RasenaussaatEin sattgrüner, gepflegter Rasen ist Bestandteil vieler Gärten, denn eine schöne Rasenfläche kann einen kleinen Vorgarten ebenso aufwerten wie eine weitläufige Parkanlage. Bei der Neuanlage einer Grünfläche mit Rasen im Hausgarten ergibt sich Standort und Größe der Rasenfläche oftmals zwangsläufig ganz von alleine, da sie mit dem Wohnhaus, der Garage einer Terrasse Baumbestand oder auch einem Nutzgarten konkurrieren muss. Für den Rasen bleibt dann oft nur noch ein Stück Garten übrig, der keine optimalen Bedingungen aufweist.

Die richtige Rasenmischung

Die Ansprüche an eine Rasenfläche sind sehr vielfältig und können sich von Grundstück zu Grundstück sehr stark voneinander unterscheiden. In den meisten Fällen soll ein Rasen im Garten möglichst belastbar und unkompliziert sein. Man soll darauf laufen, liegen, spielen und feiern können. Für viele Gartenbesitzer ist es außerdem wichtig, dass der regelmäßige Pflegeaufwand nicht zu hoch ist. Andererseits kann ein Rasen natürlich auch repräsentativen Zwecken dienen und daher kaum betreten oder besonders beansprucht werden.

Im Handel gibt es eine Vielzahl an Rasensaaten, die nahezu immer aus einer Mischung verschiedener Gräserarten bestehen. Wer hier bereits zur falschen Rasenmischung greift, hat in den nächsten Jahren womöglich immer wieder mit kahlen Stellen, schlechtem Wachstum oder einer Vielzahl an Unkräutern zu kämpfen, da Gräser einfach den individuellen
Anforderungen nicht gewachsen sind. Wer einen neuen Rasen anlegen möchte, sollte sich zunächst überlegen, welchem Zweck die Rasenfläche eigentlich dienen soll.
  • Sportrasen
  • Spielrasen
  • Gebrauchsrasen
  • Zierrasen
Tipp: In der Regel besteht eine Rasenmischung nicht aus einer Gräsersorte, sondern aus durchschnittlich drei bis fünf, teils noch mehr Grasarten, um die gewünschten Eigenschaften auch zuverlässig bieten zu können. Lassen Sie sich beim Kauf einer Rasenmischung am besten vom Fachmann beraten.

Weitere Kriterien

Für die Auswahl der richtigen Rasenmischung ist jedoch nicht nur die Belastung der Rasenfläche ausschlaggebend, sondern auch eine ganze Reihe an spezifischen Standortbedingungen, die sich von Grundstück zu Grundstück unterscheiden können. Neben der Sonneneinstrahlung gehören auch die Boden- und Nährstoffverhältnisse zu den entscheidenden Kriterien für ein gesundes Rasenwachstum.

Lichtverhältnisse

Einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung eines Rasens hat das Licht. Ohne ausreichende Sonneneinstrahlung ist kein Rasenwachstum möglich. Für die Gräser im Rasen ist nicht nur die Dauer des Lichteinfalls wichtig, sondern auch die Tageszeit, zu der das Sonnenlicht auf die Pflanzen trifft. Ein idealer Standort für einen Rasen sieht folgendermaßen aus:
  • am Vormittag viel Sonne
  • nachmittags Halbschatten
  • verursacht durch Gebäude, Hecken, Bäume
RasensamenFür besonders lichtarme Flächen im Garten sollte ein spezieller Schattenrasen ausgewählt werden, da diese Gräser mit den wenig optimalen Lichtverhältnissen besser zurechtkommen als normale Rasenmischungen.

