Verlockende, cremig-gelbe Süßmais-Kolben sind dem Speiseplan des Hausgärtners vorbehalten. Nur pflückfrisch versprechen die vitaminreichen Maiskörner knackig-süßen Gaumenkitzel, den andere Sorten nicht zu bieten haben. Weitere Vorzüge sprechen für den Anbau von Zuckermais im privaten Nutzgarten. Seine genügsamen Ansprüche meistert auch der Einsteiger in die Hobbygärtnerei. Nicht zu vergessen die praktische Funktion der majestätischen Süßgras-Pflanze als Windschutz oder natürliche Rankhilfe für kletternde Gemüsepflanzen. Wie Sie Süßmais von der Aussaat bis zur Ernte richtig kultivieren, konkretisiert diese Anleitung praxisnah und detailliert.

Aussaat hinter Glas - so geht es

Für Gärten außerhalb der Winterhärtezonen Z7 und Z8 ist die Vegetationsperiode zu knapp bemessen für eine 100 Tage lange Kulturzeit von Zuckermais. Befindet sich Ihr Garten nicht am wintermilden Niederrhein oder in einem Weinanbaugebiet, empfehlen wir die Anzucht auf der Fensterbank. Vorgezogene Jungpflanzen kommen mit einem veritablen Wachstumsvorsprung ins Beet, sodass der kurze Sommer ausreicht für das Wachstum reifer Süßmais-Kolben. Fernerhin gehen Sie der ausgeprägten Konkurrenz-Empfindlichkeit gegen Unkraut aus dem Weg, die im Zwei- bis Sechsblatt-Stadium nach einer Direktaussaat besteht. Der Ablauf für die Aussaat von
Samen birgt keine gärtnerischen Stolpersteine. So gehen Sie richtig vor:
  • Bester Zeitpunkt: Mitte Februar bis Anfang März
  • Saaterde oder mit Sand abgemagerte Gemüseerde in Anzuchttöpfe füllen
  • In jeden Topf ein Maiskorn etwa 3 cm tief einsetzen
  • Das Substrat andrücken und mit weichem Wasser besprühen
Am halbschattigen Fensterplatz nimmt die Keimung bei durchschnittlichen 15 Grad Celsius zwischen 12 und 14 Tagen in Anspruch. Schneller geht es bei 20 Grad Celsius innerhalb von 7 Tagen und bei angenehmen 25 Grad Celsius nach 3 bis 4 Tagen. Bedecken Sie jedes Anzuchtgefäß mit Glas oder Klarsichtfolie, damit sich darunter ein feucht-warmes Mikroklima bildet, wie es die Samen aus ihren Heimatregionen in Süd- und Mittelamerika gewohnt sind.

Standort

Ein sonniger, warmer Standort mit einem sandig-lehmigen, tiefgründigen und nährstoffreichen Boden ist ideal für den Anbau von Zuckermais. Frisch bis feucht sollte die Erde sein, denn Trockenstress vertragen die tropischen Getreidepflanzen nicht. Damit die monumentalen Halme mit ihren großen Blättern andere Gartenpflanzen nicht beschatten, empfehlen wir einen Platz am Nordrand des Nutzgartens. In ländlichen Regionen halten Sie bitte zu Feldern mit Futtermais einen Abstand ein von mindestens 500 Metern. Andernfalls kann eine unerwünschte Fremdbestäubung nicht ausgeschlossen werden.

Tipp: Vergesellschaftet mit Stangenbohnen, übernimmt Zuckermais die Funktion einer natürlichen Kletterhilfe. Damit junger Mais von den schnellwüchsigen Bohnenpflanzen nicht erwürgt wird, sollte er auf der Fensterbank vorgezogen und nicht zeitlich mit Bohnen direkt im Beet ausgesät werden.

