Wer beabsichtigt, einen Mangobaum selber zu ziehen, benötigt dafür eine sehr reife oder auch überreife Mangofrucht, die jedoch noch nicht zu faulen beginnt. Je reifer die Mango, desto leichter lässt sich der Samen entnehmen und desto schneller erfolgt die Keimung. Eine reife Mango erkennt man an einer ledrigen, schrumpeligen Haut. Ihr Fruchtfleisch gibt schon bei schwachem Druck nach. Die Frucht verströmt einen starken, süßen Duft. Auf ihrer Schale sind schwarze Pünktchen sichtbar.

Besorgen einer geeigneten Mangofrucht oder eines Samens

Wenn Sie eine Mango direkt einem früchtetragenden Baum entnehmen, ist diese ein idealer Samenspender. Doch diese Gelegenheit bietet sich in den wenigsten Fällen. Am einfachsten ist es eine Mango aus dem Supermarkt zu kaufen. Doch diese Früchte könnten mit keimhemmenden Mitteln behandelt worden sein. Zudem könnte der Samen auf der langen Reise, die die Mango zurückgelegt hat, Schaden genommen haben oder eingetrocknet sein. Etwas sicherer ist es, eine Mango bei einem Obsthändler zu kaufen, die aus
biologischem Anbau stammt. Alternativ kann auch bei einem Samenhändler ein Mangosamen gekauft werden. Doch in vielen Fällen klappt das Züchten einer Mangopflanze aus einem Fruchtkern auch schon, wenn die Frucht auf dem einfachsten Weg erstanden wurde, und aus dem Supermarkt um die Ecke stammt.

Frucht nachreifen lassen

Mango FruchtAn einem warmen, sonnigen Platz, beispielsweise auf der Fensterbank, reift die gekaufte Mango noch etwas nach. Erst wenn sie alle Zeichen einer wirklich reifen Frucht zeigt, sollten Sie damit beginnen, den Samen aus ihr zu gewinnen.

Den Samen aus der Frucht heraustrennen

Um der Mango den Samenkern zu entnehmen, können spezielle bei Samenhändlern erhältliche Werkzeuge verwendet werden. Alternativen sind eine scharfe Schere, ein scharfes Messer oder ein Schraubenzieher bei der Samenentnahme behilflich. Dabei ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, um weder die eigenen Hände zu verletzen, noch den Samenkern zu beschädigen.
So gehen Sie vor:
  • Mango schälen
  • Fruchtfleisch mit einem Messer grob vom Kern entfernen
  • äußeren Kern gründlich von Fruchtfleischrückständen säubern
  • Kern vorsichtig mit einem scharfen Messer oder einem Schraubenzieher an der Spitze spalten, beziehungsweise aufhebeln.
Tipp: Sollte es an der oberen Seite nicht funktionieren, einfach den Kern herumdrehen und probieren, ob es an der unteren Seite leichter geht. Die beiden Schalen des äußeren harten Kerns müssen nicht vollständig getrennt werden. Es reicht, den Kern etwas zu öffnen. Der weiche, leicht nierenförmige innere Kern ist der eigentliche Samen.
  • wird der äußere Kern nur geöffnet, besteht nur eine sehr geringe Gefahr, dass der Samen beschädigt wird, dafür beträgt die Keimzeit vier bis sechs Wochen
  • Alternativ kann der äußere Kern vollständig vom Samen entfernt werden
  • Dazu den harten Kern vollständig aufspalten oder Ränder mit einer scharfen Schere knapp abschneiden und Samen komplett freilegen.
  • Beschädigung des inneren Kernes, beziehungsweise des Samens unbedingt vermeiden, weil sonst seine Keimung unsicher ist.
  • Abschließend alle losen Häute rings um den Samen vorsichtig mit der Hand entfernen
Tipp: Der Kern lässt sich leichter spalten, wenn er vor dem Öffnen getrocknet wird. Dafür sollte er mit einem Papierhandtuch abgetrocknet und anschließend an einen sonnigen und gut belüfteten Platz gelegt werden. Zudem gilt: Je reifer die Mango, desto leichter lässt sich ihr Kern öffnen.

Samenkern zum Keimen bringen

Mangobaum züchten - AnleitungEs gibt verschiedene Möglichkeiten, den aus der Frucht gewonnenen Samenkern zum Keimen zu bringen. Er kann entweder direkt in lockere Anzuchterde gesteckt werden, oder man lässt ihn in einem Gefrierbeutel oder in einer verschließbaren Plexiglas-Dose keimen. Bei der
ersten Variante zeigt sich der Keim nach etwa vier Wochen. Bei der zweiten Variante kann bereits nach wenigen Tagen ein Erfolg sichtbar sein.
So gehen Sie beim Keimen in Anzuchterde vor:
  • Topf mit Abflusslöchern besorgen
  • lockeres Substrat mithilfe Torf, Sand und Kokusfasern herstellen oder fertige Anzuchterde verwenden
  • Boden des Topfes mit Tonscherben oder Steinen bedecken, um eine Drainage herzustellen, die für einen guten Abfluss des Wassers sorgt
  • Topf mit dem vorbereiteten Substrat füllen
  • leicht geöffneten Kern aufrecht in das Substrat stecken oder schalenlosen Samen flach in das Substrat stecken und leicht mit Erde bedecken.
  • Substrat mithilfe einer Wassersprühflasche gut mit kalkarmem Wasser befeuchten
  • Zur Erhaltung der Luftfeuchtigkeit kann der Topf anschließend mit einer durchsichtigen Folie bedeckt, oder das Besprühen täglich wiederholt werden.
  • Topf mit Keim an einen hellen Ort stellen, an dem Temperaturen zwischen 24 bis 30 Grad herrschen.
Tipp: Um Schimmel und Krankheiten zu vermeiden, Anzuchterde vor der Verwendung im Backofen auf etwa 150 Grad erwärmen.

