Olivenbaum - Olea europaeaBereitet ein Olivenbaum seinem Gärtner Kopfzerbrechen, handelt es sich zumeist um Blattverlust. Vornehmlich im Winter färben sich die Blätter gelb und fallen ab. Diese Reaktion resultiert aus verschiedenen Ursachen, die den mediterranen Baum aus dem Gleichgewicht bringen, sodass er zu dieser drastischen Überlebensstrategie greift. Folglich sollte ein derartiges Schadbild als Alarmsignal wahrgenommen werden, das unmittelbaren Handlungsbedarf erfordert. Die folgende Analyse beleuchtet häufige Ursachen für gelbe Blätter und gibt hilfreiche Anleitungen für die Lösung des Problems.

Lichtmangel

Lösung: Umsiedeln oder mit Pflanzenlampen beleuchten
In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten entlang des Mittelmeeres können Olivenbäume 12 Stunden und länger die Sonne genießen. Darauf haben sich die Pflanzen mit ihrem Wachstum angepasst. Dieser Anspruch bleibt für Olea europaea aus hiesigen Baumschulen unverändert. Nördlich der Alpen sind die reduzierten Sonnenstunden somit ein häufiges Problem für die mediterranen Zier- und
Obstgehölze. Solange sie sich auf dem sommerlichen Südbalkon befinden, bleiben die immergrünen Blätter an ihrem Platz. Spätestens im lichtarmen Winterquartier färben sich die Blätter gelb und fallen ab. Je höher die Temperaturen um Raum, desto drastischer tritt der Laubfall auf. So beheben Sie das Problem:
  • Den Kübel umplatzieren an einen sonnigen Standort mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius
  • Unter dem Einfluss von Temperaturen von mehr als 10 Grad den erhöhten Lichtbedarf ausgleichen mit Pflanzenlampen
  • Den Olivenbaum täglich für mindestens 8 bis 10 Stunden beleuchten
Herkömmliche Lampen sind für den erwünschten Effekt nicht ideal. Greifen Sie daher zu speziellen Leuchten mit einem rot-blauen Lichtspektrum und einer Leistung von 14 bis 15 Watt. Für eine optimale Lichtausbeute sorgt ein Lampenschirm mit Reflektorbeschichtung. Sofern Unsicherheit besteht, ob die Lichtmenge ausreicht, um den Blattfall zu stoppen, ist die Investition in einen Lichtmesser sinnvoll. Dieses Gerät ermittelt die Lichtmenge je Quadratmeter in Lux. Für Ihren Olivenbaum sollte dieser Wert bei einer kühlen Überwinterung mindestens 2.000 Lux betragen.

Tipp: Blattlose Olivenzweige bedeuten nicht automatisch, dass der Trieb abgestorben ist. Bevor Sie im Frühjahr zur Schere greifen, führen Sie bitte einen Vitalitätstest durch. Vom kahlen Ast wird ein Stückchen Rinde abgekratzt. Befindet sich darunter grünes Gewebe, lassen die jungen Blätter nicht mehr lange auf sich warten.

Ein Übermaß an Nässe

Lösung: Umtopfen und Art-konform gießen
Im Spätwinter und zeitigen Frühjahr häufen sich im mediterranen Garten die Klagen über Blattfall am Olivenbaum. Jetzt wird zu reichliches Gießen im Winterquartier geahndet. Unter Umständen erlaubten die Temperaturen bereits die Auswinterung, jedoch kommt der Frühling mit massiven Regenfällen daher. Während die Wasserflut am ausgepflanzten Echten Ölbaum im durchlässigen Erdreich versickern kann, läuft sie im Kübel nicht oder nicht zügig genug ab. Die Sonne ist zu dieser Jahreszeit noch nicht intensiv genug, damit ein Übermaß an Feuchtigkeit rasch verdunsten kann. Unter diesen Bedingungen sind gelbe, abfallende Blätter vorprogrammiert. In zwei Etappen verhelfen Sie Ihrem Olivenbaum wieder zu seinem immergrünen Blätterkleid:

Erste Etappe: Umtopfen

Sofern der Olivenbaum den Kübel noch nicht vollständig durchwurzelt hat, können Sie das Gefäß wieder verwenden. Überprüfen Sie in diesem Fall bitte genau, ob sich im Boden ausreichend große Öffnungen als Wasserablauf befinden. Ein neuer Topf sollte maximal 4 bis 6 cm im Durchmesser größer sein. Als Substrat empfehlen wir eine lockere Mischung aus 3 Teilen Kompost, 2 Teilen Kokos- oder Holzfasern sowie 1 Teil Vitalkalk. Indem Sie noch einige Handvoll Sand hinzugeben, wird die Durchlässigkeit der Erde optimiert. So topfen Sie richtig um:
  • Den durchnässten Wurzelballen herausziehen, um die Erde vollständig zu entfernen
  • Aufgeweichte, faule Wurzelstränge abschneiden
  • Die Bodenöffnung im Topf bedecken mit einer Drainage aus Tonscherben, Splitt oder Blähtonkugeln
  • Die wasserführende Schicht mit einem luft- und wasserdurchlässigen Vlies bedecken
Olivenbaum - Olea europaeaFüllen Sie nun zunächst soviel Substrat in den Kübel ein, dass sich die Wurzelscheibe am Ende etwa 3 cm unter dem Gefäßrand befindet. Darauf setzen Sie den Wurzelballen und füllen die Hohlräume mit Erde. Stellen Sie den Olivenbaum zunächst für eine Woche an einen halbschattigen Standort, wo er regenerieren kann. Wählen Sie im Anschluss einen sonnigen und regengeschützten Platz, um einer erneuten Staunässe infolge von zuviel Regen vorzubeugen.

Zweite Etappe: Richtig gießen mithilfe eines Feuchtigkeitsmessers

Hat Staunässe gelbe Blätter und Blattverlust ausgelöst, endet die Umtopfaktion in diesem Sonderfall ausnahmsweise nicht in einem reichlichen Angießen. Da die Krone ohne Blätter dasteht, findet kaum Verdunstung statt. Zumindest während der Regenerationsphase ist der Wasserbedarf im Olivenbaum noch immer gedeckt. Nutzen Sie diese Zeit, um einen einfachen Feuchtigkeitsmesser anzuschaffen. Dieses Gerät erleichtert ab sofort die schwierige Entscheidung, wann und wie stark Ihr Olivenbaum zu gießen ist. Die Sonde wird in das Substrat gesteckt. Die integrierte Skala zeigt an, ob die Erde nass, halbtrocken oder ausgetrocknet ist. So gießen Sie artkonform:
  • Signalisiert der Feuchtigkeitsmesser trockenes Substrat, wird gegossen
  • Das normale Leitungswasser langsam auf die Wurzelscheibe laufen lassen
  • Rinnen die ersten Tropfen unter dem Kübel heraus, wird das Gießen beendet
Im Sommer wird ein Olivenbaum
wesentlich häufiger gegossen, als während der Winterzeit. Bestehen Zweifel, ob zu gießen ist oder nicht, lassen Sie die Gießkanne stehen. Kurzzeitige Trockenheit erträgt ein Echter Ölbaum problemlos, ohne dass er sogleich seine Blätter verliert.

Nährstoffmangel

Lösung: Stickstoff-betont düngen
Sofern Sie Ihren Olivenbaum ausgepflanzt im Garten kultivieren, können Sie diesen Punkt innerhalb der Ursachenanalyse für gelbe Blätter und Laubfall ausschließen. Da ein Olea europaea sich bis zu 7 Meter tief im Erdreich verwurzelt, gerät er in normaler Gartenerde zu keiner Zeit unter Nährstoffmangel. Im Gegensatz dazu erfordert die Haltung im Kübel eine regelmäßige Nährstoffzufuhr, da das zur Verfügung stehende Substratvolumen sehr begrenzt ist. An den folgenden Indizien grenzen Sie Nährstoffmangel aus Ursache ein:
  • Die Blätter verfärben sich flächig gelb
  • Es treten keine weiteren Veränderungen auf, wie Nekrosen oder Verkrüppelungen
  • Es handelt sich um eine Kübelpflanze, die nicht gedüngt wird
  • Der betroffene Olivenbaum wurde schon längere Zeit nicht umgetopft
Treffen diese Kriterien zu, leidet die Pflanze unter einem Mangel an Stickstoff. Dieser Makronährstoff wird auch als Motor des Wachstums bezeichnet, weil er maßgeblich die Vegetation der Blätter vorantreibt. Eine Unterversorgung mit Stickstoff beeinträchtigt den gesamten Stoffwechsel, sodass es zu gelben Blättern kommt, die absterben und zu Boden fallen. So lösen Sie das Problem:
  • Unverzüglich einen flüssigen Dünger für mediterrane Pflanzen verabreichen
  • Idealerweise den blattlosen Olivenbaum umtopfen in frisches Substrat
  • In Zukunft von März bis September regelmäßig düngen nach Anleitung des Herstellers
  • Wahlweise im März und Juni einen Langzeitdünger verabreichen
Gängige Stickstoff-Lieferanten für einheimische Gartenpflanzen, wie Blaukorn oder Entec, werden den besonderen Anforderungen eines Echten Ölbaums nicht gerecht. Verwenden Sie daher bitte Spezialdünger für mediterrane Pflanzen, wie den Oliven Flüssigdünger von Cuxin, Oliven-Dünger HIGH-TECH Olea von Green24 oder Chrystal Düngestäbchen mediterrane Pflanzen mit einer Wirkungsdauer von 3 Monaten.

