Unterwasserpflanzen sind die wichtigsten Pflanzen im Teich, weil sie dafür sorgen, dass das biologische Gleichgewicht im Teich erhalten bleibt. Vor manuellem "Teichputzen" bewahren Sie aber nur die Unterwasserpflanzen, die sich am Standort gut einfügen und nicht noch selbst zusätzliche Arbeit machen. Deshalb stellen wir nachfolgend die heimischen Unterwasserpflanzen vor, die sich natürlich (im doppelten Sinne) am besten in den Teich einfügen und am leichtesten zu pflegen sind:

Die heimischen Arten der Unterwasserpflanzen

Unterwasserpflanzen werden in jedem Teich dringend gebraucht: Sie verarbeiten all die überflüssigen Nährstoffe, die sich im Laufe der Zeit im Wasser und am Boden sammeln, fressen dabei den Algen im Teich so viel weg, dass diese sich nicht übermäßig vermehren können (und das Teichwasser dann in eine "trübe Suppe" verwandeln), und versorgen die im Teich lebenden Organismen (auch die Mikroorganismen, die in Teichen ohne Fische leben) mit Sauerstoff, bis in die Tiefe am Bodengrund – wenn all das nicht passiert, wird sich das biologische Gleichgewicht im Teich über kurz oder lang verabschieden.

Es gibt viele Unterwasserpflanzen, die all
diese Aufgaben erfüllen; aber die einheimischen Unterwasserpflanzen sind dazu auch noch pflegeleicht, wachsen problemlos an und machen im Winter keinen Ärger (wer einmal abgestorbene Pflanzen vom Teichgrund sammeln musste, möchte auf diese Erfahrung sicher in Zukunft verzichten). Starke Argumente für eine Reihe weitverbreiteter, aber auch seltener und gefährdeter heimischer Pflanzen, die auch nichts dafür können, dass sie nicht so bekannt sind wie Löwenzahn und Gänseblümchen und deshalb jetzt vorgestellt werden:

A bis N

Ähriges Tausendblatt, Myriophyllum spicatum
  • Wuchshöhe 30 - 100 cm Länge
  • Wassertiefe: 20 - 150 cm
  • robuste wüchsige
  • anpassungsfähige Reinigungspflanze
  • kann als größerer Bestand das Algenwachstum alleine regeln
Dickblättrige Wasserpest, Egeria densa
  • Wuchshöhe bis 1 m Länge
  • Wassertiefe 20 - 150 cm
  • sehr guter Sauerstoffspender
Ursprünglich in Brasilien und Argentinien beheimatet, aber heute weltweit eingebürgert und zumindest in Europa bislang unproblematisch, gibt auch unter einer Eisschicht Sauerstoff an das Teichwasser ab, attraktive Gesundheitspolizei für den Teich.

Durchwachsenes Laichkraut, Potamogeton perfoliatus
  • Wuchshöhe bis 2,5 m lang
  • Wassertiefe: 50 - 250 cm
  • schnellwüchsig
  • kann an optimalen Naturstandorten bis zu 6 m lang werden und zwar einfach zurück geschnitten werden
  • ist aber trotzdem nichts für Miniteiche
Froschkraut, Luronium natans
  • Wuchshöhe bis 5 cm
  • Wassertiefe: 10 - 40 cm
  • heimische Seltenheit
  • steht unter Naturschutz
  • am liebsten eher nährstoffarmes  Wasser
  • bevorzugt weiches Wasser
Glänzendes oder Spiegelndes Laichkraut, Potamogeton lucens
  • Wächst flutend
  • wurzelt aber unter Wasser
  • ausdauernde und sehr dekorative Sauerstoffpflanze
  • die ihre Blütenkolben zwecks Windbestäubung über die Wasseroberfläche streckt
Glattes Hornkraut, Ceratophyllum submersum
  • Wuchslänge bis zu 80 cm
  • Wassertiefe: 20 - 100 cm
  • geeignet für stehende Gewässer
  • kann als größerer Bestand das Algenwachstum alleine regeln
Krebsschere, Wasseraloe, Stratiotes aloides
  • Unter Naturschutz stehende Schwimmpflanze
  • die in tieferem Wasser frei treibend wächst
  • in Flachwasser im Boden wurzelt
Tolle Pflanze für nicht zu kleine Teiche mit kalkarmem sauberem Wasser; mit deren Ansiedlung Sie an der Rettung der vom Aussterben bedrohten Grünen Mosaikjungfer mitarbeiten, einer seltenen Großlibellenart, die nur auf Krebsscheren ihre Eier ablegt.

