Wanderratten stammen aus Südostasien und leben dort wild in freier Natur. Von ihrer ursprünglichen Heimat wanderten sie in die ganze Welt aus. In ihren neuen Verbreitungsgebieten ist ihre Lebensweise in der Regel an die Nähe des Menschen gebunden. Sie sind keine Hausratten und leben daher häufig in Gärten. Da die allesfressenden Nager krankheitsübertragende Schädlinge sind, die sich schnell vermehren, trachten betroffene Gärtner und Grundstücksbesitzer danach, sie zu vertreiben. Damit das gelingt, sollte man einiges über die Tiere wissen.

Wo sich Wanderratten bevorzugt aufhalten

Für Wanderratten ist ein Zugang zum Wasser lebensnotwendig, weshalb sie oft auch Wasserratten oder Kanalratten genannt werden. Sie besiedeln feuchte
Lebensräume wie Abwasserkanäle, Teichufer, Bachläufe und feuchte Erdlöcher. Zudem findet man Sie überall dort, wo sich zugängliche Lebensmittelvorräte und Lebensmittelabfälle befinden, wie in Mülltonnen, auf Abfallhäufen und an Müllbeutelabstellplätzen.

Lebensweise und Sozialverhalten

Wanderratten leben in Rudeln, die bis zu 100 Tiere umfassen können. Wird das Rudel zu groß, suchen sich einzelne Tiere ein neues Revier. Dieses sowie ihren Aktivitätsraum, der bis über 100 Meter darüber hinausgehen kann, markieren sie mit ihrem Urin. Innerhalb ihres Reviers legen die Wanderratten Baue, Nester und Wege an. Ratten, die nicht zum eigenen Rudel gehören werden erkannt und angegriffen, was sie meistens nicht überleben. Sie sterben meist nicht an den ihnen zugefügten Verletzungen, sondern vor Angst. Innerhalb ihres Rudels legen Wanderratten ein erstaunlich weit entwickeltes, positives Sozialverhalten an den Tag. Beispielsweise retten sie ihre Artgenossen erst aus einer Gefahr, bevor sie den eigenen Vorteil suchen.

Verhalten in Lebensbedrohlichen Situationen

Wanderratten sind sehr lernfähig. Ist eine ihrer Artgenossinnen in eine ausgelegte Falle getappt oder hat einen tödlichen Köder gefressen, so lernen sie sofort daraus und warnen unerfahrene Ratten vor der bestehenden Gefahr. Deshalb sind Fallen, in die zunächst eine Ratte gegangen ist, meist in der Folgezeit erfolglos ausgelegt.

Welche Gefahren von Wanderratten ausgehen

Ratten können auf Menschen und Haustiere gefährliche Krankheiten wie Fleckfieber, Tollwut, Trichinosen, Amöbenruhr und Tuberkulose übertragen. Zudem sind sie Hygieneschädlinge und verunreinigen frische Nahrungsmittel sowie Nahrungsmittelvorräte. Es besteht die Pflicht, jeden Rattenbefall eines Gartens oder Grundstücks dem Gesundheitsamt zu melden.

Aussehen

Ratte und Wanderratte im VergleichWanderratten sind mit einer Körperlänge von 22 bis 26 cm etwas größer und kräftiger als Hausratten. Dafür ist ihr Schwanz etwas kürzer, ihre Ohren sind eher klein und ihre Schnauze weniger spitz. Der Körperbau der zwischen 200 und 450 g wiegenden Nagetiere ist gedrungen. Der Geschmacks-, Tast-,
Geruchs- und Gehörsinn ist bei Wanderratten sehr gut entwickelt. Sehen können die nachtaktiven Tiere etwas weniger gut.  

