Bettwanzen sind Blutsauger. Sie sind nachgerade darauf spezialisiert in unserer direkten Nähe zu leben und uns nachts zu beißen, um an unser Blut zu gelangen. Angezogen werden die Tiere, die auch als Hauswanzen bekannt sind und zur Familie der Plattwanzen gehören, von der Wärme und den Ausdünstungen, die frei werden, während wir schlafen. Folglich sind sie stets in der Nähe unserer Schlafplätze zu finden, also in und bei unseren Betten. Daher auch der Name. Ihre nächtlichen Bisse können zu unangenehmen allergischen Reaktionen und Entzündungen führen. Eine Bekämpfung ist daher unabdingbar.

Bettwanzen bekämpfen - eine Herausforderung

Wer sich in seiner Wohnung Bettwanzen eingefangen hat, der hat tatsächlich ein großes Problem. Die kleinen Biester wieder loszuwerden ist alles andere als leicht. Die Universallösung dafür gibt es nicht. Auch Omas Hausmittel funktionieren definitiv nicht. Meist kommt
man deshalb nicht darum herum, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Es braucht nämlich eine Menge Fachwissen über die Lebensweise und das Verhalten der Tiere, um ihnen erfolgreich und dauerhaft den Garaus machen zu können. Darüber hinaus reagieren viele Tiere auf bestimmte Insektizide nicht mehr. Längst ist da ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Und weil wir gerade beim Thema sind: Ohne den Einsatz von Chemie wird man Bettwanzen in der Regel nicht Herr. Selbst dann kann es übrigens sein, dass der Kammerjäger seine Maßnahmen ein- oder zweimal wiederholen muss. Das alles bedeutet jedoch nicht, dass man als Betroffener gar nichts machen könnte. Das Gegenteil ist viel mehr der Fall.

Bettwanzen erkennen

Bevor man sich an die Bekämpfung von Bettwanzen machen kann, muss man erst einmal herausfinden, ob es sich überhaupt um Bettwanzen oder um andere Parasiten handelt. Die Unterscheidung ist da manchmal gar nicht so einfach. Die ersten Anzeichen für einen Bettwanzenbefall sind meist juckende, gerötete Stellen am Körper. Sie rühren von den Bissen der Wanzen her. Freilich können auch andere Schädlinge derartiges verursachen.

Tipp: Wenn sich Bisse bzw. Rötungen am Körper in einer mehr oder weniger geraden Linie befinden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man es mit Bettwanzen zu tun hat. Die Tiere wandern nämlich geradewegs auf der Körperoberfläche und beißen so lange in die Haut, bis sie eine feine Blutader gefunden haben.

Neben den Bissen am Körper gibt es noch eine Reihe weiterer Hinweise, die auf einen Bettwanzenbefall schließen lassen. Dazu gehören unter anderem:
  • Unerklärliche, sehr kleine Kotspuren (schwarze oder dunkelrote Flecken) in der Wohnung und vor allem im Schlafzimmer
  • Tote, an Schaben erinnernde Tiere und Nymphenhäute vor allem unter dem Bett
  • Ein ekliger, süßlicher Geruch, der sich ebenfalls hauptsächlich im Schlafzimmer breit macht
  • Bettwanzeneier (circa einen Millimeter lang, transparent, cremig-weiß)
Darüber hinaus wird man auch früher oder später auf lebende Tiere stoßen. Es handelt sich dabei um sehr kleine, braune Insekten, deren Körperbau oval ist. Solange sie kein Blut gesaugt haben, sind sie relativ flach. Nach dem Saugen vergrößert sich das Körpervolumen deutlich und nimmt eine etwas kugelige Form an. Bettwanzen lassen sich unter anderem auch daran erkennen, dass sie ausgesprochen schnell unterwegs sind. Sie bewegen sich außerdem nicht nur in der Horizontalen, sondern klettern auch mühelos Wände und Schränke hoch.
Bettwanzenbiss
Tipp: Klebebänder, die unter und um das Bett herum ausgelegt werden, können dabei helfen, einen Bettwanzenbefall zu erkennen. Die Tiere bleiben daran nämlich haften und lassen sich so leichter identifizieren.

Erste Maßnahmen

Ist man sich sicher, dass ein Bettwanzenbefall vorliegt, sollte man schnellstmöglich Maßnahmen ergreifen, um das Problem zumindest erst einmal zu begrenzen. Die Insekten in der Wohnung selbst ausrotten zu wollen ist, wie bereits gesagt, ein sehr schwieriges Unternehmen. Ohne Kammerjäger geht das meistens nicht. Man kann ihnen allerdings das Leben deutlich schwerer machen und so einer weiteren Ausbreitung vorbeugen. Zu diesen Maßnahmen gehören:
  • Gründlich aufräumen, um den Tieren in der Wohnung mögliche Verstecke zu nehmen
  • Gründlich bis in die kleinste Ecke und Kante staubsaugen, um dadurch Tiere und deren Eier zu entfernen. Anschließend muss der Staubsauger
    übrigens umgehend geleert werden.
  • Sämtliche Kleidung im Kleiderschrank bei einer Mindesttemperatur von 50 Grad Celsius waschen, auch wenn sie sauber sein sollte. Kleidung am besten in abschließbaren Kunststoffboxen oder -beuteln lagern.
  • Matratzen, Möbel, Polstergarnituren, Teppiche, Vorhänge und Kuscheltiere mit einem Dampfreiniger behandeln (Mindesttemperatur 65 Grad).
  • Löcher und Ritzen in den Wänden abdichten, da Bettwanzen Hohlräume zum Schlafen nutzen.
  • Das Bett von der Wand wegrücken und eine sogenannte Bettwanzenbarriere anbringen, indem die Beine des Betts mit Vaseline beschmiert oder mit einem beidseitigen Klebeband umwickelt werden.
  • Einen Bettwanzenschutzbezug an der Matratze anbringen, um zu verhindern, dass die Tiere in der Matratze nisten.

