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Olivenbaum im Topf und Kübel – besondere Ansprüche der Pflege

Mit seiner urig-knorrigen Gestalt und immergrünen Krone zelebriert der Olivenbaum mediterrane Gelassenheit auf Balkon und Terrasse. Da der magische Zier- und Obstbaum des Mittelmeeres nicht zur natürlichen Flora mitteleuropäischer Regionen zählt, wird er überwiegend im Topf und Kübel kultiviert. Hier gilt es, seinen besonderen Ansprüchen an die Pflege Rechnung zu tragen. Dieser grüne Ratgeber geleitet Sie praxisorientiert durch das Art-konforme Pflegeprogramm. Vom idealen Standort und dem ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt bis hin zum Rückschnitt und der erfolgreichen Überwinterung werden alle Aspekte detailliert beleuchtet.

Video-Tipp

Exkurs in die Biologie vereinfacht die Pflege

Bevor Sie eintauchen in das fachgerechte Pflegeprogramm für einen Olivenbaum, empfehlen wir Ihnen, sich ein wenig vertraut zu machen mit seiner Biologie. Umso einfacher geht Ihnen die Kultivierung im Topf und Kübel von der Hand.

Der immergrüne Olivenbaum ist im gesamten Mittelmeerraum beheimatet, wo er seit vielen Tausend Jahren als Nutzpflanze angebaut wird. In seinen Habitaten herrscht das typische mediterrane Klima mit Jahresmitteltemperaturen um 20 Grad Celsius. Seine Verbreitungsgebiete sind geprägt von Trockenheit, denn die Jahresniederschläge pendeln um 500 mm. Im Vergleich dazu beträgt in Deutschland die durchschnittliche Jahrestemperatur etwa 10 Grad Celsius bei einem Niederschlag von 800 mm bis 1.000 mm. Charakteristisch für die Olive ist, dass sommerliche Hitze von 40 Grad Celsius keine negativen Auswirkungen hat, während Temperaturen um den Gefrierpunkt den Baum erheblich in Mitleidenschaft ziehen.

Unter dem Einfluss des Mittelmeerklimas hat der Olivenbaum das folgende Wachstumsverhalten entwickelt:

  • Eine dichte Krone aus immergrünen, unterseits silbrig behaarten Blättern
  • End- und seitenständige Blütenrispen mit einer Länge von 2 bis 4 cm
  • Creme-weiße bis gelbliche Blüten, zumeist zwittrig, selten eingeschlechtlich
  • Blütezeit zwischen Mitte/Ende April bis Mitte/Ende Juni
  • Einsamige Steinfrüchte im Herbst
  • Bis zu 7 m tief reichendes, verzweigtes Wurzelsystem

In jungen Jahren verfügt der Olivenbaum über eine glatte, grünlich-graue Rinde. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich der unverwechselbare, knorrig-rissige Stamm, der bizarre Formen annehmen kann. Der Echte Ölbaum hat sich im Laufe seiner langen Evolution so ausgezeichnet angepasst, dass er in seiner Heimat ein sehr hohes Alter erreichen kann. Eines der ältesten Exemplare befindet sich auf Kreta und wird auf mehr als 4.000 Jahre taxiert.

Standort im Sommer

Für eine ganzjährige Kultivierung in Wohnräumen oder beheizten Wintergärten ist der Olivenbaum nicht geeignet. Sein Optimum entfaltet das Gehölz an einem Standort unter freiem Himmel, um hier die ungefilterten Sonnenstrahlen und frische Luft zu genießen. Wenn die Meteorologen im Frühjahr prognostizieren, dass die nächtlichen Temperaturen nicht mehr unter – 10 Grad Celsius fallen, nimmt Ihr exotisches Gehölz einen Standort mit den folgenden Rahmenbedingungen ein:

  • Vollsonnige Lage mit mindestens 4 bis 6 Sonnenstunden
  • Gerne vor der Südwand des Hauses oder auf dem Süd-Balkon
  • Idealerweise geschützt vor Wind und Regen
Olivenbaum - Olea europaea

Nass-kaltes Wetter im Frühjahr kann Ihrer Olive auch dann schaden, wenn sich die Temperaturen lediglich um den Gefrierpunkt bewegen. Warten Sie in diesem Fall bitte noch ab, bis sich trockenes Frühlingswetter durchsetzt. Demgegenüber ist es kein Grund zur Besorgnis, wenn der Sommer mit Temperaturen von 35 Grad und höher daher kommt und sich die Hitze zur Mittagszeit staut.

Tipp:

Bevor ein Olivenbaum seinen vollsonnigen Standort einnimmt, sollte er sich für 8 bis 10 Tage am halbschattigen Platz akklimatisieren. Unvermittelt direkter Sonne ausgesetzt, erleiden die immergrünen Blätter einen Sonnenbrand. Die daraus entstehenden hellbraunen Flecken verschandeln das schmucke Laub den ganzen Sommer hindurch.

Substrat

Im Topf kann ein Olivenbaum naturgemäß nicht das raumgreifende und tiefreichende Wurzelsystem entwickeln. Daher kommt der Qualität des Substrats eine besondere Bedeutung zu. Neben der Versorgung mit Nährstoffen, Wasser und Sauerstoff, bietet die perfekte Erde den Wurzeln eine zuverlässige Stabilität ohne Verdichtung. Diese Ansprüche erfüllt herkömmliche Blumenerde nicht annähernd. Spezial-Substrate für Oliven aus dem Fachhandel verfügen über die richtige Zusammensetzung, schlagen indes mit recht hohen Kosten zu Buche. Alternativ mischen Sie die Pflanzenerde selbst, die aus diesen Komponenten besteht:

  • Gut ausgereifter Gartenkompost
  • Wahlweise Rindenhumus aus dem Laden
  • Lehmhaltige Gartenerde oder Naturton
  • Kokos- oder Holzfasern
  • Garten-, Algen- oder Dolomitkalk
  • Blähton, Lavagranulat, Sand oder feinkörniger Splitt

Nach dem ultimativen Rezept für das perfekte Mischungsverhältnis werden Sie vergeblich Ausschau halten. Unter Olivengärtnern kursieren zahlreiche Empfehlungen, aus denen Sie im Lauf der Jahre Ihre persönliche Rezeptur entwickeln werden. Allgemeiner Akzeptanz erfreut sich ein Mix aus je 35 Prozent Lehmerde und Kompost, 20 Prozent Holz- oder Kokosfasern sowie 10 Prozent Aktivkalk und Quarzsand.

Diese Zusammensetzung signalisiert eine für mediterrane Pflanzen ungewöhnliche Kalktoleranz. Tatsächlich zählt ein pH-Wert zwischen 7 und 8 zu den zentralen Kriterien für ein vitales Wachstum Ihres Olea europaea. Es ist leider ein weit verbreiteter Irrtum, Oliven- und Zitronenbäume in dieser Hinsicht gleichzusetzen. Greifen Sie daher beim Kauf nicht zu Zitruserde, da diese für einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ausgelegt ist, was Ihrem Olivenbaum nicht gut tut.

Gießen

Olivenbaum - Olea europaea

Die besonderen Ansprüche an die Pflege im Topf finden darin Ausdruck, dass die Wasserversorgung sich deutlich von ausgepflanzten Olivenbäumen unterscheidet. Am vollsonnigen, warmen Standort verdunstet die Feuchtigkeit im Substrat rasch. Während im Beet das natürliche Regenaufkommen zumeist ausreicht und das bis zu 7 m tiefe Wurzelsystem gegebenenfalls über das Grundwasser für Ausgleich sorgt, ist eine Olive im Kübel auf regelmäßiges Gießen angewiesen. So machen Sie es richtig:

  • Ziel ist eine wechselfeuchte Pflanzenerde mit zwischenzeitlicher Trocknungsphase
  • Bei angetrockneter Substratoberfläche durchdringend gießen
  • So lange Wasser aus der Kannentülle laufen lassen, bis auch die Erde am Kübelboden feucht ist

Gießen Sie den Olivenbaum erst dann wieder, wenn die Fingerprobe auf eine angetrocknete Erde bis 1 bis 2 cm Tiefe hinweist. Diese Verfahrensweise stellt sicher, dass sich keine Staunässe bilden kann, die für jeden Olivenbaum lebensbedrohlich ist. Verwenden Sie bitte normales Leitungswasser, jedoch nicht unmittelbar aus dem Wasserhahn, wenn es noch eiskalt ist.

Tipp:

Mit einem Feuchtigkeitsmesser halten Sie ein wertvolles Hilfsmittel in Händen, um Ihren Olivenbaum bedarfsgerecht zu gießen. Wird der Mess-Stab ins Substrat gesteckt, zeigt eine Skala unzweifelhaft an, ob der Wurzelballen trocken, halbtrocken oder nass ist.

Düngen

Solange ein Olivenbaum wächst, blüht und fruchtet, benötigt er im Kübel zusätzliche Nährstoffe. Da die Vorräte im Substrat begrenzt sind, beginnt die Gabe von Dünger 6 Wochen nach dem Ein- oder Umtopfen. Seine besonderen Ansprüche an die Pflege erfordern die Verwendung von Spezialpräparaten für mediterrane Pflanzen, wie Compo Mediterraner Pflanzendünger, Oliven-Dünger High-Tech Olea von Green24 oder Chrystal Düngestäbchen mediterrane Pflanzen. Herkömmliche Volldünger, wie Blaukorn oder Entec, sind für Oliven nicht zu empfehlen. Die ideale Nährstoffzufuhr gestaltet sich so:

  • Von März bis September den Olivenbaum düngen
  • Einen flüssigen Olivendünger einmal pro Woche dem Gießwasser hinzugeben
  • Alternativ im März, Mai und Juli Düngestäbchen ins Substrat drücken
  • Wahlweise im März und Juni einen Langzeitdünger für mediterrane Pflanzen verabreichen

Von September bis Februar stellen Sie die Nährstoffzufuhr ein, da ein Olivenbaum während dieser Zeit kaum Energie verbraucht. Damit die im Dünger enthaltenen Nährsalze den Wurzeln keine Verbrennungen zufügen, gießen Sie bitte vor und nach der Verabreichung mit klarem Wasser.

Tipp:

Im ökologisch gepflegten mediterranen Garten decken Sie den Nährstoffbedarf Ihres Olivenbaums im Kübel mit einem flüssigen organischen Dünger ab. Ausgezeichnet geeignet ist der hochwertige Biobest Bio-Regenwurmdünger, den Sie von März bis September alle 8 bis 10 Tage ins Gießwasser geben.

Überwintern im Freien

Olivenbaum - Olea europaea

Die Rahmenbedingungen für einen Olivenbaum im Kübel so zu gestalten, dass er die heikle Winterzeit gut übersteht, stellt eine besondere Herausforderung dar. Das gilt umso mehr, wenn eine Überwinterung im Freien als Option in Betracht kommt, weil sich der Garten innerhalb der Winterhärtezone Z8 befindet. Hierzu zählen unter anderem die Weinanbaugebiete, der Niederrhein und andere Regionen, in denen die winterliche Tiefsttemperatur – 10 Grad Celsius beträgt. So nehmen Sie die Hürde einer Überwinterung im Topf unter freiem Himmel:

