Gründe zur Anschaffung oder zum Bau eines Hochbeetes gibt es viele, sei es aus Platzgründen, wegen ungünstiger Bodenverhältnisse, zur sinnvollen Verwertung von Gartenabfällen oder aus rückenschonenden Gründen. Ein weiterer Vorteil dieser Form des Gemüseanbaus ist die deutlich schnellere Erwärmung des Bodens, sodass zeitiger gepflanzt und geerntet werden kann. Um dem allen gerecht zu werden und optimale Erträge erzielen zu können, gilt es beim Bau eines Hochbeetes Einiges zu beachten. Dabei kommt der Folie eine ganz besondere Bedeutung zu.

Folie für die Langlebigkeit von Hochbeeten

Ein Hochbeet sollte möglichst immer in Nord-Süd-Ausrichtung aufgestellt werden, so kann das Sonnenlicht optimal ausgenutzt werden. Voraussetzung für bestmögliches Gedeihen ist das Klima im Hochbeet, das im Idealfall immer leicht feucht ist. Es sollte nicht zu viel Feuchtigkeit entweichen können oder die Erde sogar austrocknen. Eben diese Feuchtigkeit kann bei unsachgemäßem Aufbau die jeweilige Ummantelung schädigen und der Konstruktion schneller als gedacht den gar ausmachen. Um dem entgegenzuwirken, werden Hochbeete, insbesondere solche aus Holz mit Folie ausgekleidet, denn Holz, das dauerhaft feucht ist, wird nicht lange halten.

Welche Folie sollte es sein?

Folie, die man zum Auskleiden solcher Beete nutzen möchte, sollte belastbar und robust, dicht und reißfest und was besonders wichtig ist, ökologisch unbedenklich sein. Sie soll nicht nur das Holz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall schützen, sondern auch die Erde vor dem Holz, denn häufig ist das Holz mit Schutzlasuren behandelt bzw. imprägniert worden. Stoffe aus diesen Lasuren könnten in die Erde und folglich ins Gemüse gelangen. Aber auch Folie ist nicht in jedem Falle komplett unbedenklich. Am häufigsten werden zum Bau von Hochbeeten Folien aus PVC, EPDM-Folien (Kautschukfolien) und Noppenfolie verwendet.

Teichfolie aus PVC

Teichfolien sind ursprünglich dazu gedacht, große Mengen Wasser aufzuhalten, weshalb sie reißfest, flexibel und widerstandsfähig sowie UV-stabil sein sollten. PVC-Folien sind in der Regel nicht so belastbar wie beispielsweise EPDM-Folien. Sie altern relativ schnell, verlieren ihre Flexibilität und die enthaltenen Weichmacher können entweichen. Das wiederum führt dazu, dass die Folie porös und demzufolge auch undicht wird.

Folien für Hochbeete sollten nicht nur stabil, sondern vor allem pflanzenverträglich und gesundheitlich unbedenklich sein. Genau hier liegt das größte Mango von PVC-Folien. Die hohe Flexibilität dieser Folien ist den enthaltenen Weichmachern geschuldet. Wie mittlerweile jeder weiß, sind Weichmacher für Mensch und Tier schädlich und leider kann niemand sagen, in welchem Umfang diese Weichmacher sowohl die Erde als auch das Anbaugut belasten. Allerdings muss man auch erwähnen, dass kaum eine Folie komplett frei von irgendwelchen Schadstoffen ist.

EPDM-Folie (Kautschukfolie)

Bei der sogenannten EPDM-Folie handelt es sich um eine bio-zertifizierte Teichfolie ohne jegliche Ausdünstungen. Gegenüber einer PVC-Folie hat diese aber noch weitere Vorteile in Bezug auf Hochbeete.
Vorteile
  • Sehr hohe Reißfestigkeit sowie Elastizität und Dehnbarkeit von bis zu 300 %
  • Hohe Flexibilität, selbst bei Temperaturen von bis zu - 40
    Grad
  • Lässt sich zu jeder Jahreszeit gut verarbeiten
  • Ist langlebig, UV-stabil und ozonbeständig
  • Verträglich für Pflanzen und Kleinstlebewesen, umweltneutral
Tipp: Der größte Nachteil sind die enthaltenen Weichmacher. Darüber hinaus sind diese Folien etwas schwieriger zu verlegen, was aber bei der in der Regel kleinen Fläche eines Hochbeetes nicht weiter ins Gewicht fällt.

Noppenfolie

HochbeetEine andere Folie, die für Hochbeete genutzt wird, ist handelsübliche Noppenfolie. Wie der Name schon sagt, besitzt diese Folie auf einer Seite viele kleine Noppen, während die andere glatt ist. Die Seite mit den Noppen sollte immer zum Holz zeigen, nur so kann sie eine optimale Belüftung des Holzes gewährleisten. Das ist aber nicht der einzige Vorteil im Vergleich zu anderen Folien.
  • Noppenfolie verhindert den direkten Kontakt von Holz und Erde
  • Schützt so optimal vor Verrottung und Pilzbefall
  • Wasser kann zwischen den Noppen nach unten ablaufen
  • Ist beständig gegenüber Alterung und Chemikalien
  • Sie ist druck-, reiß-, schlag-, verschleiß- und wurzelfest
  • Ist trinkwasserneutral und bei jedem Wetter verlegbar
  • Enthält in der Regel keine Weichmacher
Tipp: Eine Alternative zu den genannten Folien ist ein Hochbeet-Vlies aus transluzentem (teilweise lichtdurchlässigem) PET. Es ist individuell zuschneidbar, schützt vor Schädlingen und trennt die Erde vom Holz bzw. der jeweiligen Umrandung.

Hochbeete, die auch ohne Folie auskommen

Handelsübliche Hochbeete können neben Holz auch aus Aluminium, Kunststoff oder Edelrost (korrodiertes Stahlblech) bestehen. Während Folie bei Hochbeeten aus Holz unverzichtbar ist, kommen diese Materialien auch ohne aus, wobei bei Aluminium und Kunststoff die Verwendung einer Folie trotz allem ratsam sein kann. Qualitativ hochwertige Hochbeete aus Aluminium sind korrosionsbeständig, wärme isolierend und wärmespeichernd sowie wartungsfrei. Kunststoff ist relativ witterungsfest, leicht aufzustellen, wird aber aufgrund des fehlenden UV-Schutzes schnell fleckig und weich. Oft enthalten diese Kunststoffe auch Weichmacher.

Ganz auf Folie verzichten kann man bei Hochbeeten aus Edelrost, auch bekannt als Cortenstahl, einem korrodierten Stahlblech mit Rost-Patina. Allerdings verlieren diese Hochbeete im Laufe der Jahre an Materialstärke. Bei einer Durchrostzeit von 15-20 Jahren ist die Lebensdauer dieser Konstruktionen dennoch deutlich höher als die von Holz.

Fazit
Hochbeete sind grundsätzlich eine gute Sache. Damit lassen sich auf kleinster Fläche optimale Erträge erzielen. Es kann sowohl früher als auch länger geerntet werden und die Probleme mit Schädlingen und Unkraut halten sich in Grenzen. Allerdings kann Feuchtigkeit großen Schaden anrichten, wenn kein ausreichender Schutz besteht, vor allem bei Hochbeeten aus Holz. Folie bietet dabei einen guten Schutz. Ein konsequenter Verzicht kann die Lebensdauer insbesondere von Holz wesentlich verkürzen. Allerdings sollte man, der eigenen Gesundheit zuliebe, auf umweltfreundliche Folien achten.