Rosen-StraußRichtig getrocknet und langfristig haltbar gemacht, können Sie mehrjährig Freude an Rosenblättern und Rosenblüten haben. Die Basis bildet die optimale Trocknung. Um den Duft sowie die Farbe langfristig erhalten bleiben zu lassen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten im Rahmen des Haltbarmachens zu Verfügung. Dazu benötigen Sie einfache Hilfsmittel, die nahezu in jedem gut ausgestattetem Haushalt vorhanden sind, sowie ein wenig Geduld. Der folgende Ratgeber erklärt detailliert, wie Sie vorgehen sollten und welche Methoden Ihnen zu Verfügung stehen.

Rosenarten

Um Rosenblätter und/oder Rosenblüten eine Unvergänglichkeit durch eine Trocknung zu verleihen, eignen sich alle Rosenarten. Hier liegt das Geschick vor allem in dem richtigen Zeitpunkt, wann die Blätter oder Blüten abgenommen werden. Soll der Rosenduft langfristig die Umgebung füllen, so empfiehlt es sich, hierzu nur stark duftende Rosensorten auszuwählen. Dazu zählen zum Beispiel:
  • Strauchrose "Rhapsody in Blue"
  • Beetrose "Sunlight Romantika"
  • Kleinstrauchrose "Pink Roadrunner"
  • Portland-Rose "Rose de
    Resht"
  • Rosa rugosa "Agnes"

Erntezeit

Wer im Garten einen eigenen Rosenbestand besitzt, ist bei der Blatt- und Blütenernte natürlich an die Blütezeit gebunden. In der Regel geht es im Juni bei den meisten Rosensorten los, wenngleich es auch einige gibt, die bereits im Mai oder erst im Juli ihre erste Hauptblüte erhalten. Um den optischen Glanz von blühenden Rosen dem Garten nicht vorzuenthalten, sollten Sie ab Blütenbeginn vor allem an heißen und/oder regnerischen Tagen täglich einen Blick auf die Blüten werfen. Nur so können Sie rechtzeitig vor dem Beginn der Welkphase noch frische, duftende und farbintensive Blütenexemplare der Rose entnehmen.

Es empfiehlt sich, nicht abzuwarten, bis die Blätter oder ganze Blüten abfallen, sondern den genauen Moment abzupassen und sie zu ernten, solange sie noch an der Pflanze haften. Sie sollten auch auf keinen Fall vor dem Aufgehen der Blüte die Blätter ziehen, da dies meist zur Folge hat, dass die Rose keine weiteren Triebe beziehungsweise Knospen in dem Jahr austreibt.

Finden Sie eine Blüte, die sich bereits seit drei oder vier Tagen im Stadium des Aufgehens befindet, ist der perfekte Zeitpunkt zur Ernte gekommen. Diese sollte stets kurz vor dem vollständigen Aufblühen vorgenommen werden.

Blumenstrauß

Rosen im hängen trocknenMöchten Sie die Blüten einer Rose aus einem gekauften Blumenstrauß verwenden, sind diese meist ein wenig geöffnet. Da sie schneller welken, als in Erde eingepflanzt, sollten Sie mit dem Abtrennen spätestens nach zwei Tagen beginnen, um das Abschneiden kurz vor der vollständigen Blütenöffnung vornehmen zu können.

Abtrennen

Reißen Sie die Blätter oder ganze Blüten nicht einfach ab, sondern schneiden Sie. Soll ein ganzer Zweig getrocknet werden, wird dieser oberhalb des zweiten Blattansatzes abgeschnitten. Voraussetzung ist, dass sich an diesem Zweig keine weiteren Knospen befinden, die im geschlossenen Zustand dann eingehen würden. Wenn nur die Rosenblätter oder die Blüte benötigt werden, wird direkt unter der Blüte am Blütenstängel abgetrennt. Jedes Blütenblatt kann dann direkt von der Blüte abgelöst werden.

Trocknung

Um die Blätter von Rosen lange haltbar zu machen, setzt dies eine ordentliche Trocknung voraus. Dazu stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zu Verfügung:

Buchtrocknung

Die wohl bekannteste Variante zum Rosenblätter-Trocknen ist mit dem Buch. Sie werden zwischen die Buchseiten gelegt und das Buch anschließend geschlossen. Wichtig ist hierbei, dass entweder ein sauberes, saugfähiges Küchenpapier oder noch besser, ein Löschblatt unter und über das Blatt gelegt wird. So kann die Feuchtigkeit optimal aus den Blättern entweichen und verschmutzt zudem die Buchseiten nicht.

Aber Vorsicht: die Blätter dürfen nicht aufeinander liegen.