Bodenvorbereitung

MaisAls Starkzehrer ist Zuckermais auf einen hohen Gehalt an Nährstoffen im Erdreich angewiesen. Im ökologisch bewirtschafteten Gartenboden stellen Sie im Rahmen einer Bodenvorbereitung im Herbst sicher, dass diese wichtige Prämisse für den ertragreichen Anbau erfüllt wird. Organische Dünger, wie Kompost, Pferdedung, Guano oder Rindenhumus müssen zunächst durch Bodenorganismen verarbeitet werden, bevor sie für Maispflanzen verfügbar sind. Da dieser Prozess längere Zeit in Anspruch nimmt, sind im Arbeitsplan die Monate September bis November reserviert, um folgende Vorkehrungen für den Maisanbau zu treffen:
  • Erntereste, Unkraut, Steine und Wurzeln vom Beet entfernen
  • Die Erde mit dem Spaten umgraben und harken
  • Je Quadratmeter 3 bis 5 Liter reifen Kompost sowie 70 bis 100 Gramm Hornspäne ausstreuen
  • Die organischen Dünger leicht in die Oberfläche einarbeiten und beregnen
Als Ergänzung oder Alternative empfehlen wir eine Gründüngung mit Leguminosen. Klee, Wicken, Erbsen oder Lupinen reichern den Boden zusätzlich an mit wertvollem Stickstoff für Zuckermais. Darüber hinaus unterdrückt eine Gründüngung lästiges Unkraut, beugt Erosion und Verschlämmung nach Niederschlägen vor. Da die Pflanzen im Frühjahr gemäht und in den Boden eingearbeitet werden, führen Sie auf diese Weise Ihrem Gartenboden wertvolle Biomasse zu.

Die beste Pflanzzeit

Für vorgezogene Zuckermais-Pflanzen sollte am Pflanztag mildes Frühlingswetter im Garten Einzug gehalten haben. Bei normalem Witterungsverlauf ist dies zwischen Mitte und Ende Mai der Fall, wenn keine verspäteten Bodenfröste mehr zu erwarten sind. Sofern Sie mit Vlies und Folie entsprechende Schutzmaßnahmen gegen Kälte treffen, öffnet sich das Zeitfenster für die Pflanzung Ende April bis Anfang Mai.

Tipp: Junger Zuckermais aus dem Gewächshaus oder von der Fensterbank ist anfällig für Sonnenbrand. Indem sich vorgezogener Süßmais für 8 bis 10 Tage vor dem Pflanztermin akklimatisiert, beugen Sie Blattschäden wirksam vor. Zu diesem Zweck dürfen sich die Pflanzen tagsüber auf dem Balkon am halbschattigen Standort an das Freiland und den Sonnenschein gewöhnen.

Pflanz-Anleitung - so machen Sie es richtig

Ein milder, trockener Tag nach den Eisheiligen wird im Terminplan vorgemerkt für die Pflanzung fertig gekaufter oder selbst vorgezogener Maispflanzen. Bevor Sie die Beeterde jäten und harken, stellen Sie die eingetopften Wurzelballen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So pflanzen Sie Zuckermais vorbildlich:
  • Im Abstand von 30 bis 40 cm Pflanzgruben ausheben mit der doppelten Größe des Wurzelballens
  • Bei einer Reihenpflanzung einen Abstand von 80 cm einhalten
  • Den Aushub anreichern mit Hornspänen, Guanogranulat, kompostiertem Pferdedung oder reifem Kompost
  • Wassergetränkte Wurzelballen austopfen und mittig einpflanzen
Richten Sie die Wurzelscheibe bitte so aus, dass sie sich am Ende knapp unter der Bodenoberfläche befindet. Drücken Sie die Erde mit den Händen fest und gießen an. Eine Mulchschicht aus Brennnesselblättern hält den Boden länger feucht und gibt zusätzlich natürlichen Stickstoff ab.

Tipp: Experten plädieren für den Anbau von Süßmais in Form eines Karrées. Statt in einer oder mehreren langen Reihen, setzen Sie die Pflanzen in kurzen Reihen in die Erde. Auf diese Weise optimieren Sie die
Bestäubung, da alle Mais-Sorten als windblütige Pflanzen gedeihen.

