Das Schneiden von Gräsern ist mit einem gewissen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden. Allerdings lässt sich diese Pflegemaßnahme mit bestimmten Tricks deutlich effektiver und angenehmer gestalten - welche das sind, erfahren Sie hier!

Warum Gras zurückschneiden?

Zahlreiche Gräser profitieren von einem jährlichen Schnitt, wobei dieser vor allem sommergrünen Gräsern (z.B.: Pampasgras, Chinaschilf oder Lampenputzergras) sehr zugutekommt. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, wobei vor allem die nachstehenden Faktoren einen jährlichen Schnitt befürworten:

  • Dichteres und üppigeres Wachstum
  • Vermeidung der natürlichen Vermehrung
  • Verlängerung der Lebensdauer
  • Begrenzung der Wuchshöhe

Info: Manche Ziergräser können eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen.

Wahl des richtigen Zeitpunkts

Gräser sollten keinesfalls willkürlich während des Jahres geschnitten werden, denn dies könnte den Pflanzen schaden und deren Wachstum beeinträchtigen. Stattdessen ist es ratsam, das Gras im Frühjahr einem Schnitt zu unterziehen - wobei sich ein Termin zwischen Februar und April am besten eignet. Es ist zwar verlockend, abgestorbene Halme im Herbst zu schneiden, allerdings sprechen hierfür mehrere Gründe dagegen:

  • Halme bieten Frostschutz für Wurzeln
  • Sie dienen als Winterschutz für kleine Tiere
  • Bieten Winternahrung und Nistmaterial für Vögel
  • Sichtschutz bleibt erhalten
  • Vermeidung von Fäulnis

Die meisten Ziergräser sind

winterhart und kommen auch in hiesigen Regionen bestens mit den Bedingungen im Winter zurecht. Ein Schnitt im Herbst würde jedoch den Wurzelbereich freilegen und somit den natürlichen Winterschutz entfernen. Nicht zu vergessen ist, dass Wasser in abgeschnittene Halmer leichter eindringen und somit das Risiko von Fäulnis begünstigen kann. Aus diesen Gründen ist von einem Schnitt im Herbst abzuraten.

Das beste Werkzeug

Das Schneiden von Gräsern ist mit Arbeits- und Zeitaufwand verbunden - die Wahl des passenden Werkzeugs kann die Pflegemaßnahme aber deutlich effektiver und einfacher gestalten. In jedem Fall ist es ratsam, Handschuhe sowie langärmlige Kleidung zu tragen, da die scharfkantigen Halme durchaus zu Verletzungen führen können. Das Schneidwerkzeug selbst sollte stets desinfiziert und scharf sein sowie an die jeweiligen Grasarten angepasst werden:

  • Niedriges Gras und kleine Flächen: Gartenschere mit langen Griffen
  • Größeres Gras: Astschere
  • Dicke Halme: elektrische Heckenschere

Hinweis: Einige Gräser werden nicht geschnitten, sondern lediglich mit einem kleinen Rechen oder einer mehrzinkigen Kralle "gekämmt".

Sommergrünes Gras richtig schneiden

Pampasgras - Cortaderia selloana

Sommergrüne Gräser (z.B.: Pampasgras, Chinaschilf und Lampenputzergras) kommen sehr gut mit Schnittmaßnahmen zurecht, weshalb sich für diese ein ordentlicher Rückschnitt im Frühjahr bewährt hat. Hierbei lohnt es

sich, auf Folgendes zu achten:
  • Gräser auf 10 - 20 cm zurückschneiden
  • Über dem Ansatz oder hälftig
  • Neu ausgetriebene Halme dabei nicht beschädigen
  • Abgeschnittene Halme mit Laubbesen herausholen

Immergrünes Gras schneiden

Im Gegensatz zu sommergrünen Gräsern profitieren immergrüne Gräser nicht von einem starken Rückschnitt, denn ihr Wachstum wird dadurch nicht angeregt. Stattdessen ist für sie ein Pflegeschnitt empfehlenswert, bei dem nur so viel geschnitten wird, wie tatsächlich notwendig ist.

