Neue Teppiche verströmen oft einen unangenehmen Geruch. Niemand mag diese Ausdunstungen riechen, und schon gar nicht lange einatmen. Da ist jeder Rat willkommen, der hilft, den Teppich davon zu befreien.

Woher der Geruch kommen kann

Gerüche an neuen Teppichen sind durchaus üblich. Die Ursachen sind in Plastikverpackungen, Einsatz chemischer Stoffe bei der Produktion sowie der Beschaffenheit der Teppichfasern zu suchen. In den meisten Fällen verfliegt der Geruch nach einiger Zeit von selbst. Da er jedoch unangenehm ist und womöglich auch gesundheitsschädigend, sollte etwas dagegen unternommen werden. Ist der Teppichgeruch sehr unangenehm und intensiv oder hält er sich hartnäckig über längere Zeit, ist eine Rückabwicklung des Kaufs anzuraten. Ansonsten hilft eine Laboruntersuchung, die ausdünstenden Stoffe zu identifizieren, um evtl. gesundheitliche Gefahren zu erkennen.

Geruchsentfernung unverzüglich beginnen

Idealerweise betreiben Sie bereits Geruchsprävention, indem Sie den Teppich im Laden nicht nur optisch betrachten, sondern auch auf Gerüche achten. Fällt er diesbezüglich unangenehm auf, sollten Sie lieber die Finger davonlassen.

Teppiche, die verpackt geliefert werden, sollten zeitnah ausgepackt werden. Macht sich ein unangenehmer Geruch bemerkbar, so gehen Sie gleich an seine Beseitigung dran. Die nachfolgend beschriebenen Vorgehensweisen bieten sich an, je nach Ausgangslage einzeln oder kombiniert.

Teppich gründlich absaugen

Haften noch kleine Partikeln aus künstlichen Produktionsstoffen in den Fasern, können diese Auslöser für den unangenehmen Geruch sein.

  • Teppich nach Möglichkeit im Freien ausrollen
  • ggf. etwas drunter legen, um Verschmutzungen zu vermeiden
  • ansonsten Fenster weit öffnen
  • Teppich gründlich absaugen

Das Absaugen ist generell sinnvoll, da dabei die Fasern aufgelockert werden. Dadurch wirken auch die anderen Methoden noch effektiver.

Tipp: Da beim Absaugen auch ein Teil der Partikel aufgewirbelt wird, sollten Sie ihre Mund- du Nasenpartie mit einer Maske oder einem Schal schützen, um diese nicht einzuatmen.

An der Frischluft auslüften

Ist das Wetter trocken, kann bei vorhandener Gelegenheit der Teppich mehrere Tage draußen an der Frischluft ausgelüftet werden. Alternativ

kann er vor einem weit geöffneten Fenster oder Tür auslüften.
  • beide Teppichseiten sollten gut belüftet werden
  • entsprechend aufhängen und fixieren
  • Teppich ggf. mehrmals wenden

Vertrauen Sie ihrer Nase und testen Sie zwischendurch, ob der Geruch nachgelassen hat. Falls er nicht über Nacht oder spätestens nach ein paar Tagen verschwunden ist, muss eine andere Methode zum Einsatz kommen.

Teppich waschen

Kleinere Teppiche lassen sich gut in der Badewanne waschen.

  • Wanne mit lauwarmem Wasser füllen
  • etwas Waschmittel hinzufügen
  • Teppich für eine Stunde hineinlegen
  • er sollte ganz in die Lauge eintauchen
  • Lauge mit einer Bürste in die Fasern einarbeiten
  • Teppich ggf. wenden

Spülen Sie nach dem Einweichen den Teppich mit reichlich klarem Wasser aus. Danach muss er noch trocknen.

Tipp: Achten Sie bei Naturfasern keine silikonhaltigen Waschmittel zu verwenden. Greifen Sie besser zu einem Wollwaschmittel.

Mit Waschmittel behandeln

neuer Teppich stinkt

Für die folgende Methode benötigen Sie einen Staubsauger, der Feuchtigkeit aufsaugen darf, und eine Teppichbürste. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Rollen Sie den Teppich aus. Legen Sie darunter Folie aus, um den Untergrund zu schützen.
  2. Geben Sie zu einem Teil Flüssigwaschmittel drei Teile Wasser hinzu.
  3. Massieren Sie die Lauge mit der Bürste in den kompletten Teppich ein. Üben sie nur sanften Druck aus, um die Fasern nicht zu beschädigen.
  4. Lassen Sie die Lauge einige Stunden einwirken.
  5. Saugen Sie danach die Lauge mit
    dem Sauger ab.
  6. Lassen sie den Teppich noch trocknen.

Falls nach dieser Behandlung noch ein Restgeruch vorhanden ist, kann die Laugebehandlung ein weiteres Mal wiederholt werden.

Mir Essigwasser abwischen

Essig bindet Gerüche, muss aber achtsam zum Einsatz kommen, um die Fasern des Teppichs nicht zu beschädigen:

  • Essigessenz und Wasser zu gleichen Teilen mischen
  • mit einem Baumwolltuch auf den Teppich auftragen
  • dafür den Teppich Stück für Stück abtupfen
  • Achtung: kein Kunstfasertuch verwenden, nicht rubbeln!
  • 30 Minuten einwirken lassen
  • mit anderem Baumwolltuch und sauberem Wasser abwischen

Keine Sorge, falls noch ein leichter Essiggeruch vernehmbar ist. Er wird mit der Zeit ganz verfliegen.

Teppich mit Natron bestreuen

Kann die Behandlung aufgrund der Gegebenheit nur trocken durchgeführt werden, ist Natron das Mittel der Wahl. Vor allem für Wollteppiche, da diese nach einer Nassbehandlung einen eigenen unangenehmen Duft entwickeln. Verteilen Sie Natron großzügig auf den kompletten Teppich und reiben Sie ihn vorsichtig mit einer Teppichbürste ein. Nach mindestens zwölf Stunden Einwirkzeit wird das Natron einfach wieder abgesaugt. Falls erforderlich, wiederholen Sie die Anwendung.

Chemische Reinigungsmittel

Vollständigkeitshalber sei hier noch erwähnt, dass der Handel chemische Mittel zur Geruchsbeseitigung anbietet. Ihr Einsatz ist jedoch nicht unbedenklich, da nicht auszuschließen ist, dass auch Menschen damit in Kontakt kommen. Zumal Reste noch lange Zeit nach der Behandlung an der Teppichfasern haften können.