Deutschlandweit findet man mehr als einhundert Kartoffelsorten. Die unterscheiden sich vor allem in der Festigkeit der Knollen und nach Reifegruppen, angefangen von frühen über mittelfrühe bis hin zu späten Sorten. Die Reifegruppe spielt neben einigen anderen Faktoren auch bei der Lagerfähigkeit eine wesentliche Rolle. Unter optimalen Bedingungen kann die Kartoffel, auch bekannt als Erdapfel, monatelang gelagert werden.

Lagerkartoffeln nicht zu früh ernten

Die Voraussetzung für eine möglichst lange Lagerfähigkeit ist der richtige Erntezeitpunkt. Generell kann die Kartoffel geerntet werden, wenn das Kraut komplett abgestorben ist. Im Gegensatz dazu, sollte man bei Einkellerungskartoffeln nach dem Absterben der oberirdischen Pflanzenteile noch zwei bis drei Wochen warten, bevor man sie aus der Erde holt.

In dieser Zeit wird die Schale der ausgereiften Knollen fester und kann sie so besser vor Fäulniserregern schützen. Zum Ernten wählt man einen trockenen Tag und lässt das Gemüse vor dem Einkellern an einem luftigen und vor Regen geschützten Ort nach

trocknen. Zum Einlagern sollte man wissen, dass nicht jede Kartoffelsorte für eine längere Lagerung geeignet ist.

Lagerfähigkeit sortenabhängig

Wie bereits erwähnt, ist die Lagerfähigkeit von Kartoffeln abhängig von der jeweiligen Sorte und den damit verbundenen Reifezeiten. Dementsprechend gibt es frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Frühe Sorten werden ab Juni geerntet. Sie sind in der Regel keine Lagerkartoffeln und können bereits geerntet werden, wenn das Laub noch grün ist. Man sollte sie am besten frisch genießen.

Solanum tuberosum - Kartoffel - SortenMittelfrühe, die etwa ab Anfang August geerntet werden können, haben bereits eine dickere Schale und lassen sich so bis zu drei Monate lagern. Späte Sorten sind von September bis Ende November erntereif und sollten so lange wie möglich in der Erde bleiben. Dank ihrer dicken Schale und dem hohen Stärkegehalt sind im Herbst geerntete Sorten die perfekten Lagerkartoffeln. Qualitativ hochwertige Kartoffelsorten, die sich sehr gut einlagern lassen, sind z.B.: 'Linda' und 'Algria'. Um möglichst lange von den Einkellerungskartoffeln zehren zu können, sind bei der Lagerung einige grundlegende Dinge zu beachten.

Tipp: Eingelagert werden dürfen nur Exemplare mit unbeschädigter Schale, ohne Faulstellen und Keime. Leicht beschädigte Knollen sollten möglichst zeitnah gegessen werden.

Vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit schützen

  • Erdäpfel immer dunkel, kühl und vor Feuchtigkeit geschützt, lagern
  • Licht und Wärme fördern frühzeitige Bildung von Keimen
  • Keime entziehen den Knollen wertvolle Nährstoffe
  • Knollen beginnen zu schrumpfen
  • Verlieren mehr und mehr an Festigkeit und Geschmack
  • Es bilden sich grüne, giftige Stellen (Solanin)
  • Bei großflächigen grünen Flecken, Knollen entsorgen
  • Optimale Temperaturen während der Lagerung zwischen vier und acht Grad
  • Nur wenige Grad darüber oder darunter problematisch

Ist es zu kalt, wandelt sich die Stärke in den Knollen in Zucker um, sodass sie einen süßlichen Geschmack annehmen. Was ebenfalls vermieden werden sollte, ist Feuchtigkeit, die relativ schnell zu Fäulnisbildung führen kann. Folglich muss der Lagerraum trocken und gut zu belüften sein.