Das Saugpapier sollte einmal in der Woche gewechselt oder die Blätter in ihrer Position verschoben werden. Nach circa drei Wochen sollte das Rosenblatt bei Zimmertemperatur getrocknet sein. Diese Trocknungsmethode hat den Vorteil, dass die Rosenblätter gleichzeitig von beiden Seiten getrocknet werden.

Allerdings verlieren sie dabei ihre natürlichen Wölbungen und kommen vollständig glattgepresst nach der Trocknung hervor. Deshalb eignet sich dieses Verfahren beispielsweise eher für die Rosen-Dekoration von Briefen oder für Bilderrahmen. Gleiches gilt für die Blütentrocknung.

Frei-Trocknung

Um die individuelle Formgebung beziehungsweise Wölbungen beizubehalten, empfiehlt sich die Trocknung ohne Pressung. Dazu werden die Rosenblätter- und/oder -blüten entweder auf einem Gitter oder auf einem Küchenpapier so verteilt, dass sie nicht überlappen. Je kühler die Umgebungstemperatur ist, desto langsamer trocknen sie. Als optimale Plätze eignen sich zum Beispiel der Heizungskeller oder ein windgeschützter Sonnenplatz auf der Terrasse oder dem Balkon.
Rosen trocknen mit Dörrgitter
Wird Papier zum Aufsaugen der Feuchtigkeit benutzt, ist dieses alle drei Tage auszuwechseln beziehungsweise das Trocknungsgut umzulagern, damit wieder volle Saugfähigkeit besteht und sich kein Schimmel bildet.

Bei der Gittertrocknung zirkuliert Luft darunter, so dass keine Schimmelbildung erfolgen kann. Bei beiden Methoden sollten die Rosenblüten und -blätter regelmäßig umgedreht werden. So können sie gleichmäßig von beiden Seiten trocknen. Eine Wendung ist bei warmen Temperaturen bereits nach circa drei oder vier Stunden möglich.

TIPP: Da bei der Ernte oftmals allerlei Krabbelinsekten mitgenommen wird, ist es ratsam, vor dem Trocknen die Rosenblätter in einen luftdichten Beutel zu sammeln. Nach einigen Minuten öffnen Sie den Beutel wieder und können
sehen, wie die Krabbler das Weite suchen, wenn sie die Blüten ausschütten.

Trockensalz/Silikagel und Waschmittel

Anstatt von Lösch-, Zeitungs- und Küchenpapier können Sie auch spezielles Trockensalz, Silikagel oder Trockenwaschmittel verwenden. Bei Silikagel handelt es sich um kristallähnliche Kügelchen, die in kleinen Tütchen verpackt, oftmals in Schuhkartons oder bei Lederkleidung zum Feuchtigkeitsschutz zu finden sind.

Dieses Trockenverfahren haben den Vorteil, dass die Trocknung in der Regel schneller erfolgt, da es gezielt die Feuchtigkeit aus der Rosenblüte beziehungsweise dem Blatt herauszieht. Zudem ist es mehrfach anwendbar, lässt die ursprüngliche Verformung bestehen und wirkt zugleich auf eine verbesserte Haltbarkeit.
 
Zum Trocknen wird je nach Menge der zu trocknenden Königinnenblüten und -blätter, ein verschließbares Gefäß gewählt und der Boden mit dem Trockensalz oder dem Silikagel bedeckt. Darauf werden die Blütenteile ausgelegt und mit einer weiteren Salz- oder Silikagel-Schicht bedeckt. Im Anschluss wird das Gefäß für circa drei bis vier Tage verschlossen.
Rosenblätter trocknen mit Salzen
Bei der Trockensalz-Variante können Sie optimal sehen, wie sich die Feuchtigkeit darin aufsaugt, da das Salz immer mehr die Blattfarbe annimmt. Bleibt der Farbkontrast gleich, ist der Trocknungsprozess abgeschlossen und das Behältnis kann geöffnet werden.

TIPP: Das Trockensalz sowie das Silikagel können Sie schnell wieder für den nächsten Einsatz trocknen. Das Salz legen Sie dazu in Mikrowelle und das Silikagel trocknet in wenigen Minuten im heißen Backofen.

Backofen-Trocknung

Eine schnelle und zudem sehr empfehlenswerte Trocknungsmethode ist mit der Backofen-Technik gegeben. Dazu wird das Backblech mit Sand bestreut, worauf Sie dann die Blütenblätter verteilen und das Backblech dann bei 40 Grad in den Ofen schieben. Nach circa 30 Minuten sollte der Trocknungsprozess bereits beendet sein.

