Diese stark wüchsige, immergrüne und ausdauernde Pflanze gedeiht an unterschiedlichen Standorten mehr oder weniger gut und benötigt keine besondere Pflege. Meist wird sie zur Begrünung von Mauern, für Hecken oder als Sichtschutz und Bodendecker genutzt. Besonders dekorativ sind die Blätter vom Efeu. Sie können sortenabhängig tiefgrün oder intensiv gemustert sein. Auch die Wuchsstärke kann innerhalb der Arten und Sorten variieren.

Wüchsigkeit von Efeu

Efeu ist weithin bekannt für sein schnelles Wachstum und seine Fähigkeit, sich problemlos an den unterschiedlichsten Oberflächen festzusetzen. Dabei kann er nicht nur in die Höhe klettern, sondern sich auch am Boden großflächig ausbreiten. Wird er dann

nicht entsprechend gepflegt, insbesondere verschnitten, kann er schnell zu einem massiven Problem werden. Sowohl positiv als auch negativ beeinflusst wird die Wüchsigkeit dieser Pflanze von den jeweiligen Standortbedingungen, der Düngung und regelmäßigen Schnittmaßnahmen. Aber wie schnell wächst er tatsächlich und kann man darauf Einfluss nehmen?

Wachstum in mehreren Stadien

Hedera helix kann je nach Sorte und vorherrschenden Bedingungen ein Alter von bis zu 500 Jahren erreichen. Dabei kann die maximale Wuchsgeschwindigkeit pro Jahr, unter optimalen Bedingungen, mehr als 200 cm betragen. Dazu sollte man wissen, dass das Wachstum von Efeu in mehreren Stufen bzw. Stadien abläuft. Das erste Stadium, als Jungpflanze, umfasst die ersten beiden Jahre. Vom dritten bis zum zehnten Jahr befindet sich die Pflanze im mittleren Stadium. Nach etwa zehn Jahren ist die sogenannte Altersform erreicht. Je nach Wachstumsstufe variiert der jährliche Zuwachs.

Als Jungpflanze

Mit Jungpflanzen sind frisch gezogene Pflanzen, beispielsweise aus Stecklingen, gemeint. In der Regel werden sie im Frühjahr, sobald sie bewurzelt sind, in den Garten ausgepflanzt. Im ersten Standjahr wachsen sie nur sehr zurückhaltend, in der Regel weniger als einen halben Meter. Auch in den beiden folgenden Jahren hält sich die Wuchsgeschwindigkeit in Grenzen. Die Pflanzen stecken ihre Energie jetzt vor allem in die Bildung neuer Wurzeln und der ersten Ranken mit Haftwurzeln.

Ab einem Alter von etwa drei Jahren

Efeu - Hedera helixDer typisch kräftige Wuchs setzt etwa ab dem dritten Jahr ein. Mit zunehmender Wurzelbildung werden die Ranken mit Haftwurzeln kräftiger. Der Efeu bildet immer wieder neue Triebe und Ranken, mit denen er an Fassaden emporwächst oder über den Boden kriecht. Dabei versucht er möglichst dem Licht zu entfliehen und sucht schattige Ecken. So kann er innerhalb der nächsten Jahre zwischen fünf und zehn Meter an Höhe und Breite dazugewinnen, sofern er nicht verschnitten wird.

Altersform nach zehn Jahren

Nach etwa zehn Jahren, wenn der Efeu seine

Altersform erreicht hat, breitet er sich nicht mehr über Ranken aus, sondern wächst strauchartig und nur noch in die Höhe. Im Gegensatz dazu bilden Jungpflanzen ausschließlich Ranken mit Haftwurzeln. Ab diesem Stadium wirkt die mittlerweile stattliche Pflanze wie ein Baum, sie reduziert das Wachstum und damit auch die Wuchsgeschwindigkeit etwa um die Hälfte. Dennoch wächst sie deutlich erkennbar weiter und kann jetzt bei Bedarf in jede beliebige Form geschnitten werden.

Tipp: Efeu, der aus Jungtrieben gezogen wird, bildet Ranken und kann als Kletterpflanze gezogen werden. Wird er dagegen in der Altersform vermehrt, entwickeln sich aus den Stecklingen aufrechte, strauchartige und nicht kletternde Pflanzen.

