Praktisch, modern und rückenschonend - Hochbeete liegen im Trend. Wer in Besitz einer solchen Anlage ist, kann sich im Frühjahr als einer der Ersten über knackigen Salat freuen. Und im Laufe eines langen Gärtnerlebens wird das hüfthohe Beet zusehends unentbehrlich, wenn das ständige Bücken Probleme bereitet und nach einem langen Arbeitstag der Rücken schmerzt. Damit das Gärtnern mit dem Hochbeet gelingt, ist es allerdings wichtig, die Konstruktion nach bestimmten Gesichtspunkten zu füllen.

Befüllen des Hochbeetes - optimaler Zeitpunkt

Für den Bau und die Befüllung des Hochbeetes ist es wichtig, den optimalen Zeitpunkt abzupassen; so eignet sich beispielsweise sowohl das Frühjahr als auch der Herbst besonders gut, um das Beet anzulegen und anschließend zu befüllen. In dieser Zeit fallen im Garten typischerweise Laubreste oder Gehölzschnitt an, die optimal für die Befüllung verwendet werden können. Wer natürliche Materialien aus dem eigenen Garten einsetzt,
stellt sicher, dass keine Verunreinigungen oder schädlichen Stoffe in die Anlage gelangen.

Aufbau eines Hochbeetes

Ein Hochbeet besteht aus drei Hauptschichten:
  • Drainage
  • Kompost
  • Substrat
Egal, welche Art von Hochbeet angelegt werden soll: In jedem Fall wird das eingesetzte Füllgut von der untersten Schicht bis zur oberen Lage hin immer feiner. So finden sich nahe am Boden Astverschnitt und Reisig, im mittleren Bereich Kompost und am oberen Rand Blumenerde.

Tipp: Um das Hochbeet vor Wühlmäusen zu schützen, hat es sich bewährt, den Boden mit einem Mausgitter auszulegen.

Verschiedene Hochbeete für unterschiedliche Zwecke

Heute wird das Hochbeet für viele verschiedene Bedürfnisse eingesetzt. Besonders häufig verwenden Hobbygärtner die Anlage für folgende Zwecke:
  • als Gemüsebeet
  • für Salat
  • als Kräutergarten
  • für Blumen
HochbeetJe nachdem, welche Einsatzmöglichkeiten für das Hochbeet gewünscht sind, kann die Zusammensetzung des Inhalts variieren; so kommt ein klassisches Blumenbeet mit einer einfachen Schichtung aus luftdurchlässiger bodennaher Schicht, Kompost als Mittelschicht und Blumenerde als Abschlusslage aus; Anlagen, die für Gemüse verwendet werden, benötigen in der Regel zusätzliche Schichten. Wer sein Hochbeet als kleinen Kräutergarten nutzen möchte, hat zusätzlich die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Kräuter zu berücksichtigen; während mediterrane Gewächse wie Rosmarin und Thymian trockenen und sandigen Boden bevorzugen, benötigen beispielsweise heimische Kräuter (Schnittlauch oder Petersilie) frische Erde. Im Zweifelsfall müssen die obersten Erdschichten in unterschiedliche Bereiche eingeteilt werden.

Befüllung eines klassischen Gemüse-Hochbeetes

Jedes Beet ist individuell und hat bestimmte Ansprüche und verschiedene bauliche Gegebenheiten. Wir zeigen Ihnen hier die Befüllung eines Beispiel-Beetes.

Erste Schicht: Drainageschicht

Die erste Lage, mit der das Hochbeet befüllt wird, ist die Drainageschicht; diese weist folgende Eigenschaften auf:
  • ist bis zu 30cm dick
  • sollte mindestens 10cm betragen
  • sorgt dafür, dass sich im Hochbeet kein Wasser staut
  • besteht aus Steinen, Ton oder Ästen
Wer im Herbst die Gehölze in seinem Garten schneidet, sollte das Schnittgut sorgfältig aufbewahren; es kann als erste Schicht des Hochbeetes zum Einsatz kommen. Äste bis Armdicke werden zu diesem Zweck grob zerkleinert und anschließend auf dem Boden des Hochbeetes ausgelegt. Anschließend folgen dünnere Schichten mit Reisig und Zweigen. Alternativ können auch Wurzelstöcke, die mit etwas Erde bedeckt werden, als Füllgut für die unterste Schicht dienen. Zusätzlich eignen sich Pappe oder Kartons, die allerdings nicht bedruckt sein dürfen.

Als alternative Befüllung für die erste Schicht können Steine und Tonscherben zum Einsatz kommen. Wie bei der Schichtung mit Pflanzenmaterial gilt auch hier: Von unten nach oben werden die einzelnen Komponenten immer feiner. So finden sich auf dem Grund dicke Scherben aus Ton oder größere Steine, die dann mit Tongranulat oder Kies überschichtet werden.

Zweite Schicht: Erdgemisch

Über der Drainageschicht wird die erste Lage Substrat verteilt. Diese Lage weist folgende Eigenschaften auf:
  • Dicke etwa 15cm
  • dient zur Unterstützung des Zersetzungsprozesses des Holzkerns
  • Gartenerde oder fertiges Substrat einsetzbar
Auf die Drainage folgt eine Schicht Grassoden oder halbzersetzter Kompost, die mit einer Lage von Laub oder Stroh bzw. einer Mischung aus beiden Komponenten abgedeckt wird. Den Abschluss bildet ein Gemisch aus Erde und gesiebtem Kompost.