Population aktiv bekämpfen

Um die Probleme, die sich im Zusammenhang mit einem Bettwanzenbefall ergeben, in den Griff zu bekommen, reichen die oben beschriebenen Maßnahmen nicht aus. Sie wirken lediglich unterstützend und vorbeugend. Die Bettwanzen in der Wohnung wird man nur wieder los, wenn man sie aktiv bekämpft und die vorhandene Population ausrottet. Hintergrund: Ein Bettwanzenweibchen legt rund zwölf Eier pro Tag. In seinem zum Glück kurzen Leben kommt es auf rund 200 Eier. Das bedeutet, dass sich die Tiere rasant vermehren können. Bekämpft man sie nicht, wird der Befall also stetig größer werden. Die Bekämpfung muss dabei aggressiv und umfassend sein. Es geht nicht allein um bereits geschlüpfte oder erwachsene Tiere, sondern gerade auch um deren Gelege. Ohne chemische Hilfsmittel wie Insektizide oder Pestizide funktioniert das nicht.

Im Fachhandel (Baumarkt, Gartencenter) gibt es Bettwanzen- bzw. Ungeziefersprays zum Preis zwischen sieben und 15 Euro, mit denen Bettwanzen und ihre Eier getötet werden können. Die Schädlinge wird man damit allerdings nur los, wenn man auch wirklich jeden nur denkbaren Nist- und Schlafplatz damit erreicht. Für einen Laien ist das kaum möglich. Es reicht jedenfalls definitiv nicht aus, lediglich lebende Tiere, die einem gewissermaßen über den Weg laufen, zu besprühen. Außerdem können diese Mittel je nach Zusammensetzung in geschlossenen Räumen gesundheitliche Probleme verursachen. Schädlingsbekämpfungsmittel auf biologischer Basis vernichten eine Bettwanzenpopulation meistens nicht, sondern vertreiben die Tiere nur - in der Regel von einem Zimmer der Wohnung in das nächste. Man sollte sich bei der Bettwanzenbekämpfung stets bewusst sein, dass es sich bei Bettwanzen um wahre Überlebenskünstler handelt und es nicht auf einzelne Tiere ankommt.

Eine Alternative zu Sprays kann Kieselgur sein. Das Pulver zerstört den Panzer der Bettwanzen, sie trocknen aus und sterben ab. Es muss dafür in alle nur denkbaren Verstecke sowie auf den Wegen, die die Insekten für gewöhnlich nehmen, gestreut werden. Schon allein das macht deutlich, wo die Probleme liegen. Kieselgur wirkt zwar und ist außerdem noch umweltverträglich, allerdings lässt sich damit kaum eine ganze Population vernichten. Hinzu kommt, dass Kieselgur weder vom Menschen noch von Haustieren eingeatmet werden sollte, da dies zu Atemwegserkrankungen führen könnte.

Professionelle Schädlingsbekämpfung

Bettwanzen BissAuch wenn es mancher vielleicht nicht so gerne hört - in der Regel und vor allem bei einem stärkeren Befall hilft nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Man kommt also um den Kammerjäger nicht herum. Der wird meist ein sogenanntes Kombinationsverfahren anwenden. Unterschiedliche chemische Bekämpfungsmittel werden dabei zum Beispiel mit Wärme oder Wasserdampf kombiniert. Ziel ist es dabei immer die komplette Population an Bettwanzen in der Wohnung dauerhaft auszurotten, also Eier, Nymphen und erwachsene Tiere. Dazu sind mitunter mehrere Termine nötig. Wie genau ein Schädlingsbekämpfer vorgeht, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Die Kosten dafür hängen zum einen von den gewählten Methoden ab und zum anderen vom Aufwand.

Da spielt dann zum Beispiel auch eine Rolle, wie stark der Befall ist oder um wie viele betroffene Räume es sich handelt. Ein paar hundert Euro können schnell zusammenkommen. Das schmerzt zwar, führt aber in den allermeisten Fällen zu einer vernünftigen Lösung. Und die kann nur lauten, die ungebetenen Eindringlinge in Bett und Wohnung dauerhaft, nachhaltig und sicher wieder loszuwerden. Kein vernünftiger Mensch will schließlich mit derart fiesen Blutsaugern zusammenleben.