  • Eine große Holzkiste auf einem Pflanzenroller vor eine Hauswand oder in eine Mauernische stellen
  • Auf dem Boden der Kiste eine dicke Schicht Rindenmulch auslegen
  • Den Topf in der Mitte aufstellen und rundherum mit Stroh ausstopfen
  • Das Substrat mit Laub, Stroh, Sägespänen oder Holzwolle abdecken
  • Alternativ bis zum Kübelrand und auf dem Substrat Rindenmulch einfüllen
  • Die Olivenkrone umhüllen mit atmungsaktivem und lichtdurchlässigen Vlies

Je näher sich der Olivenbaum im Kübel an einer Hauswand befindet, desto mehr profitiert er während der Winterzeit von der dortigen Abwärme. Idealerweise ist der Winterplatz zugleich durch ein Vordach vor Nässe geschützt. Wo die Lösung mit der Holzkiste nicht zu realisieren ist, erhält der Topf einen dicken Wintermantel aus mehreren Lagen Vlies oder Folie.

Die Pflege während der Überwinterung im Garten oder auf dem Balkon beschränkt sich auf moderates Gießen. Trotz der Wachstumsruhe geben die immergrünen Blätter weiterhin Feuchtigkeit ab. Gießen Sie daher an frostfreien Tagen, um Ballentrockenheit zu vermeiden.

Überwintern hinter Glas

Wo der Winter mit strengem Frost einhergeht, erfordert die Überwinterung ein Quartier hinter Glas. Damit ist freilich kein gut geheiztes Wohnzimmer gemeint, da hier vollständiger Blattverlust unvermeidbar ist. Vielmehr wünscht sich Ihr Olivenbaum einen hellen, frostfreien Standort mit Temperaturen bis maximal 10 Grad Celsius. Eingeräumt wird der Kübel erst dann, wenn die Quecksilbersäule des Nachts unter – 5 Grad Celsius fällt. Einige Zeit unter Einfluss winterlicher Kälte setzt die Blüteninduktion für die nächste Saison in Gang und leistet somit Vorschub für eine reiche Olivenernte. So dirigieren Sie Ihren edlen Baum gesund und munter durch die Winterzeit:

  • Weiterhin moderat gießen, ohne Staunässe zu verursachen
  • Von Oktober bis Februar nicht düngen
  • Den Überwinterungsraum alle 2 bis 3 Tage lüften, ohne das kalter Durchzug entsteht

In die engere Wahl als Winterquartier kommen somit ein nicht geheizter Wintergarten, eine helle Garage oder ein kühles, lichtdurchflutetes Treppenhaus. Lässt es sich hier nicht vermeiden, dass die Temperaturen über 10 Grad Celsius steigen, gleicht eine Pflanzen- oder Tageslichtlampe den erhöhten Lichtbedarf aus. Verbannen Sie Ihre Olive hingegen in den dunklen Heizungskeller, ist dies die mit Abstand problematischste Option der Überwinterung. Inwiefern der daraus resultierende Blattabwurf im nächsten Frühling und Sommer ausgeglichen wird, ist selbst für Experten nicht vorherzusagen.

Schneiden

Das sehr langsame Wachstum verlangt nach einem planvollen Schnitt. Damit Ihr Olivenbaum seine wohlgeformte und dicht beblätterte Krone bewahrt, steht nicht in jedem Jahr ein Rückschnitt auf dem Pflegeprogramm. Unterziehen Sie daher im April und Mai Ihre Olive einer eingehenden Prüfung, um über die Notwendigkeit eines Schnitts zu entscheiden. Greifen Sie erst dann zur Schere, wenn der Baum von innen her verkahlt, lange Triebe aus der Form wachsen oder es zu Frostschäden an Zweigen gekommen ist. Der beste Termin für einen Form- und Erhaltungsschnitt ist ein bedeckter Tag kurz vor dem neuen Austrieb. Mit dieser Schnittführung gelingt es:

