Die verschiedensten Pflanzen werden als Mittagsblumen bezeichnet, denn sie öffnen ihre Blüten bei ausreichender Helligkeit und Sonnenbestrahlung. Die Mesembryanthemum-Arten sind sukkulente Pflanzen, die auf sandigen und trockenen Standorten gedeihen. Einige Arten wachsen in Küstenregionen und lagern Salz in ihren Blättern ein. Das macht diese essbaren Pflanzen zu beliebten Gemüsesorten. Die Pflege der blassrosa-, gelb- oder weißblühenden Pflanzen ist nicht aufwändig.

Standort

Mittagsblumen bevorzugen einen hellen Platz. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wachsen die krautigen Pflanzen an vollsonnigen Standorten. Daher eignen sie sich zur Dekoration von südlich ausgerichteten Fensterbänken. Während der Sommermonate erfreuen sich Mesembryanthemum-Arten über einen Platz auf dem sonnigen Balkon oder der lichtdurchfluteten Terrasse. Im Freien benötigen die Zierstauden einen geschützten Platz, denn herabfallendes Regenwasser kann die zarten Blütenblätter zerstören.

Wenn der Winter naht, werden die Kübelpflanzen in ihr Winterquartier gebracht. Ideal geeignet ist ein unbeheizter und heller Raum oder ein Wintergarten. Mittagsblumen verbringen die frostigen Monate bei Temperaturen zwischen acht und zehn Grad
Celsius.

Tipp: Nicht alle dieser Sukkulenten sind mehrjährig. Die meisten Zierpflanzen wie das Eiskraut werden einjährig kultiviert und können nicht überwintert werden.

Substrat und Boden

Arten der Gattung Mesembryanthemum wachsen in leichten Böden mit hoher Durchlässigkeit. Staunässe sorgt dafür, dass die Feinwurzeln faulen. In der Folge können die Pflanzen weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen, wodurch die Blätter langsam absterben. An ihrem natürlichen Standort gedeiht die Mittagsblume auf sandigen Böden. Organische Bestandteile sorgen für eine ausreichende Deckung des Nährstoffbedarfs. Die ideale Substratmischung besteht aus Sand oder Kies und Blumenerde. Alternativ können Sie auf handelsübliche Erde für Kakteen und Sukkulenten zurückgreifen. Diese Substratmischungen sind perfekt auf die Bedürfnisse der wasserspeichernden Pflanzen angepasst und liefern optimale Wachstumsbedingungen. Mittagsblumen bevorzugen trockene Bodenbedingungen und gedeihen prächtig in niederschlagsarmen Perioden. Diese Lebensweise ist möglich durch eine spezielle Anpassung, welche die sukkulenten Pflanzen besonders widerstandsfähig macht.
  • große, ledrige Blätter dienen der Wasserspeicherung
  • Trockenheit überstehen die Pflanzen problemlos
  • Blätter werden unter sonnigen und trockenen Bedingungen zart und weich
  • Schatten und Feuchtigkeit lassen die Blätter knackig und fest werden

Pflanzen

Ab Mitte Mai werden die Jungpflanzen an den gewünschten Standort im Garten gepflanzt. Es reicht aus, wenn Sie auf einem Quadratmeter eine Pflanze setzen. Ist ein dichter Bestand gewünscht, reichen zwei Exemplare aus. Die Mittagsblumengewächse entwickeln reichliche Verzweigungen, deren Triebe nieder liegen und auf diese Weise mattenartige Teppiche entwickeln. Eine Pflanze kann zwischen 70 und 100 Zentimeter weit über den Boden kriechen.
  • ideal als Bodendecker geeignet
  • kommt als Solitärstaude gut zur Geltung

Kübelpflanzung

Arten der Gattung Mesembryanthemum entwickeln ein kompaktes Wurzelwerk mit faserigen Feinwurzeln, welches nicht sehr tief in das Erdreich wächst. Trotz der nährstoffarmen Bedingungen in den sandigen Böden müssen die Pflanzen kein weitreichendes Wurzelsystem entwickeln, denn sie speichern nicht nur Wasser sondern auch Nährstoffe und Salze in ihrem ledrigen Blattgewebe. Dieses kompakte Wurzelgeflecht macht die Mittagsblume zur perfekten Pflanze für Kübel. Wählen Sie einen entsprechend großen Topf, da die Pflanzen eine enorme Biomasse entwickeln und leicht umfallen können. Ein schweres Gefäß verlagert den Schwerpunkt zum Boden.
Mittagsblume - Mesembryanthemum
Die kriechenden Triebe erzeugen eine leicht hängende Wuchsform. Die Sukkulenten machen in Hängetöpfen eine gute Figur und eignen sich zur Unterpflanzung von großen Stauden in höheren Töpfen. Die Kübel dekorieren Dachterrassen oder Balkongärten. Sie zieren den Vordergrund von wärmespeichernden Mauern oder südlich ausgerichteten Hauswänden.

