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Wer daheim rote Larven entdeckt, fühlt sich garantiert nicht mehr wohl. Schlimmer noch, es könnten gesundheitliche Gefahren drohen. So ist es klar, dass sie beseitigt werden müssen. Wogegen was tun?

Rote Würmer, was kann es sein?

Wer gegen einen Feind siegreich kämpfen will, muss wissen, gegen wen er antritt. In den eigenen vier Wänden werden sich äußerst selten echte Würmer verirren. Eher können verschiedene Insektenarten für rötlich gefärbte bzw. gemusterte Larven/Maden verantwortlich sein, die wir gemeinhin als Würmer wahrnehmen. Die vier häufigsten Übeltäter sind:

  • Hausbuntkäfer (Opilo domesticus)
  • Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
  • Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae)
  • Weidenbohrer (Cossus Cossus)

Die zweifelsfreie Zuordnung des Fundes ist wichtig, um gezielte Bekämpfungsmaßnahmen einleiten zu können. Denn es reicht garantiert nicht, nur die gefundenen Maden zu vernichten. Der Fokus muss sich auch auf das Aufspüren weiterer Exemplare richten. Ebenso gilt es, einen möglicherweise bereits angerichteten Schaden zu beseitigen.

Hausbuntkäfer (Opilo domesticus)

Diese Käferart ist zwar räuberisch unterwegs, für uns Menschen dennoch ungefährlich. Hausbuntkäfer gilt sogar als Nützling, weil er Nachkommen von Holz nagenden Käferarten vertilgt. Der Nadelwald ist sein Lebensraum, alternativ auch Häuser, die Holz verbaut haben, zum Beispiel in Dachstühlen. Seine dünnen, langen Larven haben häufig rote oder violette Flecken, weswegen sie aus der Ferne einen rötlichen Eindruck machen. Sie werden in der Regel in der Nähe von Holz entdeckt.

Hinweis: Den 7 bis 12 cm großen, dunkelbraunen Käfer mit hellbraunen Flecken werden Sie kaum sichten, denn er ist nur von Juni bis August unterwegs und dazu nachtaktiv.

Bekämpfung

Bekämpfung muss zwingend sein. Doch sie richtet sich nicht gegen den Hausbuntkäfer und seine Nachkommenschaft. Viel dringender und entscheidender ist die Bekämpfung des Holzschädlings, der ihn als Nahrung angelockt hat. Nicht nur, um den Hausbuntkäfer auszuhungern. Holzschädlinge können mit dem Faktor Zeit tragendes Holz schädigen und den Dachstuhl zum Einsturz bringen. Die Identifizierung des Holzschädlings und die Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen erfordern spezielles Wissen und sollten Fachleuten überlassen werden.

Mehlkäfer (Tenebrio molitor)

Mehlkäfer - Tenebrio molitor

[MnolfTenebrio molitor larvae, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0]

Seine Nachkommen kennen wir als Mehlwürmer, obwohl diese Bezeichnung fachlich nicht korrekt ist. Der Wurm ist eine Larve. An der Notwendigkeit einer Bekämpfung

ändert das nichts. Der 20 bis 30 cm lange Lebensmittelschädling ist meist weißgelblich. Doch anzutreffen sind auch rötlich gefärbte Exemplare. Der Fundort ist in der Regel die eigene Küche, genauer eine Mehl- oder Getreidepackung. Mehlwürmer werden oftmals mit neuen, verunreinigten Mehlpackungen eingeschleppt. Lange Lagerzeiten können aber dazu führen, dass sich der Schädling vermehrt, ausbreitet und unverdorbene Lebensmittel schädigt.

Schadbild

Wenn Sie einen roten Mehlwurm entdecken, sollten Sie sich unverzüglich auf die Suche nach der Ursprungsquelle machen, indem Sie trockene Lebensmittelvorräte in Augenschein nehmen. Für den Mehlkäfer und seine Nachkommen ist folgendes Schadbild typisch:

  • Löcher in Mehltüten und Getreideverpackungen
  • Fäden im Mehl
  • verklebte Mehlklumpen und Getreideflocken
  • große, gut sichtbare Maden
  • schwarze Käfer in und außerhalb der Verpackungen

Bekämpfung

Die Küchenschränke müssen zunächst komplett ausgeräumt, dann abgesaugt und mit Essigwasser ausgewischt werden. Sammeln und entsorgen Sie alle gefundenen Käfer- und Wurmexemplare. Alle befallenen Lebensmittel müssen ebenfalls unverzüglich und restlos entsorgt werden. Räumen Sie nur einwandfreie Lebensmittel wieder ein. Nach etwa 2 bis 3 Wochen überprüfen Sie ein zweites Mal alle Trockenvorräte, um einen eventuellen Neubefall im Keim zu ersticken. Denn es könnte sein, dass Insekteneier übersehen wurden.

Tipp: Handeln Sie sofort, wenn Sie Mehlwürmer entdecken. Sie können schädliche Bakterien sowie Zwergbandwürmer übertragen.

Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae)

Teppichkäfer - Anthrenus scrophulariae

[ArnoldiusAnthrenus scrophulariae

(Larve), bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 4.0]

Der Teppichkäfer ist auch als Braunwurz-Blütenkäfer bekannt. Seine Nachkommen fressen Seide, Wolle, Fell, Leder oder Federn an und hinterlassen Löcher. Sie haben folgende äußere Merkmale:

  • Länge von etwa 6 mm
  • rotbraune Färbung
  • helle Ringe
  • dichte Behaarung
  • Pfeilhaare am Hinterleib

Mögliche Lebensräume

Auch bei Teppichkäfern gilt, dass ein einzelner Fund weitere Funde wahrscheinlich macht. In der Wohnung können ihnen viele Gegenstände als Nahrung dienen. Folgende Auflistung gibt Hinweise, wo Sie genauer hinschauen müssen:

  • Teppiche (Namensgeber)
  • Polstermöbel
  • Decken
  • Stoffgardinen
  • Kleidung

Tipp: Im Kindezimmer sollten Sie bei Ihrer Suche nach diesem Schädling die Kuscheltiere nicht vergessen! So können Sie einen möglichen Befall frühzeitig stoppen, noch bevor das Lieblingstier größeren bzw. irreparablen Schaden nehmen kann.

Bekämpfung

Wenn Teppichkäferlarven im Haus sind, sollten Sie keine Zeit untätig verstreichen lassen. Zuallererst müssen die gefundenen Exemplare eingesammelt und vernichtet werden. Weitere Maßnahme richten sich danach, was in der Wohnung betroffen ist.

  • Teppiche und Polstermöbel gründlich absaugen
  • idealerweise mit einem Dampfreiniger
  • Kleiderschränke und Bettgestelle mit Essigwasser säubern
  • effektiv ist eine Mischung aus einem Teil Essigessenz und vier Teilen Wasser
  • Gardinen, Decken und Kleidung waschen
  • nicht waschbare Textilien/Pelze für mehrere Stunden einfrieren
  • in Plastiktüte verpackt, bei mind. - 18 °C

Tipp: Haben Sie einen bloßen Verdacht, dass der Teppichkäfer in Ihren Räumen anwesend ist und sein Unwesen treibt? Das Aufstellen einer Pheromonfalle könnte die entscheidende Gewissheit bringen.

Weidenbohrer (Cossus Cossus)

Weidenbohrer - Cossus Cossus

[Christian Fischer, CossusCossusLarva, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 3.0]

Die Larve eines Weidenbohrers hat in einer Wohnung nichts verloren. Steht vor dem Fenster oder unweit davon jedoch eine Weide, die dem Weidenbohrer als Nahrung dient, können sich ein paar Exemplare in das Innere verirren. Die Schmetterlingsraupe ist leicht anhand folgender Merkmale zu identifizieren:

  • gelbe Körperfarbe
  • markante Rotfärbung der Rückenpartie
  • ca. 10 cm Länge

Tipp: Kommt zu den genannten Merkmalen noch ein intensiver Essiggeruch dazu, dann können Sie sicher sein, dass Sie es tatsächlich mit einer Larve des Weidenbohrers zu tun haben.

Bekämpfung

Mit Weidenbohrer-Raupen müssen Sie ab August bis in den Mai des Folgejahres rechnen. Da sich die Larve ausschließlich von Weidenholz ernährt, wird sie im Haus keinen Schaden anrichten. Sie kann sich allerdings mit ihrem Schneidewerkzeug gut wehren, wenn sie in Bedrängnis kommt. Im Haus kann sie sich nicht vermehren, sodass Sie keine Ausweitung des Befalls befürchten müssen. Dennoch ist es verständlich, dass niemand eine Raupe im Haus dulden möchte. Doch es tut nicht not, die Raupe zu vernichten. Sie kann mit einem Blatt Papier oder Ähnlichem ganz einfach aufgesammelt und nach draußen gebracht werden.

Echte Würmer

Kleine, larvenähnliche Regenwurmarten, die eine ausgeprägte Rotfärbung besitzen, können mit Blumenerde bzw. neu gekauften Pflanzen in die Wohnung gelangen. Sie sind in der Regel gut versteckt in der Erde, können aber den Blumentopf verlassen und so sichtbar werden. Besonders wenn großzügig gegossen wird. Sammeln Sie den Regenwurm auf und bringen ihn nach draußen in den Garten.

Bei winzigen roten Würmen kann es sich auch um aus dem Pool eingeschleppten Mückenlarven handeln. Sie sind an der Luft nicht lebensfähig und stellen keine Gefahr da. Entsorgen Sie mit Handschuhen und reinigen Sie anschließend die Fundstelle.

Roten Maden / Larven vorbeugen

Ganz auszuschließen ist ein Befall nicht. Allerdings können ein paar Vorsichtsmaßnahmen das Risiko eines Befalls bei einigen Arten deutlich reduzieren oder zumindest das Ausmaß begrenzen.

  • Zugang über Türen und Fenster mit Insektengitter verschließen
  • Vorräte regelmäßig kontrollieren
  • ggf. in dicht schließende Behälter umfüllen
  • befallene Lebensmittel sofort aus dem Haus bringen und entsorgen
  • Küchenschränke regelmäßig reinigen
  • Polstermöbel und Teppiche regelmäßig absaugen
  • Naturfasertextilien regelmäßig kontrollieren und waschen
  • Holzkonstruktionen mit Holzschutzmitteln vor Holzschädlingen schützen
  • für Zimmerpflanzen keine Gartenerde verwenden