  • Im ersten Schritt die Krone auslichten, indem abgestorbene Äste entfernt werden
  • Zu lange Zweige einkürzen bis kurz vor einer Knospe oder einem Blattknoten
  • Zuerst die Leitäste schneiden und anschließend deren Seitenäste etwas mehr einkürzen
  • Unterhalb der Krone am Stamm befindliche Triebe auf Astring abschneiden
  • Erfrorene oder kranke Äste zurückschneiden bis ins gesunde Holz
Olivenbaum - Olea europaea

Treten Sie wiederholt einige Schritte zurück, um die weitere Schnittführung zu planen. Die gemächliche Wuchsgeschwindigkeit wird entstandene Löcher nur sehr langsam schließen. Schneiden Sie daher in kleinen Etappen oder lassen im Zweifel die Schere besser ruhen. Bitte beachten Sie, dass blattlose Zweige nicht unbedingt abgestorben sind. Bevor Sie einen vitalen Trieb entfernen, warten Sie bis zum Frühsommer ab. Erst wenn sich tatsächlich keine neuen Blätter zeigen, schneiden Sie den abgestorbenen Teil ab.

Umtopfen

An einem liebevoll gepflegten Olivenbaum wachsen Krone und Wurzelballen proportional zueinander. Das führt dazu, dass alle 2 bis 3 Jahre das Topfvolumen nicht mehr ausreicht, damit sich die Wurzeln und somit auch die Krone ungehindert entwickeln. Fernerhin ist nach einiger Zeit das Substrat derart ausgelaugt, dass auch regelmäßiges Düngen den Energiebedarf nicht mehr deckt. Herrscht im Kübel drangvolle Enge oder suchen sich die ersten Wurzeln einen Weg durch die Bodenöffnung, topfen Sie Ihre Olive zwischen Februar und Mai um. Der neue Kübel ist so groß, dass zwischen Wurzelballen und Topfwand zwei Finger Platz haben. So gehen Sie Schritt für Schritt fachkundig vor:

  • Mit einem Messer die Ränder des Wurzelballens vom Rand des Kübels lösen
  • Den Olivenbaum auf die Seite legen, an der Stammbasis erfassen und herausziehen
  • Den Wurzelballen kräftig schütteln und mit beiden Händen auflockern
  • Auf dem Topfboden aus Tonscherben oder Splitt eine 3-5 cm hohe Drainage anlegen
  • Darüber ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies legen

Messen Sie nunmehr nach, wie hoch die untere Substratschicht sein muss, damit später die Wurzelscheibe etwa 3 cm unter dem Topfrand liegt. Füllen Sie das empfohlene Substrat ein, setzen den Wurzelballen mittig darauf und verfüllen die Hohlräume. Zwischenzeitliches Andrücken der frischen Erde verhindert, dass sich Lücken bilden, die eine zügige Verwurzelung behindern. Im letzten Schritt gießen Sie durchdringend an. Die kommenden 8 Tage verweilt der umgetopfte Olivenbaum am halbschattigen Standort, um sich zu regenerieren.

Vermehren

Für die Vermehrung von Olivenbäumen empfehlen wir die Stecklings-Methode. Diese Vorgehensweise ist so praktikabel und erfolgversprechend, dass sie ebenfalls in den großen Olivenplantagen favorisiert wird. Mit Beginn der Vegetationsphase schneiden Sie von einjährigen Trieben 10 cm lange Kopfstecklinge, sofern der Rückschnitt nicht bereits das geeignete Material in Form von Schnittgut liefert. So verfahren Sie weiter.