Tipp: Verwenden Sie Töpfe aus Terrakotta oder Ton. Das grobporige Material reguliert den Feuchtigkeitsgehalt im Substrat und beugt Staunässe vor.

Gießen

Die Pflege reduziert sich bei den Mittagsblumen auf ein Minimum. Als sukkulente Gewächse lassen sie ihre Blätter nicht sofort hängen, wenn Sie das Gießen einmal vergessen. Mit ihrem wasserspeichernden Gewebe überstehen die Pflanzen auch lang anhaltende Trockenperioden. Noch bevor der Wasserspeicher aufgebraucht wurde, benötigen Mesembryanthemum-Arten Wassernachschub. Gießen Sie die Pflanzen durchdringend mit kalkarmem Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser.

Achten Sie auf einen guten Wasserabfluss. Wächst Ihre Mittagsblume im Kübel, sollte sich kein Wasser im Untersetzer ansammeln. Die feinen Wurzeln reagieren empfindlich, wenn sie von stehendem Wasser umgeben sind. Im Winter benötigen die Mittagsblumengewächse weniger Wasser. Zwischen März und Oktober können Sie die Gießeinheiten reduzieren.

Tipp: Wenn die Blätter weich und biegsam werden, ist es höchste Zeit für eine Bewässerungseinheit.

Düngen

Über eine zusätzliche Nährstoffversorgung freuen sich Mittagsblumen. Die erste Düngung beginnt kurz vor dem Start der neuen Vegetationsperiode im Frühjahr. Ab diesem Zeitpunkt wird die Pflanze regelmäßig mit Nährstoffen versorgt. Wenn Sie flüssigen Dünger verwenden, sollten Sie die empfohlene Menge um die Hälfte reduzieren. Dadurch verhindern Sie eine Überdüngung. Wenn Sie die Blätter ernten möchten, sollten Sie auf einen für Gemüsesorten empfohlenen Dünger zurückgreifen. Ideal geeignet ist gut ausgereifter Kompost, der im Frühjahr unter das Substrat gemischt wird. Kompost wirkt gleichzeitig als Langzeitdünger und versorgt die Pflanze den ganzen Sommer mit wertvollen Nährstoffen.
  • im Sommer alle zwei Wochen düngen
  • alternativ vor dem Austrieb mit Kompost versorgen
  • im Winter Düngung einstellen

Schneiden

Ein Rückschnitt ist im Frühjahr notwendig, wenn die Pflanze im Winter zu wenig Licht abbekommen hat. Lichtmangel führt zur Bildung langer Triebe, an denen die Blätter weit auseinander stehen. Die Pflanze wirkt unschön. Schneiden Sie störende Triebe zurück. Mittagsblumen vertragen einen kräftigen Rückschnitt und treiben anschließend wieder üppig aus. Nach der Blütezeit sollten verwelkte Blüten regelmäßig entfernt werden. Diese Maßnahme regt die Pflanze zur Bildung neuer Knospen an.

Tipp: Während der Wachstumsperiode können Sie alle drei bis vier Wochen beblätterte Triebspitzen abknipsen. Unterhalb der Bruchstellen entstehen neue Verzweigungen.

Überwintern

Mesembryanthemum-Arten stammen aus warmen Regionen, in denen die Winter mild ausfallen oder die Temperaturen ganzjährig kaum schwanken. Herrschen in den natürlichen Verbreitungsgebieten niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt, wachsen die
Pflanzen überwiegend einjährig. Mehrjährige Pflanzen werden an einem kühlen und hellen Ort überwintert, an dem das Thermometer nur knapp unter null Grad fällt. Im Winter benötigen die Pflanzen ein minimales Maß an Pflege:
  • Gewächse monatlich spärlich mit Wasser versorgen
  • nicht düngen

Vermehren

Die sukkulenten Pflanzen können wie alle dickblättrigen Gewächse auf zwei Weisen vermehrt werden. Die Stecklingsvermehrung eignet sich zur regelmäßigen Verjüngung, während aus Samen gezogene Jungpflanzen neues Erbgut in den Bestand bringen.

