Der ertragreiche Anbau schmackhafter Kartoffeln im Einklang mit der Natur zählt zu den größten Herausforderungen im Hausgarten. Eine entscheidende Schlüsselfunktion im Pflegeprogramm nimmt dabei die ausgewogene Nährstoffversorgung ein. Da im ökologisch bewirtschafteten Nutzgarten der Griff zum Industriedünger tabu ist, richtet sich der Blick auf organische Kartoffeldünger. Dieser Ratgeber nennt die besten Naturdünger, gibt Tipps für die perfekte Dosierung und den idealen Zeitpunkt. So düngen Sie Ihre Kartoffel-Pflanzen richtig.

Düngeprogramm startet im Herbst

Bei der Verwendung organischer Kartoffeldünger bleiben chemische Inhaltsstoffe außen vor. Damit Ihre Kartoffelpflanzen von den natürlichen Nährstoffen profitieren, sind im Vorfeld emsige Bodenorganismen gefragt. Regenwürmer und Mikroorganismen bearbeiten organischen Dünger dergestalt, dass er von den Wurzeln aufgenommen werden kann und somit für die Pflanzen zur Verfügung steht. Überdies werden im Boden ruhende Nährstoffvorräte aktiviert, sodass sie ebenfalls für die natürliche Förderung des Wachstums genutzt werden können. Dieser Prozess erfordert einen Zeitrahmen von mehreren Wochen im Sommer und einigen Monaten im Winter. Im Resultat stärkt fertig verarbeiteter Kompost und anderer Naturdünger Ihre Kartoffel-Pflanzen über einen deutlich längeren Zeitraum, als kurzfristig wirksamer Kunstdünger.

Dieser kurze Ausflug in die Grundlagen der natürlichen Nährstoffversorgung verdeutlicht,
dass Sie idealerweise bereits im Herbst des Vorjahres aktiv werden im Kartoffelbeet. Indem Sie eine der folgenden Vorbereitungsmaßnahmen ergreifen oder eine Kombination daraus, verschaffen Sie Ihren Kartoffel-Pflanzen beste Startvoraussetzungen.

Pferdedung oder Stallmist

  • Im Herbst das Beet 2 Spaten-tief umgraben
  • Steine, Wurzelreste, Unkraut und dicke Erdklumpen entfernen
  • Kompostierten, mindestens 18-24 Monate alten Pferdedung oder Stallmist einarbeiten
  • Das organische Material etwa 1 Spaten-tief untergraben in einer Dosierung von 3 bis 5 Litern je Quadratmeter
Frischer Mist jeglicher Art ist als Kartoffeldünger nicht geeignet. Erst nach einer Heißrotte, einer kühleren Aufbauphase und dem Humusumbau durch fleißige Kompostwürmer erfüllen frischer Dung und Mist die Erwartungen an einen guten Naturdünger für Ihr Kartoffelbeet.

Kompost

Wo kein Pferdedung oder Stallmist zur Verfügung steht, übernimmt reifer Kompost die Aufgabe der vorbereitenden Nährstoffzufuhr im Herbst. Das organische Material wird auf dem umgebrochenen, gesäuberten Boden in einer Dosierung von 5 Litern je Quadratmeter verabreicht. Harken Sie Kompost bitte nicht so tief ein, wie Dung oder Mist. Der Kartoffeldünger sollte dort zur Verfügung stehen, wo sich der Großteil der Bodenorganismen aufhält. Bedenken Sie bei der Bemessung der Menge, dass im präparierten Kartoffelbeet im Frühjahr Stark-zehrende Pflanzen Einzug halten.

Gründüngung

Als Alternative oder in Kombination mit Dung und Kompost, empfehlen wir die Aussaat von Gründünger auf der Erdoberfläche im geplanten Kartoffelbeet. Winterharte Saat-Mischungen, wie Landsberger Gemenge oder Terra-Life Solanum, hinterlassen im Frühjahr einen lockeren, gut durchlüfteten Boden, reich an Sauerstoff und Stickstoff. Darüber hinaus unterdrückt eine Gründüngung lästiges Unkraut. So machen Sie es richtig:
  • Die Beetfläche harken und wiederholt mit dem Rechen glattziehen
  • Darauf das Saatgut der Gründüngung weitwürfig verteilen
  • Die Samen oberflächlich einharken und mithilfe einer Rasenwalze andrücken
Zum guten Schluß gießen Sie die Saat mit feiner Brause an und markieren das Beet, damit es nicht mehr betreten wird. Die Pflege beschränkt sich während des Winters auf Gießen bei Trockenheit, wenn weder Schnee noch Regen für die nötige Feuchtigkeit sorgen. Vor Beginn der Pflanzzeit für Ihre Kartoffeln mähen oder sensen Sie die Gründüngung ab und arbeiten die Pflanzenreste in die Scholle ein.

