Spalierobstbäume haben nur einen geringen Platzbedarf und eignen sich deshalb für kleine Gärten, in denen normale Obstbäume nicht wachsen könnten. Damit lassen sich unansehnliche Mauern und Wände vorteilhaft verzieren. Jedoch ist das Erziehen der pflegeintensiven Obstgehölze an Spalieren vor allem in der Anfangszeit mit viel Arbeitsaufwand verbunden. Außerdem sind der Pflanzabstand und die Standortbedingungen für ein gutes Wachstum und reiche Ernte extrem wichtig.

Spalierformen

Spaliere eignen sich optimal, um auf kleinen Plätzen mit wenig Raum leckeres Obst anzupflanzen. Das Spalierobst kann entweder als Ergänzung dienen oder als Ersatz fungieren, wenn es im Garten für Obstbäume keinen geeigneten Standort gibt. Spalierobstbäume schmücken die Gartenlandschaft und verzaubern im Frühjahr mit zarten Blütenständen. Dann folgen im Spätsommer oder Herbst die

saftig-süßen Früchte der ausgewählten Obstsorte. Selbst im Winter, wenn nur noch das kahle Geäst am Spalier zu sehen ist, wirken diese weiterhin dekorativ. Beim Kauf oder bei der eigenen Herstellung der Spalierformen ist unbedingt auf eine stabile Konstruktion zu achten. Schließlich muss das Spaliergerüst das stetig wachsende Gehölz lange tragen können. Wer sich für ein Naturmaterial entscheidet, der sollte darauf achten, dass der Bambus oder das Holz gut abgelagert ist. Ansonsten kann dieses schnell anfangen zu verrotten.
  • Zur Auswahl stehen verschiedene Konstruktionsformen
  • Möglich sind Spaliergerüste aus Bambus, Holz, Draht und Stahl
  • Materialien lassen sich miteinander kombinieren
  • Spalierformen entsprechend dem Standort aussuchen
  • Ganz klassisch sind U-Spaliere und Doppel-U-Spaliere
  • Einarmige und zweiarmige Spalierformen sind ideal für beengte Standorte
  • Fächer und Kreispalmetten wirken optisch interessant
  • Gabelspaliere und V-Spaliere eignen sich für größeres Platzangebot
  • Spalier ca. 10 cm von Hauswand entfernt anbringen
  • In Höhe von etwa 40-50 cm zum Boden justieren

Geeignete Obstsorten

Im Grunde eignen sich alle Obstsorten als Spalierobstbäume, die auch normalerweise in den hiesigen Gärten kultiviert werden. Allerdings sind stets die jeweiligen Gegebenheiten und die regionalen Standortbedingungen zu beachten. Manche Obstgehölze brauchen den ganzen Tag intensive Sonneneinstrahlung. Dagegen kann sich bei anderen Obstsorten zu starke Sonne nachteilig auswirken und zu Verbrennungen führen. Deshalb sind diese Aspekte vor der Auswahl zu beachten, ansonsten kann das Gehölz nicht gut gedeihen und leckere Früchte ausbilden.

  • Äpfel und Birnen sind traditionelle Spalierobstbäume
  • Pfirsiche sind auf viel wärmende Sonne angewiesen
  • Weintrauben benötigen sonnigen Standort und Wärme
  • Robuste Sauerkirschen wachsen sogar an Nordwänden
  • Aprikosen vertragen keine Kälte
  • Feigen gehören ebenfalls zu den wärmeliebenden Obstsorten
  • Kiwis bringen exotisches Flair in den Garten
  • Brombeeren ranken sich hoch an den Spalieren empor

Standort

Birne - Pyrus - SpalierobstIn der Regel werden Spalierobstbäume an sonnigen Wänden und Mauern angebaut, da die Wärme für höhere Erträge bei der Ernte sorgt. Das Mauerwerk speichert tagsüber die Sonnenwärme und gibt sie dann nach und nach wieder ab, Auf diese Weise wird der Spalierobstbaum vor spät einsetzenden Frösten geschützt. Darüber hinaus

werden die Früchte nur geringfügig vom eigenen Blattwerk beschattet, da dieses an den ausgebreiteten Ästen der Spaliere entlang wächst. Wenn die Bedingungen vor Ort nicht optimal sind, lässt sich die Standortwahl auch mit ein wenig Geschick an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Jedoch vertragen nur wenige Obstsorten kalte und dunkle Standortbedingungen. Außerdem sind Obstgehölze an Spalieren sehr anfällig für starke Winde, deshalb sind sie auf spezielle Schutzmaßnahmen angewiesen. Bei der Auswahl der Spalierformen für den jeweiligen Standort ist der zur Verfügung stehende Platz zu beachten.
  • Ideal sind nach Süden ausgerichtete Hauswände und Gartenmauern
  • Heimische Apfel- und Birnbäume bevorzugen West- und Südwestwände
  • Bei fensterlosen Wänden ist jede Spalierform möglich
  • Bei Hausmauern mit Fenstern und Türen Spalierform daran anpassen
  • Stets Rücksicht auf bauliche Gegebenheiten legen
  • Auf windgeschützte Standorte achten
  • Hohes und breites Mauerwerk hält kalte Winde ab
  • Spalierobstbäume freuen sich über Regenschutz
  • Gut ist ein leicht überstehendes Dach
  • Spaliere lassen sich auch freistehend im Garten anbringen
  • Möglich ist das Konstruieren von Spalierformen als Laubengänge
  • Gut zum Abgrenzen von Gartenbereichen und Beeten geeignet
  • Sichtschutz am Zaun mit Spaliergehölzen ist ebenfalls machbar