  • Durch Frost beschädigte Blattspitzen entfernen
  • Abgestorbene Halme entfernen

Sehr großes Gras schneiden

Einige Gräser werden sehr hoch und üppig, wodurch das Schneiden mitunter erschwert wird. Hinzu kommt, dass die widerspenstigen Halme mit einer erhöhten Verletzungsgefahr verbunden sind. Um auch sehr hochwachsende Exemplare mühelos zu stutzen, lohnt es sich, diese zunächst zu kleinen Büscheln zusammenzubinden und anschließend wie folgt zu kürzen:

  • Vom äußeren Rand anfangen
  • Halme für den Schnitt zusammenhalten
  • Nicht zu tief abschneiden

Kämmen, ziehen und zupfen

Nicht alle Gräser werden einem Schnitt unterzogen, denn viele von ihnen können durch Kämmen, Ziehen und Zupfen im Zaum gehalten werden. Zu diesen Sorten zählen unter anderem Blauschwingel-, Feder- und Bärenfellgras, aber auch Bambus, Blaugras und Segge. Statt diese mit scharfen Schneidwerkzeug zu stutzen, können diese mit einfacher Handarbeit ausgelichtet werden:

  • Gras mit Händen durchkämmen
  • Alte Halme herausziehen

Tipp: Mit einem einfachen Trick können Hobbygärtner feststellen, ob sie ein Schneidwerkzeug benötigen oder nicht: Geben die Halme bei einem leichten Ziehen nach, können sie gezupft werden - wenn nicht, dann ist hierfür spezielles Werkzeug empfehlenswert.

Ziergras im Kübel zurückschneiden

Ziergras macht sich nicht nur im heimischen Garten, sondern auch in Kübeln sehr gut. Hierbei gilt es aber zu berücksichtigen, dass sie weniger winterhart sind als Freilandgräser. Aus diesem Grund sollte Ziergras im Kübel stets in einem frostfreien Quartier überwintert werden. Schnittmaßnahmen sind für sie ebenfalls empfehlenswert, wobei Hobbygärtnern hierfür mehr Spielraum hinsichtlich des passenden

Zeitpunktes haben:
  • Vor der Umquartierung im Herbst
  • Während der Überwinterung
  • Im Frühjahr

Lampenputzergras - Pennisetum alopecuroides

Selbstaussaat verhindern

Einige Grassorten (z.B.: Plattährengras oder Rasenschmiele) können sich durch Selbstaussaat vermehren und so in kürzester Zeit im Garten Überhand nehmen. Dies lässt sich jedoch vermeiden, indem die Samenbildung gezielt verhindert wird. Dies gelingt am besten, indem die Blütenrispen kurz vor der Samenreife entfernt werden. Aus diesem Grund ist es in diesem Fall ratsam, die Blütenstände im Herbst abzuschneiden.

Schnittgut entsorgen

Das anfallende Schnittgut kann auf vielerlei Arten entsorgt werden, wie etwa in der Biotonne oder an einem speziellen Entsorgungsplatz. Noch besser ist es allerdings, das Schnittgut auf dem Kompost zu entsorgen und dadurch einen organischen Dünger für allerlei Pflanzen im heimischen Garten zu erzeugen.

  • Schnittgut (wenn möglich) in Häcksler geben
  • Angriffsfläche für Mikroorganismen wird vergrößert
  • Dadurch wird Verrottung beschleunigt
  • Mit frischer Erde und feuchtem Kompostiergut mischen
  • Dabei entsteht wertvoller Humus

Düngen nach dem Schnitt

Nach dem Schnitt ist es empfehlenswert, Ziergräser leicht mit einem organischen Dünger (z.B.: Kompost oder Gesteinsmehl) zu düngen. Zum einen erhalten sie durch die zusätzlichen Nährstoffe mehr Vitalität und zum anderen wird Bodenmüdigkeit beseitigt - Faktoren, die ihr Wachstum und somit einen üppigen Austrieb fördern.

Vermehren und Verjüngen nach dem Schnitt

Ziergräser können problemlos durch Teilung vermehrt werden, wobei der beste Zeitpunkt hierfür nach dem Schnitt ist. Benötigt werden hierfür lediglich ein Spaten oder eine Grabegabel, mit der der Wurzelballen wie folgt geteilt wird:

  • Ziergräser ausgraben
  • Wurzelballen mit Spaten oder Grabegabel freilegen
  • Wurzelballen mit beherztem Spatenstich trennen
  • Anschließend direkt wieder einpflanzen
  • Möglichst dicht über dem Boden einsetzen

Hinweis: Eine Teilung eignet sich hervorragend, um in die Jahre gekommene und verkahlte Ziergräser zu verjüngen!