Ein gewisser Wasserdruck ist notwendig, damit das Leitungswasser auch in höhere Etagen fließt. Früher wurde dieses Problem mithilfe der Schwerkraft und mit Wassertürmen gelöst. Heute werden dazu Pumpen im Wasserwerk eingesetzt. Da der Druck gerade bei höheren Gebäuden entsprechend hoch sein muss, sind die Leitungen meist für 10 bar ausgelegt. Doch das Wasser läuft mit weit geringerem Druck aus dem Hahn.

Grundsätzliches zum Wasserdruck

Das Leitungswasser muss heute teils weite Strecken vom Wasserversorger zum Verbraucher zurücklegen. Dies geschieht mithilfe des
Wasserdrucks in den Leitungen. Der Versorger stellt dabei einen Mindestdruck zur Verfügung, welcher im Normalfall zwischen 3 und 4 bar liegt. Er kann jedoch auch um einiges höher sein. Mit einem bar Druck werden rund 10 m überwunden, also sollte im Haus mindestens 1 bar Druck vorhanden sein. Je nach Höhe des Hauses und Anzahl der Stockwerke, können jedoch mehr bar notwendig sein, zumal das Wasser auch mit einem gewissen Druck aus der Leitung kommen soll.

Tipp: Der Mindestdruck in einem zweistöckigen Haus sollte also zwischen 2 und 3 bar betragen. Für jedes weitere Stockwerk rechnet man 0,5 bar hinzu.

Wasserdruck feststellen

Nach dem Hausanschluss im Keller ist häufig ein Manometer, ein Druckmesser, angebracht. An diesem kann bei laufendem Wasser der Druck abgelesen werden. Kommt an einigen Wasserhähnen des Hauses scheinbar zu wenig Wasserdruck an, kann dort ein manuelles Manometer angebracht werden, welches den Wasserdruck misst. In einigen Häusern sind auch Druckminderer angebracht, die einen erhöhten Wasserdruck vom Versorger auf mindestens 2 bar herunterregeln. Dies ist notwendig, um Geräte, welche mit Leitungswasserarbeiten nicht zu beschädigen. An diesen Druckminderern lässt sich der Wasserdruck im Haus einstellen. Bevor das jedoch wegen einem vermeintlich zu niedrigen Wasserdruck gemacht wird, sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Ursachen für Druckverluste

Druckverluste entstehen durch unterschiedliche Ursachen. Dazu gehören:
  • Kalkablagerungen in den Leitungen
  • Wasserfilteranlagen
  • verschmutzte Armaturen
Ablagerungen in den Leitungen lassen sich so gut wie gar nicht verhindern, besonders bei sehr hartem Wasser.
Druckverluste durch Wasserfilteranlagen kann man jedoch in Grenzen halten. Wasserfilteranlagen sollen die Wasserqualität verbessern. Damit das geschehen kann, muss das Wasser durch ein System aus Rohren und Filtereinsätzen. Wegen dieser Konstruktion wird der Wasserdruck etwas verringert. Näheres dazu steht in der Anleitung zur Wasserfilteranlage. Spürbar weniger Wasser kommt am Wasserhahn an, wenn die Filterkartuschen im Wasserfilter sich langsam zusetzen. Aus diesem Grund sollten Wasserfilter regelmäßig gewartet werden. Rückspülbare Filter werden durchgespült, Filter mit Wechselkartusche bekommen eine neue Kartusche eingesetzt.

Verschmutzte Armaturen

Wasserhahn - Einhebelmischer - ArmaturEin weiterer Grund für zu geringen Wasserdruck sind Verschmutzungen und Kalkablagerungen direkt in den Armaturen. Um diese zu kontrollieren, sollte der Wasserhahnkopf abgeschraubt und das darin befindliche Sieb kontrolliert werden. Sind Kalkablagerungen zu finden, hilft es, die Armaturen zu entkalken. Dies gilt besonders bei Duschköpfen.

Geräte im Haushalt und der notwendige Wasserdruck

Geräte, welche direkt an den Wasserleitungen im Haus angeschlossen sind, haben meist sowohl einen Mindestdruck als auch einen höchst zulässigen Wasserdruck. Ist der Wasserdruck zu hoch, kann das Gerät Schaden nehmen. Bei zu geringem Druck leidet die Arbeitsleistung der Maschine oder sie arbeitet zu langsam.
Zu diesen Geräten gehören:
  • Boiler
  • Trinkwasserfilter direkt am Wasserhahn
  • Waschmaschinen
  • Armaturen
  • Absperrventile
Welcher Druck jeweils zugelassen ist, findet sich in der Gebrauchsanleitung. Gibt es Probleme mit einem Gerät, sollte immer auch der Wasserdruck überprüft werden.

Ausnahme Hauswasserwerk

Inzwischen ist es eher selten, aber einige Häuser haben dennoch ein Hauswasserwerk und sind teilweise unabhängig vom örtlichen Wasserversorger. Ein Hauswasserwerk funktioniert mit einer Pumpe, welche den notwendigen Druck einstellt und dafür sorgt, dass er auch so bleibt. Der Wasserdruck lässt sich am Manometer neben dem Hauswasserwerk bzw. neben dem Kessel für das Hauswasserwerk ablesen. Die Pumpe kann auf den notwendigen Druck eingestellt werden. Auch hier gilt, dass dieser von der Höhe des Hauses abhängig ist und zwischen 2 und 4 bar liegen sollte. Das bedeutet, fällt der Wert unter 2 bar, schaltet sich die Pumpe ein, steigt er auf 4 bar, schaltet sie sich wieder aus.

Druckschwankungen beim Hauswasserwerk

Bei Hauswasserwerken ist eine geringe Druckschwankung normal. Die Pumpe gleicht sie dadurch aus, dass sie anspringt, sobald der Druck den Mindestwert unterschreitet. Werden gleichzeitig mehrere Verbraucher in Betrieb genommen, zum Beispiel Waschmaschine, Dusche und Spülmaschine, kann der Wasserdruck kurzzeitig zu gering sein. Auch beim Hauswasserwerk gilt, dass jegliche Verschmutzungen dafür sorgen, dass der Wasserdruck geringer wird. Es ist also notwendig, die Anlage regelmäßig zu warten und zu reinigen.

Schaltet sich die Pumpe am Hauswasserwerk ungewohnt häufig ein und aus, wird es Zeit, den Druck im Kessel selbst zu überprüfen. Eventuell muss der Kessel geleert und neu gefüllt werden. Möglich ist auch, dass die Membran im Kessel defekt ist oder das Rückschlagventil. Defekte Bauteile sollten ausgetauscht werden, im Zweifel kann ein Fachmann
weiterhelfen.