Neben der Hundsrose gibt es weitere Wildrosen-Arten wie die Apfel-Rose oder die Kartoffel-Rose. Sie haben den Vorteil, dass ihnen die Natur einige Eigenschaften mitgegeben hat, die sie beispielsweise gegenüber Wetterextremen deutlich unempfindlicher macht. Obwohl sie gut alleine zurechtkommen, profitieren auch wilde Varianten der Rose von einer guten Pflege. Dadurch wird ein kräftiger Wuchs gefördert und sie bringt viele Blüten hervor.

Düngen

Karge Böden sind für die Wildrose kein Problem, die reagiert aber entsprechend mit einer verminderten Blüte. Das ist reiner Selbstschutz, denn einerseits fehlen ihr die Nährstoffe, um viele Blüten zu produzieren bzw. sie am Leben zu erhalten und andererseits sieht sie für die Früchte in der näheren Umgebung auch wenig Chancen, dass sie sich gut entwickeln können.

Zu viele Nährstoffe schaden den Rosen allerdings auch, denn das fördert lediglich die Bildung neuer Triebe, die Blüten bleiben aber meist ebenfalls aus. Die

Herausforderung für Gärtner ist daher ein ideales Gleichgewicht im Nährstoffhaushalt zu finden. Daher sollte die Wildform der Rosen nur maximal ein Mal pro Jahr gedüngt werden.
Ideal ist ein Zeitpunkt im Frühjahr mit dem Austrieb. Zum Düngen wird reifer Kompost verwendet, der einerseits in den Boden eingearbeitet wird und andererseits kann damit auch angehäufelt werden. Wie alle Rosen mögen auch Wildformen das Anhäufeln und reagierten häufig mit Neutrieben aus dem Boden heraus.

Hundsrose - Rosa caninaTipp: Im Herbst kann zusätzlich noch mit etwas Laub gemulcht werden, was ein guter Schutz für den Winter ist und zusätzlich noch für etwas Nährstoffe und ein gesundes Bodenleben in der Umgebung des Wurzelstockes sorgt.

Gießen

Die Wildrose und auch kultivierte Formen davon wie "Rosy boom" vertragen länger anhaltende Trockenheit. Aber auch sehr feuchte Böden machen ihnen meist wenig aus, vorausgesetzt sie stehen nicht dauerhaft im Wasser. Im Sommer müssen die Rosenstöcke daher nicht zwingend gegossen werden. In der Phase der Blütenknospen und der Blüte sind die Wildformen allerdings ähnlich empfindlich wie Zuchtsorten. Daher sollte bei länger anhaltender Trockenheit im Frühjahr bzw. im Frühsommer bis zum Ende der Blüte regelmäßig gewässert werden. Beim Gießen sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • kalkfreies Wasser (Regenwasser) verwenden
  • Staunässe vermeiden
  • Blätter nicht gießen

Staunässe ist vor allem bei sehr schweren Böden ein häufiges Problem. Dem kann entgegen gewirkt werden, indem der Boden mehrmals im Jahr um die Rose herum gelockert wird. Gegebenenfalls kann auch etwas Sand eingearbeitet werden. Bei der Lockerung des Bodens muss allerdings darauf geachtet werden, dass nicht zu tief in den Boden hineingearbeitet wird, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden.

Vermehrung

Rosen zu vermehren ist immer schwierig bei Zuchtformen. Ganz anders ist es bei der wilden Urform der Rosen. Steht im Garten bereits eine beliebte Sorte oder Sie haben einen schönen Strauch in der freien Natur entdeckt, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sie die Pflanzen vermehren können.

Die aufwendigere Variante ist die Vermehrung über Samen. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

  • reife Hagebutten ernten.
  • Kerne entnehmen
  • Kerne im Herbst in die Erde legen (keine Anzuchtschale verwenden)
  • bis zum Austrieb vor Austrocknung bewahren

Hundsrose - Rosa caninaDamit wilde Formen der Rosen keimen benötigen sie einen Kälteimpuls und müssen über den Winter in der Erde liegen. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass die Kerne auch nicht austrocknen.

Tipp: Wer im Herbst vergessen hat die Kerne zu säen, kann versuchen sie für ein bis

zwei Wochen in den Kühlschrank zu legen und dann im Frühjahr auszusäen. Oft reicht dieser Kälteimpuls aus, damit die Kerne zum Keimen angeregt werden, wobei der Erfolg bei der Direktsaat im Herbst meist größer ist.

Die einfachere und schnellere Methode ist die Vermehrung über Steckhölzer im Herbst. Dazu werden zweijährige Triebe mit einem scharfen Messer schräg abgeschnitten. Die Triebe sollten mindestens acht bis zehn Augen haben. Alles darüber wird ebenfalls mit einem schrägen Schnitt entfernt. Anschließend wird das Steckholz mindestens vier bis fünf Augen tief im Boden eingegraben. Bereits im nächsten Frühjahr sollten sich an den verbliebenen Augen an der Oberfläche neue Triebe gebildet haben.

