Unter den Ziergehölzen nimmt der Trompetenstrauch sicherlich eine Sonderstellung ein. Die Züchtungen, die es mittlerweile bei uns im Handel zu kaufen gibt, verbinden mittlerweile nämlich tropische Üppigkeit mit einer erstaunlichen Angepasstheit an unsere klimatischen Verhältnisse. Selbst Frost übersteht das Prachtstück problemlos, wenn man nur ein paar Vorsichtsmaßnahmen trifft. Und natürlich wird das Gewächs in jedem Garten garantiert zum sommerlichen Blickfang.

Standort

Die sogenannten Trompetenbaumgewächse, zu denen im Prinzip auch der Trompetenstrauch gehört, sind überall in den Tropen sowie in den Trockengebieten des amerikanischen Kontinents zu finden. Damit ist klar, dass es die Pflanze warm und sonnig mag. Auch wenn die meisten bei uns auf dem Markt verfügbaren Trompetensträucher spezielle Neuzüchtungen sind, liegt ihnen ein hoher Wärme- und Lichtbedarf
gewissermaßen in den Genen. Egal, ob die Kultivierung direkt im Freien oder in einem Pflanzkübel erfolgt - der Standort sollte möglichst sonnig sein. Allerdings ist durchaus auch Halbschatten möglich. Zudem sollte es sich um einen relativ windgeschützten Platz handeln, um die empfindlichen Blüten nicht zu gefährden. Wichtig auch: Es muss ein Standort sein, an dem sich der Trompetenstrauch entfalten kann, schließlich wird die Pflanze zwischen drei und sechs Meter groß.

Boden

Zu den vielen positiven Eigenschaften des Trompetenstrauchs gehört, dass er nicht besonders anspruchsvoll ist. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um eine äußerst genügsame Pflanze. Das gilt insbesondere auch für den Boden bzw. das Pflanzsubstrat. Ein speziell aufbereitetes Erdreich ist jedenfalls nicht vonnöten. Ob der Boden nun neutral, sauer oder alkalisch ist, spielt für die Entwicklung der Pflanze keine Rolle. Man sollte lediglich dafür sorgen, dass das Erdreich vor dem Einpflanzen gelockert wird und damit auch Wasser gut abfließen kann. Wie die meisten anderen Pflanzen mag nämlich auch der Trompetenstrauch keine Staunässe. Allerdings wäre auch das kein allzu großes Problem. Das Gewächs kommt selbst damit sogar über einen längeren Zeitraum hinweg gut zurecht, ohne groß Schaden zu nehmen.

Gießen

Wie bereits angedeutet benötigen alle Trompetenbaumgewächse sehr viel Wasser, um wachsen und gedeihen zu können. Das hat natürlich etwas mit ihrer tropischen Herkunft zu tun. Außerdem verdunstet über die unzähligen Blätter jede Menge an Feuchtigkeit. Im Sommer ist daher meist tägliches Gießen Pflicht. Das Erdreich um den Strauch herum sollte grundsätzlich feucht, wenn auch nicht zwingend nass sein. Es kann zwischendurch durchaus mal kurzzeitig austrocknen, jedoch sollte diese Periode nicht zu lange andauern.
Trompetenblume - Campsis radicans - Klettertrompete
Tipp: Um ein zu schnelles Austrocknen des Erdreichs zu vermeiden, sind Bodendecker, die um den Trompetenstrauch herum gepflanzt werden, hilfreich. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass auch für sie die Standortbedingungen stimmen.

Düngen

Bei der üppigen Pracht, mit der der Trompetenstrauch wächst, und bei der Höhe, die er erreichen kann, sollte man meinen, dass er praktisch permanent mit Nährstoffen versorgt werden muss. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Pflanze muss das ganze Jahr über praktisch nicht gedüngt werden. Lediglich die Gabe von Mulch ist angeraten. Ansonsten sollte der Boden allenfalls
mäßig nährstoffreich sein. Wer das Wachstum aus welchen Gründen auch immer dennoch mit Dünger befördern möchte, sollte dabei auf gar keinen Fall stickstoffhaltige Präparate verwenden. Damit würde man zwar erreichen, dass das Gewächs noch zusätzlich wuchert, allerdings führt das dann auch dazu, dass es erheblich weniger blüht.

Kletterhilfe

Der Trompetenstrauch gehört zu jenen Zierpflanzen, um die man sich im Grunde nicht großartig kümmern muss. Sie kommen selbst unter unseren klimatischen Verhältnissen hervorragend praktisch ohne Pflege zurecht. Gerade das ist ja mit ein Grund dafür, warum sich die Pflanze einer stetig steigenden Beliebtheit erfreut. Man kann ihr allerdings das Leben leichter machen, wenn man ihr eine sogenannte Kletterhilfe zur Verfügung stellt. Das kann etwa ein einfaches Gerüst aus Holz sein oder auch eine Mauer ohne besondere Vorkehrungen. Die Mauer bietet zudem den Vorteil, dass sie im Sommer Wärme speichert und dadurch zusätzlich für eine warme Umgebung sorgt.