Bodenbedingungen

Wird eine Rasenfläche neu angelegt, müssen die Standortbedingungen bereits vor der Aussaat berücksichtigt werden, um einen geeigneten Rasentyp (Schattenrasen, Trockenrasen, Schotterrasen etc.) auswählen zu können. Nur unter idealen Bedingungen können die Rasengräser auch optimal wachsen und eine dichte, dunkelgrüne Grasnarbe bilden, die sich gegen Unkräuter und andere Unwägbarkeiten durchsetzen kann. Einer der wichtigsten Faktoren für einen schönen und pflegeleichten Rasen ist daher eine eingehende Beurteilung der Standort- und Bodenverhältnisse auf dem Areal, das als zukünftige Rasenfläche dienen soll. Folgende Bodenbedingungen sind optimal für Rasengräser:
  • frischer bis leicht feuchter Boden
  • gut durchlässig für Luft und Wasser
  • pH-Werte: neutral bis leicht sauer
  • bei durchlässigem Boden: pH 6
  • bei schwererem Boden: pH 7
Tipp: Eine Bodenanalyse gibt nicht nur Aufschluss über die Zusammensetzung des Gartenbodens, sondern liefert meist auch gezielte Vorschläge, wie durch geeignete Maßnahmen die Bodenqualität verbessert werden kann.

Zeitpunkt

Damit die Rasensamen gut keimen können, sind bestimmte Witterungsbedingungen notwendig. Kälte oder gar Fröste verhindern die Keimung. Nasskaltes Wetter erhöht zudem das Risiko, dass die Rasensamen faulen oder verschimmeln. Andererseits sind trocken-heiße Verhältnisse ebenfalls nicht gerade förderlich für ein Austreiben der Saat. Hochsommer und Winter bieten daher in der Regel keine guten Bedingungen für die Rasenaussaat.

Die beste Zeit für die Neuanlage eines Rasens ist der Herbst. Zu diesem Zeitpunkt hat der Gartenboden die Sommerwärme gespeichert und die erhöhten Niederschlagsmengen erleichtern das gleichmäßige Feuchthalten des Saatbettes. Befürchtungen, dass bei Frösten das Saatgut Schaden nimmt, sind unbegründet. Moderate Temperaturen und leicht feuchter Boden fördern eine rasche Keimung.
  • beste Resultate im Herbst
  • zwischen Mitte September und Mitte Oktober
  • im Frühjahr erst bei Bodentemperaturen ab 10 Grad säen
  • diese Temperatur wird in der Regel erst ab Mai dauerhaft erreicht
  • nur an relativ windstillen Tagen säen
Ab Mai können bereits ausgeprägte Trocken- und Hitzeperioden auftreten. Diese erschweren das Feuchthalten des Bodens. Frühjahrssaaten haben daher häufiger Misserfolge zu verzeichnen als Herbstaussaaten.

Anleitung

Rasen - Wiese - GrasBis auf wenige Ausnahmen ist es auf allen Gartenböden möglich, eine schöne Rasenfläche anzulegen und dauerhaft zu erhalten, wenn geeignete Bodenverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden und die passende Rasensamenmischung ausgewählt wird. Für einen bestmöglichen Erfolg sollten Sie die folgenden Arbeitsschritte beachten:

Oberboden verbessern

Nur ein optimaler, tiefgründiger Boden ermöglicht einen kräftigen, dichten und trittfesten Rasen, der widerstandsfähig gegen Belastung und jede Art von Unkraut ist. Wer an der Bodenvorbereitung spart, wird später sehr viel Arbeit mit der Rasenfläche haben. Es lohnt sich also, hier etwas Zeit und Muskelkraft zu investieren. Je besser das Beet für die Aussaat vorbereitet ist, ums so sicherer und besser keinem die Samen. Weist der Gartenboden keine gute Struktur auf, ist er verdichtet oder sehr sandhaltig, muss er zunächst sorgfältig aufgearbeitet werden. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, die Bodenbedingungen für den Rasen zu verbessern:
  • Gartenboden mechanisch auflockern
  • Areal von alten Pflanzen, Wurzeln und Unkraut befreien
  • schwere Böden mit Sand durchmischen
  • Drainagen einbringen, wenn der Boden zu Nässe neigt
  • humose Erde oder Kompost einbringen
  • keinen Rindenkompost verwenden (senkt den pH-Wert ab)
  • zu saure Böden (unter pH 6) kalken
  • gegebenenfalls 10 bis 20 cm Oberboden abtragen
  • mit 10 bis 20 cm Humus/Mutterboden aufschütten
Verteilen Sie den Humus mit einem Gartenrechen auf dem Areal und arbeiten Sie ihn etwa ein bis zwei Spaten tief ein. Vor der eigentlichen Aussaat sollte sich der Boden über ein paar Wochen absetzen können.