Der Vorteil bei der Backofen-Trocknung ist nicht nur die Zeit- und Aufwand-Ersparnis, sondern durch das schnelle Trocknen wölben sich die Blütenblätter auch an der Blütenknolle zusätzlich. Dies bietet vor allem als Potpourri verwendet, eine schicke Optik und unterstreicht die Natürlichkeit. Außerdem wird durch die minimale Wärme das Duftaroma geschont und verbleibt deutlich intensiver in der Trockensubstanz.  

Mikrowellen-Trocknung

Ähnliche Ergebnisse erzielen Sie bei der Trocknung mithilfe einer Mikrowelle. Dazu benötigen Sie neben den Rosenteilen und einer Mikrowelle folgendes Zubehör:
  • Saugstarkes Küchenpapier
  • Zwei mikrowellengeeignete Teller
  • Alternativ: zwei feuerfeste Keramikfliesen
Anleitung:
  • Fliese oder Teller mit einer Lage Küchenpapier abdecken/auslegen
  • Rosenblätter und gegebenenfalls Rosenblütenköpfe verteilen
  • Eine Lage Küchenpapier darüber legen
  • Mit dem zweiten Teller oder der zweiten Fliese abdecken
  • In die Mikrowelle stellen
  • Je nach Wattleistung zwischen 40 Sekunden und 1.5 Minuten erwärmen
  • Herausnehmen und fertig ist die Trocknung!
  • Rosenstrauß-Trocknung
Nicht nur die Rosenblüten und -blätter lassen sich trocknen, sondern auch ganze Rosensträuße. Optimal eignen sich diejenigen, die frühzeitig geschnitten wurden und bei denen die Blüten sich erst leicht geöffnet haben. Schneiden Sie die Stiele schräg an und stellen Sie den Rosenstrauß in eine Vase mit frischem Wasser, das in einem Verhältnis von 1:1 mit Glyzerin gemischt sein wollte. Glyzerin erhalten Sie in jeder Apotheke.
Rosen trocknen in der Mikrowelle
Nach circa zwei Tagen nehmen Sie den Rosenstrauß aus dem Wasser, teilen ihn jeweils bis maximal acht Stiele ein und fügen diese zu einem Bündel zusammen. Bei mehr Rosenstielen würde sich die Trocknung als schwieriger erweisen und ein gleichmäßiger sowie vollständiger Feuchtigkeitsverlust wäre nicht gewährleistet.   
Hängen Sie nun die einzelnen Bündel kopfüber auf. Als Trocknungsort sollte ein kühler, trockener sowie luftiger Platz gewählt werden. Dazu bieten sich zum Beispiel Speicherböden oder eine Scheune an, wo keine Sonne auf die Rosenbündel scheint.

Je nach Rosenart und Blütengröße erstreckt sich die Trocknungszeit über ein Zeitraum zwischen vier und sechs Tage.  Danach können die Bündel abgenommen und einzeln oder wieder zusammengefügt in eine Blumenvase ohne Wasser gestellt werden. Die vollständige Trocknung ist nach rund vier Wochen abgeschlossen.

Haltbarkeit

Deutlich mehr Lebensdauer erhalten Rosenblätter und Rosenblüten sowie Sträuße, wenn sie eine Art Konservierung erhalten. Diese kann entweder mit Klarlack oder mit Haarspray erfolgen. Diese sprühen Sie nach Vollendung des Trocknungsprozesses einfach auf. Achten Sie dabei explizit darauf, dass Sie alles gut mit dem Klarlack oder dem Haarspray abdecken, um einen gleichmäßigen Film auf die Blüten, Blätter oder den gesamten Rosenstrauß legen zu können.

Beide Varianten verleihen in etwa die gleiche Haltbarkeit, wenngleich Glanz-Klarlack zusätzlich noch eine leicht schimmernde Brillanz hinzufügen kann.  Wenn Sie die Konservierung alle paar Monate wiederholen, behalten die getrockneten Rosen ihre Schönheit bestenfalls über Jahre. Übrigens nimmt die Verlängerung der Haltbarkeit durch Haarspray keinen Einfluss.

Lediglich in den ersten Stunden nach dem Besprühen wird sich der Spraygeruch breitmachen, aber der Rosenduft wird sich durchsetzen.

Fazit
Rosenblätter, Rosenblüten sowie Rosensträuße sind mit einfachsten Mitteln ohne viel Aufwand professionell zu trocknen. Mit den hier beschriebenen Trocknungsmethoden und dem Haltbarmachen können Sie die Königin der Blumen langfristig zu zahlreichen Dekorationszwecken und als Duftoase nutzen.