Schneiden

Ein Trompetenstrauch lässt sich in der Regel nur sehr schwer in Form bringen. Es gehört zu seinem Wesen, dass er wild und in unseren Augen unordentlich wuchert. Aller Versuche ihn in eine bestimmte Form zu lenken, sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Da ein Formschnitt zumeist ja im Sommer stattfindet, würde er in diesem Fall auch noch einen großen Nachteil mit sich bringen - er blüht dann nämlich nur sehr eingeschränkt. Ein einmaliger Rückschnitt pro Jahr ist vollkommen ausreichend. Und der soll dann schlicht das Wachstum befördern.

Schnittzeitpunkt
Der beste Zeitpunkt, um den Trompetenstrauch zurückzuschneiden, ist das zeitige Frühjahr. Der Schnitt sollte auf jeden Fall zu Austriebsbeginn erfolgen. Der findet unter Umständen bereits im Februar oder spätestens im März statt. Später macht er praktisch keinen Sinn mehr oder wäre sogar kontraproduktiv.

Schnitttechnik
Der Trompetenstrauch darf und muss radikal zurückgeschnitten werden. Dabei werden alle Seitentriebe, die von einem der Haupttriebe abgehen, auf einen kleinen Zapfen von vielleicht drei bis vier Augen eingekürzt. Ziel ist es, möglichst viele neue Blütentriebe zu erhalten. Dazu muss man wissen, dass der Trompetenstrauch meist nur an den einjährigen Trieben blüht. Weil diese aber an den zwei- und dreijährigen Trieben wachsen, dürfen diese nicht vollständig abgeschnitten werden. Man sollte vielmehr einen Zapfen von ebenfalls drei bis vier Augen belassen. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa einer Länge von fünf bis 15 Zentimetern. Für den Schnitt wird grundsätzlich nur scharfes, sauberes Schnittwerkzeug verwandt. Ideal ist eine Gartenschere, eventuell reicht aber auch ein Messer.

Hinweis: Da Trompetensträucher eine beachtliche Höhe erreichen können, stellt der Schnitt mitunter eine Herausforderung dar. Ohne Leiter ist er dann meist nicht zu bewältigen.

Vermehren

Trompetenblume - Campsis radicans - KlettertrompeteDas Vermehren des Trompetenstrauches ist denkbar einfach. Zum einen kann es praktisch von selbst geschehen, wenn die Pflanze ihre Samen verliert und diese auf den Boden fallen. Wer diese unkontrollierte Vermehrung vermeiden möchte, sollte unbedingt die schotenförmigen Früchte vor der Reife entfernen. Gezielter kann man mit Ablegern vorgehen, die man einfach aus dem Schnitt
heraus gewinnt. Diese wird wie gewöhnlich in Wasser zum Wurzeln gebracht und dann in ein erstes Pflanzgefäß umgetopft, bis sie beginnen, Triebe auszubilden. Dabei sind jeweils viel Wärme, viel Licht und ein stets feuchtes Erdreich unabdingbar. Eine Vermehrung ist im Übrigen auch über sogenannten Wurzelschnittlinge möglich, die man aus der Mutterwurzel schneidet.

Überwintern

Frost und Schnee sind den Trompetenbaumgewächsen von Hause aus unbekannt. In den Tropen gibt es beides eben nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass die Züchtungen, die bei uns im Fachhandel erhältlich sind, dennoch sehr gut mit winterlichen Verhältnissen zurechtkommen. Allerdings muss man dabei zwischen zwei Altersstufen unterscheiden, will man keine bösen Überraschungen erleben.

Jungpflanzen
Junge Trompetensträucher sind extrem kälteempfindlich. Ihnen fehlt ganz einfach noch die Substanz und die Kraft, um den eisigen Temperaturen widerstehen zu können. Mindestens in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung ist deshalb ein effektiver Winterschutz erforderlich. Die Pflanze kann zwar grundsätzlich auch während der Wintermonate im Boden verbleiben, sie sollte aber im Bereich um die Wurzeln herum sehr dicht abgedeckt werden. Dafür eignen sich beispielsweise Haufen aus trockenem Laub. Außerdem empfiehlt es sich, um die Triebe herum Tannen- oder Fichtenzweige zu binden, um so auch hier einen zuverlässigen Kälteschutz zu gewährleisten.

Altpflanzen
Etwa ab dem dritten Jahr kann man sich diese Maßnahmen dann sparen - jedenfalls dann, wenn die Haupttriebe bereits stark verholzt sind. Die Pflanze ist jetzt stark genug, um Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius zu widerstehen. Sie gilt damit eindeutig als winterhart.