Der Ackerschachtelhalm trägt die botanische Bezeichnung Equisetum arvense und wird umgangssprachlich auch als Zinnkraut bezeichnet. Das Unkraut wird von jedem Gärtner gefürchtet, da es sich schnell ausbreitet und nur kaum permanent entfernen lässt. Da chemische Mittel bei der Pflanze nur eine geringe Wirkungsweise haben, ist oft die althergebrachte Handarbeit angesagt. Allerdings gibt es bestimmte Methoden, um das Ausbreiten der unerwünschten Pflanze einzudämmen.

Allgemeines

Der Ackerschachtelhalm ist eine Indikatorpflanze, das bedeutet, dass er einen Hinweis auf bestimmte Bedingungen im Boden darstellt. Er zeigt Bodenverdichtungen, zu wenig Nährstoffe und mangelnden Humus an. Darüber hinaus weist er auf gestaute Nässe hin. Eine Bekämpfung des Ackerschachtelhalms ist anzuraten, da das Unkraut eine Konkurrenz für Zier- und Nutzpflanzen im Garten ist.
  • Ausdauerndes und mehrjähriges Unkraut
  • Erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 cm
  • Breitet sich von März bis Oktober aus
  • Bevorzugt
    Äcker, lehmig-feuchte Wiesenränder, Böschungen und Gräben
  • Raubt den Nachbarpflanzen Licht, Nährstoffe, Platz und Wasser

Verbreitung im Garten

Ackerschachtelhalm - Equisetum arvenseDer Ackerschachtelhalm kann sich durch zwei Methoden vermehren, deshalb verbreitet sich dieser extrem schnell im heimischen Garten. Die Pflanze bildet während ihrer Blütezeit keine Samen, sondern Sporen aus. Darüber hinaus treibt das Unkraut unterirdische Ausläufer aus, an denen Rhizome wachsen. Das Ausgraben des Unkrauts dämmt die Ausbreitung nur vorübergehend ein, da selbst aus den kleinsten Wurzelteilen noch neue Pflanzen entstehen können. Für eine nachhaltige Bekämpfung müsste schon der ganze Boden ausgetauscht werden.
  • Sporen verbreiten sich schnell mit dem Wind über die Luft
  • Im Gegensatz zu Samen lässt sich der Sporenflug kaum eindämmen
  • Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter in die Tiefe
  • Ausläufer wachsen sogar waagerecht mehrere Meter lang
  • Unkraut überwindet problemlos Steinflächen
  • Wurzeln wachsen selbst unterhalb von nicht unterkellerten Häusern

Ursachen

Um den Ackerschachtelhalm erfolgreich zu bekämpfen, müssen die Grundlagen für seine Ausbreitung beseitigt werden. Das Unkraut bevorzugt Staunässe und verdichtete Böden mit festen Eigenschaften. Diese Bedingungen begünstigen sein Wachstum und die weitere Verbreitung, sodass andere Pflanzen dadurch verdrängt werden. Je besser das Gieß- und Regenwasser abfließen kann, desto weniger Staunässe entsteht. Dadurch wird dem Ackerschachtelhalm seine Lebensgrundlage entzogen wird, er fühlt sich erheblich gestört und verbreitet sich nur spärlich. Außerdem wird dadurch der Wuchs von anderen und begrüßenswerten Pflanzen gefördert. Auf diese Weise werden die Flächen im Garten besetzt, bevor sich das Unkraut erneut ausbreiten kann. Allerdings gestaltet sich die Bekämpfung sehr schwierig, wenn das Grundstück über einen sehr hohen Grundwasserstand verfügt und Staunässe beständig vorherrscht.
  • Staunässe dauerhaft unterbinden
  • Drainage im Boden anlegen
  • Bevorzugt lehmige bis tonige Böden
  • Sand, Kompost und Torf in den Erdboden einarbeiten
  • Boden regelmäßig mechanisch auflockern
  • Wuchs im Garten stets überwachen
  • Sporentriebe frühzeitig entfernen

Umgraben

Ackerschachtelhalm - Equisetum arvenseWer den Ackerschachtelhalm nachhaltig bekämpfen möchte, der muss über eine gute Ausdauer verfügen. Durch das Umgraben des Erdbodens wird dem Zinnkraut das weitere Ausbreiten schwer gemacht. Die Pflanze mag keine zu lockeren Böden, wer also wiederholt umpflügt, der entzieht ihr eine wichtige Lebensgrundlage. Darüber hinaus werden die Pflanze und deren Rhizome dadurch stark geschädigt, ein Umstand, den der Schachtelhalm erstmal ausgleichen muss. Allerdings lässt sich das Unkraut aufgrund seiner großflächigen Ausbreitung nicht mit einem einfachen Spaten vollständig entfernen, dazu bedarf es schon professioneller Hilfsmittel.
  • Bildet sehr starke Rhizom-Geflechte aus
  • Reichen bis einige Meter tief
  • So gründlich wie möglich alle Wurzelstücke entfernen
  • Umgraben ist mit viel Arbeit verbunden
  • Ideal sind leistungsstarke Geräte zum Umgraben
  • Sehr gut geeignet ist der Tiefenmeißel
  • Eine vorübergehende, aber keine endgültige Lösung

Entsorgen

Wenn der Ackerschachtelhalm ausgegraben wurde, dann müssen die Pflanzenteile richtig entsorgt werden, ansonsten kommt es zu einer unerwünschten Verbreitung. Wenn sich schon Sporen ausgebildet haben, dann sollte das Zinnkraut nicht unnötig bewegt und geschüttelt werden. Ansonsten verbreitet es sich schnell und befällt erneut den Garten.
  • Wurzeln und oberirdischen Pflanzenteile schnellstmöglich entfernen
  • Pflanzenreste niemals auf dem Kompost entsorgen
  • Pflanzenteile mit Sporen sofort in eine Plastiktüte geben
  • Ackerschachtelhalm immer umgehend in der Mülltonne entsorgen