Düngen

Als ideale Bodenvorbereitung für die Anlage
einer neuen Rasenfläche haben sich Gründüngungen erwiesen. Diese lockern den Boden auch in der Tiefe gut auf und liefern wertvolle Nährstoffe. Leider wird eine solche Maßnahme in der Praxis kaum durchgeführt, da es die Gärtner meist nicht abwarten können, endlich die Fläche zu begrünen. Wer optimale Startbedingungen schaffen möchte, sollte jedoch ein wenig mehr Zeit einplanen und zunächst eine Gründüngung ausbringen.
  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • Mitte August die Pflanzen in den Boden einfräsen
  • Boden ein paar Wochen setzen lassen
  • feinkrümeliges Saatbett vorbereiten
  • Aussaat des Rasens: Mitte September
  • alternativ eine Woche vor der Aussaat Rasen-Starterdünger einarbeiten
Um schnell ein dichtes Wurzelwerk und kräftige Halme entwickeln zu können, brauchen die Rasenpflanzen die richtigen Nährstoffe in optimaler Menge. Gräser benötigen bei der Aussaat Dünger mit einem hohen Anteil Phosphor. Spezielle Starterdünger versorgen daher die jungen Gräser für die ersten Wochen mit allen wichtigen Nährstoffen. So kann der Rasen schneller dicht und nutzbar werden.

Oberfläche ebnen

Rasen wächstBei sehr trockenen Böden, die mit Grünkompost verbessert wurden, kann das Verdichten mit einer leichten Walze Unebenheiten durch spätere Sackungen verhindern. Für kleine Flächen oder schwere Böden empfiehlt es sich, Bretter statt einer Walze zum Ebnen zu benutzen. Wer keine eigene Rasenwalze besitzt, kann auch im Geräteverleih (beispielsweise in Baumärkten) ein Gerät ausleihen. Die Walze ist innen hohl und seitlich mit einem Einfüllstutzen versehen. Bei der Befüllung kann ganz individuell vorgegangen werden:
  • entweder Sand oder Wasser verwenden
  • ein höheres Gewicht ist mit Sand erzielbar
  • je nach persönlicher Konstitution und Bodenbeschaffenheit befüllen
  • Walzenvolumen nicht komplett ausfüllen (meist ist die Verdichtung dann zu hoch)
  • je nach Bodenverhältnissen 40% oder 50% möglich
  • beim Kauf/Ausleihen auf individuelle Griffhöhe achten
  • gummierte Griffe bevorzugen
  • ansonsten gepolsterte Handschuhe tragen (beugen Blasen an den Händen vor)
Beim Walzen können Sie ähnlich vorgehen wie beim Rasenmähen. Ziehen Sie entweder parallel zueinander verlaufende oder ovale/kreisförmige Runden von innen nach außen. Ob Sie die Walze lieber schieben oder ziehen, ist persönliche Geschmacksache und hat auf die Bodenverdichtung nur wenig Einfluss.

Aussaat

Verteilen Sie zunächst den Rasensamen gleichmäßig auf der Fläche. Am besten funktioniert das mit einem eigens dafür entwickelten Streuwagen. Dieser garantiert die richtige Saatmenge. Über- und Unterdosierungen werden damit verhindert. Streuen Sie die Samen keinesfalls zu dicht aus. Bei zu hohen Mengen an Saatgut behindern sich die Rasenpflanzen gegenseitig und das Risiko für Pilzerkrankungen steigt.
  • allgemein gilt: 20 bis 25 g Saatgut pro Quadratmeter
  • bei Billigmischungen ist oft mehr notwendig
  • ungleichmäßiges Ausbringen hat in der Regel Lücken zur Folge
  • Lücken so rasch wie möglich mit Originalsaat füllen
Tipp: Neuerdings gibt es im Handel auch biologisch abbaubare Vliese, in die sowohl die Rasensamen als auch Dünger in der richtigen Menge eingearbeitet sind.