  • Eine Vermehrungsschale füllen mit Kokosfasersubstrat und andrücken
  • Jeden Steckling 8 bis 10 mm unterhalb eines Blatts leicht schräg anschneiden
  • Die Hälfte des Stecklings entlauben
  • Die Schnittstelle in ein Bewurzelungspulver tunken
  • Die Ableger im Abstand von 2 bis 3 cm zu zwei Drittel in die Erde stecken
  • Stecklinge und Erde mit Wasser besprühen
  • Die Schale in ein beheizbares Zimmergewächshaus stellen

Für eine Bewurzelung von Olivenstecklingen ist eine Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 30 Grad Celsius wichtig. Lüften Sie das Minitreibhaus täglich und besprühen die Ableger mit zimmerwarmem Wasser, wenn das Substrat angetrocknet ist. Erst wenn sich ein frischer Austrieb zeigt, können die Stecklinge das Minigewächshaus räumen, denn jetzt reichen normale Zimmertemperaturen für das weitere Wachstum aus.

Häufige Krankheiten

Ein Olivenbaum ist anfällig für die Augenfleckenkrankheit, die ausgelöst wird durch den pilzlichen Erreger Spilocaea oleagina. Symptome für eine Infektion sind dunkle Flecken mit hellem Hof, die sich über das gesamte Blatt ausbreiten, sodass es abstirbt. Entfernen Sie beharrlich jedes kranke Blatt, entziehen Sie den Pilzsporen im frühen Befallsstadium die Möglichkeit der weiteren Ausbreitung. Sind mehr als die Hälfte der Krone befallen, bekämpfen Sie die Krankheit mit einem Fungizid auf Kupferbasis, wie Atempo Pilzfrei oder Cueva Pilz-frei von Neudorff.

Olivenbaum - Olea europaea

Beim Olivenkrebs haben Sie es mit einem hartgesottenen Bakterium zu tun, das über kleinste Wunden in der Rinde ins Innere der Pflanze eindringt. Neben braunen Verfärbungen, Rissen auf der Rinde und dunkelroten Läsionen, äußert sich diese Krankheit durch krebsartige Wucherungen. Bislang stehen keine wirksamen Bekämpfungsmittel zur Verfügung. Erkrankte Pflanzenteile sollten herausgeschnitten und verbrannt werden. Vorbeugende Maßnahmen sind ein regengeschützter Standort, keine Bewässerung Überkopf sowie die penible Desinfizierung von Schneidwerkzeugen.

Schädlinge

Eine zu warme Überwinterung schwächt Ihren Olivenbaum im Kübel erheblich und ruft Schildläuse aller Art auf den Plan. Anzeichen für einen Befall sind kleine Höcker auf den Blättern durch Napfschildläuse oder weiße Wattebäusche durch Woll- und Schmierläuse. Da die Schädlinge es auf den Pflanzensaft abgesehen haben, muss ihrem Treiben Einhalt geboten werden. Eine effektive Bekämpfungsmethode gegen die Läuse ist das Abwischen der Blätter mit einem Alkohol-getränkten, weichen Tuch. Bestäuben mit Kieselgur löst den Panzer von Schildläusen auf und trocknet die darunter befindlichen Insekten aus.  

Fazit

Ein Olivenbaum im Topf und Kübel wird seinem Nimbus als mediterranes Symbol für Langlebigkeit nur dann gerecht, wenn die Pflege seine besonderen Ansprüche berücksichtigt. Ein sonniger, warmer Standort im Sommer und ein heller, kühler Platz im Winter stellen die Weichen. Ein bedarfsgerechter Wasser- und Nährstoffhaushalt, abgestimmt auf die Jahreszeit, rundet das jährliche Pflegeprogramm ab. In Intervallen von 2 bis 3 Jahren stehen ein Form- und Erhaltungsschnitt sowie der Wechsel in einen größeren Topf auf der Agenda im Frühjahr. Bei allen Pflegemaßnahmen schwingt unterschwellig stets die Tatsache mit, dass ein Echter Ölbaum sich in seinen Ansprüchen von anderen mediterranen Pflanzen, wie Zitronen oder Orangen, in mancherlei Hinsicht unterscheidet. Wird den Anforderungen gemäß dieser Anleitung Rechnung getragen, haben Krankheiten und Schädlinge geringe Chancen auf einen Befall.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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