen

Altes und dickes Holz an Säulenkirschen, die länger nicht verschnitten wurden oder eine starke Verkahlung im unteren Bereich aufweisen, trägt keine Früchte. Allerdings ist eine Verkahlung im Alter normal, denn die Säulenkirsche zum Licht hin wächst. Um solche Pflanzen zu neuem Austrieb anzuregen und wieder in Form zu bringen, schneidet man altes Holz bis auf eine Länge von 10 - 15 cm zurück. Leicht eingekürzt wird auch immer mal wieder der Neuaustrieb, der sich im Frühjahr zeigt. Das führt zu einer besseren Verzweigung. Ein starker Rückschnitt hat den Nachteil, dass man erst mal auf Blüten verzichten muss.

Tipp: Stärkere Rückschnitte entsprechend dieser Anleitung bergen immer die Gefahr von Gummifluss und sollte deshalb zwischen Ende Februar und Anfang März, nach der Hauptfrostperiode erfolgen. Das betrifft die normale Säulenkirsche und die Ziersäulenkirsche gleichermaßen.

Worauf zu achten ist

Säulenkirsche schneidenFehler beim Schnitt in den ersten Jahren sind nur schwierig zu korrigieren. Mit einem Pflanz- oder Erziehungsschnitt ist es nicht getan. Dieses Obstgehölz kann man ein- oder mehrtriebig erziehen. Konkurrenztriebe zum Leittrieb sollten regelmäßig entfernt werden. Bei Schnittmaßnahmen sollten die Temperaturen keinesfalls unter dem Gefrierpunkt liegen, die Schnitte immer vertikal und unmittelbar am Ansatz gesetzt und größere Schnittwunden verschlossen werden.

Verblühte Blüten werden nicht entfernt, das
würde den Fruchtertrag schmälern. Anders sieht es aus, wenn die Blüten aufgrund einer Krankheit, der sogenannten Monilia-Spitzendürre welken. Dann sollten nicht nur die Blüten, sondern alle befallenen Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Säulenkirsche kein typisches Säulenobst

Die von Natur aus säulenartige Form findet man nur beim Säulenapfel. Er bildet direkt am Stamm Blüten und Früchte. Der schlanke Wuchs bei Kirschbäumen, die als Säulenobst angeboten werden, ist nur teilweise genetisch bedingt. Größtenteils ist ihr spezieller Wuchs das Ergebnis züchterischer Selektion.

Sie behalten ihre Form nicht dauerhaft bei, wachsen mehr nach oben mit einer stärkeren Spitzen- und Seitentriebförderung und benötigen wesentlich mehr Fürsorge als beispielsweise ein Säulenapfel. Dabei wachsen sie bis zu 400 cm in die Höhe und 150 cm in die Breite. Die Früchte wachsen hier nicht direkt am Stamm, sondern an den Ästen bzw. Seitenverzweigungen. Um ihre typische schlanke Wuchsform auszubilden und den Baum generell in Form zu halten, ist der erstmalige Erziehungsschnitt ebenso wichtig wie ein regelmäßiger Form- und Erhaltungsschnitt.

Japanische Säulenkirsche/ Ziersäulenkirsche

Die Japanische Säulenkirsche bzw. Ziersäulenkirsche ist ein reines Ziergehölz, sie trägt keine Früchte. Ihr Blühholz ist mehrere Jahre lang aktiv. Rückschnitte sollten möglichst gering ausfallen, dann wächst sie am schönsten. Stärkere Schnitte können die typische Wuchsform zerstören. Man entfernt lediglich kranke, beschädigte und störende Äste und Zweige. Zur Vermeidung von Gummifluss vorzugsweise zwischen Februar und März schneiden.