Wer einen Gartenteich besitzt, sollte dessen wichtigste Wasserwerte im Auge behalten, denn nur wenn die in Ordnung sind, kann das System Gartenteich richtig funktionieren. Die Wasserqualität hängt insbesondere von der Karbonathärte und dem pH-Wert, sprich dem Säuregrad des Wassers ab. Schwankungen dieser Werte können für Teichbewohner lebensbedrohlich werden. Folglich sollte die Bestimmung der wichtigsten Wasserparameter Hauptbestandteil in der Teichpflege sein.

Was beschreibt die Karbonathärte?

Teiche zählen zu den artenreichsten Biotopen, die zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. Für eine dauerhaft gute Wasserqualität ist die Karbonathärte eine wichtige Größe. Sie beschreibt die Konzentration von gelösten Mineralien, insbesondere Kalzium und Magnesium und ist ein wichtiger Wert für die Pufferkapazität des Teichwassers. Dabei geht es vor allem darum, wie gut das Gewässer Schwankungen des pH-Wertes abfangen
kann. Es macht keinen Unterschied, ob es sich dabei um einen reinen Garten- oder einen Koiteich handelt, denn Wasser verhält sich in beiden Teichtypen gleich.

Teiche tendieren nach einer gewissen Zeit zur Übersäuerung. Die Pufferwirkung der Karbonate kann diese Säuren aufnehmen und so einem Absinken des pH-Wertes, einem sogenannten Säuresturz, entgegenwirken. Übermäßiger Algenwuchs kann von einem Tag zum andern starken Schwankungen des pH-Wertes unterliegen, sodass Maßnahmen ergriffen werden müssen, ihn entsprechend zu erhöhen oder zu senken.

Angegeben wird der Karbonathärtewert (KH-Wert) in º dH (Grad deutscher Härte) und liegt im Idealfall zwischen 6º und 8º dH. Je höher der Wert, desto stabiler ist auch der pH-Wert des Wassers. Neben der Karbonathärte ist immer auch die Gesamthärte der im Teichwasser gelösten Mineralien ausschlaggebend. Denn ist die Gesamthärte zu weich, stagnieren die biologischen Prozesse im Teich. Deshalb sollte man immer beide Werte messen und dauerhaft im Auge behalten.

Karbonathärtewert im Teich senken

Fische im TeichGelangen viele gelöste Mineralstoffe ins Teichwasser, sei es durch verschiedenste Teichpflegemittel oder mineralstoffhaltiges Gestein, steigt der Karbonathärtewert (KH-Wert) im Wasser an. Allerdings nehmen unzählige Mikroorganismen im Wasser Mineralstoffe auf, sodass ein zu hoher KH-Wert im Teichwasser eher selten ist. Zu hoch ist dieser Wert, wenn er über 18 º dH liegt.

Ein damit verbundener zu hoher pH-Wert führt dazu, dass sich im Wasser enthaltenes Ammonium in gefährliches Ammoniak umwandeln kann. Um dem von vorneherein entgegenzuwirken, sollte man zum Befüllen eines Gartenteiches kein stark kalkhaltiges Leitungswasser verwenden, sondern vorzugsweise Brunnenwasser oder aufbereitetes Regenwasser. Sollte es tatsächlich erforderlich sein, den KH-Wert zu senken, bieten sich mehrere Möglichkeiten an:
  • Karbonathärte senken, indem man das Teichwasser enthärtet
  • Dazu dem Teich weiches Wasser zuführen
  • Einen teilweisen oder kompletten Wasserwechsel vornehmen
  • Länger anhaltende oder häufige Regenfälle können zu hohe Karbonatwerte ausgleichen
  • Reduzierung der Karbonathärte, führt zu gleichzeitiger Senkung des pH-Werts
  • Enthärten, auch durch den Einsatz starker UVC-Lampen möglich
  • UV-Licht macht das Wasser weich
  • Bei UVC-Lampen auf niedrige Wattzahl achten, um Stromkosten niedrig zu halten
  • Einsatz dieser Lampen nur bei Vorhandensein einer guten Filteranlage empfehlenswert
Gelegentlich wird empfohlen, Torf als Wasserenthärter zu verwenden, was in der Regel aber nicht sinnvoll ist, denn Torf gibt Säuren ins Wasser ab, senkt dadurch den pH-Wert und
täuscht somit eine tatsächliche Enthärtung nur vor. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte den Torf regelmäßig wechseln.

Tipp: Was man auf keinen Fall tun sollte, ist unaufbereitetes Regenwasser, beispielsweise aus der Dachrinne, in den Teich einzuleiten. Dabei würden Vogeldreck, Algen, Schadstoffe und vieles mehr in den Teich gespült, was wiederum das Gleichgewicht im Teich empfindlich stören kann.

Zu niedrigen KH- Wert erhöhen

Liegt die Karbonathärte exakt bei 5 º dH oder darunter, beispielsweise in neu angelegten oder stagnierenden Gewässern, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um diese schnellstmöglich zu erhöhen. Ist der Härtegrad zu niedrig, führt das zu Schwankungen des pH-Wertes, er wird instabil. Häufig sind dafür andauernde Regenfälle verantwortlich.

