Knollen der Begonie sind kleine Wunderwerke. In ihrem Inneren lauert eine Blütenpracht, die ihresgleichen sucht. Im Freien dürfen sie erst ab Mitte Mai, wenn ihnen kein Frost mehr droht. Doch auch dann geht das Erwachen der Begonie nur zaghaft voran. Bis zur Blüte vergehen noch viele Wochen. Da hilft nur ein früherer Start durch Vortreiben in den eigenen vier Wänden.

Samen oder lieber Knollen?

Knollenbegonien können sowohl aus Knollen als auch aus Samen gezogen werden. Doch nicht beide Methoden sind gleich gut für den Hobbygärtner geeignet. Die Gewinnung von Neupflanzen aus Samen ist anspruchsvoll und langwierig. Will man die Begonien schon zeitig im Frühsommer zum Blühen bringen, muss mit der Aufzucht bereits im Winter begonnen werden. Doch dann sind die natürlichen Lichtverhältnisse nicht optimal. Eine Kunstlichtanlage müsste installiert werden. Da ist es wesentlich einfacher und günstiger auf Knollen zurückzugreifen.

Hinweis: Samen der Begonien sind schlechte Keimer. Meist geht etwa nur
die Hälfte auf.

Wo bekommt man Knollen her?

Sobald im Frühjahr die Tage länger werden und die Sonne etwas mehr Wärme spendet, wollen Blumenliebhaber am liebsten sofort loslegen. Dem entsprechend sind auch die Fachgeschäfte gut darauf eingestellt. So bieten sie Knollen bereits ab Januar zum Kauf an. Dort kann man nach Lust und Laune stöbern und geeignete Begoniensorten auswählen. Knollen müssen allerdings nicht immer wieder neu im Handel gekauft werden. Sie können auch gut überwintert werden. Nach der Winterruhe treiben sie neu aus. Sie können sogar mehrfach geteilt werden, um so noch mehr Neupflanzen zu erhalten.

Welchen Nutzen bringt das Vortreiben?

Damit die Begonie früher blüht, muss ihr Wachstum entsprechend früher einsetzen. Allerdings sind die Knollen der Begonie frostempfindlich und dürfen keinesfalls zu früh aus dem Winterschlaf geweckt werden. Erst nach den Eisheiligen dürfen sie direkt ins Beet oder in Töpfen gepflanzt werden. Wie schnell sie dann austreiben, hängt auch mit der vorherrschenden Witterung zusammen. Doch auch bei idealen Bedingungen benötigt die Pflanze immer noch mehrere Wochen, bis sie erblühen kann. Je später sie jedoch blüht, umso kürzer fällt die Blühphase aus. Das ist schade, denn ihre Blüten sind so zahlreich und farbenfroh. Das Vortreiben der Knollen bringt einen wichtigen Zeitvorsprung. In hellen und warmen Räumen kann sich die Pflanze zeitig entwickeln, sodass sie schon bald nach dem Auspflanzen blühen kann.

Der richtige Zeitpunkt zum Vortreiben

Knollenbegonie Begonia tuberhybridaAuch Knollen, die in Innenräumen austreiben sollen, benötigen dafür geeignete Bedingungen. Dazu gehören vor allem ausreichend Wärme und Licht. Während die Temperatur in Innenräumen leicht gesteuert werden kann, ist das natürliche Licht von der Tageslänge abhängig. Von diesem Kriterium hängt auch der ideale Zeitpunkt für das Vortreiben ab. Auf alle Fälle muss der dunkle Winter abgewartet werden. Sobald die Tage jedoch länger und heller sind, kann mit dem Vortreiben begonnen werden.
  • frühestens ab Februar möglich
  • ideal ist der Monat März
  • sogar April bringt einen merklichen Zeitvorsprung

