Kletterpflanzen helfen, nackte Hauswände in grüne Lebensräume zu verwandeln. Noch weit üppiger als der bekannte und weit verbreitete Wilde Wein wächst der Blauregen. Darüber hinaus erfreut er mit einer üppigen Blüte in leuchtenden Blautönen, die ihn zu einem ganz besonderen Blickfang macht. Alles Wissenswerte rund um das Wachstum dieser Pflanze erfahren Sie im Folgenden.

Allgemeines

Allgemein gesprochen gilt der Blauregen, botanisch auch als Glyzinie bekannt, als sehr üppig und schnell wachsende Pflanze. Da sie darüber hinaus auch ein hervorragender Kletterer ist, kann sie im Laufe der Zeit ganze Hauswände, Rankgerüste oder auch Gartenschuppen, Garagen etc. unter sich verschwinden

lassen. In messbaren Zahlen bedeutet das:
  • Schnell und sehr kräftig wachsend
  • Längenzuwachs pro Jahr ungefähr 1,00 bis 1,50 Meter
  • Breitenwachstum je Einzelpflanze bis 4,00 Meter und mehr
  • Durchschnittliche Maximalgröße um 10 bis 12 Meter
  • Maximalgröße unter optimalen Bedingungen aber auch bis zu 30 Meter möglich

Tipp: Neben der reinen Dimension in Länge und Breite sollte man sich bei der Größe des Blauregens auch immer sein Gewicht vor Augen halten. Schnell kann eine Pflanze in belaubtem Zustand mehrere Zentner auf die Waage bringen, was sich selbstverständlich auch auf die im Folgenden beschriebenen Aspekte des Wachstums auswirkt.

Wachstumsbedingungen und Umfeld

Um tatsächlich die beschriebenen Größen zu erreichen und den Gärtner vor allem mit dem bekannten blauen Blütenmeer zu erfreuen, sollte der Blauregen möglichst vorteilhafte Rahmenbedingungen vorfinden:

Der Standort

Zwar findet sich die Glyzinie auch in anderen Lagen zu Recht, allerdings bringt sie nur dann zahlreiche Blüten hervor, wenn diese Anforderungen an Ihren Wuchsort gut erfüllt sind:

  • Vollsonnig
  • idealerweise Südseite mit Abweichungen nach Südosten oder Südwesten möglich, jedoch auch möglichst geringe Verschattungen achten
  • geschützte Lage, beispielsweise an Hauswand, in Hausecke, zwischen Wohnhaus und Garage etc., da insbesondere Knospen stark frostanfällig
  • ausreichend Bodenvolumen für zu erwartende Pflanzengröße, vor allem als Nährstoff- und Wasserspeicher, aber auch für gute Verankerung der Pflanze im Untergrund

Der Pflanzabstand

Wegen seines üppigen, geradezu wuchernden Wachstums sollten einzelne Glycinien nur mit ausreichendem Abstand untereinander gepflanzt werden:

  • Abstand zwischen Einzelpflanzen mindestens 3 bis 4 Meter
  • Bei Bedarf bis zum gewünschten Breitenwachstum mit einjährigen Kletterpflanzen unterpflanzen
  • Bei zu dichter Bepflanzung gegenseitige Konkurrenz der Blauregen und gegenseitige Überwucherung,
    in Folge sehr dichter Bewuchsteppich mit reduzierten Belichtungsmöglichkeiten und geringerer Blütenleistung

Das Substrat

Blauregen - Glyzinie - WisteriaWeit geringere Anforderungen als an seinen Standort und den erforderlichen Platz stellt die Wisteria an das nötige Substrat. Großen Wert legt er auf ausreichend Feuchtigkeit, ohne dass dabei mit dauerhafter Staunässe zu rechnen ist. Ansonsten kommt er mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten gut zurecht, wobei zu stark komprimierte Böden das Wurzelwachstum behindern und die Größenzunahme über eine Beschränkung der Wasseraufnahmefähigkeiten limitieren können. Muss neuer Boden zugeführt werden, reicht in aller Regel normale Gartenerde aus, die auch problemlos mit vor Ort vorhandenem Bodenmaterial angereichert werden kann. Besondere Maßnahmen zur Bodenverbesserung sind dagegen kaum erforderlich.

