Tapeten abzulösen um eine Wand neu zu verputzen, zu malern oder zu tapezieren ist in keinem Fall eine beliebte Arbeit. Die Entfernung von Glasfasertapeten ist jedoch besonders schwierig, denn Kleber und Tapete sind wasserfest und sehr fest mit der Wand verbunden. Daher ist es entscheidend, beim Ablösen auf einige Punkte zu achten. Wir verraten, worauf es ankommt.

Sicherheit

Das Ablösen von Glasfasertapeten stellt ein Gesundheitsrisiko dar, da sich bei der Entfernung winzige Partikel aus der Tapete lösen und eingeatmet werden oder in die Augen gelangen können. Sollen
sie entfernt werden, muss daher in erster Linie an den Schutz gedacht werden.
Benötigt werden:
  • eine gut sitzende Schutzbrille
  • eine Atemmaske
  • Handschuhe
Nach der Arbeit sollten zudem alle Reste gründlich abgesaugt sowie Kleidung, Haut und Haare gewaschen werden.

Hilfsmittel

Einer der Vorteile von Glasfasertapeten ist es, dass sie abwaschbar sind. Zudem werden sie mit einem Dispersionskleber an der Wand befestigt, was für einen sehr starken Halt sorgt und das Anbringen auch in Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit ermöglicht.

Eben diese Vorteile stellen bei der Entfernung jedoch eine Herausforderung dar. Denn anders als bei Raufasertapete können die Bahnen nicht mit Wasser besprüht und aufgeweicht werden, was das Abziehen erheblich vereinfacht. Daher sind für die Entfernung andere Hilfsmittel erforderlich. Benötigt werden ein Spachtel, Kreppband und gegebenenfalls ein Schleifgerät.

Trockenes Abziehen

Zunächst sollte überprüft werden, ob es sich um echte Glasfaser- oder Vliestapete mit einer Glasfaserbeschichtung handelt. Bei echter Glasfasertapete sind die eingeschmolzenen Glasfasern auch auf der Rückseite der Bahnen sichtbar. Diese lässt sich nur sehr schwer entfernen.
Bei beschichteten Varianten ist auf der Rückseite Vlies sichtbar. Bei diesen ist es möglich, die Bahnen vor dem Abziehen einzuweichen und die Arbeit somit zu erleichtern.
Echte Glasfasertapeten weichen nicht auf. Für die Entfernung sind daher die folgenden Schritte erforderlich:

1. Fußleisten, Fenster und Türen werden zum Schutz abgeklebt.

2. Mit dem Spachtel werden zunächst die unteren Ränder der Tapete abgelöst. Um diesen Anfang zu schaffen, ist viel Geduld gefragt. Günstig ist es, wenn die gelösten Ränder etwa zwei Zentimeter breit sind, sodass sie gut mit den Fingern oder einer Zange gegriffen werden können.

3. Von hier ausgehend werden die Bahnen Zentimeter für Zentimeter mit einem leichten Zug nach oben abgelöst. Dabei muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, denn mit der Tapete könnten sich auch Stücke aus dem Putz ablösen und herausgerissen werden. Bei Bedarf sollte dabei lieber mit dem Spachtel nachgeholfen als mehr Kraft beim Abziehen der Tapetenbahnen aufgewendet werden.

Glasfasertapete entfernenWeil die Tapete nur sehr langsam und schwer entfernt werden kann, nimmt die Arbeit viel Zeit in Anspruch und gestaltet sich anstrengend. Vor allem bei größeren Räumen kann es daher sinnvoll sein, mehrere Helfer zu haben und die Entfernung auf mehrere Tage zu verteilen.

Abschleifen

Selbst bei einem sehr vorsichtigen und abgestimmten Vorgehen kann es passieren, dass sich die Tapete nicht vollständig durch das Abziehen entfernen lässt und Reste abgeschliffen werden müssen. Das
Abschleifen bietet sich zudem auch als Alternative zum Abziehen an. Bei dieser Methode ist es nicht nötig, die Tapete an den Rändern abzulösen. Fußleisten, Tür- und Fensterrahmen müssen aber dennoch geschützt werden.

Mit einem Schleifgerät werden die Wände anschließend gleichmäßig abgeschliffen. Auch diese Maßnahme kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem werden während des Schleifens viele Partikel abgelöst und aufgewirbelt, weshalb Augen, Mund und Nase sehr gut geschützt werden sollten.

Alternativen zum Ablösen

Da das Ablösen der Glasfasertapete sich sehr schwierig gestalten kann, sollten Alternativen in Betracht gezogen werden. Das ist vor allem dann ratsam, wenn mit der Tapete älterer Putz überklebt wurde. Denn dann ist das Risiko besonders hoch, dass sich Stücke aus dem Putz lösen und es notwendig wird, Löcher auszubessern beziehungsweise die gesamte Wand neu zu verputzen.

Die einfachste und kostengünstigste Alternative ist es, die Tapete zu überstreichen. Bei Glasfasertapeten ist dies mindestens zehn Mal möglich. Die Wand kann also immer wieder neu gestaltet werden. Gefällt die Struktur nicht mehr, bieten sich immer noch zwei Alternativen an. Zum einen kann die Wand neu verputzt werden. Dabei ist es möglich, die Tapete an der Wand zu belassen und direkt als Untergrund für den Putz zu verwenden. Die zweite Alternative besteht darin, die Glasfaser über zu tapezieren. Das ist nicht ideal, in einigen Fällen aber durchaus möglich.

Wichtig sind dabei die folgenden Punkte:

Richtige Tapete wählen
Damit die Glasfasertapeten später nicht durchscheinen, sollten die neuen Tapeten möglichst hochwertig und dick sein.

Kleister testen
Bevor ganze Bahnen angebracht werden, sollte an einer unauffälligen Stelle getestet werden, ob die neue Tapete auch hält. Ist das nicht der Fall, sollte eine andere Kleberart verwendet werden.

Wand vorbereiten
Die Chancen auf das erfolgreiche Übertapezieren lassen sich verbessern, wenn die Wand zuvor leicht angeraut wird. Die Glasfasertapete muss dabei nicht vollständig bis auf den Putz abgeschliffen werden. Das ist einfacher als sie komplett zu entfernen, reduziert aber die Struktur und kann den Halt der neuen Tapete erhöhen.