Die optimalen Rahmenbedingungen

Die Begonien benötigen einen Standort, an dem sie schon zu einem frühen Zeitpunkt freiwillig aus ihrem Winterschlaf erwachen. Wärme und Licht müssen unbedingt stimmen, erst dann entwickelt sich aus der Knolle neues grünes Leben.
  • Temperatur sollte durchgehend mind. 10 Grad betragen
  • 15 Grad sind ideal
  • auch bei Zimmertemperatur ist Vortreiben möglich
  • hilfreich ist Wärme, die von unten kommt
  • z. B. Von einem Heizkörper unmittelbar unter der Fensterbank
  • heller Fensterplatz sorgt für ausreichend Licht
  • auch halbschattiges Kellerfenster ist geeignet
Hinweis: Begonien mögen zwar Wärme und Licht, direkte Sonnenstrahlung ist ihnen jedoch nicht zuträglich.
Der ideale Platz zum Vortreiben sollte daher nicht in Richtung Süden zeigen.

Geeignete Gefäße

Begonienknollen müssen für das Vortreiben in die Erde gepflanzt werden. Dafür sind geeignete Gefäße von Nöten.
  • Töpfe
  • Schalen
  • Kisten
  • und ähnliche Behältnisse
  • müssen ausreichend groß sein
  • mit Abflusslöchern versehen
Tipp: Wenn die Begonie im Sommer in einem Topf weiter wachsen soll, können Sie diesen gleich für das Vortreiben verwenden. So sparen Sie sich das spätere Umtopfen.

Das richtige Substrat

Für das Vorziehen von Begonien reicht handelsübliche Blumenerde vollkommen aus. Ausgewachsene Begonienpflanzen mögen keine Staunässe. Das gilt auch für Knollen, die frisch austreiben. Deswegen sollte der Blumenerde etwas Sand beigemischt werden, damit diese lockerer und durchlässiger wird. Überschüssiges Wasser kann so schnell durch die Topflöcher abfließen.

Tipp: Auch spezielle Anzuchterde kann für das Vortreiben verwendet werden. Sie ist allerdings etwas teurer als die normale Blumenerde, wobei sie keinen entscheidenden Vorteil bringt.

Anleitung für das Vortreiben

Knollenbegonie Begonia tuberhybridaNachfolgend sind die einzelnen Schritte für das Vortreiben von Knollenbegonien ausführlich beschrieben. Diese genau einzuhalten ist wichtig, denn nur wenn das Vortreiben glückt, können die Begonien die Freiluftsaison bereits mit Blütenknospen starten.

1. Besorgen Sie rechtzeitig geeignete Töpfe in ausreichender Anzahl, Erde sowie Begonienknollen.

2. Legen Sie die Knollen in einen Eimer mit lauwarmem Wasser, wo sie sich für etwa 24 Stunden mit Wasser vollsaugen können.

3. Legen Sie in eine Drainageschicht am Boden der Töpfe, damit überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Die Drainageschicht ist besonders wichtig, wenn die Begonien auch im Sommer in diesen Töpfen verbleiben sollen.

4. Füllen Sie die Töpfe mit Erde auf. Lassen Sie jedoch noch mehrere Zentimeter frei.

5. Teilen Sie die Knollen, sofern Sie mehrere Pflanzen wünschen. Jedes Teilstück sollte über mindestens ein Triebauge verfügen.

6. Legen Sie die Knollen auf die Erde, mit der gewölbten Seite nach unten. Geben Sie jeder Knolle einen eigenen Topf. Nur in sehr große Gefäße können mehrere Knollen gesetzt werden. Diese sind so zu platzieren, dass sie möglichst viel Abstand voneinander haben.

7. Knollen zur Hälfte mit Erde bedecken. Die obere Hälfte der Knolle, die mit der tellerartigen Vertiefung, darf nicht bedeckt werden. Die Triebe, sofern sie sich schon sichtbar zeigen, müssen aus der Erde herausschauen.

