HanfpalmeAn sich ist die Hanfpalme ein pflegeleichtes und widerstandsfähiges Gewächs, das nicht viel Aufwand bereitet. Allerdings kann sie erstaunliche Höhen erreichen und ausladende Ausmaße annehmen. Die Anschaffung für Wohnzimmer, Wintergarten oder Freiland will daher gut überlegt sein. Zudem muss bei der Kultivierung auf einige Faktoren geachtet werden, damit das Gewächs erfolgreich gedeihen kann. Mit dem entsprechenden Wissen schaffen es aber selbst Anfänger in der Pflanzenpflege ohne grünen Daumen, die Hanfpalme zu kultivieren.

Standort

Die Hanfpalme benötigt keine tropischen Zustände, aber reichlich Licht am Standort. Direktes Sonnenlicht kann für einige Trachycarpus jedoch gefährlich werden.

Eine sichere Wahl ist daher lichter Halbschatten.

Von den Lichtverhältnissen abgesehen, sollte der Standort für die Hanfpalme windgeschützt sein. Vor allem kalten Wind verträgt das Gewächs nur schlecht. Das sollten Sie auch beachten, wenn Sie der Palme einen Standort im Freiland geben wollen.

Substrat

Die asiatischen Hanfpalmen sind insgesamt pflegeleicht - beim Substrat aber höchst wählerisch und empfindlich. Hier gilt es also, besonders vorsichtig zu sein.

Ideal ist eine Mischung aus lehmiger, grobkörniger Erde, Sand und Kies.
Als Alternativen zu Sand und Kies kann auch Quarzsplit, Lavalite, Perlite oder Tongranulat verwendet werden. Wichtig ist diese Beigabe in jedem Fall, um das Substrat aufzulockern, es wasserdurchlässig zu machen und Staunässe zu verhindern. Aus diesem Grund sollte auch eine Drainageschicht in das Pflanzgefäß oder Pflanzloch eingebracht werden.

Als förderliche Zugabe für einen leicht sauren pH-Wert darf unter diese Kombination noch etwas Humus gegeben werden.
Anstatt der eigenen Mischung kann auch spezielle Palmenerde zum Einsatz kommen. Wiederum empfiehlt es sich hierbei, für eine Auflockerung durch entsprechende Beigaben von Kies oder Granulat zu sorgen.

Gießen

Staunässe mag die Hanfpalme nicht, vollständig auszutrocknen aber auch nicht. Vor allem im Sommer ist es daher nötig, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit häufiger zu gießen.

Gewässert wird so, dass das Substrat einmal vollständig durchnässt ist - die Pflanze aber nicht im Wasser steht. Im Anschluss darf die Erde abtrocknen. Ist die oberste Schicht nicht mehr feucht, darf wieder gegossen werden. In den warmen Jahreszeiten kann das zwei bis drei Mal wöchentlich notwendig sein.

Verwendet wird im Idealfall Regenwasser oder weiches Leitungswasser. Da größere Trachycarpus reichlich davon benötigen, ist es gerade in regenarmen Phasen oder bei der Kultur in der Wohnung kaum möglich, entsprechende Mengen zu sammeln. Zudem ist das Leitungswasser in vielen Regionen recht hart, hat also einen hohen Kalkgehalt. Empfehlenswert ist es in diesen Fällen, Wasser in Eimern oder Gießkannen abzufüllen und in diesen einige Tage stehen zu lassen. Dadurch setzt sich der Kalk zumindest anteilig ab und sammelt sich am Boden beziehungsweise in der unteren Schicht des Wassers. Solange der Bodensatz nicht mitverwendet wird, ist das Wasser vergleichsweise weich.
Hanfpalme
Bei der Kultur der Hanfpalme im Freien entfällt das Gießen, solange ausreichend Regen fällt. Zudem kann sich das Gewächs hier besser selbst versorgen als im Kübel. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass es nicht zum vollständig Austrocknen der Erde kommt.
Im Winter wird das Gießverhalten ebenso fortgeführt. Allerdings sind die Abstände zwischen den Wassergaben deutlich länger.

