Spargel ist eine der ältesten Kulturpflanzen, deren Anbau vor etwa 5.000 Jahren stattfand. Bis heute erfreuen sich Spargelstangen im Frühjahr großer Beliebtheit. Das gilt für weißes und grünes Gemüse gleichermaßen.

Steckbrief

  • wissenschaftlicher Name: Asparagus officinalis
  • weitere Bezeichnungen: Gemüsespargel oder Gemeiner Spargel
  • Herkunft: Süd- und Mitteleuropa, Vorderasien und Nordafrika
  • natürlicher Lebensraum: warme und gemäßigte Regionen, bevorzugt an Flussufern
  • Blütezeit: von Juni bis Juli
  • weit verbreitet Landsorten: 'Ruhm von Braunschweig' und 'Huchels Leistungsauslese'

Samen aussäen

Spargelsamen lassen sich ab März in Pflanzgefäßen aussäen, die Sie mit einer nährstoffarmen Anzuchterde gefüllt haben. Die einzelnen Samenkörner werden mit einem Abstand von acht bis zehn Zentimeter in Reihen ausgebracht und einen Zentimeter dick mit Erde bedeckt. Ab Mitte Mai dürfen die jungen Pflänzchen in einzelne Töpfe umziehen, in denen sie bis in die nächste Saison gepflegt werden. Da diese Methode den Pflegeaufwand erhöht, weichen viele Hobbygärtner auf den Kauf von vorgezogenen Jungpflanzen aus.

Gemüsespargel: Blüten

Standort wählen

Um die Pflanzengesundheit nicht zu gefährden, sollten Sie das Beet nicht im Vordergrund von Hecken oder direkt neben Sträuchern anlegen. Was den Feuchtigkeitsgehalt angeht, so legt Asparagus officinalis Wert auf Ausgeglichenheit. Die Erde sollte weder zu trocken noch zu feucht sein. Böden, die zu Staunässe neigen, sind zum Anbauen der Spargelpflanze ebenso wenig geeignet wie schattige Bereiche oder steinige Untergründe. Damit sich zarte Spargelstangen entwickeln, müssen

die Grundlagen stimmen. Diese Bedingungen erfordert der Spargel:

  • sonnige Lagen mit warmen Bedingungen
  • luftiger Platz auf der freien Fläche
  • frische Substrate mit lockerer Struktur
  • lehmiger Boden, der sandige Eigenschaften aufweist

Tipp: Der Anbau vom Grünspargel ist problemlos im Hochbeet möglich. Da Bleichspargel vor Licht geschützt werden muss und dickere Erdschichten benötigt, sollten Sie die Wände zusätzlich mit einem Holzrahmen erhöhen.

Spargelgraben ausheben

Der Herbst stellt die ideale Jahreszeit für diesen Arbeitsschritt dar, denn die anschließenden Maßnahmen bezüglich der Bodenverbesserung können bis zum Frühjahr ihre Wirkung optimal entfalten. Für die Anlage von größeren Beeten erweisen sich Pflanzschnüre als hilfreiches Mittel zur Markierung. Die Umrisse kleinerer Gräben lassen sich mit einem Spaten abzeichnen. Damit die Grabenwände stabiler sind und nach dem Ausheben nicht einfallen, sollten Sie das Substrat vor den Arbeiten leicht bewässern. Wie tief Sie die Pflanzgräben ausheben müssen, hängt von der gewünschten Färbung der Stangen ab. Das spätere Anpflanzen von Bleichspargel erfolgt in 25 Zentimeter Tiefe, währen grüner Spargel 15 Zentimeter tief wächst. Orientieren Sie sich an diesen Werten:

  • Graben benötigt eine Breite von 20 bis 30 cm
  • Tiefen bei Kompostverabreichung: 30 cm für Grünspargel, 40 cm für Bleichspargel
  • Tiefen bei Gründüngung: 15 Zentimeter für Grünspargel, 25 cm für Bleichspargel
  • auf Reihenabstand von einem Meter achten
  • Erde ausheben und Aushub neben den Gruben lagern

Hinweis: Wenn Sie den Untergrund durch Gründünger verbessern möchten, geschieht die Aussaat von tief wurzelnden Leguminosen wie Lupinen, Soja- oder

Buschbohnen vor dem Ausheben der Pflanzgräben. Die Wurzeln lockern das Substrat auf und durch das Umgraben verbleibt die Pflanzenmasse auf der Fläche, sodass sie zu Humus zersetzt wird.