Samen

Die Mittagsblumengewächse lassen sich wie andere Sukkulenten über Samen vermehren, die im Frühjahr auf ein nährstoffarmes Anzuchtsubstrat gestreut werden. Drücken Sie das Saatgut leicht an und befeuchten Sie das Substrat mit Hilfe einer Sprühflasche. Der feine Wassernebel verhindert, dass die Samen weggeschwemmt und mit Erde bedeckt werden. Unter konstanter Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius keimen die Samen innerhalb der nächsten zwei Wochen. Während dieser Zeit sollte das Anzuchtgefäß an einem hellen Standort stehen. Die Keimlinge werden vereinzelt, wenn sie wenige Zentimeter hoch gewachsen sind und sich gut anfassen lassen.

Tipp: Sie können sich ganz leicht selbst ein Anzuchtsubstrat mischen. Nutzen Sie hierfür einen Teil Sand und einen Teil Kokosfasern.

Stecklinge

Im Spätsommer können Sie von einer kräftigen Mutterpflanze Triebe abschneiden und als Stecklinge vermehren. Wenn Sie die Pflanze im Frühjahr zurückschneiden, fällt gutes Material für die Stecklingsvermehrung an. Damit die Schnittstelle abtrocknen kann, sollten Sie den Trieb für kurze Zeit an der Luft lagern. Anschließend werden die Stecklinge in einer Mischung aus Sand und Erde gesteckt. Sie benötigen einen hellen Standort, an dem keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht. Wenn Sie Herbststecklinge heranziehen, sollten Sie das Pflanzgefäß in einem kühlen Winterquartier mit Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius platzieren. Halten Sie das Substrat in den ersten Wochen gleichmäßig feucht. Dazu eignet sich ein feiner Zerstäuber, damit die Erde nicht vernässt. Herbststecklinge benötigen mehr Zeit zur Wurzelbildung als frische Triebe, die im Frühjahr geschnitten wurden.
  • Triebe sollten zwischen zehn und 15 Zentimeter lang sein
  • Stecklinge benötigen mindestens zwei bis drei Laubblätter
  • zu große Blätter werden eingekürzt

Krankheiten und Schädlinge

Mittagsblume - MesembryanthemumGegen einen Befall durch den Echten Mehltau, der sich bevorzugt bei trockener und warmer Witterung ausbreitet, hilft eine Sprühlösung aus Wasser und Milch im Verhältnis eins zu acht. Im Frühjahr werden Mittagsblumen gelegentlich von Blattläusen befallen. Eine suboptimale Pflege begünstigt die Schädlingsausbreitung. Die winzigen Insekten befallen vorzugsweise schwache und kränkelnde Pflanzen. Eine stickstoffbetonte Düngung fördert einen Befall. Im Anfangsstadium reicht es aus, die unerwünschten Bewohner mit einem Tuch abzustreifen. Alternativ können Sie die Schädlinge mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Ist der Befall stärker fortgeschritten, hilft ein Neem-Präparat. Besprühen Sie die befallenen Blätter zusätzlich mit einem selbst angesetzten Brennnesselsud und stärken Sie geschwächte Pflanzen regelmäßig mit Pflanzenauszügen. Diese verhindern nicht nur Blattläuse sondern auch andere typischen Schädlinge wie:
  • Thripse
  • Spinnmilben
  • Woll- und Schildläuse

Beliebte Arten und Pflanzpartner

Arten der Gattung Mesembryanthemum sind selten im Handel zu finden. Eine der bekannteren Arten ist Mesembryanthemum crystallinum. Das Eiskraut wächst einjährig, kann aber zweijährig mit einer Überwinterung kultiviert werden. Es entwickelt kleine Blätter mit fester Gewebestruktur, deren Oberfläche von silbrig glänzenden Drüsen übersät ist. Diese Erscheinung brachte dem Kraut den Beinamen Eisperlensalat ein. Die dekorative Gestalt harmoniert mit anderen sukkulenten Pflanzen:
  • Weiße Fetthenne (Sedum album)
  • Fettblattrosette (Echeveria elegans)
  • Keulen-Binsenkaktus (Hatiora salicornioides)
Es kann sein, dass Sie beim Kauf eines Eiskrauts eine andere Art in den Händen halten. Die Herzblättrige Mittagsblume wird gelegentlich unter dem gleichen Namen oder mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Mesembryanthemum cordifolia angeboten. Nach neueren Erkenntnissen gehört dieses Mittagsblumengewächs zur Gattung Aptenia, wodurch die Art nur noch entfernt mit dem eigentlichen Eiskraut verwandt ist. Diese Pflanze wächst einjährig und entwickelt deutlich größere Blätter und mehr Blattmasse als das Eiskraut.