Mit ihren wundervollen Trompetenblüten haben Petunien eine lange Tradition in unseren Gärten. Verschiedenen Sorten wetteifern fleißig um die Gunst des Betrachters. Im Sommer sind im Idealfall an jeder Pflanze mehr Blüten dran als Blätter. Petunia Serfinia ist eine besondere Züchtung, die den Blütenreigen auch unter nicht ganz optimalen Bedingungen bietet. Lesen Sie hier, welche Pflege diese Hybride zum Blühen antreibt.

Wuchs und Blüte

In der Sprache der brasilianischen Ureinwohner bedeutet Petun Tabak. Die Petunie ist in der Tat auch mit der Tabakpflanze verwandt. Ursprünglich kommt sie aus dem tropischen Südamerika. Ihr Blütenreichtum hat sie früh in die Welt hinaus getragen. Die Begeisterung für dieses Blühwunder hat inzwischen auch Hybridsorten hervorgebracht, die in unseren Breitengraden besser gedeihen. Dazu gehört auch die japanische Züchtung Petunia Surfinia.
  • stehende Sorten werden etwa 30 cm hoch
  • hängende Sorten bilden bis zu einem Meter lange Ranken
  • sind ausgesprochen wachstumsfreudig
  • kommen besser mit Regen klar
  • erblühen innerhalb von nur 6 bis 8 Wochen
  • große,
    trichterförmige Blüten
  •  Blütezeit ist ab Juni
  • vorgezogene Pflanzen blühen auch früher
  • große Auswahl an kräftigen Blütenfarben
  • auch mehrfarbige Blüten sind möglich

Beliebte Sorten

Die Surfinie ist im Handel in vielen verschiedenen Sorten erhältlich. Der sichtbare Unterschied ist die Farbe der Blüten. Doch auch in anderen Eigenschaften, wie Blütengröße, Wuchsform und Kälteempfindlichkeit, unterscheiden sich die einzelnen Sorten voneinander. Nachfolgend einige beliebte Sorten geordnet nach der Blütenfarbe.
  • Weiß: Bright Dream, White,
  • Blau: Blue, Sky Blue, Happy Sophia, Blue vein
  • Rot: Red, Ratio Red, Burgundy, Giant purple
  • Gelb: Victorian Yellow, Gelb
  • Rosa: Hot red, Hot pin, Pink vein, Pastel, Repens Pink Star
  • Violett: Amethyst, Purple, Purple var
  • dreifarbig: Celebration Karneval ( gelb, blau und rot)

Standort

Alle Petunien Sorten mögen Sonne und die damit einhergehende Wärme. Die Hybridsorte Petunia Surfinia bildet da keine Ausnahme. Schattige Plätze stören ihre Entwicklung durch mangelndes Licht. Sie sollten diesen Blühmeistern erspart werden. Hin und wieder Regentropfen gehören zu einem Standort im Freien naturgegeben dazu. Die Surfinia kommt damit deutlich besser klar, als herkömmliche Sorten. Dennoch ist ein regengeschützter Platz vorteilhafter für sie und sollte ihr nach Möglichkeit bereitgestellt werden. Hängende Sorten sind im Spiel der Naturkräfte zusätzlich dem Wind ausgeliefert, der mit ihren langen Trieben ganz unsanft umgeht. Da der Wind leider nicht abbestellt werden kann, muss ein windgeschützter Standort für diese Surfinienart gefunden werden.
  • liebt es sonnig und warm
  • mag keinen Schatten, dann droht Mehltau
  • mangelndes Licht hemmt zudem die Blütenbildung
  • der ideale Standort ist regen- und windgeschützt  
  • im Freien nur in der frostfreien Jahreszeit stellen
Hinweis: Eine sehr sonnig stehende Petunie begeistert einerseits mit einer Flut an Blüten. Andererseits muss ihr ständig Wasser nachgeliefert werden. Das Gießen darf selten einen Tag "vergessen" werden.

