Sellerie ist nicht nur ein beliebtes Suppengemüse. Er ist auch gesund. Noch gesünder ist es, das Gemüse selbst anzubauen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Steckbrief

  • Herkunft: Europa, Amerika, Asien und Afrika
  • Pflanzenfamilie: Doldenblütler
  • Gemüseart: Stielgemüse, Knollengemüse
  • Varianten: Knollensellerie, Staudensellerie, Würzsellerie
  • Wuchs: krautige Pflanze
  • Nährstoffbedarf: Starkzehrer
  • Blüte: Dolden
  • Vermehrung: Samen
  • Verwendung: Suppen- oder Saucengewürz, Gemüse
  • Besonderheiten: typisch ist der aromatische Geruch, Sellerie kann schwere Allergien auslösen

Varianten

Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)

Dieser Sellerie besitzt eine verdickte Knolle, die bis zu einem Kilo schwer werden kann. Sie wird hauptsächlich als Suppengemüse genutzt. Außerdem können Scheiben der Knolle als Sellerieschnitzel gebraten werden.

Staudensellerie (Apium graveolens var. dulce)

Beim Stauden- oder Stangensellerie werden die Blattstiele verwendet. Sobald sie lang genug sind, können sie einzeln oder zu mehreren frisch oder gekocht verwendet werden.

Würzsellerie (Apium graveolens var. secalinum)

Der Würzsellerie (auch Schnitt- oder Blattsellerie) wird ausschließlich als Gewürz verwendet. Zusammen mit Salz zum Beispiel als Selleriesalz. Dafür werden nur die Blätter verwendet.

Standort

Alle Sellerie-Varianten mögen einen warmen, sonnigen, etwas geschützten Standort. Die Lage sollte luftig, aber nicht windig sein. Je schneller die Pflanzen nach Regen abtrocknen können, umso weniger haben sie mit Pilzkrankheiten zu kämpfen.

Stangensellerie - Apium graveolens

Boden

Da es sich um Starkzehrer handelt, lassen sie sich besser auf schweren als auf leichten Böden anbauen. Gut

sind humose, lehmige Böden, die mit Kompost verbessert werden. Bei sandigen Böden bleiben die Stangen oder Knollen kleiner, deshalb sollte sandiger Boden mit vermehrten Kompostgaben zur Humusbildung angeregt werden.

Aussaat / Pflanzung

  • Zeitpunkt: Mitte bis Ende März
  • Aussaat: unter Glas vorziehen
  • Würzsellerie direkt aussäen
  • nur dünn mit Erde bedecken (Lichtkeimer)
  • Pflanzung: erst Mitte bis Ende Mai
  • Platzbedarf: mindestens 40x40 cm
  • Knollen des Knollenselleries beim Pflanzen nicht mit Erde bedecken

Hinweis: Wenn es zu kalt beim Auspflanzen ist, neigt der Sellerie zum Blühen.

Pflege

Zwischen den Selleriepflanzen regelmäßig hacken und mulchen, das beugt Unkrautbildung vor und verringert die Verdunstung. Allerdings handelt es sich um Flachwurzler, deshalb muss beim hacken vorsichtig vorgegangen werden.

Besonderheit Staudensellerie

Für Bleichsellerie müssen die Stangen des Staudenselleries gebleicht werden, dafür wird die Erde um die Pflanze herum angehäufelt. Eine weitere Variante ist es, die Stängel zusammenzubinden und mit dickem, dunklem Papier oder Karton zu ummanteln. Durch das bleichen wird der Geschmack milder. Das Anbauen von selbstbleichenden Sorten erspart zusätzliche Arbeit.

Gießen & Düngen

Sellerie benötigt zur Bildung großer Knollen und fleischiger Stiele viel Wasser. Er muss regelmäßig durchdringend gewässert werden. Bei Trockenheit erfolgt eine zusätzliche Wassergabe.

Besonders Knollensellerie noch ein- bis zweimal nachdüngen. Dafür Komposterde oder anderes organisches Material verwenden. Gut geeignet ist Hornmehl oder Hornspäne. Auch Mulchen trägt zur fortlaufenden Düngung bei.

Ernte & Lagerung

Knollensellerie

Die Ernte beginnt im Oktober, sobald die äußeren Blätter sich gelb färben. Die Knollen aus der Erde nehmen, direkt verwerten oder einlagern. Dazu die äußeren Blätter zurückschneiden und die

Knolle an einem kühlen Ort in feuchtem Sand einschlagen. Knollensellerie verträgt leichten Frost.

Stangensellerie

Die Ernte erfolgt ab etwa Juli fortlaufend bis zu den ersten Frösten, danach sind die Stangen nicht mehr genießbar. Die Pflanze bildet neue Stiele, wenn die äußeren entfernt werden. Bleichsellerie wird im Ganzen geerntet, dafür die Pflanze direkt über dem Boden abschneiden. Staudensellerie kann roh gegessen werden. Außerdem eignet er sich zum Kochen und Dünsten. Für einige Tage frisch halten sich die Stangen in einem angefeuchteten Küchentuch. Sie sollten im Kühlschrank lagern.

Würzsellerie

Das Gewürzkraut ist sehr vielseitig. Geerntet wird, sobald die Blätter groß genug sind. Sie können roh, getrocknet oder gekocht verwendet werden. Außerdem eignen sie sich zur längeren Lagerung.

Knollensellerie - Apium graveolens var. rapaceum

Hinweis: Knollen- und Würzsellerie eignet sich auch zum Einfrieren.

