Ein Heidegarten besticht durch einen vordergründig schlichten, beinahe spärlich erscheinenden Bewuchs. Mit der Zeit erschließt sich dem Betrachter aber eine Fülle unterschiedlichster Pflanzen, die diesem Garten einen immer wieder neuen Charakter verleihen. Gut lässt sich diese Gartenform mit einem Pflanzplan realisieren, der alle Begleitpflanzen aufeinander abstimmt. Unsere Übersicht erklärt, mit welchen Arten auch Ihr Vorgarten zur ganz eigenen Heidelandschaft wird.

Typische Begleitpflanzen im Heidegarten

Als Hauptbewuchs werden Heidelandschaften meist von zwei Pflanzengattungen dominiert: Calluna und Erica. Beide Gattungen weisen unzählige Arten und Formen auf, so dass bereits durch diesen Kernbewuchs eine enorme Vielfalt entsteht. Aber erst die Begleitpflanzen sind es, die diese Vegetationsform tatsächlich zu dem macht, was sie ist. Hier steht für Ihren Pflanzplan eine weit größere Spanne unterschiedlicher Gattungen zur Auswahl bereit:

Zwergnadelgehölze

Die Zwergformen heimischer

Nadelhölzer eignen sich für die eigene Heidelandschaft im Vorgarten besonders gut. Durch die trotz Zwergform vergleichsweise große Dimension verleihen diese Arten der Gartengestaltung eine dritte Dimension. Andererseits wird die niedrige, gedrungene Kerncharakteristik der Heide durch die dennoch niedrig bleibenden Wuchsformen nicht wesentlich verändert, sondern lediglich ergänzt und auf interessante Art und Weise aufgelockert.

Wachholder (Juniperus communis)

  • Wuchshöhe bis maximal 3 Meter, Zwergformen meist deutlich darunter
  • Wuchsform niedrig geduckt, oder säulenartig aufrecht
  • Kräftige, deutlich ausgeprägte Dornen
  • Unscheinbare gelbe Blüte, später tief dunkelblaue bis -rote Beeren
  • Hoher Lichtbedarf, daher häufig in niedrigwachsender Heidelandschaft ohne weiteren Baumbestand anzutreffen
  • Gilt als anspruchslos, daher für karge Kalk- und Sandböden geeignet

Wachholder - Juniperus communisHINWEIS: In der typischen Dichtung der Romantik findet sich Wachholder als typischer Bewuchs der Mittel- und Norddeutschen Wachholderheiden immer wieder als zentrales Element des stimmungsgebenden Rahmens. Beliebt sind beispielsweise Themen, wie der Schäfer, der naturverbunden und im Einklang mit den Jahreszeiten seine Herde durch die sich ständig wandelnde Wachholderheide führt.

Kiefern (Pinus)

Kiefer

  • z.B. als Zwergkiefer, Strauchkiefer oder Bergkiefer
  • lange, allseitig am Trieb stehende Nadeln
  • doldenartige, eher unscheinbare gelb-grüne (männlich) bzw. rote (weiblich) Blütenstände
  • bei niedrigem Wuchs meist gedrungene, buschige Wuchsform
  • sehr hoher Harzgehalt, daher häufig mit typischem, intensivem Harzgeruch
  • gilt als genügsam, daher gut mit typischen Heideböden kombinierbar
  • durch Schnitt recht einfach in Form und Größe regulierbar

Fichten (Picea)

gemeine Fichte - Picea abies

  • immergrün
  • charakteristische schuppige, rotbraune Rinde
  • strauchförmiger Wuchs nur bei entsprechendem Standort: offen, windig, wenig geschützt, karge, sandige Böden mit geringem Nährstoffgehalt
  • kurze, gegenständige Nadeln mit buschigen Triebenden
  • Zapfen einzeln oder paarig an den Triebspitzen
  • Unscheinbare, gelbliche Blüte
  • Typischer Koniferenduft durch hohen Harzgehalt in Holz, Rinde und Trieben

Hemlock-Tanne (Tsuga)

  • als Kissen-Hemlocktanne häufig flächig, wenig aufwachsend
  • allseitig angeordnete kurze, stark abstehende Nadeln
  • sehr unscheinbare grünliche Blüten
  • winzige Zapfen mit meist unter 1 Zentimeter
  • gute Möglichkeiten zur Formgebung,
    jedoch in deutlich geringerem Maß erforderlich als z.B. bei Kiefern

HINWEIS: Die Hemlocktanne stellt keinen typischen, in natürlichen Heidelandschaften vorkommenden Beibewuchs dar. Auf Grund ihrer Eigenschaften und insbesondere ihrer niedrigbleibenden Wuchsformen bietet sie sich jedoch gut als Begleitpflanze bei der eigenen Heidegestaltung an. Sie steht damit stellvertretend für verschiedene Zuchtformen an Nadelgehölzen, die speziell auf das beschränkte Platzangebot in heimischen Gärten langsam wachsend und kleinbleibend gezüchtet wurden.

Sträucher

Neben kleinbleibenden oder gezielt klein gehaltenen Nadelgehölzen bieten sich verschiedene Straucharten an, Ihre Heidelandschaft ebenfalls mit etwas Fülle und Höhe optisch zu bereichern. Im Gegensatz zu den meisten Nadelhölzern sind Sträucher außerdem in der Lage, die Blütenpracht um weitere, deutlich erkennbare Facetten zu bereichern.