Tipp: Sollen mediterrane Pflanzen angebaut werden, darf das Substrat insgesamt nicht zu nährstoffreich sein. Bei Zierpflanzen, die grundsätzlich länger im Beet bleiben, können grundsätzlich noch Lava oder Blähton eingearbeitet werden. Zusätzlich eignet sich ein pH-Test, mit dem die Erde auf saure oder alkalische Eigenschaften überprüft werden kann; dies ist für die Wahl der Gemüsesorten entscheidend.

HochbeetAls Alternative zur Substratmischung aus dem eigenen Garten bietet sich Qualitätserde aus dem Fachmarkt an. Auch hier stehen verschiedene Sorten für die einzelnen Pflanzenarten zur Verfügung.

Dritte Schicht: Holzkern

Für den Holzkern können Abfälle aus dem Garten optimal verwertet werden. Zum Einsatz kommen beispielsweise:
  • Reste vom Strauchschnitt
  • dünne Äste und Zweige
  • Häckselgut
  • Pflanzenreste (Obst, Gemüse)
  • Reste vom Staudenrückschnitt
Tipp: Die einzelnen Teile, die für das Befüllen dieser Schicht verwendet werden, dürfen eine Gesamtlänge von etwa 40cm nicht überschreiten!

HochbeetDer Holzkern darf in seiner Dicke großzügig ausfallen; insgesamt sollten 40cm für diese Lage veranschlagt werden. Ist die Schicht dick genug, wird auf diese Weise sichergestellt, dass durch den Verrottungsprozess ausreichend Nährstoffe und Wärme zur Verfügung stehen, die für die Pflanzen wichtig sind.
Zur Abdeckung des Holzkerns kann Laub verwendet werden; die Blätter sollten drei Zentimeter hoch geschichtet sein.

Vierte Schicht: Mittelkern

Der Mittelkern bildet die vierte Schicht eines Hochbeetes. Beim Anlegen gilt Folgendes zu beachten:
  • Dicke etwa 15cm
  • Material: Stallmist wie Pferdedung oder
  • grob verrotteter Kompost
Tipp: Wer Kompost aus dem eigenen Garten für sein Hochbeet verwenden möchte, sollte dort niemals Fleisch- oder Fischabfälle abgelegt haben. Beim Kompostieren ist außerdem zu beachten, dass sich keine Plastikteile im Gemisch verirren; der Kompost sollte biologisch zu hundert Prozent abbaubar sein und darf daher ausschließlich Lebensmittel enthalten, die verrotten.

Die Schicht des Holzkerns kann zusätzlich zum Kompost Nützlinge enthalten, die gezielt angesiedelt werden. Sie sorgen dafür, dass der Kompost zerkleinert wird und wirken auf einen schnelleren Verrottungsprozess ein. Für die Pflanzen werden auf diese Weise wichtige Nährstoffe freigesetzt. Sollen Pflanzen im Hochbeet angebaut werden, die über einen erhöhten Nährstoffbedarf verfügen, eignet sich zusätzlich der Einsatz eines Langzeitdüngers, mit dem das Beet angereichert wird. Zum Einsatz kommen zu diesem Zweck vor allem Hornspäne.

Fünfte Schicht: Fein gesiebter Kompost

Die letzte Schicht des Hochbeetes stellt fein gesiebter Kompost dar, der die Nährstoffversorgung der Pflanzen sicherstellt; auf diese Weise können diese optimal anwachsen. Nach der Ernte kann diese Schicht bei Bedarf jeweils aufgefrischt werden, bevor das Einsetzen neuer Pflänzchen erfolgt. Wenn weder Kompost noch Gartenerde aus der eigenen Grünanlage zur Verfügung steht, können im Fachmarkt entsprechende Substrate erworben werden, zum Beispiel:
  • Gartenerde (für Salat)
  • Blumenerde
  • Muttererde (ideal für Nutzpflanzen)

Erneuerung des Hochbeetes

Das Füllgut des Hochbeetes bleibt nicht das ganze Jahr über stabil; im Laufe der Monate sackt der gesamte Inhalt der Anlage in sich zusammen, so dass die Füllhöhe um bis zu 20cm reduziert wird. Dann muss frische Erde nachgefüllt werden. Am besten eignet sich das Frühjahr für diese Maßnahme, da in dieser Zeit die gesamte Anlage einer gründlichen Inspektion unterzogen wird. Allerdings kann die Erde nicht beliebig oft nachgefüllt werden.

Meist nach fünf, spätestens nach 7 Jahren ist das Hochbeet erneuerungsbedürftig. Dann gelten folgende Maßnahmen:
  • Konstruktion ausbessern, beschädigte Stellen reparieren
  • Füllgut komplett austauschen
  • Schichtung von Grund auf neu anlegen
Hintergrund dieser Maßnahmen: Nach einigen Jahren sind die Nährstoffe, die sich in der Füllung befinden, komplett aufgebraucht. Das gilt nicht nur für Konstruktionen, die als Gemüsebeet dienen, sondern auch für Blumenbeete. Wer sein Hochbeet im Laufe der Jahre gut pflegt, regelmäßig die Füllung erneuert und sich auch um die Gesamtkonstruktion kümmert, wird viele Jahre Freude an seiner Anlage haben. Dann bleibt das Hochbeet ein beliebtes Highlight in der heimischen Grünanlage. Für rückenschonendes Gärtnern - bis ins hohe Alter!