Nicht in der Nähe anderer Gemüsearten lagern

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lagerung mit anderen Gemüsearten, die man unbedingt vermeiden sollte. Das betrifft insbesondere Äpfel, Birnen, Pflaumen und Pfirsiche, denn sie geben das Reifegas Ethylen ab, was dafür sorgt, dass in der Nähe gelagertes Gemüse, in dem Fall Kartoffeln, schneller reifen bzw. austreiben und verderben. Auch Zwiebeln sind kein empfehlenswerter Nachbar. Zum einen bewirken Zwiebeln das frühzeitige Austreiben und schrumpfen der Kartoffelknollen. Andererseits verderben auch die Zwiebeln schneller, da sie den Kartoffeln Feuchtigkeit entziehen, was sie wiederum von innen heraus faulen lässt. Am besten lagert man Kartoffeln grundsätzlich allein.

Auf die richtigen Materialien achten

  • Nicht alle Materialien zur Aufbewahrung von Erdäpfeln
    geeignet
  • Auf luftundurchlässige Kunststoff- und Folienbehältnisse komplett verzichten
  • Belüftung der Knollen ist so nicht gegeben
  •  Plastik lässt Knollen schneller verderben
  •  Folgen sind Fäulnis und Schimmelbildung
  • Bestens zu empfehlen, Behältnisse aus Korb bzw. Weide oder Holzstiegen
  • Ebenso wie Beutel aus natürlichen Leinen oder Jute
  • Auch beste Materialien können regelmäßige Kontrollen nicht ersetzen

Regelmäßige Kontrollen sind eine effektive Maßnahme, um die Bildung von Fäulnis und deren Ausbreitung zu vermeiden. Die tritt vor allem dann auf, wenn die Kartoffeln in mehreren Schichten oder größeren Haufen gelagert werden. Um dem entgegenzuwirken, sollten sie etwa einmal wöchentlich gedreht oder umgeschichtet werden. Das soll eine ausreichende Belüftung gewährleisten. Im gleichen Zug können beschädigte oder kranke Knollen aussortiert und entsorgt werden.

Geeignete Räumlichkeiten zum Einlagern

Solanum tuberosum - KartoffelernteEs gibt verschiedene Möglichkeiten Kartoffeln nach der Ernte für längere Zeit einzulagern. Es gibt aber dabei einiges zu beachten.

Im Keller

Ideale Bedingungen zum Einkellern von Gemüse bietet in der Regel ein Keller, vorausgesetzt er ist frostsicher, kühl, dunkel und trocken. Handelsübliche Kartoffelhorten, Obststiegen und Gemüsekisten bieten sich zum Befüllen an. Sie gewährleisten eine optimale Belüftung der Knollen. Möglich ist auch eine Lagerung auf herkömmlichen Lattenrosten. Alternativ zu Holzstiegen kann man auch Gitterboxen aus Kunststoff verwenden. Die unterste und oberste Schicht in den jeweiligen Behältnissen bildet je eine Lage Zeitungspapier, damit die Knollen von unten her trocken liegen und von oben vor Licht geschützt sind.

Wer weder Holzkisten noch Gitterboxen zur Verfügung hat, kann auch Leinen- oder Jutesäcke mit den Knollen befüllen. In diesen Fällen ist eine regelmäßige Kontrolle auf Beschädigungen oder Fäulnis unverzichtbar. Früher war ein Kartoffelkeller vor allem in ländlichen Regionen Standard in jedem Haus. Heute sind die meisten Keller gedämmt, beheizt und kaum kühler als zehn Grad. Somit sind sie zum Einlagern von Gemüse nicht mehr geeignet. Dann gilt es nach Alternativen zu suchen.

Tipp: Wer einen geschützten Balkon zur Verfügung hat, kann die Kartoffel in wintermilden Lagen auch dort aufbewahren. Dazu nimmt man eine einfache Obstkiste, isoliert diese so gut wie möglich mit Stroh, in das man dann die trockenen Knollen bettet und mit Stroh abdeckt.

Kühlschrank oder Vorratskammer?

