Eine Plage ist kaum zu befürchten, denn in Massen treten Ohrenwürmer sehr selten auf. Ins Haus verirren sich meist nur einzelne Exemplare. Um sie wieder loszuwerden, reichen einfache Maßnahmen aus.

Ohrwürmern vorbeugen

Meist kommen Ohrwürmer durch offene Türen oder Schlitze ins Hausinnere. Besonders häufig ist dies der Fall, wenn in unmittelbarer Nähe des Eingangs oder eines Fensters mit Blattläusen befallene Pflanzen stehen. Denn die Läuse gehören zu den bevorzugten Nahrungsquellen der Insekten. Manchmal schleppt man sie aber auch unbewusst mit Obst, Blumen oder Kräutern aus dem eigenen Garten mit ein. Verhindern können Sie das durch:

  • Reparatur schadhafter Stellen im Mauerwerk, Fenstern und Türen
  • Ausschütteln der aufgehängten Wäsche
  • Kontrolle der geernteten Pflanzen
    aus dem Garten
  • Bekämpfung der Blattläuse an Pflanzen in Hausnähe

Übrigens: Im Freien dürfen Ohrenzwicker nicht gejagt oder getötet werden. Sie gelten als Nützlinge und stehen unter Schutz.

Ohrenkriecher bekämpfen

Sollten die Vorsichtsmaßnahmen nicht perfekt funktionieren und sich Ohrenkriecher (Dermaptera) ins Haus verirren, ist das kein Grund zur Panik. Die Insekten sind weder gefährlich noch richten sie größeren Schaden an. Da Ohrenwürmer sehr schnell und wendig sind, ist es eine wahre Plage, sie per Hand einzufangen. Deshalb müssen Sie schon ein wenig in die Trickkiste greifen, um sie zu fangen.

Tontopf-Falle

Haben sich einzelne Ohrwürmer in die Wohnung verirrt, kann man sie mit einer selbst gebauten Falle anlocken. Dazu benötigen Sie nur

ein paar einfache Dinge:
  • Blumentopf aus Terrakotta
  • Stroh, Heu oder Holzwolle
  • eventuell ein Netz

Da es Ohrenkriecher gerne feucht haben, wird der Tontopf im Vorfeld kurz gewässert und dann mit Stroh gefüllt. Eventuell muss die Füllung mit einem Netz vor dem Herausfallen gesichert werden. Anschließend stellen Sie ihn mit der Öffnung nach unten dort auf, wo sich die Tiere verstecken. Damit diese hineinkriechen können, legen Sie an einer Seite ein kleines Stück Holz unter. Ist es hell im Zimmer, verkriechen sich die Dermaptera darin und können nach draußen gebracht werden.

Ohrenkriecher - Ohrenkneifer

Stoff-Falle

Ohrenzwicker nehmen auch feuchte Lappen oder Tücher gerne als Unterschlupf an. In einer ruhigen Ecke im Zimmer ausgelegt, verstecken sich die Tiere darin und können dann in den Garten gebracht werden.

Hinweis: Es ist wichtig, dass der Stoff zusammengeknüllt ist. Denn nur so können sich die lichtscheuen Insekten darin verkriechen.

Natürliche Mittel zum Vertreiben

In der Praxis ist der Erfolg der einzelnen Hausmittel gegen die Ohrenwürmer

recht unterschiedlich. Aus diesem Grund ist es ratsam, gegebenenfalls verschiedene Mittel auf ihre Wirkung zu prüfen und eventuell mehrfach zu wiederholen.

Neem-Produkte

Neemöl, auch Niemöl genannt, hat einen sehr intensiven Geruch, den viele Insekten nicht mögen. Mit Neemlösung eingesprühte Pflanzen oder Aufenthaltsorte vertreibt die Tiere aus der Wohnung. Dabei ist Neemöl oder auch die gemahlenen Samen des Niebaums ungefährlich für Haustiere und spielende Kinder. Im Außenbereich ist zu beachten, dass Regen die Lösung abwäscht und die Behandlung gegen die Ohrenkriecher wiederholt werden muss.

  • Neemöl-Lösung: 20 Tropfen Öl, etwas Spülmittel als Emulgator pro 1 l Wasser
  • mehrfach im Abstand von ein paar Tagen einsprühen
  • gemahlene Neemsamen in die Erde der Pflanze einarbeiten

Essig

Essig, vor allem Essigessenz, verströmt einen beißenden Geruch, den auch Ohrenkneifer nicht mögen. Ein kleines Gefäß mit etwas Essig oder ein in Essig getränkter Lappen vertreibt die Tiere aus ihrem Versteck. Essig kann auch zur Vorbeugung benutzt werden. Wenn Sie damit Fensterrahmen und Türschwellen einsprühen, wirkt das wie eine natürliche Barriere, die die Tiere nicht überschreiten.