Sommerlicher Trockenstress

Lösung: Tauchen
Die häufigen Plädoyers, einen Olivenbaum nur sparsam zu gießen, münden nicht selten in Trockenstress. Im Bemühen, Staunässe zu verhindern, gießen besorgte Olivengärtner im Sommer zu wenig. Als Antwort darauf färben sich die Blätter gelb, trocknen ein und fallen ab. Vermuten Sie diese Ursache für das Problem, nehmen Sie den Wurzelballen unter Lupe. Topfen Sie im Zweifel den Baum aus, um den Zustand der Erde zu untersuchen. Erweist sich der Verdacht als berechtigt, gehen Sie so vor:
  • Einen Eimer oder Bottich mit normalem Leitungswasser füllen
  • Darin den ausgedörrten Wurzelballen solange tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Einen ausgepflanzten Olivenbaum mindestens 10 Minuten mit dem Gartenschlauch wässern
Olivenbaum - Olea europaeaModifizieren Sie ab sofort die Wasserversorgung so, dass Sie den Olivenbaum bei gut angetrockneter Erde zeitnah gießen. Ein Feuchtigkeitsmesser ersetzt idealerweise die Daumenprobe mit zuverlässigeren Ergebnissen.  

Pilzkrankheiten

Lösung: Kranke Blätter entfernen und mit Fungiziden behandeln
Leidet ein Olivenbaum unter zuviel Nässe, sind Pilzkrankheiten nicht fern. Insbesondere die Sporen der Augenfleckenkrankheit, Spilocaea oleaginea, lauern auf geschwächte Olea europaea. Diese Infektion ist die häufigste Ursache für den einen Blattfall im Sommer. Charakteristische Symptome sind runde, helle Flecken mit dunklem Rand, die sich auf dem vergilbenden Laub ausbreiten. Wird dieser Krankheit nicht Einhalt geboten, steht der Baum innerhalb kurzer Zeit inmitten des Sommers kahl da. So gehen Sie fachgerecht vor:
  • Die infizierten Blätter allesamt abzupfen und im Hausmüll entsorgen
  • Bereits herabgefallenes Laub aufsammeln, um die weitere Ausbreitung zu unterbinden
  • Den Olivenbaum behandeln mit einem Kupferpräparat, wie Atempo Kupfer-Pilzfrei von Neudorff
Mit ähnlichen Symptomen tritt die Pilzinfektion Mycocentrospora cladosporioides, die in vielen Olivenplantagen den Bauern das Leben schwer macht. Mitunter werden die Erreger über den Import in Baumschulen eingeschleppt, sodass insbesondere junge Olivenbäume aufgrund dessen ihre Blätter verlieren. Hier hat die Erfahrung aufgezeigt, dass die Entfernung der infizierten, gelben Blätter den Krankheitsverlauf bereits stoppen kann, ohne dass Sie auf Fungizide zurückgreifen müssen. Das gilt zumindest, wenn unter 30 Prozent der Blätter die Krankheitssymptome aufweisen.

Tipp: Ein Wachstum mit immergrünem Laub impliziert nicht, dass die einzelnen Blätter des Olivenbaumes das ewige Leben gepachtet haben. Vielmehr beschränkt sich deren Lebensdauer auf 2 bis 3 Jahre. Färben sich einzelne Blätter gelb und fallen ab, handelt es sich somit um einen natürlichen Prozess, der keine Gegenmaßnahmen erfordert.

Fazit
Wenn Ihr Olivenbaum seine Blätter verliert, ist dies ein berechtigter Grund zur Besorgnis. Dieses Alarmsignal deutet darauf hin, dass die mediterrane Charaktergestalt um ihr Überleben kämpft. Da sich hinter dem Schadbild mannigfaltige Ursachen verbergen können, zeigt erst eine dezidierte Analyse auf, welche Gegenmaßnahmen erforderlich sind. Häufigste Auslöser für das Dilemma sind Lichtmangel, Staunässe, Nährstoffmangel, Trockenstress und Krankheiten. Sofort umsetzbare Lösungen für diese Probleme können Sie hier nachlesen. Mündet die Rettungsaktion in eine Art-gerechte Pflege, regeneriert sich Ihr geplagter Olivenbaum rasch und setzt sich mit dem gewohnt üppigen, immergrünen Blätterkleid in Szene.