Ursächlich können auch lange nicht durchgeführte Wasserwechsel bzw. der komplette Verzicht darauf sein. Das hat zur Folge, dass der Härtegrad mit der Zeit mehr und mehr abnimmt. Ohne gelegentliche Wasserwechsel oder das Beibringen spezieller Produkte können dem Wasser keine Karbonate zugeführt werden. Karbonate können dem Wasser auf unterschiedliche Art und Weise zugeführt werden.
  • Erhöhung der Karbonathärte, bringt gleichzeitige Erhöhung des pH-Wertes mit sich
  • Grad der Erhöhung sollte pro Tag 1 º dH möglichst nicht überschreiten
  • Zum Aufhärten dem Wasser z.B. Muschelgruß zuführen
  • Auch bekannt aus der Aquaristik und besteht überwiegend aus Kalziumkarbonat (Kalk)
  • Muschelgruß in einen vorhandenen Bachlauf oder Mehrkammerfilter einbringen
  • Kalziumkarbonat härtet das Teichwasser langsam und kontinuierlich auf
  • Kalksteine in Bachläufen haben ähnlichen Effekt
  • Geringere Oberfläche der Steine kann Wasser nur langsam aufhärten
  • Auch Fachhandel bietet geeignete Mittel zum Einstellen der Karbonat- und Gesamthärte
  • Mit höherem Karbonathärtewert kann sich auch pH-Wert wieder stabilisieren
GartenteichIn einen Teich mit niedrigem KH-Wert sollte man möglichst kein Regenwasser einleiten. Es ist viel zu weich und würde die Wasserwerte eher verschlechtern. Das zeigt sich besonders in sehr regenreichen Jahren, in verstärktem Algenwuchs. Ein zu niedriger KH-Wert kann eine regelrechte Kettenreaktion auslösen, denn ist der pH-Wert zu niedrig, nimmt der Nitritanteil und damit die Toxizität im Wasser zu. Deshalb ist es besser, Brunnen- oder Leitungswasser einzuleiten, sofern der Karbonathärtewert tatsächlich zu niedrig ist.

Tipp: Einem drastischen Absinken der Karbonathärte kann man mit stabilisierenden Wasser-Aufbereitungsmitteln aus dem Fachhandel oder einem Wasserwechsel entgegenwirken.

Bedeutung der Karbonathärte im Teichwasser

Wie bereits erwähnt, ist die Karbonathärte im Teichwasser verantwortlich für einen stabilen pH-Wert. Dieser sollte im Idealfall zwischen 7,5 und 8,5 liegen. Je sauberer das Wasser im Teich ist, desto niedriger ist dieser Wert. Aber was bedeutet ein zu hoher oder zu niedriger Karbonathärtewert und wann ist er optimal eingestellt?

Kleiner als 5 ºdH
Liegt dieser Wert unter 5 ºdH, ist er zu niedrig. Dadurch kommt es zu Schwankungen beim pH-Wert, die Toxizität von Nitrit und Ammonium steigt an. Dieser Wert sollte auf mindestens 5 ºdH angehoben werden, was das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht stabilisiert.

Zwischen 5 und 14 ºdH
Bei Werten zwischen 5 und 14 ºdH ist der Härtegrad des Teichwassers optimal eingestellt, wobei ein Wert um 10 sehr gut ist. Der pH-Wert ist stabil und die natürliche Selbstreinigung des Teiches funktioniert, was auch die Teichpflege wesentlich erleichtert.

Größer als 14 ºdH
Eine Karbonathärte über 14 ºdH ist zu hoch, was in der Regel aber eher selten vorkommt. Unter einem zu hohen Wert leidet meist auch die Teichtechnik wie z.B. Teichpumpen. Durch Einleiten von Regen- oder Brunnenwasser kann man den Härtegrad senken.

Wasserwerte regelmäßig messen

Frosch im Algenteich - Algen im FroschteichDas Leben von Pflanzen und Tieren im Gartenteich hängt maßgeblich von der Wasserqualität ab. Gartenteiche sind in der Regel keine natürlichen Gewässer und benötigen entsprechende Pflege. Die Wasserwerte werden von unterschiedlichen Faktoren bestimmt, wie von anhaltenden Regenfällen, einem zu hohen Fischbesatz, zu intensiver oder falscher Fütterung, sowie falsch installierter Teichtechnik oder Wasserwechsel mit ungeeignetem Wasser.

Schon im Laufe eines Tages unterliegt das Wasser im Gartenteich entsprechenden Schwankungen. Durch Pflanzen, Algen und die natürliche Fotosynthese kann der pH-Wert abends eher hoch und morgens schon wieder deutlich niedriger sein. Durch starkes Algenwachstum nimmt die Karbonathärte fortwährend ab. Das lässt den pH-Wert instabil werden. Aus diesen Gründen ist eine regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte bzw. deren Stabilisierung, insbesondere die der Karbonathärte und der Gesamthärte für ein stabiles Milieu im Teich unerlässlich.

Um die Wasserwerte sicher und zuverlässig ermitteln zu können, bietet der Fachhandel entsprechende Wassertests an. Für schnelle Messungen der Wasserparameter zwischendurch gibt es spezielle Teststreifen bzw. Schnelltests, die innerhalb weniger Sekunden exakte Werte liefern. Für wöchentliche Messungen eignen sich auch sogenannte
Tröpfchentests.