Ginster (Genista)

  • Wuchsform buschig kompakt bis hin zu aufrecht und üppig
  • Wuchshöhen zwischen 0,5 und 2,0 Metern, im Einzelfall auch darüber hinaus
  • dichte, anliegende Blätter, entfernt an typischen Nadelbewuchs erinnernd
  • intensiv gelbe Blütenfarbe, bei kleiner Blütengröße, jedoch hohe Blütenanzahl jeweils am Ende der Triebe
  • je nach Art mit bewehrten Trieben

Ginster - BesenginsterACHTUNG: Alle Pflanzenteile des Ginsters gelten als giftig, so dass Heidebepflanzungen insbesondere von Gärten mit Kindern oder Haustieren nur mit entsprechender Vorsicht auf den Ginster zurückgreifen sollten.

Krähenbeere (Empetrum)

  • immergrüner Zwergstrauch mit Wuchshöhe 15 bis 60 Zentimeter
  • nadelförmige Laubblätter mit dichtem Stand
  • Blütenstände: ein bis maximal drei kleine, unscheinbare Blüten
  • Als Variante mit schwarzen (G. negrum) oder roten (G. rubrum) Beeren erhältlich
  • Beeren verzehrfähig, sonstige Bestandteile der Pflanze dagegen mit Andromedotoxin - leicht giftig
  • Sehr dominantes Auftreten, teilweise Verdrängung anderer Heidepflanzen

TIPP: Wollen Sie die Krähenbeere trotz ihrer dominanten Ausbreitung als Begleitpflanzung einsetzen, können Sie das Gewächs entweder in einem separaten Topf unterbringen, oder etwa durch eine Wurzelsperre an einem ungehinderten Breitenwachstum hindern.

Moosbeere (Vaccinium macrocarpon)

  • Eng mit der Heidelbeere verwandt
  • Kleine gegenständige Blätter in rundlich-ovaler Form
  • Gegenständige, in Gruppen auftretende Blüten mit blassrosa Färbung
  • rote essbare Früchte mit süß-saurem, manchmal fadem Geschmack
  • bevorzugt Moore, Heiden und lichte Waldböden
  • vielfach unter englischem Namen "Cranberry" bekannt

Rhododendron

(Rhododendron)

Rhododendron

  • weit gestreute Artenfamilie mit über 1.000 Arten
  • Wuchshöhe Zwergrhododendron ca. 50 bis 80 Zentimeter
  • Prachtvolle, großformatige Kelchblüten
  • Vielfältige Blütenfarbe von Weiß über Gelbtöne bis hin zu Rot und Rotbraun
  • Große, langovale Blätter mitdunkelgrüner, meist wachsartig anmutender Oberfläche
  • besonders gut auf leicht sauren Böden, z.B. Moorböden anzusiedeln
  • Urformen teils stark duftend (auch Blätter)
  • Charakteristische Farbe der neuen Austriebe Kupferfarben bis Bläulich (je nach Art)

Gräser

Zuletzt bieten Ziergräser eine gute Gelegenheit, das vergleichsweise einheitliche Niveau und Erscheinungsbild der Heidebepflanzung punktuell aufzulockern. Gräser können der allgemein eher buschig-flächigen Wuchsform der Heidepflanzen einen markanten, aber nicht dominierenden Gegenpart gegenüberstellen.

Süßgräser (Poaceae)

  • Extrem artenreiche Pflanzenfamilie mit über 12.000 Arten
  • Sehr hohes Verbreitungsgebiet mit Anpassungen an unterschiedlichste Standorte und Klimabedingungen
  • Sowohl einjährig als auch winterhart erhältlich
  • Wuchshöhen bei heidetauglichen Varianten von rund 30 Zentimeter bis über einen Meter möglich
  • Meist aufrecht wachsend mit langen geraden Halmen
  • Bekanntester Vertreter: Bambus (auf Grund dominanter Erscheinung aber für Heidegärten weniger gut geeignet)

Seggen (Cyperaceae)

  • Hohe Artenvielfalt bis
  • Sehr ausdauernde Pflanzen
  • Bevorzugen feuchte bis nasse Böden
  • Immergrün
  • Häufigste Gattung: Carex
  • Meist markanter Fruchtstand als mehr oder weniger kompakte Rispe oder Ähre

Binsen (Juncaceae)

  • Kleine Familie mir nur rund 400 Arten
  • Weniger auffällige Erscheinung als Süßgräser oder Seggen
  • Wuchshöhen um 1,00 bis 1,50 Meter
  • Meist sehr aufrechter Wuchs ohne markanten Fruchtstand
  • Bevorzugt in gemäßigtem bis kühlem Klima
  • Bevorzugt feuchte Standorte, daher z.B. für Moorheide einsetzbar
  • Im heimischen Garten vor allem als Echte Binse (Juncus) oder Marbeln (Luzula) anzutreffen

Rohrkolbengewächse (Typhaceae)

  • Einzige Gattung Typha mit nur rund 10 Arten
  • Benötigen Frischwasser, daher nur bei Kombination Heidegarten mit Teich einsetzbar
  • Sehr wuchsfreudig
  • Markante Fruchtstände als deutlich erkennbare Kolben am Ende es stabilen, meist rohrartig verdickten Halms
  • Wuchshöhen bis zu 2 Meter, daher nur niedrigwüchsige Arten wählen

TIPP: Vergessen Sie nicht, neben den Begleitpflanzen anderer geeignete Elemente in Ihre Heideplanung einzubeziehen. Sowohl solitäre Steine als auch Totholz wie Wurzeln können die Gestaltung auflockern und bereichern.