So gehen Sie beim Keimen im Gefrierbeutel oder in der Plexiglas-Dose vor:
  • Papier-Küchentücher besorgen und mit kalkarmem befeuchten
  • Samen darauf legen
  • zweite Schicht feuchte Küchentücher auf den Samen legen
  • alternativ Samen in ein feuchtes Baumwolltuch wickeln
  • feuchtes Tuch oder Papier mit Samen in einen Gefrierbeutel oder eine Plexiglas-Dose geben
  • Dose oder Beutel verschließen und an einen etwa 24 Grad warmen und hellen Ort legen
  • nach wenigen Tage kann sich der ersehnte Keim zeigen, der dann zum Weiterwachsen in einen Topf gesetzt werden sollte

Die richtige Pflege

MangobaumMit den richtigen Tricks hat man lange Freude an der Pflane und kann sie gut wachsen und gedeihen lassen.

Standort

Um gut wachsen und gedeihen zu können, benötigt das Mangopflänzchen wie bereits der Keim einen hellen und warmen Standort. Pralle Sonne ist jedoch zu vermeiden, da der junge Trieb durch die Sonne verbrennen könnte. Mit zunehmendem Alter nimmt die Empfindlichkeit der Pflanze ab. Wer sein Mango-Bäumchen in den Garten stellen möchte, kann das ab dem zweiten Lebensjahr tun. Dann darf es in einem Kübel im Sommer draußen und auch in der Sonne stehen. Selbst etwas kühlere Temperaturen kann die Pflanze dann vertragen. Bei einer ganzjährigen Zimmerkultur empfiehlt sich ein warmer Raum mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, wie beispielsweise die Küche oder das Bad. Hat der Mangobaum den idealen Standort, so ist er sehr pflegeleicht.

Düngen und Gießen

In den ersten Wochen nach der Keimung braucht er keine zusätzlichen Nährstoffe. Er benötigt zwar um sich herum eine hohe Luftfeuchtigkeit, muss aber nur selten gegossen oder gedüngt werden. Einmal wöchentlich zu gießen reicht völlig aus. Die Pflanze bevorzugt kalkarmes Wasser, wie beispielsweise Regenwasser oder abgestandenes Wasser. Staunässe gilt es zu vermeiden. Die Blätter mögen es jedoch, täglich besprüht zu werden. Das erste Mal sollte die Pflanze frühestens im zweiten Monat nach dem Austrieb gedüngt werden, ansonsten wachst sie zu schnell und kraftlos. Der Düngerhythmus kann bei vier bis acht Wochen liegen.

Besser ist jedoch ein Abstand von drei Wochen. Das Substrat kann man zur Gesunderhaltung der Pflanze gelegentlich erneuern. Da die Pflanze keine Winterpause einlegt, muss die Zimmerkultur auch im Winter weiter gedüngt werden. Zur Verwendung empfiehlt sich handelsüblicher Zimmerpflanzendünger.

Umtopfen

Hat das Bäumchen eine Wuchshöhe von etwa 40 cm erreicht, kann der erste Topfwechsel erfolgen. Einen Verschnitt benötigt die Pflanze nicht. Im Zimmer kann der junge Mangobaum problemlos an einem hellen und warmen Ort überwintern. Im Freien gedeiht ein Mangobaum nur in einer wärmeren Region, wie beispielsweise in Südwestdeutschland oder in Weinbaugebieten. Deshalb empfiehlt es sich, die Pflanze in
einem Kübel in den Garten zu stellen und im Winter herein zu holen.

Wer dennoch den Baum direkt in die Gartenerde pflanzen möchte, sollte bedenken, dass der er viel Platz benötigt, weil er extrem hoch wachsen kann und sich seine Krone dann sehr ausladend entwickelt. Auch die Wurzeln breiten sich im Laufe der Jahre sehr stark aus, so dass sich keine anderen Pflanzen in der Nähe des Mangobaumes befinden sollten.

Zudem empfiehlt es sich, den Mangobaum erst nach etwa zwei Jahren oder wenn sich bereits ein größerer, gesunder Wurzelballen entwickelt hat, in den Garten zu setzen. Im unteren Bereich sollte der Stamm des Bäumchens zu diesem Zeitpunkt einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern aufweisen. Als Standort ist ein sonniger Platz geeignet.

Krankheiten bekämpfen

MangobaumIn seinen ursprünglichen Wachstumsgebieten kann der Mangobaum durch Pilze und Schädlinge befallen werden. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der Baum Früchte trägt. In unseren Regionen ist sie kaum gegeben. Spinnmilben können sich hingegen durch welke oder dunkel verfärbte Triebe bemerkbar machen. Dabei können sich die Triebspitzen sogar schwarz färben. Die Milben kommen vor allem bei trockener und warmer Luft gehäuft vor. Um ihnen vorzubeugen, hilft es, die Blätter der Mangopflanze täglich mit einer Sprühflasche zu befeuchten.

Als besonders wirksam gegen die Schädlinge kann sich auch eine Dusche oder ein Absprühen mit dem Schlauch erweisen. Um das feuchte Klima rund um die Pflanze zu erhalten, empfiehlt es sich, sie mit durchsichtiger Folie abzudecken. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto schneller sterben die Spinnmilben ab. Bei einem stärkeren Milbenbefall sollte die Pflanze etwa drei Tage lang mit der Folie bedeckt bleiben. Anschließend wird sie entfernt, um nach einer Woche die Behandlung zu wiederholen. Auf diese Weise kann man ein Faulen der Mangopflanze unter der Folie verhindern und darüber hinaus die nächste Schädlingsgeneration gleich mit entfernen.