Nadelsimse, Eleocharis acicularis
  • Wuchshöhe 5 - 15 cm
  • Wassertiefe: 0 - 50 cm
  • wüchsig und anpassungsfähig
  • kann als größerer Bestand das Algenwachstum alleine regeln
Aquarium

Q bis W

Quellmoos, Fontinalis antipyretica
  • Wuchshöhe bis 30 cm Länge
  • Wassertiefe: 10 - 300 cm
  • anspruchsvolle
    Pflanze
  • die gerne in leichter Strömung
  • am liebsten in sauberem
  • nicht zu nährstoffreichem Teichwasser wächst
  • Weitverbreitet und wuchswillig
  • Unterwasserteppiche bildender Sauerstofflieferant
  • der übermäßige Algenvermehrung gut in den Griff bekommt
Quirliges Tausendblatt, Myriophyllum verticillatum
  • Wuchshöhe bis 2 m unter Wasser
  • Wassertiefe: 40 - 200 cm
  • mag weicheres Wasser
  • kann als größerer Bestand das Algenwachstum alleine regeln
Raues Hornkraut, Ceratophyllum demersum
  • Wuchslänge bis zu 2 m
  • Wassertiefe: 20 - 200 cm
  • ein Putzteufel für jeden Teich
  • der als größerer Bestand das Algenwachstum alleine regelt
Seekanne, Nymphoides peltata
  • Am Grund wurzelnde Tiefwasserpflanze
  • Wassertiefen von 20 - 60 cm
  • bis 150 cm Länge
  • flutende Stängel mit fast runden, dunkelgrünen Laubblättern
  • kleinen gelben Blüten auf der Wasseroberfläche schwimmen lässt
Seltene einheimische Teichpflanze unter Naturschutz, für sonnige, warme, nährstoffreiche Teiche, die manchmal etwas zögerlich anwächst, aber danach sehr wüchsig und ausbreitungsfreudig werden kann – die beliebte Zierpflanze ist deshalb leider eher nichts für kleine Gartenteiche.

Schwimmendes Laichkraut, Potamogeton natans
  • Länge bis 1,2 m
  • Wassertiefe: 20 - 120 cm
  • in der Tiefe wurzelnde Schwimmpflanze
Kleinstes heimisches Laichkraut, aber auch das sollte in kleinen Gartenteichen am besten in einen Korb gepflanzt werden.

Wasserfeder, Hottonia palustris
  • In der Tiefe wurzelnde Schwimmpflanze
  • die aus Wassertiefen von 10 bis 40 cm bis zur Oberfläche wächst
  • braucht aber einen Platz, an dem sie nicht von starker Konkurrenz bedrängt wird
  • steht unter Naturschutz
Wasserhahnenfuß, Ranunculus aquatilis
  • Wuchshöhe bis 5 cm über die Wasseroberfläche
  • Wassertiefen von 20 - 100 cm
  • Feinblättrige, wüchsige, wertvolle Wasserreinigungs-Pflanze
  • für etwas größere Gartenteiche
  • die nicht immer zuverlässig anwächst
  • sich in kalkarmem, sauberem Wasser besonders wohl fühlt

Wasserstern, Callitriche palustris
  • Wurzelt am Grund
  • wächst in Wassertiefen bis 50 cm bis zur Oberfläche
  • geeignet für naturnahe Teiche
  • die sie auch unter einer Eisdecke mit Sauerstoff versorgt
Tipp: Unterwasserpflanzen haben wichtige Aufgaben im Teich, die sie zum größten Teil unter Wasser ausführen und auch ausführen sollen; sie sind aber deshalb für das Design des Teichs nicht vollständig unerheblich. Denn auch die "Farben unter Wasser" wirken – es macht einen ziemlichen Unterschied, ob der Grund mit dichten, ganz hell grünen Fäden einer Dickblättrigen Wasserpest bewachsen ist oder ob die zarten, aufrechten Triebe eines Durchwachsenen Laichkrauts mit großen, länglichen Blättern an die Oberfläche durchschimmern.