Substrat

Petunien PetuniaWer ein Gartencenter betritt, staut nicht selten über die Menge an angebotenen Erdmischungen. Für fast jede Pflanzenart ist ein spezielles Substrat zu finden, so auch für die Petunie. Dieses berücksichtigt die Erwartungen, die diese Pflanze an ihr Erdreich stellt. Es sollte etwas sauer sein, dann fühlt sie sich darin heimisch und wohl. Wer nicht diese meist teurere Fertigmischung kaufen möchte, kann ganz einfach selbst ein saures Milieu bereitstellen. Als Basis dient ganz normale Blumenerde, die zusätzlich angereichert wird.
  • normale Blumenerde als Basis
  • nährstoffreich und durchlässig
  • etwa die gleiche Menge Moorbeeterde dazugeben
  • pH-Wert von 5,5 ist optimal
Tipp: Auch reine Blumenerde hat sich bei Petunien bewährt, allerdings ist hier gute Qualität unverzichtbar. Nur dann tut sie der Petunie gut.
 

Pflanzen

Später Frühling ist die richtige Zeit, um Petunien zu pflanzen. Erst ab Mitte Mai sind die Pflanzen der eisigen Bedrohung durch
Fröste nicht mehr ausgesetzt. Die Hybride Petunia Surfinia ist weniger frostempfindlich. Sie darf schon etwas früher in die Gartensaison starten. Eventuelle nächtliche Spätfröste übersteht sie meist gut. Petunien wirken in Gesellschaft anderer Petunien voluminöser und beeindruckender, deswegen werden gern mehreren Pflanzen in ein Gefäß gepflanzt. Ihre Wurzeln breiten sich jedoch gern aus, daher sollte nicht zu eng bepflanzt werden. Wenn mehrere Petunienarten zusammenwachsen, ist darauf zu achten, dass die Sorten hinsichtlich ihrer Ansprüche gut miteinander harmonieren.
  • pro Hängeampel 2 bis 3 Pflanzen
  • pro großem Blumenkasten ca. 5 Pflanzen
  • Wurzeln brauchen Platz, nicht zu eng pflanzen
  • Pflanzabstand sollte mind. 15 cm betragen
  • sie mögen Wasser aber keine Staunässe
  • Drainageschicht im Gefäß ist sinnvoll
  • nährstoffreiche, durchlässige und leicht saure Erde verwenden
  • Langzeitdünger beimischen
  • bei aufrechten Sorten im Freiland Kompost dazugeben
Tipp: Für die durstigen Petunien sind Pflanzgefäße mit Wasserreservoir ideal. Sie können sich daraus für einige Tage selbstständig mit Wasser versorgen. So kann mit einem guten Gewissen ein eigener Wochenendausflug gewagt werden.

Gießen

Gießen, gießen und noch mal gießen. Morgens, abends und das jeden Tag. Zumindest im Sommer, an den besonders heißen Tagen. Darauf muss sich jeder Pflanzenfreund einstellen, wenn er diese Pflanze zu vollem Erblühen bringen möchte. Von einer kurzen Trockenphase erholt sich die Petunie meist schnell. Muss sie mehrmals Trockenzeiten durchleiden, wird sie dauerhaft geschwächt und zieht Krankheiten und Schädlinge magisch an.
  • regelmäßig und reichlich gießen
  • bei hohen Temperaturen zwei Mal täglich
  • morgens und/oder abends
  • nie in der prallen Mittagshitze gießen
  • weiches Wasser verwenden, Regenwasser bietet sich an
  • hartes Wasser mit etwas Eisendünger anreichern
  • Wasser auf den Erdboden oder im Wasserreservoir gießen
  • beim Gießen nicht die Blätter oder Blüten benetzen
Hinweis: Der Erdballen sollte immer feucht sein. Wenn die Erde austrocknet, folgen im Nu gelbe Blätter. Dabei muss die Feuchtigkeit mit Augenmaß gleichmäßig gehalten werden, keinesfalls darf sie sich in Staunässe verwandeln.

Düngen

Petunien sind stark zehrende Pflanzen. Mit Ihren Wurzeln saugen sie ununterbrochen Nährstoffe aus der sie umgebenden Erde. Schon beim Start sollte sie daher eine nährstoffreiche Mischung erwarten. Kompost trägt zu einer gesicherten Versorgung bei, Langzeitdünger ebenso. Blühpflanzendünger steuert den Rest dazu.
  • nährstoffreiche Erde
  • Langzeitdünger einarbeiten
  • Blühpflanzendünger 1-2 Mal wöchentlich
  • während der gesamten Saison
Tipp: Blühüflanzendünger verabreichen Sie der Petunie am besten über das Gießwasser.