Direktaussaat - so klappt es in milden Regionen

MaisFehlt es an Platz- und Zeitkapazitäten für die Aussaat hinter Glas, steht Hausgärtnern in wintermilden Gebieten die Option der Direktaussaat als Alternative zur Verfügung. Die Hinweise zur Bodenvorbereitung im Vorjahr haben auch in diesem Fall Gültigkeit. So machen Sie es richtig:
  • Geeigneter Saattermin: Ende Mai bis spätestens Mitte Juni
  • Das Beet jäten und wiederholt harken, um eine feine Krume zu erzeugen
  • Saat-Rillen ziehen mit 4 bis 5 cm Tiefe im Reihenabstand von 80 cm
  • Samenkörner im Abstand von 30 bis 40 cm in die Furchen legen
  • Die Saat-Rillen verschließen, das Substrat andrücken und beregnen
Zum Schutz vor pickenden Vögeln und gefräßigen Schädlingen bedecken Sie das Saatbeet bitte mit einem Schutznetz oder transparentem Vlies. Da mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent zu rechnen ist, können Sie die Samenkörner in einem Abstand von 10 cm in die Erde legen. Nach dem Auflaufen werden die schwächsten Keimlinge ausgedünnt, sodass der richtige Pflanzabstand für adulte Zuckermais-Pflanzen von 30 bis 40 cm gewahrt bleibt.

Tipp: Für die Direktaussaat im mitteleuropäischen Klima kommen einzig frühe bis mittelfrühe Sorten infrage, wie Sweet Nugget oder Golden Super Sweet. Für später reifenden Süßmais reicht selbst die längere Saison in den Winterhärtezonen Z8 und Z7 in der Regel nicht aus.

Gießen und Düngen - darauf sollten Sie achten

Eine konstante Bodenfeuchte ohne Staunässe ist vorteilhaft für ein vitales Wachstum, üppige Blüten und reiche Ernte. Je mehr eine Zuckermais-Pflanze an Volumen zunimmt, desto weniger dringt Regenwasser bis zum Boden durch. Kontrollieren Sie daher im Hochsommer täglich den aktuellen Wasserbedarf. Drücken Sie den Daumen ins Erdreich. Treffen Sie erst nach etwa 3 cm auf Feuchtigkeit, gießen Sie unmittelbar auf die Wurzelscheibe.

Die empfohlene Bodenvorbereitung liefert die nötigen Nährstoffe für die Startphase nach der Pflanzung. Für eine lückenlose Versorgung mit Stickstoff, Kalium, Phosphor und Spurenelementen düngen Sie bitte alle 2 bis 3 Wochen mit Kompost nach. Idealerweise düngen Sie zusätzlich mit Brennnesseljauche, die Sie mit Wasser im Verhältnis 1 : 10 verdünnen.

Um Süßmais organisch zu düngen, ist Kompost aus eigener Herstellung nicht die einzige Option. Wenn im Garten keine Möglichkeit besteht, um einen Komposthaufen anzulegen, greifen Sie auf Fertig-Kompost aus dem Handel zurück. Alternativ fördern Sie das Wachstum und die Ertragskraft von Zuckermais mit Hornspänen, Rindenhumus oder einem Bio-Gemüsedünger mit Schafwolle.

Anhäufeln optimiert die Produktivität

MaisRecken sich adulte Pflanzen bis 3 Meter gen Himmel, sehen wir Zuckermais seine Konkurrenzschwäche gegenüber Unkraut im frühen Stadium nicht mehr an. In der Tat sind Jungpflanzen im 2- bis 6-Blatt-Stadium permanent bedroht, im Kampf um Licht und Nährstoffe gegenüber Unkraut den Kürzeren zu ziehen. Regelmäßiges Anhäufeln stärkt die Wuchskraft und Produktivität.
So geht es:
  • Ab einer Wuchshöhe von 30 cm Zuckermais alle 1 bis 2 Wochen anhäufeln
  • Mit den Händen oder einem Hand-Häufel-Pflug die Erde bis an den Hauptstängel heranziehen
Kontinuierliches Anhäufeln unterdrückt Unkraut wirksam. Indem Sie weiterhin mulchen mit Laub, Kompost oder Rasenschnitt, reduziert sich der Arbeitsaufwand für lästiges Jäten auf ein Minimum.