Boden verbessern

Damit die Spargelpflanze ausreichend Nährstoffe im Gartenboden vorfindet, ist eine Einarbeitung von organischen Materialien wie gut ausgereifter Mist oder Kompost im Herbst empfehlenswert. Die biologischen Stoffe kommen direkt in die Pflanzgruben, sodass sich die Grabensohle erhöht. Wenn Sie in Ihrem Garten stickstoffbindende Pflanzen ausgesät haben, müssen Sie keine zusätzlichen Nährstoffe einbringen. Es reicht aus, wenn Sie die Sohle im Frühjahr gut umgraben und auflockern. So gehen Sie bei der Bodenverbesserung vor:

  • organische Masse zehn Zentimeter hoch in die Gräben verteilen
  • mit einer fünf Zentimeter dicken Erdschicht bedecken
  • als Alternative zu Kompost 200 Gramm Phosphor und Kalium je laufenden Meter untermischen

Rhizome einsetzen

Zwischen März und April erfolgt das Auspflanzen, bevor die Wurzelrhizome austreiben. Die Setzlinge bestehen aus einer Knospenanlage mit einer länglichen bis ovalen Form. Aus dieser Struktur wachsen später die Triebe, welche die Spargelstangen bilden. Beim Anpflanzen ist es wichtig, dass die Exemplare in der gleichen Ausrichtung in die Pflanzgräben gesetzt werden. Sollten die Anlagen bereits treiben, behandeln Sie die Wurzelballen mit Vorsicht. Auf diese Weise gewährleisten Sie eine optimale Ausgangssituation für ein uneingeschränktes Wachstum:

  • drei bis vier Pflanzen pro laufendem Meter
  • fleischiges Wurzelgeflecht spinnenartig auf der Grubensohle ausbreiten
  • Knospenanlagen aller Individuen in der gleichen Richtung auslegen
  • mit der Hand Erde auf den Wurzeln verteilen, damit diese in ihrer Lage bleiben
  • Graben bis etwa 10 cm unter dem Erdniveau auffüllen

Hinweis: Die Gräben bleiben halboffen, damit die Spargelpflanze zum Wachstum animiert wird. Sobald die Triebspitzen durch die Oberfläche stechen, füllen Sie etwas Erdaushub nach, bis der Graben am Ende des Jahres aufgefüllt ist.

Spargel selber pflanzen

Pflanzengesundheit fördern

Damit jede einzelne Spargelpflanze anwurzelt und gesund wächst, ist die richtige Pflege von großer Bedeutung. Nach dem Anpflanzen ist ein Angießen je nach Ausgangsbedingungen empfehlenswert. Oft ist der Boden zu dieser Jahreszeit ausreichend feucht, sodass Sie nicht zusätzlich gießen müssen. Das Aufkommen von Unkräutern ist das Hauptproblem für den Spargel, denn Wurzelunkräuter wie Gräser hemmen das

Wachstum, während Samenunkräuter wie Gänsefuß die Lichtbedingungen verschlechtern. So pflegen Sie im ersten Jahr:

  • eine Handvoll organischen Gemüsedünger auf zwei laufenden Metern in die Erdoberfläche einarbeiten
  • regelmäßig unerwünschte Beikräuter auszupfen
  • Beet mit vollständig verrottetem Kompost oder Herbstlaub mulchen
  • Fläche in Trockenphasen bewässern, sodass Substrat gleichmäßig feucht bleibt

Tipp: Wenn Sie das Mulchmaterial vor dem Ausbringen sieben, können Sie das feine Endergebnis dünner und gleichmäßiger auf dem Gartenbeet verteilen.

Winterkraut abschneiden

Ab Anfang September zieht die Pflanze ihre Energie aus den oberirdischen Pflanzenteilen und lagert diese in die Wurzelrhizome, damit diese im nächsten Frühling mit neuer Kraft austreiben. Im Oktober setzt sich die Gelbfärbung fort, bis das Kraut schließlich vollständig braun erscheint. Zwischen Mitte November und Anfang Dezember ist das Laub abgestorben, was Sie auch an den hohlen Pflanzenstängeln erkennen. Wenn Sie die Pflanzen zu früh abkappen, reduzieren sich die Ernteerträge. Schneiden Sie dieses direkt über der Bodenoberfläche ab.

Folgesaison vorbereiten

Um den neuen Austrieb zu fördern, ist eine vorsichtige Bodenbearbeitung der obersten Erdschicht empfehlenswert. Ein behutsames Vorgehen sorgt dafür, dass Sie die Spargelspitzen nicht beschädigen. Der Fokus liegt weiterhin auf dem Unkrautjäten, damit Winden, Quecken und Disteln die Ernte nicht beeinträchtigen.

Das ist die richtige Vorgehensweise:

  • Oberfläche leicht mit einer Harke auflockern
  • im April ein Vlies als Schutz vor Spätfrösten ausbreiten
  • im März Startdünger für Gemüse verabreichen
  • anschließend Mulchschicht erneuern

Erddamm anlegen

Wenn Sie Bleichspargel ernten möchten, können Sie den vorhergehenden Schritt ein wenig abwandeln. Nach der oberflächlichen Bodenbearbeitung heben Sie den Boden rechts- und linksseitig der Pflanzreihen aus und häufeln die Erde zu einem Damm über den Pflanzen an. Dieser sollte etwa 20 Zentimeter hoch sein, sodass die Spargeltriebe etwa 30 Zentimeter dick vom Substrat bedeckt sind. Auf diese Weise fördern Sie eine optimale Stangenlänge.

Spargel: Samen gewinnen

Begradigen Sie die Krone des Damms und breiten Sie eine schwarze Spargelfolie über die Reihen aus. Sie sorgt dafür, dass sich der Boden optimal erwärmt und die erste Ernte bald beginnen kann. Die Bodenerwärmung erfolgt beim Anbau im Hochbeet schneller als im Garten, sodass Sie bei dieser Kultivierung auf Folie verzichten können.