Schneiden

Alle grünen Triebe und die leuchtend farbigen Blüten der Surfinia sind willkommen, da muss nichts weg geschnitten werden. Konsequent und zeitnah sollten jedoch alle verblühten Pflanzenteile entfernt werden. Zum einen sieht die Pflanze nur mit prallen Blüten viel schöner aus. Zum anderen bringt das Entfernen von Verblühtem immer neue Blüten und Triebe hervor.
  • verblühte Blüten entfernen und damit Neubildung anregen
  • Triebspitzen abknipsen, wenn stärkere Verzweigung erwünscht ist
Petunien, die ihr blühendes Werk vollbracht haben und in ein Winterquartier sich ausruhen dürfen, verlangen jetzt auch nach der Gartenschere.
  • alle Petunien, die überwintert werden
  • vor dem Einbringen zurück schneiden
  • alle Triebe auf etwa 20 cm Länge kürzen
  • im Frühjahr dünne und kraftlose Triebe entfernen

Vermehren

Petunien PetuniaSurfinien sind Hybridpflanzen, die keine oder nicht keimfähige Samen bilden. Die Vermehrung der Surfinien über Samen ist daher nicht möglich. Dafür lassen sie sich gut über Stecklinge vermehren. Und das geht wie folgt:

1. Schneiden Sie einen oder mehrere Triebe von der Pflanze ab. Diese sollten etwa 15 cm lang sein.

2. Entfernen Sie alle Blüten und Knospen, die sich noch daran befinden.

3. Lassen Sie ebenfalls nur noch zwei Blätter stehen.

4. Stellen Sie die Stecklinge in ein Glas mit Wasser, damit sie zunächst bewurzeln können.

5. Topfen Sie die Stecklinge ein,

sobald sich einige Wurzeln gebildet haben. Tipp: Knipsen Sie nach dem Einpflanzen regelmäßig die Triebspitzen der jungen Petunie ab, damit die Verzweigung gefördert wird. So erhalten Sie einen schönen, dichten Wuchs.

Krankheiten und Schädlinge

Die Züchtung der Petunia Sufinia hat eine robustere Pflanze hervorgebracht, dennoch ist auch diese Sorte immer noch anfällig für Schädlinge. Achten Sie daher gut auf mögliche Anzeichen, damit Sie schnell reagieren können. Besonders häufig bedrohen folgende Schädlinge und Krankheiten die Petunie:
  • Blattläuse
  • Weiße Fliege
  • Echter Mehltau
  • verschiedene Viren
Wenn die Petunie von Viren befallen wird, sterben Pflanzenteile nach und nach ab. Leider gibt es dagegen kein wirksames Mittel. Gegen andere Krankheiten und Schädlinge kann und sollte etwas unternommen werden. Wenn die Pflanze nicht entsprechend behandelt wird, wird sie anfällig für weitere Erkrankungen, die sie endgültig zu Fall bringen können. Zudem kann sie andere Pflanzen anstecken.
  • Brennnesselsud hilft bei Blattläusen
  • Schmierseifenlösung ist gegen Blattläuse und Weiße Fliegen wirksam
  • Gelbtafeln ziehen Weiße Fliegen an
  • Milch-Wasser-Gemisch im Verhältnis 1:9 bekämpft Mehltau
Wenn Sie an Ihrer Petunie keine Schädlinge entdecken, könnten gelbe Blätter auch auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Gegen die sogenannte Chlorose schafft Eisendünger schnell Abhilfe.

Hinweis: Erkrankte Petunien, die Sie nicht mehr retten können, dürfen keinesfalls auf dem Komposthaufen landen.

Überwintern

Die schnell wachsenden Petunien werden in der Regel als einjährige Pflanzen kultiviert. Doch es ist durchaus möglich die Pflanze zu überwintern und im nächsten Jahr erneut zur Blüte zu bringen. Da die Petuniensorten durchweg nicht winterhart sind, müssen sie in Innenräumen durch kalte Jahreszeit durchstehen.
  • heller und kühler Raum ist ideal
  • Raumtemperatur sollte bei 5 bis 10 Grad liegen
  • alle Triebe stark zurück schneiden
  • auf etwa 10 cm Länge
  • müssen vor Frost ins Winterquartier
  • auch während der Winterruhe regelmäßig gießen
  • jedoch nur mit kleinen Mengen Wasser