Tipp: Die Gartenpraxis hat erwiesen, dass konsequentes Düngen mit Kompost den gefürchteten Kartoffelkäfer auf Abstand hält. Überdies beugt eine kluge Mischkultur der verheerenden Krautfäule wirksam vor, indem Sie Tagetes, Spinat, Petersilie oder Kapuzinerkresse im Kartoffelbeet aussäen.

Pflanzen und Düngen gehen Hand in Hand

KartoffeldüngerKommen Saatkartoffeln in die Erde, treffen sie - dank der Bodenvorbereitung im Vorjahr - auf ein aktives Bodenleben mit einem breit gefächerten Nährstoffangebot. Damit das so bleibt während der langen Kulturzeit bis zur herbstlichen Erntezeit, frischen Sie den Naturdünger jetzt auf. Frühzeitiges Düngen ist insbesondere im Anbau von Kartoffeln von entscheidender Bedeutung, denn vor dem Reihenschluss im Beet befindet sich der Stickstoff-Bedarf auf dem höchsten Stand und sinkt bis zur Blütezeit deutlich ab. So setzen Sie das Dünge-Programm zur Pflanzzeit in Gang:
  • Vor der Pflanzung von Kartoffeln im Beet reifen Kompost einarbeiten
  • Ideal ist eine Dosierung von 2 bis 3 Litern je Quadratmeter
  • Ergänzend einige Handvoll Hornspäne oder Hornmehl über den Kompost streuen
Indem Sie Kompost und Hornspäne mischen, fördern sich beide Naturdünger gegenseitig in ihrer Wirksamkeit, wovon Keimung und Wachstum Ihrer Kartoffel-Pflanzen profitieren. Setzen Sie die Saatkartoffeln daher auf das empfohlene Nährstoff-Bett mit einer 5 cm hohen Erdabdeckung und gießen anschließend an.

Nährstoffversorgung endet mit der Blütezeit

Im Anschluss an die Startdüngung zur Pflanzzeit im April/Mai, benötigen Kartoffel-Pflanzen bis zum Ende der Blütezeit regelmäßig einen Dünger. Favorisieren Sie Kompost als Kartoffeldünger, verabreichen Sie alle zwei Wochen etwa drei Liter des Materials je Quadratmeter. Damit die Nährstoffe zügig aufgenommen werden, gießen Sie bitte nach jedem Düngen reichlich. Nach der Blütezeit die Nährstoffversorgung fortzusetzen, ist eine Verschwendung wertvoller Ressourcen. Weitere Gaben von Stickstoff forcieren lediglich das Wachstum der Blätter, was letztendlich zulasten der begehrten Knollen verläuft.

Tipp: Haben junge Kartoffel-Pflanzen eine Wuchshöhe von 15 cm erreicht, werden sie regelmäßig angehäufelt. Zu diesem Zweck wird die geharkte, feinkrümelige Erde bis an die Triebe herangezogen. Der Lohn für die kleine Mühe sind ein höherer Ertrag, besserer Geschmack und längere Haltbarkeit bei Lagerkartoffeln.

Alternativen zu Kompost als Kartoffel-Dünger

Selbst hergestellter Kompost gilt als Premium-Dünger für Kartoffelpflanzen. Sofern im Garten keine Möglichkeit besteht für die Bewirtschaftung eines eigenen Komposthaufens, greifen Hausgärtner auf folgende Kartoffeldünger als Alternative zurück. Diese Optionen stehen für die organische Nährstoffversorgung zur Auswahl:

