Die Strauch- oder Baumpfingstrose wächst strauchartig mit Wuchshöhen von 150 bis 200 cm. Bis sie aber zu einem stattlichen Busch heranwächst, kann es mehrere Jahre dauern. Als markante Solitärpflanze zieht sie mit ihren attraktiven Blüten alle Blicke auf sich. Die beeindrucken mit allen erdenklichen Farben, können ein- oder mehrfarbig, einfach oder gefüllt sein und verströmen einen sehr angenehmen Duft.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)
  • Botanischer Name: Paeonia suffruticosa
  • Deutscher Namen: Strauch-Pfingstrose, Baumpfingstrose
  • Wuchs: strauchartig, verholzend, mehrjährig
  • Wuchshöhe: 150-200 cm
  • Blüte: groß, gerüschte oder gekräuselte Kronblätter, weiß, gelb, rosa, rot, orange
  • Blütezeit: April/Mai bis Juni
  • Laub: grün, gefiedert, gelappter Blattrand
  • Giftigkeit: für Menschen leicht giftig, für Haustiere hochgiftig
  • Kalkverträglichkeit: kalktolerant

Standort

Am besten gedeihen Strauchpfingstrosen an sonnigen Standorten, tolerieren aber auch lichten Schatten. Allerdings lässt die Blütenfülle nach, je dunkler der Standort

ist. Gegen starke Wurzelkonkurrenz durch andere Pflanzen können sich Strauch-Pfingstrosen nur schwer behaupten. Deshalb sollte eine unmittelbare Nachbarschaft zu derartigen Gewächsen vermieden oder auf ausreichend Abstand geachtet werden. Eine Strauchpäonie beansprucht eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern. Je länger sie an einem Platz steht, desto üppiger und prächtiger blüht sie. Folglich ist es wichtig, den Standort mit Bedacht auszuwählen.

Boden

Der Boden sollte vor allem durchlässig und tiefgründig sein. Gut geeignet sind lehmig-humose sowie nährstoffreiche Gartenböden, die Feuchtigkeit gut halten können, insbesondere in Trockenzeiten. Dennoch sollten sie nicht staunass sein. Schwere Böden können mit Sand oder Kies durchlässiger gemacht werden. Oder man pflanzt etwas erhöht, sodass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Ist er eher sandig, mischt man etwas Kompost oder Lehm unter. Hilfreich kann auch eine Mulchschicht aus trockenem Laub sein. Pflanzung

Bester Pflanzzeitpunkt

Strauchpäonie - Paeonia suffruticosa - Strauch-PfingstroseDer richtige Pflanzzeitpunkt richtet sich nach der Wurzelverpackung. Exemplare im Container können zwischen März und November gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist. Für wurzelnackte Päonien sind die Monate August und September optimal. Bei wurzelnackten Pflanzen wurden Erde und Feinwurzeln entfernt. Damit sie wieder Feinwurzeln bilden können, sollte die Pflanzung Ende September abgeschlossen sein. Eine spätere Pflanzung kann zu Wachstumsrückschritten und bei sehr jungen Exemplaren sogar zum Totalverlust führen. Richtig eingewachsen, sind sie nach drei bis fünf Jahren. Ab da gelangen sie auch zu voller Blüte.

Pflanzanleitung

  • Zur Pflanzung einen bewölkten Tag wählen
  • Zuerst Wurzelballen gründlich wässern
  • Zwischenzeitlich ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  • Mindestens doppelt so breit und tief wie der Ballen
  • Erdaushub mit verrottetem Humus mischen
  • Boden im Pflanzloch auflockern und einen Teil Erde einfüllen
  • Als Startdüngung etwas Hornspäne untermischen
  • Pfingstrose leicht schräg einsetzen
  • Förderlich für vermehrte Bildung von Haupttrieben und buschigeren Wuchs
  • Pflanzgrube mit Erdaushub auffüllen
  • Wurzelbasis 3-4 cm mit Erde bedecken
  • Veredlungsstelle veredelter Exemplare tief genug einsetzen
  • Pflanzabstände zu anderen Gewächsen ca. 200 cm
  • Nach der Pflanzung, oberirdische Zweige bis auf wenige Augen zurückschneiden
  • Strauchpäonie gründlich wässern

Tipp: Als Pflanzpartner sollte man Arten bevorzugen, die die Schönheit der Baumpfingstrose unterstreichen und ihr keine Konkurrenz machen.

Umpflanzen

Strauch-Pfingstrosen wollen dauerhaft an ein und demselben Platz stehen. Ist es dennoch nötig sie umzupflanzen, sollte man das zwischen August und September tun. Im Frühjahr oder Frühsommer könnten die jungen Triebe sehr leicht abbrechen. Zudem wurzeln die Pflanzen schlechter ein.