Sorten

Knollensellerie:

  • 'Monarch' (große, gut lagerfähige Knolle)
  • 'Ibis' (weißes Fleisch, schossfest)
  • 'Prinz' (pflegeleicht, robust)

Stangensellerie:

  • 'Darklet' (früh, im Februar aussäen, ab Juli ernten)
  • 'Tall Utah' (sehr ertragreich, milder Geschmack)
  • 'Spartacus' (besonders lange Stiele)
  • 'Golden Spartan' (gelbgrün, schnellwüchsig)
  • 'Pascal' (selbstbleichend)

Krankheiten

Blattfleckenkrankheit

Diese Krankheit wird durch Pilze verursacht und ist an gelblichen Flecken auf den Blättern erkennbar. Behandelt wird sie mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln. Besser ist es, vorzubeugen, indem die Pflanzen möglichst trocken gehalten werden und einen luftigen Standort bekommen.

Sellerieschorf

Es bilden sich rissige Stellen an den Sellerieknollen, durch die im Lager Fäulnispilze eindringen können. Der Sellerie ist demnach weniger gut haltbar. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, lässt sie sich nicht bekämpfen. Deshalb darauf achten, Jungpflanzen erst zu setzen, wenn der Boden sich ausreichend erwärmt hat. Außerdem auf die Fruchtfolge achten und eine mehrjährige Anpflanzpause einhalten.

Schädlinge

Blattläuse

Besonders in den engen Stellen zwischen den Selleriestängeln siedeln sich gern Blattläuse an, um Pflanzensäfte zu saugen. Solange es sich nur um wenige Tiere handelt, kümmern sich Nützlinge um die Schädlinge. Bei vielen Läusen hilft eine milde Seifenlauge, mit der die Pflanzen abgespült werden.

Schnecken

Schnecken sind vor allem für Jungpflanzen ein Problem. Diese werden durch so genannte Schneckenkragen für einzelne pflanzen geschützt oder das Beet wird mit einem Schneckenzaun eingefasst.

Küchensellerie - Apium graveolens var. secalinum

Selleriefliege

Ähnlich wie die Möhren- oder die Zwiebelfliege wird auch dieses Insekt vom Geruch der Pflanzen angelockt und legt an den Stängeln seine Eier. Die Larven fressen Gänge in das Innere der Pflanze und machen sie teilweise ungenießbar. Außerdem können die Knollen deutlich kleiner bleiben oder verkrüppeln. Am wirksamsten gegen Gemüsefliegen aller Art sind dichte Pflanzenschutznetze, die über die Kultur gebreitet werden. Sie müssen guten Bodenschluss haben, damit an keiner Stelle Fliegen eindringen können.

Nematoden

Die winzigen, mit bloßem Auge nicht sichtbaren Fadenwürmer sind ein Bodenproblem. Sie können sehr viele Gemüsearten befallen und schädigen das Wachstum. Fadenwürmer zu bekämpfen ist extrem schwierig. Zum einen müssen alle befallenen Pflanzen entsorgt werden, zum anderen hilft in hartnäckigen Fällen nur, die Fläche dauerhaft brach liegen zu lassen, das heißt, es dürfen auch keine Unkräuter dort wachsen. Über Monate hinweg werden die Nematoden so ausgehungert.

Hinweis: Das Anbauen bestimmter Pflanzen wie Tagetes hat eine bodenverbessernde Wirkung und kann Nematoden zurückdrängen.

Wühlmäuse

Auch Wühlmäuse richten großen Schaden im Gemüsegarten an. Sie fressen gern an Knollengemüse, also auch an Knollensellerie. Sie daran zu hindern ist sehr schwierig. Eine Möglichkeit ist, die Beete komplett mit tief eingegrabenem Maschendraht zu ummanteln. Ultraschallgeräte versprechen zwar Abhilfe, wirken jedoch nicht besonders gut. Verstecke für größere Nützlinge wie Wiesel sind da hilfreicher. Auch Ansitze für Raubvögel können helfen. Für die Gänge der Wühlmäuse gibt es spezielle Fallen.

Mischkultur

Gemüsearten in Mischkultur unterstützen sich gegenseitig, sie vertreiben mit ihren Gerüchen zum Beispiel bestimmte Schädlinge. Sellerie eignet sich zur Mischkultur mit Kohlarten, Fruchtgemüse und Lauch. Würzsellerie passt im Kräuterbeet gut zu Knoblauch. Weniger gut eignen sich Petersilie, Kartoffeln oder Mais.

Hinweis: Da Sellerie ein Doldenblütengewächs ist, sollten alle Varianten der Pflanze nicht nach anderen Doldenblütengewächsen angebaut werden. Dazu gehören etwa Möhren und Fenchel.

Samengewinnung

Natürlich gibt es Selleriesamen überall zu kaufen. Die eigene Saatgutgewinnung hat jedoch Vorteile. Geeignet sind dafür nur samenfeste Sorten, also keine Hybrid-Züchtungen. Sellerie blüht, wenn er zu kalt gepflanzt wurde. Für die Saatgutgewinnung bedeutet, dass, dass einige Pflanzen schon Anfang Mai oder Ende April gepflanzt werden. Die Dolden reifen an der Pflanze aus, werden aber geschnitten, bevor die Samen ausfallen. An einem trockenen Ort reifen die Samen noch eine Weile nach. Sind sie völlig trocken, können sie aus den Dolden geschüttelt werden. In einem dicht verschlossenen Gefäß halten sich die Samen mindestens bis zur nächsten Aussaat.