Essigessenz

Ein althergebrachter Tipp für die Bekämpfung ist das Besprühen des Ackerschachtelhalms mit reiner Essigessenz. Die Pflanze fühlt sich dadurch gestört und ein weiteres Ausbreiten wird vorübergehend unterbunden. Für einen intensiveren Effekt lässt sich das Unkraut damit auch komplett übergießen, jedoch werden dann extrem große Mengen an Essigessenz benötigt. Zwar wird bei dieser Methode keine schädliche Chemie eingesetzt, aber der Einsatz von Essig führt zu einer Veränderung des Bodens und kann andere Pflanzen schädigen, die im Garten erwünscht sind. Darüber hinaus lassen sich mit dieser Methode nur die oberflächlichen Teile der Pflanze erreichen, das Rhizom-Geflecht wird damit nicht beschädigt.
  • Essigessenz ist im Handel erhältlich
  • Pure Essenz anwenden, nicht
    verdünnen
  • Flüssigkeit in Pumpzerstäuber füllen
  • Unkraut großzügig damit einsprühen
  • Essigessenz verändert den pH-Wert des Bodens
  • Zu viel Essig stört viele nützliche Pflanzen

Boden kalken

Ackerschachtelhalm - Equisetum arvenseDa der Ackerschachtelhalm einen sauren pH-Wert im Boden bevorzugt, lasst sich dieser durch den Einsatz von Kalk positiv verändern. Auf diese Weise wird das Wachstum des Unkrauts wirksam und nachhaltig eingedämmt. Dergestalt wird der Pflanze auf Dauer die Lebensgrundlage entzogen, die Population geht auf natürliche Weise zurück. Jedoch dauert dieser Prozess seine Zeit und der Gärtner muss sich gedulden. Zu beachten ist allerdings, dass viele nützliche und erwünschte Pflanzen keinen allzu hohen Kalk-Wert im Boden vertragen.
  • Pflanze meidet neutrale und basische Böden
  • Boden mit Kalk düngen
  • Kalk reagiert mit den in der Erde vorhandenen Säuren
  • Im Anschluss verändert sich der pH-Wert von sauer zu basisch
  • Methode wird erst nach mehreren Monate bis einigen Jahren wirksam
  • Nie Essigessenz und Kalk zur gleichen Zeit anwenden

Boden düngen

Ackerschachtelhalm lässt sich auch durch die regelmäßige Gabe von Düngemitteln vertreiben, da dieser auf gut gedüngten Böden nicht so richtig gedeihen kann. Aus diesem Grund ist das Unkraut an vielen Orten in der Landwirtschaft verschwunden, wo es sich oft als Randgewächs am Acker ausgebreitet hatte. Mit etwas Geduld verschwindet der Ackerschachtelhalm auf diese Weise nach und nach.
  • Maßnahme ist leicht umzusetzen
  • Regelmäßig, aber nicht überreich düngen
  • Kompost oder Mist einsetzen
  • Alternativ ist der Einsatz von Kunstdünger möglich
  • Auf normale Dosierung achten

Chemische Gegenmittel

Der Ackerschachtelhalm verfügt über sehr robuste Eigenschaften und zeigt sich extrem widerstandsfähig bei dem Einsatz von chemischen Unkrautvernichtern. Diese erzielen in der Regel eine wesentlich größere Wirkungsweise als herkömmliche Hausmittel, aber nicht beim Zinnkraut. Deshalb ist bis heute kein wirksames Mittel bekannt, welches für die Anwendung im Garten zugelassen ist und das Unkraut dauerhaft vertreiben kann. Darüber hinaus bringen die chemischen Mitteln lediglich die oberirdischen Pflanzenteile zum Absterben, die unterirdischen Rhizom-Geflechte erreichen die Mittel nicht.
  • Unkrautvernichter bremsen nur kurz das Wachstum
  • Vertreiben das Unkraut vielleicht kurzfristig
  • Im nächsten Jahr kommt der Ackerschachtelhalm jedoch meist wieder
  • Zum Schutz der Umwelt besser nicht verwenden
  • Schadet ebenfalls der menschlichen Gesundheit

Nützliche Vorteile

Ackerschachtelhalm - Equisetum arvenseDer Ackerschachtelhalm verfügt aber nicht nur über nachteilige Eigenschaften, sondern er hat auch seine guten Seiten, denn die Pflanze enthält sehr viel Kieselsäure. Aus diesem Grund lässt sich das unerwünschte Kraut als Pflanzenschutz nutzen und aus diesem eine potente Brühe gegen Pilzkrankheiten zubereiten. Statt das Zinnkraut mühselig zu entsorgen, lässt es sich auf diese Weise für einen guten Zweck verwenden. Vorbeugend lassen sich damit für Pilze anfällige Pflanzen behandeln, dazu gehören vor allem Rosen. Darüber hinaus wird dadurch die Widerstandskraft gegen andere Rosenkrankheiten wie Echter Mehltau, Sternrußtau und Rosenrost gesteigert.
  • 1,5 kg Kraut in 10 Liter Wasser geben
  • Zunächst für 24 Stunden darin einweichen
  • Dann bei geringer Hitze ca. 30 min köcheln lassen
  • Danach abkühlen und die Brühe durch ein Sieb laufen lassen
  • Im Verhältnis von eins zu fünf mit Wasser verdünnen
  • Von Pilzen befallene Pflanzen wöchentlich damit einsprühen
  • Vorgang vom Blattaustrieb bis zum Frühsommer wiederholen