  • Wurzeln weiträumig abstechen
  • Dann vorsichtig aus dem Boden heben
  • Neuen Pflanzplatz vorbereiten
  • Strauchpäonie wesentlich tiefer einpflanzen, als Staudenpäonie
  • Veredlungsstelle 10-15 cm tief in den Boden setzen
  • Edelreiser unbedingt mit einpflanzen
  • Abschließend gründlich wässern

Die meisten Strauchpäonien werden auf Staudenpfingstrosen veredelt. Damit sich das Edelreis der Strauchpfingstrose später von der Unterlage lösen kann, muss es eigene Wurzeln bilden.

Tipp: Bis sich die Pfingstrosen von dem Umpflanzschock erholt haben, kann es bis zu zwei Jahre dauern, in denen sie kaum oder gar nicht blühen.

Nicht wahllos verpflanzen

Bei der Umpflanzaktion ist es wichtig, nicht dorthin zu pflanzen, wo zuvor bereits

Pfingstrosen standen. Man sollte eine Pflanzpause von etwa zehn Jahren einhalten. Grund hierfür ist die sogenannte Bodenmüdigkeit, die zu Kümmerwuchs und Wuchsdepressionen führt. Ein Austausch des Bodens ist nur sinnvoll, wenn das Ganze großflächig und vor allem tiefgründig erfolgt, denn die Wurzeln der Strauch-Pfingstrose reichen tief in die Erde. Der Austausch soll verhindern, dass bereits verrottende Wurzelreste der Vorgängerpflanze im Boden zurückbleiben. Sie würden ein hohes Krankheitspotenzial in sich bergen.

Pflege

Strauchpfingstrosen können unter optimalen Bedingungen ein Alter von bis zu 60 Jahren erreichen. Einmal angewachsen, trotzen sie Widrigkeiten wie sommerlicher Trockenheit. Mit zunehmendem Alter verholzen sie und sind so gut vor frostigen Temperaturen geschützt. Aber auch sonst sind sie anspruchslos und pflegeleicht, sofern man einige grundlegende Dinge, insbesondere beim Gießen und Düngen beachtet.

Gießen

Der Wasserbedarf dieser attraktiven Pflanze ist eher gering. Frisch gepflanzte Exemplare müssen in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung regelmäßig gegossen werden. Später beschränkt sich das Gießen auf längere Trockenperioden. Da sich die Wurzeln mit Wasser aus tieferen Bodenschichten versorgen, trocknen sie nicht so schnell aus. Zudem hängt die Gießhäufigkeit von dem Wasserhaltevermögen bzw. der Speicherfähigkeit des Bodens ab.

Düngen

Strauchpäonie - Paeonia suffruticosa - Strauch-PfingstroseVergleichsweise niedrig ist auch der Bedarf an Nährstoffen. Frühestens düngen sollte man ab dem zweiten Standjahr. Empfehlenswert ist eine Kali-Phosphor-Düngung im Spätsommer. Sie fördert die Ausreifung des Holzes und die Blütenbildung. Bei der Wahl des Düngers ist darauf zu achten, dass der nicht zu viel Stickstoff enthält. Ansonsten ist zweimaliges Düngen im Jahr völlig ausreichend, das erste Mal im Frühjahr kurz vor dem Austrieb und das zweite Mal unmittelbar nach der Blüte. Es ist ratsam, organisch zu düngen, beispielsweise mit gut verrottetem Kompost. Auf frischen Mist oder Kunstdünger reagiert die Strauchpfingstrose empfindlich.

Schneiden

  • Schneiden meist nicht notwendig, teilweise aber sinnvoll
  • Bei zu ausladendem Wuchs empfehlenswert
  • Leichter Rückschnitt direkt nach der Blüte
  • Abgestorbene, störende und zu dicht stehende Triebe entfernen
  • Immer oberhalb einer noch nicht geöffneten Knospe schneiden
  • Verwelkte Blüten abschneiden, um Samenbildung zu verhindern
  • Ältere Päonien bei Bedarf verjüngen
  • Dazu alle Triebe bis auf 30-40 cm einkürzen

Vor der Blüte zu schneiden ist nicht empfehlenswert. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man die Knospen für das kommende Jahr mit entfernt und dann auf die Blüte verzichten muss. Ungünstig ist auch ein Schnitt nach Mitte Oktober. Die Schnittwunden können dann bis zum ersten Frost nicht mehr ausheilen. Die Folge sind Frostschäden.

Überwintern

Im Jahr der Pflanzung bzw. vor dem ersten Winter ist es ratsam, den Wurzelbereich der Strauchpfingstrose mit Reisig oder trockenem Laub abzudecken. Auch wenn sie als gut winterhart gilt, ist der frische Austrieb, der sich etwa ab Februar zeigt, spätfrostgefährdet, ebenso wie die ersten Knospen im März. Um die oberirdischen Triebe vor Schneebruch zu schützen, kann man sie zusammenbinden. Sollte im zeitigen Frühjahr nochmals Frost drohen, ist es sinnvoll, die Pfingstrose mit einem Vlies zu umwickeln. Sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, muss das Vlies wieder entfernt werden.

