Dekorativ, pflegeleicht und aufgrund der wechselnden Blütenfarbe immer wieder aufs Neue faszinierend - das Wandelröschen begeistert immer mehr Gartenbesitzer. Das üppig blühende Gewächs, das im südlichen Teil Nordamerikas und in Mittelamerika beheimatet ist, lässt sich mit wenig Aufwand anbauen und vermehren. Wer seinem Wandelröschen optimale Kulturbedingungen bietet, wird sich von Mai bis Oktober über eine reiche Blütenpracht freuen können.

Standort

Damit das Wandelröschen gut gedeiht und viele Blüten ausbildet, ist die Wahl des richtigen Standortes wichtig. Folgende Aspekte sind dabei zu beachten:
  • Optimal ist ein sonniger Bereich im Garten
  • Kultivierung gelingt bei ausreichender Helligkeit auch im Halbschatten
  • Regenschutz ist empfehlenswert
Hinweis: Wer sein Wandelröschen im Halbschatten kultiviert, sollte stets die Sonneneinstrahlung im Blick haben; je weniger hell das Gewächs steht, umso blühfauler wird es.

Das Wandelröschen kann grundsätzlich ins Freibeet gepflanzt werden; allerdings müsste das Gewächs dann vor Einbruch der kalten
Jahreszeit wieder ausgegraben werden, da die Überwinterung keinesfalls im Freien erfolgen darf. Es hat sich deshalb als sinnvoll erwiesen, die Pflanzung in einem Topf vorzunehmen, da auf diese Weise der Transport in das Winterquartier erleichtert wird.

Boden

Neben dem Standort sind auch die Bodenverhältnisse von Bedeutung, um die Blühfreudigkeit der Pflanze anzuregen. Das Substrat, das zum Einsatz kommt, sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
  • reich an Nährstoffen
  • pH- Wert: sauer bis neutral
  • lockere Eigenschaften
  • gute Durchlässigkeit
Um Staunässe zu vermeiden, sollte das Wandelröschen in einem Tontopf mit Abflussloch gepflanzt werden. Für eine optimale Drainage wird an der Topfunterseite eine Schicht Blähton oder eine Tonscherbe ausgelegt.

Pflanzennachbarn

Wandelröschen Lantana camara - PflegeGrundsätzlich lassen sich zahlreiche unterschiedliche Pflanzen mit dem Wandelröschen kombinieren, die ähnliche Kulturbedingungen aufweisen. Dennoch lohnt es sich, auch die dekorativen Aspekte bei der Bepflanzung zu berücksichtigen. Das Wandelröschen bildet meist zunächst gelbe oder orange Blüten aus, die sich im Laufe der Zeit rot oder violett färben; deshalb bietet sich eine Kombinationen mit Blumen an, die optisch dezenter wirken. Gerne wird zu einer Unterpflanzung mit weißem Steinkraut oder klein bleibenden, gelben Margeriten geraten.

Gießen

Um während der warmen Jahreszeit die Blütenbildung zu fördern, ist eine regelmäßige Bewässerung des Wandelröschens erforderlich; dabei ist jedoch auf ein richtiges Gießverhalten zu achten:
  • gleichmäßige Versorgung mit Wasser
  • Wasserportionen möglichst klein halten
  • am besten eignet sich Regenwasser (Kalkempfindlichkeit!)
  • auch abgestandenes Wasser kann zum Einsatz kommen
  • Topferde sollte immer gleichmäßig feucht bleiben
  • Staunässe ist unbedingt zu vermeiden
Tipp: Wie oft das Wandelröschen gegossen wird, hängt auch vom Standort ab; in praller Sonne wird wesentlich mehr Wasser verdunstet als im Halbschatten. Wichtig ist, dass die Pflanze mit Feuchtigkeit versorgt wird, sobald sich das Substrat trocken anfühlt.