Kartoffeln düngen mit Pflanzenjauche

In Pflanzenjauchen steckt die geballte Kraft der Natur, um Zier- und Nutzpflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Vornehmlich Brennnesseljauche profiliert sich als hervorragender organischer Kartoffeldünger, dank eines hohen Gehaltes an Stickstoff. Ergänzt mit Kalium-reicher Beinwelljauche, entsteht ein wertvoller Naturdünger, der dank seiner flüssigen
Form für Kartoffel-Pflanzen rasch verfügbar ist. Herstellung und Verabreichung sind denkbar einfach. So geht es:
  • Einen Holzbottich füllen mit 10 Litern Regenwasser
  • In einen grobmaschigen Sack je 500 Gramm frische Brennnessel- und Beinwellblätter legen
  • Den Sack ins Wasser stecken und den Bottich mit Maschendraht bedecken
  • Täglich umrühren, bis die Gärung beendet ist
  • Zur Geruchs-Minderung Urgesteinsmehl, Bentonit, Kamille- oder Baldrianblätter unterrühren
Die vergorene, abgesiebte Pflanzenjauche wird mit Wasser verdünnt im Verhältnis 1 : 10. Bis zum Ende der Blütezeit überbrausen Sie das Erdreich ein Mal wöchentlich am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Indem Sie zugleich mulchen mit Beinwell- und Brennnesselblättern, wird die Wirksamkeit des organischen Düngemittels verstärkt.

Schafwolle - innovative Ergänzung für Kompost & Co.

Das Wissen um Schafwolle als gehaltvoller, organischer Dünger war lange verschollen und wurde kürzlich wiederentdeckt. In ungewaschener Schafwolle sind wichtige Hauptnährstoffe enthalten, wie Stickstoff, Kalium, Phosphor oder Schwefel. Kommt das Material in den Boden, lockert es die Krume auf und reguliert den pH-Wert. Dank einer hohen Wasserspeicherung nimmt Schafwolle das 3-fache ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf, um diese sukzessive an die umliegenden Pflanzenwurzeln abzugeben.
Einmalig verabreicht, unterstützt Schafwolle das Wachstum von Kartoffel-Pflanzen über die gesamte Kulturzeit. Idealerweise kombinieren Sie den innovativen Dünger mit Kompost, Hornspänen oder Pflanzenjauchen, da er als Allein-Dünger für Starkzehrer nicht ausreicht. Sie können Schafwolle in ihrer ursprünglichen Form im Fachhandel erwerben. Einfacher zu verabreichen ist das Düngemittel als Pellets, die 5 cm tief in den Boden kommen und mit Wasser übergossen werden.

Empfehlenswerte Kartoffel-Dünger aus dem Ladenregal

Kartoffeln richtig düngenKompost, Hornspäne und Pflanzenjauchen stehen zwar hoch im Kurs als organischer Kartoffeldünger. Besteht jedoch kein Zugriff auf diese Düngemittel, hält der Fachhandel eine große Palette anwendungsfertiger Alternativen bereit. Mit den folgenden Produkten düngen Sie Ihre Kartoffelpflanzen im Einklang mit der Natur:

Kartoffeldünger von Cuxin
Der Spezialdünger punktet mit der NPK-Formulierung 5+4+15, deren Komponenten ausschließlich natürlicher Herkunft sind. Der hohe Kalium-Anteil garantiert für eine ertragreiche Ernte und trägt zum perfekten Aroma bei. Das staubfreie Granulat wird in einer Dosierung von 80 bis 150 Gramm je Quadratmeter auf den Boden ausgestreut und eingeregnet. Der Inhalt eines 1,5 kg Kartons reicht aus für ein 18 Quadratmeter großes Beet respektive 50 Kartoffel-Pflanzen.

Bio-Naturkompost

Lange Zeit haben die Hersteller getüftelt, wie reifer Naturkompost in bester Qualität als Fertigprodukt in den Handel kommen kann. Heute führen zahlreiche namhafte Anbieter torffreien Bio-Kompost im Sortiment, der auch für den gewerblichen Bio-Anbau von Kartoffeln und anderem Gemüse zugelassen ist. Nachdem bereits mehr als 90 Prozent unserer Moore vernichtet sind infolge des Torfabbaus, achten Sie bitte beim Erwerb gezielt auf ein Torf-freies Produkt.

Bio-Gemüsedünger von Compo
Um Ihre Kartoffel-Pflanzen richtig zu düngen, erfüllt ein guter Gemüsedünger die Anforderungen ebensogut, wie ein Spezialdünger. Der Bio-Gemüsedünger von Compo ist als Flüssigdünger bequem zu verabreichen, indem er dem Gießwasser hinzugefügt wird. Damit kommt er insbesondere in Betracht, wenn Sie Kartoffeln im großen Kübel anbauen.