Krankheiten und Schädlinge

Die gute Nachricht ist, dass es keine Krankheiten gibt, die bei den Zuchtformen gefürchtet sind, die die Wildformen befallen könnte. Selbst kultivierte Wildformen wie Rosy boom sind nicht anfällig für Krankheiten. Dafür gibt es jedoch einige Schädlinge, die die Pflanze zwar nicht zum Absterben bringen, allerdings ihrer Entwicklung und den Blüten schaden können. Dazu gehören:

  • Rosengallwespe
  • Gartenlaubkäfer
  • Rosenkäfer (diverse Arten)

Vor allem gegen die Rosenkäfer kann wenig bis kaum unternommen werden. Teilweise sind einige Arten der Rosenkäfer sogar geschützt und dürfen daher nicht getötet werden. Bei einem verstärkten Auftreten von Rosenkäfern können die Käfer abgesammelt werden und an anderen Blühpflanzen wie Holunder ausgesetzt werden. Für den Gartenlaubkäfer gibt es im Handel geeignete Lockstofffallen. Zudem hilft es während der Flugzeit im Mai und Juni den Rasen nicht zu kurz zu mähen. Offene Stellen im Gras sind für ihn eine willkommene Einladung die Eier dort abzulegen. Die Larven schaden dann dem Rasen, während sich die adulten Käfer über die Pflanzen im Garten, wie die Wildrosen hermachen.

Legt die Rosengallwespe ihre Eier in die Wildrose ab, führt dies zu einem unschönen Wachstum und es bilden sich die sogenannten Rosengallen bzw. -galläpfel. Obwohl die Rosengalläpfel eine interessante Optik haben, können sie die Rosen schwächen. Einige wenige Galläpfel schaden der Rose nicht, bei einem vermehrten Auftreten sollten die betroffenen Zweige abgeschnitten werden. Die Galläpfel können einfach auf dem Kompost entsorgt werden.

Hundsrose - Rosa caninaVorbeugend können im Garten auch Nützlinge gefördert werden, die den Schadinsekten das Leben schwer machen. Dazu gehören in erster Linie Schlupfwespen, diverse Raubfliegen oder Vögel. Die Schlupfwespen sind besonders hilfreich bei der Bekämpfung im Larvenstadium, da die Schlupfwespe ihre Eier in die Larven anderer Insekten ablegt.

Schneiden

Der Rückschnitt bei den Wildformen der Rose unterscheidet sich deutlich von Zuchtformen. Prinzipiell würde die Wildform keinen Rückschnitt benötigen, er ist jedoch meist notwendig, um das üppige Wachstum etwas zu bremsen. Beim Schneiden werden drei Varianten unterschieden:

  • Pflanzschnitt
  • jährlicher Schnitt
  • Radikalschnitt

Pflanzschnitt

Der Pflanzschnitt wird nur beim Einpflanzen vorgenommen. Kräftige Triebe werden auf vier bis fünf Augen eingekürzt. Schwächere Triebe auf maximal zwei Augen. Sehr schwache oder verkümmert wachsende Triebe können zur Gänze entfernt werden. Am Ende sollte ein kompakter Stock vorhanden sein, in dem für alle Triebe ausreichend Platz ist. Bei einem sehr dichten Stock können zusätzlich noch schwache Triebe bodennah abgeschnitten werden.

Jährlicher Schnitt

Ein jährlicher Schnitt kann wahlweise im Frühjahr oder im Herbst erfolgen. Ziel dieses Schnittes der Hundsrose ist, dass sie einerseits in Form gebracht wird und andererseits auch die Reste der Fruchtstände entfernt werden. Der Schnitt kann bereits im Herbst mit der Fruchtreife erfolgen. Viele lassen

die Hagebutten jedoch als dekorativer Herbstschmuck und für Vögel bis zum nächsten Jahr dran. In diesem Fall erfolgt ein Rückschnitt der restlichen Fruchtstände spätestens im frostfreien Frühjahr.

Hundsrose - Rosa caninaUnabhängig davon, ob die Früchte dran bleiben oder nicht, sollte im Herbst in jedem Fall der Formschnitt erfolgen. Äste und Zweige, die zu dicht stehen werden beispielsweise entfernt. Triebe, die älter als drei Jahre sind, werden ebenfalls im Herbst entfernt, damit die Bildung von jungen und kräftigen Trieben angeregt wird.

Radikalschnitt

Rosy boom und andere wilde Formen der Rosen benötigten auch in Bezug auf die Pflege wenig Aufwand. Es ist durchaus möglich die Wildform ohne sie zu schneiden mehrere Jahre wachsen zu lassen. Das Problem ist allerdings, dass sie nach einiger Zeit im unteren Bereich dazu neigt, zu verkahlen und nicht mehr sehr schön anzusehen ist. Spätestens dann ist es Zeit für einen Radikalschnitt.

Dieser wird im Frühherbst durchgeführt damit die Staude ausreichend Zeit hat die Wunden zu schließen. Wird ein Radikalschnitt im Frühjahr durchgeführt, kann das dazu führen, dass die Rosen ausbluten und gänzlich absterben. Im Herbst haben Gärtner jedoch die Chance die Stauden nicht nur gut über den Winter zu bringen, sondern auch im Frühjahr den Austrieb schlafender Augen zu fördern.

Ein Radikalschnitt geht meist tief ins alte Holz. Alte Äste werden in etwa der Höhe der Hüfte eingekürzt. Zu niedrig sollte die Schnittstelle nicht angesetzt werden, da sonst die Chance immer geringer wird schlafende Augen zu wecken. Werden durch einen Radikalschnitt sogar Neutriebe aus dem Boden gefördert, können gegebenenfalls sehr alte Triebe, die nur hüfthoch eingekürzt wurden, im nächsten Jahr gänzlich entfernt werden.

Tipp: Beim Rückschnitt anfallende Triebe können wieder als Steckhölzer verwendet werden.