Düngen

Da das Wandelröschen zahlreiche farbintensive Blüten ausbildet, benötigt das Gewächs viele Nährstoffe. Diese sind auszugeben, sobald das Gewächs nach der kalten Jahreszeit ins Freiland umquartiert wird und sich nach dem Rückschnitt die Blätter ausgebildet haben. Allerdings reicht es zu Beginn der Wachstumsperiode aus, einmal pro Monat zu düngen. Erst wenn sich die ersten Blütenansätze zeigen, kann die Dosis erhöht werden; dann benötigt das Wandelröschen die lebenswichtigen Nährstoffe im Abstand von zwei Wochen.
Bezüglich des optimalen Düngeprodukts und der gezielten Ausbringung sind außerdem folgende Aspekte wichtig:
  • Grundsätzlich eignet sich ein handelsüblicher Flüssigdünger
  • Bei mineralischem Dünger darf die Dosierung nicht überschritten werden
  • Auch Naturdünger kann zum Einsatz kommen
  • Die Düngung erfolgt bis in den Spätsommer hinein
  • Ab September werden die düngefreien Phasen wieder länger

Umtopfen

Zur Pflege gehört auch die regelmäßige Kontrolle der
Topfgröße; hierzu wird das Abflussloch des Pflanzengefäß inspiziert; wachsen bereits Wurzeln aus dieser Öffnung, ist das Wandelröschen bereit, in einen größeren Topf verpflanzt zu werden. Allerdings sollte der Nachfolgetopf nur eine Nummer größer sein; andernfalls besteht die Gefahr, dass mehr Wurzeln zu Lasten der Blattmasse gebildet werden. Beim Umtopfen ist viel Fingerspitzengefühl gefragt: Keinesfalls dürfen die zarten Wurzelenden verletzt werden!

Schnitt

Wandelröschen Lantana camara - PflegeZu Beginn des Austriebs erhält das Wandelröschen einen Pflegeschnitt, bei der die Triebe stark gekürzt werden; das Gewächs bildet nur an jungen Trieben üppiges Blütenwachstum aus, während ältere Triebe nur wenige Blüten entwickeln.
Beim Schneiden sollte der Hobbygärtner bestimmte Punkte beachten:
  • Triebe können halbiert oder sogar auf ein Drittel eingekürzt werden
  • Der Umfang des Rückschnitts ist abhängig von Saison und Wuchskraft
  • Rückschnitt ist bis auf maximale Handbreite möglich
  • Beim Schneiden müssen aufgrund der Giftigkeit der Pflanze Handschuhe getragen werden
  • Entsorgung muss so erfolgen, dass kein Hautkontakt mehr möglich ist
Ein gezielter Rückschnitt kann jedoch auch für eine Verlängerung der Blütensaison genutzt werden; entfernt der Hobbygärtner zeitnah alle verwelkten Blüten, kann die Blühfreudigkeit des Wandelröschens bis in den späten Herbst hinein verlängert werden.

Überwintern

Zur Pflege des Wandelröschens gehört nach einer erfolgreichen Blühsaison vor allem ein sehr umsichtiges Überwintern. Dem Gewächs, das in warmen und sonnigen Gebietet beheimatet ist, bereiten bereits erste Temperaturabsenkungen im Herbst ernste Schwierigkeiten. Deshalb gilt: Sind im Herbst bereits kalte Nächte vorhergesagt, muss das Gewächs auf jeden Fall ins Haus verbracht werden. Spätestens bei Minustemperaturen ist der Umzug ins Winterquartier dann endgültig angezeigt. Das Wandelröschen verbringt die kalte Jahreszeit unter folgenden Bedingungen:
  • bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celcius
  • an einem hellen Standort
  • Gegossen wird nur sparsam
  • lediglich das Austrocknen ist zu vermeiden
  • Es erfolgt keine Düngung
Am besten gelingt die Überwinterung des Wandelröschens in einem Kalthaus; alternativ eignet sich aber auch ein anderer heller Raum, zum Beispiel ein Wintergarten oder ein Keller mit Fenster. Wichtig ist, dass die Pflanze niemals dem Frost ausgesetzt wird.

Hinweis: Während der kalten Jahreszeit ist das Wandelröschen auf Winterruhe eingestellt. Bereits ab dem ersten Vorfrühling - meist Mitte Februar - sollte das Wandelröschen dann aber ein wärmeres Zwischenquartier erhalten, damit der Stoffwechsel allmählich hochgefahren werden kann.