Einkauf und besondere Pflegebedürfnisse

Echinodorus - SchwertpflanzeVon vielen dieser heimischen Teichpflanzen gibt es mehrere Arten oder Sorten, vor allem bei sehr kleinen Teichen kommt es sehr auf die Wuchshöhe und Wuchsgeschwindigkeit an, die also vor dem Kauf jeweils erkundet werden sollten. Wenn die jeweilige Art/Sorte für den Teich zu groß werden könnte, sollten Sie mit dieser Pflanze nur dann einen Versuch wagen, wenn sie in einen Pflanzkorb gesetzt und so leicht umgesetzt oder aus dem Teich entfernt werden kann.

Wenn sich eine dieser Pflanzen zum Winter hin etwas merkwürdig benimmt, ist das nicht unbedingt Grund zur Sorge, wenn Sie nicht aus Versehen einen asiatischen Import oder eine tropische Art einer einheimischen Teichpflanze erworben haben. Meist hilft aber schlichte Information über die Wachstumsabläufe:

Die Wasserpest z. B. bildet im Herbst meist Winterknospen, aus denen sie im Frühjahr neu austreibt; in milden Wintern überwintert aber auch manchmal die ganze Pflanze. Einige der frei treibenden Pflanzen wie die Krebsschere sinken im Herbst auf den Grund und bilden ebenfalls Winterknospen, sie tauchen im Frühjahr von selbst wieder auf. Wegen dieser Winterknospen sollten Sie Teichpflanzen ab August nicht
mehr umsetzen, sie sind nun schon mitten in der Produktion der Winterknospen und würden nicht mehr anwurzeln.

Wenn submerse Arten im Spätsommer dichte Polster aufgebaut haben, sollten die frei im Wasser wachsenden Bestände ausgedünnt werden, um dem "System Teich" vor dem Winter "einen guten Schwung" Biomasse und Nährstoffe zu entziehen.

So schnell wird der Teich zum Naturschutz-Biotop

Wenn die Unterwasserpflanzen gut gedeihen und Sie dann noch den Uferbereich mit einheimischen Sumpf- und Ufer-Pflanzen ausstatten, steigen Sie langsam zum Retter der Menschheit auf – was allerdings auch weniger langsam nötig ist, weil unsere Insektenbestände in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken sind. Die Pflanzen am Rande des Teichs erfreuen Wasser- und Landinsekten mit ihren Blättern und Blüten; und es gibt auch hier einige Pflanzen, die selbst gerettet werden müssen, weil sie bereits so selten geworden sind, dass sie unter Naturschutz stehen.

Wenn Sie nicht irgendeinen Uferbewuchs kaufen, sondern z. B. nach Breitblättrigem Wollgras (Eriophorum latifolium), Kriechendem Sellerie (Helosciadium repens), Pillenfarn (Pilularia globulifera), Strauß-Gilbweiderich (Lysimachia thyrsifolia), Sumpfgladiolen (Gladiolus palustris), Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Wiesenschwertlilien (Iris sibirica) und oder Zwergrohrkolben (Typha minima) suchen, schlagen Sie in Bezug auf den Naturschutz deshalb gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Tipp: Das biologische Gleichgewicht, zu dessen Erhaltung die Unterwasserpflanzen im Teich und die Pflanzen um den Teich beitragen, ist auch in Teichen wichtig, in denen nie ein einziger Fisch schwimmen soll. Wenn der Teichbesitzer selbst keine Tiere einsetzt, macht das einen Teich (der im Gegensatz zum "wassergefüllten Design-Objekt" ein Abbild eines natürlichen Gewässers in den Garten bringen soll) nämlich nicht viel "unbelebter" – lange vor jedem Fisch sorgen sich ja schon unzählbare Mengen von Mikroorganismen um die Lebensverhältnisse im Teich. Darüber hinaus retten die Wasserpflanzen auch im Teich ohne Fischbesatz regelmäßig auch größeren Tieren das Leben: Insektenlarven, Kaulquappen, Molche und weitere von selbst angesiedelte Lebewesen brauchen den dichten Pflanzenbestand im und am Teich dringend, weil sie sich sonst nicht vor Fressfeinden verstecken können.