Die Versorgung

Hinsichtlich ihrer Versorgung zeigt sich die Glyzinie sehr anspruchslos. Lediglich Wasser benötigt sie mit zunehmender Größe in steigender Menge. Vor allem im Frühjahr während der Blütenbildung sollte sie niemals trockenfallen, da sich die Trockenheit umgehend auf die Blüten auswirkt. Diese werden abgeworfen und der ersehnte Blütentraum ist für diese Saison dahin.

Bei geringen Bodenvolumen kann darüber hinaus die Gabe von Universaldüngern als Langzeitsubstrat die Grundversorgung mit Nährstoffen während der Wachstumsperiode ergänzend sicherstellen. Besondere Anforderungen an die Versorgung mit einzelnen Nährstoffen stellt der Blauregen dagegen nicht.

Tipp: Wird der Blauregen gedüngt, sollte die letzte Gabe spätestens im ausgehenden Sommer erfolgen. Andernfalls kann die ohnehin an ihren Jungtrieben sehr empfindliche Pflanze zu spät im Jahr nochmals zu Wachstum angeregt werden. In der Folge sind die neuen Triebe vor dem Auftreten erster Fröste noch ausreichend ausgereift und somit nicht winterhart!

Rankhilfen

Im Gegensatz zu dem ebenso bekannten, aber vor allem mit seinem bunten Herbstlaub überzeugenden Wilden Wein, bedarf die Glyzinie zunächst einiger Hilfe beim Beranken von Wänden oder Rankgerüsten. Sie verfügt nicht über die bekannten und nach dem Entfernen von Bewuchs meist unschön zurückbleibenden Haftteller. Stattdessen winden sich die Triebe um mögliche Kletterhilfen, wie beispielsweise Spanndrähte und Holzlatten. Auch Ritzen und Fugen werden gerne für sicheren Halt herangezogen.

Tipp: Häufig wird der Blauregen unachtsam in der Nähe von Regenfallrohren oder anderen Leitungen an der Hauswand gepflanzt. Mit zunehmender Größe ist er jedoch im Laufe der Zeit problemlos in der Lage, ein Rohr einzuschnüren und zu

zerdrücken. Daher sollten diese sensiblen Installationen in ausreichendem Abstand gehalten und bei Bedarf regelmäßig von Bewuchs befreit werden.

Die Blüte

Blauregen - Glyzinie - WisteriaZuletzt seien an dieser Stelle noch - ergänzend zum allgemeinen Wachstum - zwei Anmerkungen zur Blüte des Blauregens gestattet:

Das Einsetzen der Blüte

Obwohl die Glyzinie als unkompliziert und üppig wachsend gilt, benötigt sie nach dem Anpflanzen bis zu vier Jahre, bis sie die bekannten und erwünschten Blüten hervorbringt. Bei ungünstigen Rahmenbedingungen kann sich diese Zeit sogar noch verlängern.

Blüten bildende Triebe

Wegen seines üppigen Wachstums kommt man beim Blauregen um regelmäßige Rückschnitte nicht herum. Mitunter kann sogar während der Saison ein Zwischenschnitt nötig werden. Wichtig ist dabei das Wissen um die Tatsache, dass die Pflanze ihre Blüten am mehrjährigen Holz ansetzt. Entfernt man alle neuen Triebe vollständig, muss die Glyzinie im kommenden Jahr ihre Energie in neue Jungtriebe stecken. Zudem fehlen die dann mehrjährigen Zweige, an denen die Blüten wachsen können. Der Rückschnitt sollte daher so erfolgen, dass im Zweifelsfall nicht alle Neutriebe fallen, sondern lieber vereinzelte Haupttriebe bis ins Altholz entfernt werden.