Düngen

Bei optimalen Bedingungen können Hanfpalmen pro Jahr bis zu 40 Zentimeter in die Höhe wachsen und auch entsprechend an Umfang gewinnen. Dadurch haben sie einen recht hohen Nährstoffbedarf während der Wachstumsphase.
Gedüngt wird von April bis September in einem 14-tägigen Abstand. Geeignet sind Volldünger, die in Form von Pulver oder einer flüssigen Lösung, verabreicht werden. Wichtig ist bei diesen, der Trachycarpus zusätzlich ausreichend Wasser zuzuführen. Ansonsten können die Düngemittel chemische Verbrennungen an den Wurzeln verursachen.  
Alternativ kann ein Langzeitdünger verwendet werden. Beispielsweise in Form von Stäbchen, die schlicht in die Erde gesteckt werden. Ab September wird nicht mehr gedüngt, damit sich die Hanfpalme auf die Vegetationsphase vorbereiten kann.

Schneiden

Die Hanfpalme wird im Laufe ihres Lebens immer wieder vertrocknete Blätter entwickeln. Diese sind nicht sonderlich dekorativ, für das Gewächs selbst aber auch nicht gefährlich. Die Trachycarpus benötigt also nicht zwingend einen Verschnitt, er ist aber aus optischen Gründen möglich.

Ideal ist es bei diesem, zunächst bis zum vollständigen Abtrocknen des Blattes zu warten. Im Anschluss wird zwei bis drei Finger breit vom Stamm der Palme angesetzt und das Blatt mit einer sauberen Schere abgetrennt. Der vertrocknete Blatt- beziehungsweise Stielrest sollte am Stamm verbleiben, um hier keinen Schaden oder eine Wunde an der Hanfpalme zu verursachen. Eine solche könnte Schädlingen und Krankheitserregern als Eintrittspforte dienen.

Von dem Schneiden trockener Blätter abgesehen, kann es unter anderem auch bei noch grünen Blätter nötig sein, einen Verschnitt durchzuführen. Beispielsweise, weil ein Blatt abgeknickt oder auf andere Weise beschädigt wurde oder der Platz nicht für die ausladende Form ausreicht. In diesen Fällen wird wiederum eine saubere - möglichst frisch desinfizierte - und scharfe Schere verwendet.

Geschnitten wird bei grünen Blätter mit einem Abstand von etwa 15 Zentimetern zur Basis des Gewächses. Ist der Blattrest im Verlauf einiger Wochen abgetrocknet, kann noch einmal wie obig beschrieben nachgeschnitten werden.

Kultur im Freiland

Da die Hanfpflanze aus dem asiatischen Raum oder genauer gesagt aus dem Himalaja stammt, ist sie vergleichsweise robust und verträgt auch Minusgrade. In wintermilden Regionen ist es daher möglich, die Trachycarpus direkt ins Freie zu pflanzen.

Wie erwähnt, benötigt die Hanfpalme einen lichten Platz im Halbschatten und einen windgeschützten Standort. Dazu sollte beachtet werden, dass die Trachycarpus im Freien eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen kann und dabei auch recht ausladend wird. Dadurch sollte ein Abstand von zwei bis drei Metern zu Zäunen, Gebäuden und Mauern sowie zu anderen Gewächsen eingehalten werden.
Hanfpalme
Hiervon abgesehen ist die Pflege im Freien vergleichsweise einfach. Von April bis September wird die Hanfpalme aller zwei Wochen gedüngt. Zudem ist darauf zu achten, dass sie ausreichend mit Wasser versorgt
wird. Lediglich bei der Pflanzung und Vorbereitung der Kultur im Freiland muss etwas Aufwand betrieben werden.