  • Kühlschrank zum Lagern von Erdäpfeln weniger gut geeignet
  • Ist zwar dunkel aber zu kalt
  • Temperatur im Kühlschrank kaum regulierbar
  • Keine ausreichende Luftzirkulation gegeben
  • Folge können Schimmelbildung und Fäulnis sein
  • Veränderung des Geschmacks und der Konsistenz der Knollen möglich
  • Nicht optimal, aber etwas besser, unbeheizte Vorrats- oder Abstellkammer
  • Ausschließlich für kleinere Vorräte empfehlenswert
  • Gekaufte Kartoffeln vor dem Lagern unbedingt aus der Verpackung nehmen

Es gibt auch die Möglichkeit der Lagerung oder Aufbewahrung in einem speziellen Tontopf. Dabei ist darauf zu achten, dass der Tontopf einen Deckel besitzt und nicht lackiert ist. Natürlich kann man in der Vorratskammer auch Stoff- oder Leinensäcke oder kleinere Holzkisten zum Befüllen verwenden. Entscheidet man sich für Kisten, müssen diese nach dem Befüllen wieder mit einem Tuch oder Zeitungspapier abgedeckt werden, um die Knollen vor Lichteinwirkung zu schützen.

Tipp: Für einen kleinen Vorrat, reicht es in der Regel aus, die Knollen in einem mit Papier ausgekleidetem Korb oder einer Gemüsekiste, an einem kühlen Platz aufzubewahren. Auch hier die Abdeckung zwecks Verdunklung nicht vergessen.

In einer Erdmiete

Die Funktion einer Erdmiete ähnelt der eines Kühlschranks. Sie ist eine altbewährte Methode Kartoffeln auf kleinstem Raum einzulagern. Dabei sollte man darauf achten, dass die Erdmiete weder komplett trocken noch zu feucht ist. Ein zu trockener Boden lässt die

Knollen austrocknen und schrumpfen. Um Staunässe zu vermeiden, muss Wasser jederzeit gut ablaufen können. Folglich sollte die Erde durchlässig sein. Bei Bedarf lässt sich die Durchlässigkeit durch die Zugabe von Sand verbessern.

Solanum tuberosum - KartoffelZum Anlegen einer Erdmiete wählt man, abhängig vom Grundwasserspiegel, einen halbschattigen Platz in Hausnähe. Vorzugsweise an der Nordseite eines Hauses oder ein anderes überdachtes Fleckchen am Haus. Das hat die Vorteile, dass man insbesondere im Winter keine weiten Wege hat und das Gemüse darüber hinaus von der vom Haus abgestrahlten Wärme profitiert. Die einzulagernden Knollen sollten unbeschädigt, trocken und von groben Erdresten befreit sein.

Erdmiete anlegen

  • Kartoffel verträgt keine Minusgrade
  •  Erdmiete muss vor allem tief genug sein
  •  Größe hängt von der einzulagernden Menge an Gemüse ab
  • Entsprechend großes Loch für die Erdmiete ausheben
  • Zum Einlagern von Kartoffeln mindestens 60-80 cm tief
  • Breite der Miete etwa 150 cm
  •  In die Grube ca. fünf Zentimeter hohe Schicht Sand einfüllen
  • Dann Boden und Seitenwände mit engmaschigem Drahtgeflecht auskleiden
  • Beispielsweise mit handelsüblichem Maschen- oder Hasendraht
  • Drahtgeflecht soll vor hungrigen Nagern schützen
  • Auf den Draht eine dicke Schicht Stroh ausbringen
  • Darauf die Knollen nebeneinander auslegen
  • Auf das Gemüse abwechselnd eine Schicht Stroh und eine Schicht Kartoffeln

Als oberste Schicht kommt wieder Stroh und darauf Holzbretter oder Holzlatten. Die Bretter können zusätzlich mit Reisig oder trockenem Laub abgedeckt werden. An wärmeren und trocknen Tagen ist es ratsam, die Erdmiete zum Belüften kurzzeitig zu öffnen.

Tipp: Anstelle von Stroh kann man auch Sand verwenden oder man nutzt beides. Die einzulagernden Knollen sollten vor dem Einlagern auf keinen Fall gewaschen werden, das würde unweigerlich zu Fäulnis führen.