Egal, ob nun See, Fischteich oder Bach - in der freien Natur sind Gewässer in der Lage, sich selbst zu reinigen. Bei einem Gartenteich hingegen muss der Mensch nachhelfen. Er ist viel zu klein, um sich von sich aus wieder regenerieren zu können. Außerdem kann Schmutz meist nicht abfließen. Folglich muss ein Filtersystem her, dass diese Aufgaben zuverlässig und effektiv übernimmt.

Prinzip

In jeden Gartenteich werden zwangsläufig auch Dinge eingetragen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Reste der Rasenmahd, Sand, Steine und Blätter von benachbarten Bäumen gehören da definitiv dazu. Abgestorbene Wasserpflanzen und die Hinterlassenschaften
von Fischen verunreinigen das Wasser zusätzlich. Unternimmt man nichts gegen diese Verschmutzungen, wird das Gewässer über kurz oder lang absterben. An einen Fischbesatz ist dann nicht mehr zu denken. Filter übernehmen genau diese Reinigungsaufgabe. Sie können entweder direkt im Teich verbaut sein oder sich außerhalb des Wassers befinden. Letztere funktionieren dann meist nach dem Prinzip der Schwerkraft - und zwar ganz einfach deswegen, weil das Wasser durch die einzelnen Filterkammern nicht gepumpt wird, sondern der Schwerkraft folgend von oben nach unten hindurchfließt.

Aufbau

Schwerkraftfilter - FiltermaterialienSo ein Schwerkraftfilter besteht aus mehreren einzelnen Kammern, die miteinander durch Leitungen verbunden sind. Jede dieser Kammern ist für eine ganz bestimmte Filter- bzw. Reinigungsleistung zuständig. Dabei geht es von einer Vor- oder Grobreinigung in der ersten Kammer hin zu einer Feinreinigung in der letzten Kammer. In der Regel arbeitet ein Schwerkraftfilter heute mit drei oder vier Filterkammern. Die Größe bzw. das Fassungsvermögen der Kammern ist abhängig von der Teichgröße. Es gilt: Umso größer der Teich, desto größer sollten auch die Kammern sein. Von der letzten Kammer aus fließt das gereinigte Wasser dann wieder zurück in den Teich.
Hinweis: Genaue Größenangaben sind zu den Kammern leider nicht möglich. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass sie eigentlich nicht zu groß sein können und durchaus großzügig ausgelegt sein dürfen.

Platzierung

Da sich die Filterkammern eines Schwerkraftfilters außerhalb des Teichs befinden, sollten sie in die Topografie des Gartens integriert werden. Meist wird man sie vergraben, sie können aber auch oberirdisch platziert sein, was jedoch häufig die Optik des Gartens stört. Sind sie nicht in die Erde eingelassen, wird in der Regel noch eine Pumpe benötigt, um das
Wasser vom tiefer liegenden Teich in die höher gelegenen Filter transportieren zu können. Beim Vergraben muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die oberen Ränder der Kammern auf der Höhe des Wasserspiegels oder etwas darunter befinden. Nur dann kommt es nämlich zu einem natürlichen Wasserfluss.

Material

Mittlerweile dürfte klar geworden sein, dass die Filterkammern die zentralen Elemente bei einem Schwerkraftfilter sind. In ihnen findet die eigentliche Reinigung des Wassers statt. Die Kammern können entweder gemauert werden oder aus Kunststoffwannen bestehen. Letztere erfordern natürlich deutlich weniger Aufwand. Entsprechende Wannen gibt es im Fachhandel. Es eignen sich aber auch aufgeschnittene Kanister, Regentonnen oder die sogenannten Intermediate Bulk Container (IBC).

Tipp: Da die Wannen vergraben werden, sollten sie unbedingt aus einem sehr robusten Kunststoff bestehen. Am besten eignet sich dafür High Density Polyethylen (HDPE).

Darüber hinaus benötigt man noch folgende Materialien:
  • Filtermaterialien
  • Rohr- oder Schlauchverbindungen
  • Dichtungsmaterial bzw. Dichtungen
  • Fittings
  • Montageteile
Die Filtermaterialien übernehmen die eigentliche Reinigungsleistung. Typischerweise werden für die Grobreinigung spezielle Bürsten genutzt, die in die Filterkammern gehängt werden. Für die Feinreinigung kommt dann Aktivkohle zum Einsatz. Am besten besorgt man sich die Filtermaterialien als Komplett-Sets im Fachhandel. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie auch in die jeweilige Kammern passen. Die Kammern und ihr Filterinhalt sollten deshalb immer zusammengekauft werden.

Anleitung

Hat man sich die nötigen Materialien besorgt, kann es an den Bau des Schwerkraftfilters gehen. Dabei geht man folgendermaßen vor:
  • Löcher oder einen durchgehenden Graben für die Filterwannen direkt neben dem Teich ausheben
  • die Wannen darin nach unten abfallend platzieren und durch Rohre oder Schläuche miteinander verbinden
  • mit einem Rohr eine Zuleitung vom Teich zur ersten Wanne anlegen
  • das Rohr sollte dabei rund 20 Zentimeter unterhalb des Teichwasserspiegels in die erste Wanne münden
  • dann eine Zuleitung von der letzten Wanne zurück in den Teich installieren
  • Filtermaterialien in die einzelnen Kammern einsetzen und Kammern abdecken
  • Graben wieder verschließen, dabei aber darauf achten, dass die Filterkammern zugänglich bleiben
Schwerkraftfilter - Funktion
Folgt man diesen prinzipiellen Schritten, wird der Schwerkraftfilter gewissermaßen automatisch arbeiten. Der natürliche Wasserdruck aus dem Teich sorgt dafür, dass das Wasser meist ohne Pumpe durch die einzelnen Kammern fließen kann. Auch die Rückführung in den Teich geschieht quasi von selbst. Je nach den topografischen Gegebenheiten im Garten kann es dennoch nötig sein, unter Umständen eine Pumpe dazwischen zu schalten. Beim Einbringen der Filtermaterialien muss unbedingt den jeweiligen Gebrauchs- bzw. Installationsanleitungen gefolgt werden. Je nach Hersteller können sich da erhebliche Unterschiede ergeben. Wichtig ist zudem darauf zu achten, dass die Filterkammern von oben zugänglich bleiben. Allerdings sollten sie nicht durchgängig offen, sondern verschlossen sein.

Betrieb

Das System ist damit fertig aufgebaut. Es kann sofort in Betrieb genommen werden. In der Regel wird es durchgängig arbeiten. Empfehlenswert ist dennoch, am Zulauf vom Teich zur ersten Kammer einen Hahn zu installieren. Auf diese Weise kann nämlich eine gewisse Steuerung erfolgen. Außerdem ist es meist notwendig, den Wasserzulauf zu stoppen, wenn die Filtermaterialien ersetzt und die Kammern gereinigt werden. Beides hängt vom Grad der Verschmutzung ab, sollte aber mindestens einmal pro Jahr erfolgen.