Ins Freie pflanzen

Wenn die Hanfpalme ins Freie gepflanzt werden soll, sind hierfür einige Vorbereitungen und die Berücksichtigung gewisser Faktoren von Nöten. In erster Linie das Alter der Palme. Diese muss mindestens drei Jahre alt sein, bevor sie einen Frost übersteht. Weiterhin ist dabei wie folgt vorzugehen:

1. Als Pflanzzeitpunkt sollte das späte Frühjahr oder der frühe Sommer, gewählt werden. Also ein Datum, wenn nicht mehr mit starkem Frost zu rechnen ist - die Pflanze aber dennoch möglichst viel Zeit zum Anwachsen hat.

2. Suchen Sie einen Standort, der mindestens vier bis sechs Quadratmeter Freiraum bietet, windgeschützt und im lichten Halbschatten gelegen ist. Direkte Mittagssonne ist dringend zu vermeiden.

3. Das Pflanzloch sollte mindestens zwei bis drei Mal so groß sein, wie der Wurzelballen. Größer ist besser. Die Differenz zwischen Wurzelballengröße und Pflanzloch wird mit Palmenerde oder einer Substrat-Mischung nach den obig beschriebenen Vorgaben aufgefüllt.

4. Bevor die entsprechende Erde eingebracht wird, sollte eine leichte Drainageschicht gelegt werden. Größere Steine und Kies, Tonscherben und Sand bieten sich dafür an.

5. Es sollte nach dem Einsetzen und Auffüllen des Pflanzlochs darauf geachtet werden, dass ausreichend Substrat vorhanden ist. Bei einem Absinken ist Palmenerde nachzufüllen.

Sind keine schattenspendenden Gewächse oder Gebäude in der näheren Umgebung vorhanden, sollte der Hanfpalme zumindest am Anfang ein zusätzlicher Sonnenschutz gegönnt werden. Gut geeignet hierfür sind beispielsweise Matten aus Stroh oder Bambus aber auch Sonnensegel oder -schirme. Günstig ist es, wenn sich das Gewächs nach und nach an das Sonnenlicht gewöhnen kann.

Im Winter sollte der Hanfpalme ebenfalls etwas Schutz gegönnt werden. Das Anhäufeln von Erde oder Stroh rund um die Trachycarpus empfiehlt sich. Ebenso wie das Gießen an frostfreien Tagen, wenn das Substrat ausgetrocknet ist. Weitere Tipps zur Überwinterung finden sich weiter unten.

Kübelkultur

Die Kübelkultur der Hanfpalme bringt einige Vorzüge mit sich. Die Trachycarpus wird gewissermaßen "mobil", kann im Wohnzimmer, Wintergarten oder auf dem Balkon stehen. Zudem nimmt die Hanfpalme bei dieser Variante der Kultur nicht ganz so enorme Ausmaße an.
Allerdings erhöht sich auch der Aufwand der Pflege, zumindest in Hinblick auf das Gießen und den Verschnitt. Weiterhin wird das Umtopfen nötig, dass sich nach dem Pflanzen ins Freiland erübrigt.

Wichtig ist, dass die Hanfpalme im Kübel nicht im Freien überwintern kann. Auch dann nicht, wenn das Pflanzgefäß mit Frostschutzvlies versehen wird. Bei sehr großen Exemplaren, die im Sommer im Freien stehen, und für die in Haus oder Wohnung kein Platz vorhanden ist, sollte also rechtzeitig ein passender Platz für die Überwinterung gesucht werden.