Wachstum beschleunigen

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die das Wachstum von Efeu beschleunigen können:

Standort und Boden

  • Standort und Boden haben wesentlichen Einfluss auf Wuchsgeschwindigkeit
  • Vor allem in den ersten Jahren
  • Wuchs von Efeu unter optimalen Bedingungen am schnellsten
  • Auf gute Standortbedingungen achten
  • Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, viel Schatten und durchlässigen Böden ideal
  • Wuchsgeschwindigkeit hier, mehr als 200 cm pro Jahr
  • Jährlicher Zuwachs an Orten mit viel Sonne und feuchtem Boden geringer
  • Etwa 150 cm in einem Jahr
  • Im Winter besteht hier Gefahr von Sonnenbrand
  • Zuwachs auf kargen Böden, an Standorten mit viel Sonne, niedriger Luftfeuchtigkeit, am geringsten
  • Liegt jährlich deutlich unter 100 cm

Tipp: Generell kann man sagen, dass Efeu umso schneller wächst, je schattiger der Platz und je konstanter Luft- und Bodenfeuchte sind.

Düngung

Im Normalfall muss Efeu, sobald er sich an einem Standort gut eingewöhnt hat, nicht gedüngt werden. Soll jedoch der Wuchs der Pflanzen beschleunigt werden, ist die Düngung eine weitere mögliche Option.

  • Wachstumsbeschleunigung vor allem bei jungen Pflanzen sinnvoll
  • Besonders in den ersten sechs Wochen nach der Pflanzung
  • Jetzt kann zusätzlicher Dünger das Pflanzenwachstum zusätzlich anregen
  • Insbesondere die Versorgung mit Stickstoff und Kalium
  • Als organische Dünger bieten sich Hornspäne und Kompost an
  • Handelsübliche Flüssig- oder Langzeitdünger ebenso gut geeignet
  • Bester Zeitpunkt für entsprechende Düngergaben von Mitte März bis Ende Juli
  • Organische Dünger wie Kompost und Hornspäne im Frühjahr ausbringen
  • Möglichst zwischen den einzelnen Ranken verteilen

Regelmäßiger Rückschnitt

Ketterefeu - Hedera helixDer Rückschnitt von Hedera helix dient vor allem dazu, den Wuchs einzudämmen oder die Pflanze in Form

zu schneiden. Doch nach einem Schnitt treibt er auch besonders schnell wieder nach. In den ersten Jahren sollte noch zurückhaltend bzw. minimal geschnitten werden. Erst nach etwa drei bis vier Jahren legt er deutlich an Wachstum zu und beginnt unkontrolliert zu wuchern. Dann wird es Zeit für einfache Schnittmaßnahmen. Bester Zeitpunkt hierfür ist etwa im Juli/August. Zu dieser Zeit sind mögliche Lücken am besten zu erkennen. Je älter der Efeu ist, desto schneller wächst er auch. Das bedeutet, dass man, insbesondere ältere Exemplare im Frühjahr oder Herbst ein weiteres Mal zurückschneidet. Dabei sind auch radikale Schnitte kein Problem.

Tipp: Das Schnittgut sollte vollständig vom Boden aufgesammelt und möglichst nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Anderenfalls können die abgeschnittenen Triebe leicht wieder Fuß fassen und sich anderswo ausbreiten.

Giftigkeit vom Efeu beachten

Efeu (Hedera helix) gehört zu den Giftpflanzen. Das liegt an den, in allen Teilen der Pflanze enthaltenen und toxisch wirkenden Giftstoffen Falcarinol und Triterpenaponin. Bei empfindlichen Personen kann es bei Hautkontakt zu Ausschlägen und Allergien kommen. Der Verzehr der Blätter und insbesondere der Früchte kann sowohl bei Kindern als auch Haustieren wie z.B. Katzen zu Vergiftungserscheinungen führen. Die stark giftigen Beeren bilden die Pflanzen erst im Alter. Sie reifen im Frühjahr und sollten nicht in Kinderhände gelangen.