Naturen Bio-Nahrung für Obst und Gemüse
Der organische Flüssigdünger setzt sich ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen zusammen und ist für den Bio-Anbau zugelassen. Dank seiner flüssigen Form eignet er sich für Beet und Balkon gleichermaßen.

Organischer Dünger aus Algen von Shropshire Seaweed
Ein innovativer Dünger, der sich bester Bewertungen unter Hausgärtnern erfreut, basiert vornehmlich auf Algen aus dem Atlantik. Der Flüssigdünger ist so stark in der Wirkung auf Wachstum und Ertrag, dass er im Verhältnis 1 : 500 verdünnt wird. Nicht nur im Kartoffelbeet bringt der Naturdünger die Pflanzen in Schwung, sondern auch in anderen Gemüsebeeten und Blumenrabatten.

Dehner Bio-Dünger für Obst und Gemüse
Die vorteilhaften Effekte von Stallmist als Kartoffeldünger hat der Hersteller zum Anlass genommen, daraus einen anwendungsfertigen Bio-Dünger zu kreieren. Geflügelkot ist reich an Stickstoff, wovon Kartoffelpflanzen bis zur Blütezeit profitieren. Somit ist dieses Produkt die ideale Option für Hausgärtner, die keinen unmittelbaren Zugriff haben auf kompostierten Stallmist für die organische Nährstoffversorgung von Kartoffel-Pflanzen.

Kalk-Düngung - ein zweischneidiges Schwert

reiche KartoffelernteKartoffel-Pflanzen gelten als tolerant gegenüber dem Bodensäurewert. Ein pH-Wert zwischen 4,4 und 7,5 genügt für einen reichen Ernteertrag. Erst Ausschläge unter- oder oberhalb dieser Werte beeinträchtigen Wachstum und Produktivität. Da der durchschnittliche Gartenboden sich innerhalb der breit gefassten Toleranzgrenzen befindet, zählt Kalk nicht zur standardmäßigen Düngung. Streben Sie hingegen den Anbau von Kartoffeln mit vollendetem Aroma an, rückt natürlicher Algenkalk in den Fokus. Je kalkarmer und saurer das Erdreich, desto mehr büßen die Knollen an Geschmack ein.

Ein einfacher pH-Wert-Test aus dem Gartencenter zeigt an, wie es um den Bodensäurewert im Kartoffelbeet bestellt ist. Werte unterhalb von 5,5 deuten an, dass Sie die organische Nährstoffversorgung mit Algenkalk optimieren sollten, damit die Knollen das volle Aroma entfalten. Halten Sie bitte einen zeitlichen Abstand von 3 bis 4 Wochen zu Kompost, Dung oder Mist ein. Je Quadratmeter Beetfläche verabreichen Sie 150 bis 250 Gramm, um den pH-Wert um einen Punkt zu erhöhen.

Kalk-Dünger im Kartoffelbeet wird allerdings unter Experten kontrovers diskutiert. Das Düngemittel steht im Verdacht, den gefürchteten Kartoffel-Schorf zu verursachen oder zumindest zu fördern. Befürworter einer Kalkdüngung argumentieren, dass es an überzeugenden Nachweisen fehlt für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Kartoffel-Schorf und Kalkung.

Fazit
Nach der Lektüre dieses Ratgebers ist die organische Nährstoffversorgung im Kartoffel-Anbau auch für den Anfänger nicht länger ein Buch mit sieben Siegeln. Wer auf chemischen Kunstdünger verzichten möchte, bereitet das Beet bereits im Herbst des Vorjahres vor mit kompostiertem Stallmist, Pferdedung oder ausgereiftem Gartenkompost. Pünktlich zur Pflanzzeit finden die Saatkartoffeln im Beet ein natürliches Nährstoffbuffet vor für ein vitales Wachstum und eine reiche Ernte. Im Verlauf der sommerlichen Kulturzeit werden bis zum Ende der Blütezeit die verbrauchten Nährstoffe regelmäßig aufgefrischt mit rein natürlichem Kartoffeldünger. Wer nicht selbst kompostieren möchte oder kann, greift auf ein breit gefächertes Angebot aus dem Fachhandel zurück.