Vermehren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Strauchpägonie zu vermehren, wir zeigen wie man es macht:

Aussaat

Möchte man Samen von bereits vorhandenen Pflanzen verwenden, ist das etwas heikel denn sie sollten noch leicht unreif sein aber auch nicht zu unreif. Um sicherzugehen, erntet man am besten an unterschiedlichen Tagen.

  • Samen direkt nach dem Ernten stratifizieren
  • Notwendig, um Keimruhe aufzuheben
  • Samen in eine Plastiktüte mit feuchtem Sand geben
  • Für etwa zwei Monate im Kühlschrank, bei vier bis fünf Grad lagern
  • In dieser Zeit, Bildung feiner Keimwurzeln
  • Danach das Ganze an wärmeren Platz, mit etwa 20 Grad legen
  • Weiterhin leicht feucht halten
  • Im Frühjahr oberirdische Sprosse mit Keimblättern zu sehen
  • Falls nicht, Vorgang gegebenenfalls wiederholen
  • Sämlinge dann erst im zweiten Frühjahr

Tipp: Die Blüten der durch Aussaat gewonnenen Jungpflanzen weisen in der Regel nicht dieselben Eigenschaften auf, wie die Mutterpflanze.

Stecklinge

Im Spätsommer oder Herbst schneidet man 10-15 cm lange, junge, verholzte Triebe ab. Bis auf die obersten vier bis fünf Blätter werden alle entfernt ebenso wie verwelkte Blüten. Nun steckt man die Stecklinge etwa drei Zentimeter tief in kleine Töpfe mit feuchter Anzuchterde. In den kommenden Wochen muss das Substrat gleichmäßig feucht gehalten werden, damit eine Bewurzelung erfolgen kann. Haben sich Wurzeln gebildet, die Stecklinge nicht direkt nach draußen zu pflanzen, sondern sie so lange in den Töpfen lassen, bis sich ein kleiner Ballen entwickelt hat.

Teilung

Eine Teilung von

Strauchpäonien ist nur bei veredelten Exemplaren möglich, und zwar dann, wenn die betreffende Pflanze selbst durch Teilung entstanden ist oder sie sich bereits von der Unterlage gelöst und eigene Wurzeln ausgebildet hat.
  • Zum Ausgraben, die Erde wieder großflächig lockern
  • Ballen soweit es geht freilegen
  • Pflanze vorsichtig aus der Erde heben
  • Nicht an den Trieben herausziehen
  • Brüchige Wurzeln könnten beschädigt werden
  • Locker anhaftende Erde sowie kranke und beschädigte Wurzelteile entfernen
  • Ballen mit scharfem Messer oder Spaten teilen

Meist fällt der Strauch von ganz alleine auseinander, sodass man mehrere Teile gewinnt. Die müssen dann nur noch an ihrem Bestimmungsort eingepflanzt und gewässert werden.

Tipp: Um das notwendige Gleichgewicht zwischen Wurzelvolumen und oberirdischen Triebvolumen herzustellen, kürzt man Letztere um etwas weniger als die Hälfte ein.

Krankheiten

Strauchpäonie - Paeonia suffruticosa - Strauch-PfingstroseDie Strauchpägonie ist hauptsächlich für zwei Krankheiten anfällig. Wir zeigen wie man sie erkennt und erfolgreich bekämpft.

Grauschimmel

Der verursachende Pilz findet auf humusreichen Böden und Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad optimale Bedingungen vor. Er verursacht braune, später faulende Flecken auf Blättern, Blüten und Stängeln. Es bildet sich ein mausgrauer, stäubender Belag. Liegt ein Befall vor, alle betroffenen Teile umgehend bis ins gesunde Gewebe herausschneiden und im Hausmüll entsorgen. Ist der Befall bereits stark fortgeschritten, ist der Einsatz von Fungiziden oft unvermeidbar.

Blattfleckenkrankheit

Anzeichen für diese Krankheit sind große, auffällige Blattflecken, die sich nach Ende des Frühlings zeigen. Sie gehen von den Blatträndern und -spitzen aus, sind hell- bis violettbraun, vergrößern sich und verlaufen ineinander, die Blätter vertrocknen. Bei feuchter Witterung sind die Flecken an den Blattunterseiten zudem mit einem samtartigen Belag überzogen. Zur Bekämpfung müssen alle befallenen Teile der Pflanze entfernt und das Schnittgut im Hausmüll entsorgt werden. Reicht das nicht aus, müssen gegebenenfalls auch Fungizide zum Einsatz kommen.

Schädlinge: Nematoden

Ein Nematoden Befall ist relativ selten. Kümmerwuchs, Blattverfärbungen, deutlich weniger Blüten und bauchige Wucherungen an den Wurzeln können darauf hindeuten. Leider sind betroffene Pflanzen in der Regel nicht zu retten. Sie müssen ausgegraben und komplett entsorgt werden.