Tipp: Wer keinen Garten hat, aber dafür eine große Terrasse oder einen weiträumigen Balkon, der kann Spalierobstbäume bei einem ausreichenden Platzangebot dort auch im Kübel kultivieren.

Pflanzen & Pflanzabstand

Wer sich das Pflanzen einfacher machen möchte, der kauft vorkultivierte Spalierobstbäume. Zwar stellen diese eine große Arbeitserleichterung dar, dafür ist der Preis weitaus höher. Wer Zeit und Geduld hat, der kann ganz normale Obstbäume selber in der gewünschten Spalierform erziehen. Jeder Spalierobstbaum braucht einen ausreichenden Pflanzabstand, sowohl zum benachbarten Gehölz als auch zur Wand. Ein Abstand zur Mauer ist wichtig, damit das Gehölz ebenfalls von hinten belüftet wird. Jedoch ist der Abstand zum Nachbarn von der Obstsorte und deren Wuchsform abhängig. Schmal nach oben wachsende Obstbäume oder Rankenpflanzen brauchen weniger Abstand, dicht in die Breite austreibende Sorten benötigen mehr Abstand. Spalierobstbäume wachsen viel kompakter und bilden nur einen relativ kleinen Wurzelballen aus. Deshalb können sie auch in einem Pflanzkübel kultiviert werden.

  • Guter Zeitpunkt zum Pflanzen ist von Oktober bis März
  • Nur an frostfreien Tagen
    aussetzen
  • Ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  • Sollte doppelt so groß und breit wie der Wurzelballen sein
  • Abstand von 30 cm zur Hauswand einhalten
  • Aushub mit reichlich Kompost vermischen
  • Dann Bäumchen einsetzen
  • Anschließend Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Gut festtreten und ausgiebig wässern
  • Ideal ist Abstand von etwa 2-2,5 m zum Nachbarn
  • Schlanke Rankenpflanzen kommen mit weniger Abstand aus

Schneiden

Apfel - Malus - SpalierDank der guten Schnittverträglichkeit und der fleißigen Arbeit des Gärtners lassen sich die Obstbäume im Laufe der Zeit in die gewünschte Form bringen. Beim jungen Spalierobstbaum beginnt das Schneiden direkt nach dem Einpflanzen, mit dem sogenannten Pflanzschnitt. Dann hat das Bäumchen den ganzen Frühling sowie die Sommermonate über Zeit, um fleißig auszutreiben. Im Herbst sind anschließend die nächsten Schnittmaßnahmen im Zuge des Erziehungsschnitts fällig. Nach diesen Prinzipien wird der Spalierobstbaum so lange erzogen, bis er die gewünschte Höhe, Breite und Form erreicht hat. Wenn dies nach einiger Zeit der Fall ist, werden die erforderlichen Schnittmaßnahmen nur noch als Erhaltungsschnitt durchgeführt.

Pflanzschnitt

  • Mittleren und senkrecht wachsende Leittrieb kürzen
  • Etwa bis zu einem Auge abschneiden
  • Untere Äste an den Seiten um etwa ein Drittel kürzen
  • Schnitt stets oberhalb eines Auges ansetzen, welches nach unten weist
  • Sämtliche weiteren Seitentriebe bis auf 3 Blätter abschneiden

Erziehungsschnitt

  • Zweites Paar Seitentriebe auf ca. 5 Blätter kürzen
  • Im Winkel von 45° zum senkrechten Leittrieb fest anbinden
  • Jedoch nicht zu fest vorgehen, um Triebe nicht abzuquetschen
  • Konkurrierende Triebe komplett beseitigen
  • Im folgenden Frühjahr das zweite Paar Seitentriebe endgültig fixieren
  • In waagerechte Position bringen
  • Im folgenden Herbst folgt das dritte Paar
  • Erneut im Winkel von 45° anbinden

Erhaltungsschnitt

  • Wird auch als Sommerschnitt bezeichnet
  • In den Sommermonaten durchführen
  • Dient der Erhaltung der Wuchsform
  • Intensiviert die Ausbildung der Blüten
  • Schränkt ausuferndes Wachstum ein

Hinweis: Obstgehölze an Spalieren brauchen viel Aufmerksamkeit und sind auf diverse Rückschnitte angewiesen. Abhängig von der Wetterlage sind auch mehrmals im Jahr Schnittmaßnahmen erforderlich.