Netze halten ungebetene Gäste fern

Für die Vögel in Ihrem Garten stehen Maiskörner ganz oben auf der Speisekarte. Im Sommer und Spätsommer machen sich die gefiederten Freunde über die Kolben her und ziehen die Hüllblätter ab, um an die ersehnte Beute zu gelangen. Die ungebetenen Gäste werden an dem Mundraub gehindert, indem Sie den Kolben Mandarinennetze überstülpen oder dünne Baumwollbeutel. Die Naturfreunde unter den Hausgärtnern lassen einige Kolben stehen, um die geflügelten Nützlinge am Maisgenuss teilhaben zu lassen und ihnen den weiteren Aufenthalt im Garten schmackhaft zu machen.

Süßmais richtig ernten - Tipps rund um die Erntezeit

Das Erfolgsgeheimnis für die Ernte von Zuckermais zum idealen Zeitpunkt lautet Milchreife. Mit diesem Terminus bezeichnen Gärtner ausgewachsene, goldgelbe Maiskörner, die im Inneren schön weich und milchig-weiß sind. Als optisches Indiz haben sich die Kolbenfäden dunkel gefärbt. Kratzen Sie einige Körner vom Kolben ab, um die Milchreife zu überprüfen. Gegebenenfalls warten Sie noch einige Tage ab, wenn das Test-Ergebnis nicht zufriedenstellend ist. Gepflückte, unreife Maiskolben reifen nicht nach.

Erfahrungsgemäß beginnt die Erntezeit im August/September. Haben Sie die Erntereife festgestellt, drehen oder schneiden Sie die Kolben mit der Hand vom Stiel. Die störenden Narbenfäden und Hüllblätter können anschließend abgezogen werden. Um Zuckermais in Premium-Qualität zu genießen, lassen Sie zwischen Ernte und Verzehr bitte nicht mehr als 8 Stunden verstreichen.

Sollte sich die Erntereife infolge schlechter Witterung hinauszögern bis Oktober, entfernen Sie bitte die angehäufelte Erde von der Wurzelscheibe.
Die Stängel und Blätter eignen sich ausgezeichnet als Mulchmaterial. Schneiden Sie die abgeernteten Pflanzen bodennah ab und zerkleinern sie im Gartenhäcksler. Alternativ lassen Sie die Reste im Beet trocknen, um sie anschließend zu kompostieren.

Fazit
Diese Anleitung lässt keine Zweifel daran, dass sich der Anbau von Zuckermais im Gemüsebeet in vielerlei Hinsicht lohnt. Um in den Genuss pflückfrischer, gold-gelber Süßmais-Kolben zu kommen, nimmt der Anbau seinen Anfang bereits im Herbst mit einer organischen Bodenvorbereitung. Die Aussaat auf der Fensterbank ab Februar bringt kräftige Jungpflanzen hervor, die ab Mitte Mai ihr Wachstum im Beet rasant fortsetzen. Ein sonniger, nährstoffreicher Standort am Nordrand des Gartens stellt die Weichen für eine Ernte in Premium-Qualität. Die Pflegeansprüche beschränken sich auf Gießen bei Trockenheit und Düngen mit Kompost. Anhäufeln im 2-Wochentakt unterdrückt lästiges Unkraut und fördert die Produktivität. Hält sich das Sommerwetter an die Regeln, beginnt im August/September die ersehnte Erntezeit milchreifer, verführerischer Zuckermais-Kolben.