Kein Garten hierzulande ohne Rasen! Das satte Grün ist in den allermeisten Fällen sogar das Herzstück jeder noch so kleinen Gartenanlage. Um einen prächtigen Rasen zu bekommen, braucht es allerdings ein wenig Geduld. Schon allein die Keimung kann sich bis zu drei Wochen ziehen. Zum Glück lässt sich diese aber mit ein paar gezielten Maßnahmen und der richtigen Vorbereitung beschleunigen.

Zeitpunkt

Rasen kann grundsätzlich das ganze Jahr über gesät werden. Da die Samen winterhart sind, ist zumindest theoretisch auch eine Aussaat bei frostigen Temperaturen möglich.
Allerdings muss man dann damit rechnen, dass es sehr lange dauert, bis die Keimung erfolgt. Eine möglichst schnelle Keimung hat aber einen direkten Einfluss auf die Geschlossenheit der späteren Rasenfläche. Deshalb empfiehlt es sich, Rasen nur dann zu säen, wenn eine Witterung herrscht, die sich positiv auf die Keimung auswirkt. Dazu ist eine Mindesttemperatur des Bodens von zehn Grad Celsius erforderlich. Außerdem braucht es ausreichend Feuchtigkeit. Als die idealen Aussaatmonate haben sich deshalb April und Mai sowie August und September erwiesen.

Tipp: Eine Frühjahrsaussaat erfolgt idealerweise nach Ostern. Wer einen späteren Zeitpunkt bevorzugt sollte den September wählen.

Saatgut

Der Qualität des Saatguts kommt eine besondere Bedeutung zu. Im Handel sind im Wesentlichen zwei Arten zu bekommen: Billigmischungen und teure, hochwertige Mischungen. Beide funktionieren natürlich. Sinnigerweise keimen preisgünstigere Mischungen in den meisten Fällen schneller. Hochwertige Saatgüter haben hingegen häufig eine etwas längere Keimdauer. Das macht allerdings auch Sinn. Damit sich der Rasen später nämlich möglichst gleichmäßig und dicht entfalten kann, ist nämlich eine gewisse Keimzeit notwendig. Eine schnelle Keimung mag zwar die eigene Ungeduld besänftigen, führt dann aber nicht zwangsläufig zu einem schönen Rasen.

Tipp: Da es letztlich auf das Ergebnis ankommt, sollten ausschließlich hochwertige Saatmischungen verwendet werden. Der höhere Preis relativiert sich schnell, da in der Regel auf ein späteres Nachsäen verzichtet werden kann.

Keimdauer

Wie lange dauert es dann aber nun, bis der Rasensamen keimt? Eine konkrete Antwort auf
diese Frage ist leider nicht möglich. Die Keimdauer hängt von zwei Faktoren ab - nämlich von der Qualität des Saatguts und der bei und nach der Aussaat herrschende Witterung. Ganz allgemein aber lässt sich sagen, dass die Keimung innerhalb eines Zeitraums von einer bis drei Wochen nach der Aussaat erfolgen sollte. Also kann der Rasen 7 bis 21 Tage durchaus benötigen um zu keimen.

Keimdauer beeinflussen

Die Keimdauer des Samens lässt sich positiv beeinflussen, also beschleunigen. Dabei spielen drei Maßnahmen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie haben nicht nur Einfluss auf die spätere Rasenfläche, sondern eben auch auf die Keimzeit. Diese Maßnahmen sind:
  • die richtige Vorbereitung des Bodens
  • die richtige Aussaat
  • die richtige Pflege nach der Aussaat
Es geht bei jeder dieser Maßnahmen darum, optimale Bedingungen für den Samen zu schaffen. Anders ausgedrückt: Stimmen diese Bedingungen werden die Samenkörner auch leichter und damit schneller keimen.

Vorbereitung

Keimdauer von RasenDamit der Samen möglichst schnell keimen und später eine optimale Rasenfläche entstehen kann, ist ein möglichst unkrautfreier, gleichmäßiger und ebener Boden erforderlich. In den allermeisten Fällen muss der Boden dafür speziell vorbereitet werden. Folgende Schritte sind nötig:
  • Erdreich gut mit einem Spaten oder einer Motorhacke durcharbeiten
  • anschließend Wurzelstücke und größere Steine absammeln
  • mit einem Rechen die Oberfläche glatt harken
  • dann mit dem Rechen ein Planum, als eine glatte Fläche herstellen
  • mit einer Walze die Fläche in Längs- und Querrichtung verdichten
  • den Boden vor der Aussaat ein paar Tage ruhen lassen
Bei diesen vorbereitenden Arbeiten muss vor allem darauf geachtet werden, dass sich keine Unebenheiten bilden. In diesen Unebenheiten kann sich später nämlich Wasser sammeln, was sowohl die Keimung als auch die Rasenausbildung negativ beeinflussen würde. Unebenheiten sollten mit dem Rechen ausgeglichen werden. Ziel ist es immer, eine einheitliche, glatte Fläche herzustellen.

Tipp: Eine Motorharke und eine Walze können problemlos gegen eine geringe Gebühr im Fachhandel oder in Baumärkten ausgeliehen werden.

Aussaat

Bei der Aussaat hält man sich am besten an die Anweisungen des Herstellers, die auf der Verpackung zu finden sind. In Bezug auf die Keimung ist von Bedeutung, dass die Fläche unmittelbar nach der Aussaat mit einem Rechen in Längs- und Querrichtung geharkt wird. Dies führt dazu, dass die einzelnen Samenkörner nach den abschließenden Walzen einen optimalen Kontakt zum Boden bekommen. Und das wiederum sorgt dafür, dass sie auch schneller keimen.

Nach Aussaat

Damit es überhaupt zu einer Keimung kommt, benötigen die Samenkörner ausreichend Wasser. Bereits unmittelbar nach der Aussaat sollte deshalb mit einem Schwenkregner die komplette Fläche beregnet werden. Bei trockener, also regenfreier Witterung, wird in den Tagen nach der Aussaat täglich gegossen. Empfehlenswert ist dabei stets eine Beregnung. Sie sollte circa vier Mal am Tag durchgeführt werden und etwa zehn Minuten andauern. Noch einmal: Eine ausreichende Wasserversorgung ist wichtig, da der Samen in dieser Phase ausgesprochen empfindlich auf Trockenheit reagiert und absterben
kann.