Umtopfen

In der Kübelkultur wird hin und wieder ein Umtopfen von Nöten. Diese Maßnahme fällt spätestens dann an, wenn sich am Boden des Topfes Wurzelenden zeigen. Da es sich bei den Trachycarpus Gewächsen um Tiefwurzler handelt, ist das vergleichsweise schnell der Fall.
In der Regel ist spätestens aller drei Jahre ein Wechsel des Substrats und eine Vergrößerung des Pflanzgefäßes erforderlich. Dabei sollten die folgenden Faktoren berücksichtigt werden:
  • Als Tiefwurzler brauchen Hanfpalmen Raum nach unten. Das Pflanzgefäß sollte daher höher als breit sein.
  • Die Wurzeln sollten beim Umtopfen komplett von der alten Erde befreit werden. Das beugt Krankheiten vor und verbessert die Nährstoffaufnahme.
  • Der Kübel sollte jeweils nur eine Nummer größer sein, als das letzte Pflanzgefäß. Ansonsten steckt die Trachycarpus zu viel Kraft in die Ausbildung der Wurzeln, um eine ausreichende Stabilität zu erreichen. Die asiatische Palme sollte also lieber häufiger umgepflanzt werden, anstatt abrupt deutlich mehr Freiraum im Wurzelbereich zur Verfügung zu haben.
Tipp: Führen Sie das Umtopfen mit mindestens einem Helfer durch. Vor allem bei größeren Hanfpalmen ist das schon allein durch den erforderlichen Kraftaufwand von Nöten. Auch bei eher kleinen Exemplaren erleichtert es aber die Arbeit.

Überwintern

Die Überwinterung in der Kübelkultur und bei ganzjähriger Pflege in der Wohnung ist sehr einfach. Die Hanfpalme darf an der Stelle verbleiben, an der sie auch während des restlichen Jahres steht. Das Düngen wird unterlassen, die Abstände zwischen den Wassergaben verlängern sich.

Bei der Kübelkultur größerer Hanfpalmen im Freien kann zudem eine Gärtnerei mit der Pflege im Winter beauftragt werden. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn in Wohnung oder Haus kein Platz für die asiatische Trachycarpus vorhanden ist.
Hanfpalme
Wurde die Hanfpalme ins Freie gepflanzt, sind hingegen mehrere Schutzmaßnahmen für die erfolgreiche Überwinterung erforderlich. Zu diesen gehören:
  • Aufhäufeln von Erde, Stroh oder Kompost rund um die Hanfpalme
  • Zusammenbinden der Palmwedel und sanftes Umwickeln mit einem weichen Band oder Luftpolsterfolie. Der dadurch entstehende Trichter sollte ebenfalls mit Stroh aufgefüllt werden.
  • Leichtes Umwickeln der gesamten Pflanze mit Gartenvlies oder Luftpolsterfolie

Vermehren

Die Hanfpalme lässt sich über Samen vermehren. Dazu sind jedoch Fruchtkörper nötig, die nur nach ausreichendem Aufenthalt im Freien entstehen. Gewinnung, Aussaat und Keimung erfordern viel Geduld und Ausdauer.

Wer das Glück hat, Samen vorzufinden, bringt diese auf eine sterile Aufzuchterderde, hält Samen und Substrat feucht und muss sich im Warten üben.

Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Mit Schädlingen haben Hanfpalmen hierzulande in der Regel nichts zu tun. Sie sind schlicht zu weit entfernt von ihrer Heimat, um hier natürliche Feinde zu haben.

Ähnlich verhält es sich mit Krankheiten.

Vor Pflegefehlern sind die Hanfpalmen aber durchaus nicht gefeit. Problematisch sind vor allem eine falsche Standortwahl, Staunässe, ein Mangel an Nährstoffen und fehlender Schutz in frostigen Zeiten. Wenn die Hanfpalme nicht richtig wachsen will oder Schäden aufweist, sollten also zunächst die Pflegefaktoren auf den Prüfstand gestellt werden.

Fazit
Mit ein paar Kniffen und dem entsprechenden Wissen ist die Hanfpalme robust, pflegeleicht und unanfällig gegen Krankheiten. Vollkommen unanfällig gegen Schäden und Pflegefehler ist sie jedoch nicht. Wer sie erfolgreich kultivieren will, sollte sich daher im Vorfeld entsprechend informieren und genug Platz zur Verfügung haben.