Was Wanderratten anlockt
  • herumliegende Speise- und Nahrungsmittelreste  
  • das Entsorgen von Nahrungsmittelresten über das
  • mit gekochtem Essen belegte Komposthäufen  
  • Speisereste in zugänglichen Mülltonnen und Müllsäcken
  • herumliegendes Vogelfutter
  • offene Mülltonnen
Wie der Garten vor einem Wanderrattenbefall geschützt werden kann
  • Türen und Tore mit Gummilippen abdichten
  • keine Speisereste auf den Komposthaufen werfen
  • Kompost auf eine Betonplatte stellen und mit einem engmaschigen Gitter sichern
  • Gerümpelecken beseitigen, da sie beliebte Niststellen sind
Woran ein Rattenbefall zu erkennen ist
Am Tage bekommt man die nachtaktiven Wanderratten selten zu Gesicht. Deshalb muss man auf besondere Anzeichen achten, um einen Rattenbefall des Gartens oder Grundstücks zu erkennen.
  • In Gruppen zusammenliegender spindelförmiger Kot lässt auf die Anwesenheit von Wanderratten schließen.
  • Ist der herumliegende Kot weich und glänzend, sind die Ratten in unmittelbarer Nähe aktiv.
  • Nagespuren sind an zwei leicht vertieften, etwa 4 mm auseinanderliegenden, parallelen Rillen, die die vorderen Nagezähne hinterlassen, zu erkennen.
  • Für Fraßspuren ist Fraßmehl ein deutliches Zeichen.
  • Da Ratten immer dieselben Wege benutzen, sind auch bodennahe dunkle Schmierspuren an hellen Mauern und Wänden ein Indiz für den Rattenbefall.
  • Mitunter sind auch Laufspuren erkennbar
  • Rattentypisch ist ein beißender, unangenehmer, ammoniakähnlicher Geruch, der von ihnen ausgeht.

Was gegen die Wanderratten unternommen werden kann

Auf gepflegten, aufgeräumten Rasenflächen sind Ratten selten unterwegs. Dort finden Sie weder Nahrung noch Unterschlupf. Deshalb ist das Beseitigen von herumliegendem Gerümpel eine wichtige Maßnahme gegen einen Rattenbefall.

Hausmittel

Ein einfaches Hausmittel gegen Gartenratten ist das Halten von Katzen. Doch nicht alle Katzen sind gute Rattenjäger. Es kommt auf einen Versuch an.
Wer weiß, wo sich die Nester der Wanderratten befinden, kann mit terpentingetränkten Lappen die Eingänge verstopfen
Auch das Ausstreuen von Cayennepfeffer kann dabei helfen, die Wanderratten zu vertreiben. Sie mögen den Pfeffer nicht und hassen es, ihn beim Putzen aufzunehmen.

Wirkungsvolle Bekämpfungsmethoden

Wanderratten können mit im Handel erhältlichen Rattengift wirkungsvoll bekämpft werden, wenn sie nicht in zu großen Gruppen auftreten. Dazu gehören Fraß- und Trinkköder sowie Kontaktpulver, dass entlang von Laufwegen und in der Nähe von Nestern und Bauten gestreut wird. Die Ratten nehmen das Pulver beim Putzen auf. Haben die Ratten
genügend andere Nahrungsquellen, bleiben ausgelegte Köder jedoch unberührt. Deshalb muss alles Essbare aus dem Aufenthaltsbereich der Wanderratten entfernt werden. Es kann jedoch vorkommen, dass die Ratten Resistenzen gegen die Gifte entwickeln oder bereits Resistent gegen bestimmte Gifte sind.

Ein zweites erfolgsversprechendes Rattenbekämpfungsmittel sind Fallen. Diese Methode lässt sich jedoch nur anwenden, es sich nur um wenige Ratten handelt. Im Handel sind verschiedene Fallentypen erhältlich. Das Angebot reicht von Schlagfallen, die die Ratten erschlagen und sie damit töten, bis zu Kastenfallen, die die Ratten labend einfangen. Um die Ratten in die Fallen zu locken, kann Erdnussbutter ein hilfreicher Köder sein.

Einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen

Bei einem Rattenproblem kommt es auf schnelles, entschlossenes und effektives Handeln an. Hat man ein größeres Rattenproblem, ist professionelle Hilfe ratsam. Die Leute vom Fach wissen, was sie zu tun haben. Professionelle Rattenfänger kennen bessere Bekämpfungsmethoden als der Laie. Wer Wert auf eine wirkungsvolle und dauerhafte Beseitigung der Wanderrattenplage legt, sollte sich unbedingt professionelle Hilfe holen. Der Fachmann ist auch in der Lage zu erklären, wie ein nochmaliger Rattenbefall vermieden werden kann. Darüber hinaus ergreift er bei Bedarf vorbeugende Maßnahmen.
Der mit der Bekämpfung beauftragte Experte sollte einen Sachkundenachweis besitzen und diesen bei Arbeitsantritt vorlegen.