Vermehren

Wandelröschen Lantana camara - PflegeWandelröschen lassen sich sehr leicht vermehren und verbreiten sich sehr schnell. Zur gezielten Vermehrung werden meist Stecklinge genutzt, die der Hobbygärtner aus dem Frühjahrsschnitt erhält. Beim Schnitt eines Stecklings sollten folgende Aspekte beachtet werden:
  • Als Ausgangsmaterial dienen einjährige Triebe
  • Der Schnitt erfolgt an einem gesunden Stück vom Triebende
  • Der ausgewählte Steckling sollte bereits leicht verholzt sein
  • Die optimale Stecklingsgröße beträgt 10cm
  • Das untere Ende wird so gekürzt, dass es dicht unterhalb des Blattpaares endet
  • Die beiden unteren Blätter, Triebspitzen und Blühstände sind zu entfernen
Der auf diese Weise gewonnene Steckling weist im Idealfall jeweils an der Ober- und Unterseite ein Knospenpaar auf; darüber hinaus sollten vier bis sechs Blätter vorhanden sein.
Für die Anzucht wird der Steckling bis zwei Zentimeter unter dem ersten Blattpaar in einen Topf gesteckt, der mit Anzuchterde gefüllt ist. Wenn die Stängel eine sehr weiche Konsistenz aufweisen, ist es wichtig, zuerst ein Pflanzenloch zu stechen. Das funktioniert am besten mit einem Pikierholz. Nach dem Stecken des Triebes ist die Erde mit den Fingern sorgfältig anzudrücken.

Im Anschluss ist es wichtig, die Stecklinge gut feuchtzuhalten; das gelingt am besten, wenn die Töpfe mit Folie abgedeckt werden. Erste Wurzeln bilden sich dann bereits nach rund zwei Wochen aus.

Alternativ funktioniert auch die Bewurzelung der Triebe im Wasserglas; zu diesem Zweck wird am besten weiches Regenwasser verwendet, das im Abstand von einigen Tagen gewechselt wird. Die besten Ergebnisse werden dabei erzielt, wenn ein blickdichtes Gefäß zum Einsatz kommt.

Hinweis: Wer die Triebe mit der Wasserglas-Methode bewurzelt, sollte wissen, dass hier die Ausfallquote höher ist!

Alternativ zur Vermehrung über Stecklinge können Wandelröschen übrigens auch durch gezielte Aussaat vervielfältigt werden. Wer das Saatgut von eigenen Hybriden gewinnt, muss sich allerdings darauf einstellen, dass die daraus gewonnen Pflanzen nicht sortenrein sein werden; es ist beispielsweise möglich, dass andere Farbzusammensetzungen entstehen.

Schädlinge

Wandelröschen Lantana camara - PflegeWandelröschen werden vorwiegend in der kalten Jahreszeit von Schädlingen befallen; das Winterquartier bietet die für die in warmen Gebieten beheimateten Pflanzen ungewohnte Bedingungen. Vor allem die trockene Luft während der Wintermonate kann zu einem Befall mit Blattläusen führen. Ist die Pflanze betroffen, zeigt sie folgende Symptome:
  • kleine, grüne Läuse an den Blattunterseiten
  • weiße Läuseeier auf den Blättern
  • klebriger Film auf den Blättern (Honigtauausscheidung)
Um dem Blattlausbefall vorzubeugen, können diverse Ungeziefer-Stäbchen in die Topferde gesteckt werden. In manchen Fällen hilft auch eine Knoblauchzehe oder eine Lavendelbepflanzung in unmittelbarer Nachbarschaft, um die Läuse abzuwehren. Zeigt die Pflanze bereits Symptome, helfen auch Neempräparate oder Seifenwasser.

Zu den bekannten Schädlingen gehört auch die Weiße Fliege, die am besten mit Schlupfwespen bekämpft wird. Bei einem Befall ist es wichtig, zügig zu handeln, damit die Pflanze nicht nachhaltig geschädigt wird; gerade während der kalten Jahreszeit kann es für das Wandelröschen sehr schwierig sein, sich wieder zu regenerieren.

Wer vor allem im Winter auf optimale Bedingungen achtet und das Wandelröschen sorgfältig pflegt, wird sich auch im darauffolgenden Jahr wieder über viele bunte Blüten freuen können.