8. Gießen Sie die Erde an. Geben Sie das Wasser nur auf die Erde, niemals auf die Knolle selbst.

9. Stellen Sie die Töpfe mit den Knollen einen geeigneten Standort. Eine Temperatur um 15 Grad ist ideal. Wenn sie viel wärmer stehen, werden die Triebe weich und die Wurzeln bilden sich nicht gut aus.

10. Lassen Sie die Erde nie ganz austrocknen. Das Besprühen der Erde mit einer Flasche hat sich bewährt. Zwei Mal in der Woche ist ausreichend. Dabei sollte Staunässe vermieden werden. Auch die Knolle darf nicht zu nass werden. Wenn sich Wasser auf ihr sammelt, kann das zu Fäulnis führen.

11. Geben Sie den Töpfen einen helleren und wärmeren Standort, sobald sich die ersten hellen Triebe zeigen. Jetzt darf auch etwas mehr gegossen werden, da der Wasserbedarf steigt. Staunässe ist aber weiterhin zu vermeiden.

12. Kneifen Sie alle Blütenknospen ab, die sich schon im März und April zeigen. Dadurch spart die Pflanze Kraft für die Hauptblütezeit ab Mai.

13. Pflanzen Sie einzelne Begonien um, wenn Sie feststellen, dass ihnen im aktuellen Topf zu eng geworden ist.

14. Härten Sie die Pflanzen ab. Stellen Sie dafür die Töpfe tagsüber nach draußen, sobald die Temperatur über 15 Grad klettert. Beginnen Sie zunächst mit wenigen Stunden und steigern Sie nach und nach die Zeitdauer. Wählen

Sie einen schattigen bis halbschattigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Achten Sie auf die Wettervorhersage und holen Sie die jungen Begonien nachts vorsichtshalber rein, damit sie nicht unter späten Nachtfrösten leiden. Tipp: Achten Sie beim Einpflanzen unbedingt darauf, dass die Knollen richtig herum aufliegen. Die Seite mit der sichtbaren "Delle" muss nach oben zeigen. Dieser Hohlraum darf auch nicht mit Erde bedeckt sein. Zu Beginn können die Töpfe mit Folie abgedeckt werden, damit die Erde warm und feucht bleibt. Sie sollte jedoch regelmäßig zum Lüften abgenommen werden. Wenn die Knolle erste Triebe zeigt, kann die Folie ganz abgenommen werden.

Vorgetriebene Knollen auspflanzen

Die richtige Zeit für das Auspflanzen der vorgetrieben Knollen ist nach den Eisheiligen Mitte Mai. Die tagsüber vorherrschenden Temperaturen sind nicht entscheidend, solange noch nachts die Gefahr von Minusgraden herrscht. Lassen Sie sich daher von sonnigen Apriltagen nicht dazu verleiten, zu früh zu handeln.

Knollen für die nächste Saison überwintern

Wenn Begonien im nächsten Jahr weiter blühen sollen, müssen sie rechtzeitig vor winterlicher Kälte geschützt werden. Sie sind nämlich nicht winterhart. Bereits bei geringem Frost können sie absterben. Die Knollen können in Innenräumen gut überwintern und zeitig im Frühjahr zum Vortreiben gebracht werden. So bekommt man kostenlos neue Pflanzen.
  • ab September das Gießen einstellen
  • Erde um die Knolle antrocknen lassen
  • Knollen ausgraben nachdem das Laub verwelkt ist
  • Ausgraben muss vor dem ersten Frost erfolgen
  • etwa im November
  • Knolle trocknen lassen und von Erde befreien
  • Lagerung in einer luftdurchlässigen Kiste mit trockenem Sand
  • optimale Lagertemperatur liegt bei 5 bis 7 Grad
  • trockener, dunkler und kühler Raum ist ideales Winterquartier
Tipp: Eine im Topf blühende Begonie kann auch auf einer Fensterbank überwintern, wo sie weiterhin mit ihren Blüten erfreut.