5. Einarbeiten der Samen

Es hat sich eingebürgert, die Fläche nach dem Aussäen der Rasensamen mit einer Walze zu planieren. Diese Maßnahme ist aber nicht in jedem Fall sinnvoll. Ist der Gartenboden bereits von Natur aus schwer und wenig durchlässig, schadet ein Walzen meist mehr als es nützt. In diesen Fällen empfiehlt es sich, den Boden nicht noch weiter zu verdichten.

Ein weiterer Nachteil des Walzens liegt darin, dass Regen oder Gießwasser nur ungenügend versickern und die Rasensamen ausgeschwemmt werden können. Ziehen Sie lieber die gesamte Rasenfläche nach der Aussaat mit einem Rechen ab. Dabei wird das Saatgut bis zu einem Zentimeter tief in den Boden eingearbeitet und hat guten Kontakt zum Untergrund. Eine raue Oberfläche sorgt außerdem für gute Versickerung des Regenwassers.

6. Bewässern

Die Rasensamen können nur bei gleichmäßig feuchtem Erdreich ausreichend gut keimen. Ist die Witterung eher trocken, muss die Bodenoberfläche regelmäßig bewässert werden. Beachten Sie dabei, dass die Keimung der verschiedenen Grassorten in der Rasenmischung unterschiedlich sein kann. Während beispielsweise das Deutsche Weidelgras bereits innerhalb einer Woche keimt, braucht Rotschwingel zwei Wochen und die Wiesenrispe ganze drei Wochen, um auszutreiben.
Wiese - Rasen - Gras
Da die Keimlinge ihren recht hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfekt ausgebildetes Wurzelsystem decken können, muss in den ersten Wochen regelmäßig gewässert werden. Allerdings benötigen nur die oberen Bodenschichten gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • nur mit feinem Sprühaufsatz bewässern
  • sonst schwemmt es die Samen aus
  • bei warmem Wetter mehrfach täglich bewässern
  • etwa 4 bis 5 Mal täglich für 10 Minuten berieseln
  • der Boden darf niemals vollständig austrocknen
  • unregelmäßige Bewässerung hat ungleichmäßige Keimung zur Folge
Der Boden muss so lange feucht gehalten werden, bis die jungen Gräser mindestens drei Blätter gebildet haben. Erst jetzt ist das Wurzelwerk so weit ausgebildet, dass die Pflanzen auch ein wenig Trockenheit (auf dem Oberboden) tolerieren. In der Regel trocknet der Gartenboden bei den moderaten Temperaturen im zeitigen Frühjahr oder Herbst nicht schnell tiefgründig aus. Sollte es doch einmal sehr warm werden, muss weiterhin gegossen werden.

Rasenschnitt

In den ersten Wochen sollte die neu angelegte Rasenfläche nicht betreten und auch nicht gemäht werden. Erst nachdem die längsten Halme aus den verschiedenen Grassorten bereits acht bis zehn Zentimeter hoch sind, wird das erste Mal gemäht.

Säuberungsschnitt

Da nicht zu vermeiden ist, dass mit den Rasensamen auch gleichzeitig die im Boden enthaltenen Unkrautsamen keimen, ist ein relativ frühzeitiger erster Schnitt notwendig. Durch die Einkürzung der Blätter werden die Gräser gleichzeitig angeregt, mehr Blattmasse zu bilden und in die Breite zu wachsen.
  • Zeitpunkt: sobald die Gräser mindestens drei Blätter ausgetrieben haben
  • Wuchshöhe: 8 bis 10 cm
  • auf scharfe Messer am Rasenmäher achten
  • Schnittlänge: 3 cm

Regelmäßiger Rasenschnitt

Nach dem ersten Säuberungsschnitt wird der Rasen im wöchentlichen Rhythmus geschnitten. Dabei sollten Sie beachten:
  • nicht tiefer als 4 cm schneiden
  • pro Schnitt um maximal ein Drittel kürzen
  • beispielsweise von 6 auf 4 cm
Tipp: Sollte der Rasen innerhalb einer Woche nicht ausreichend gewachsen sein, verlängern Sie die Schnittintervalle, bis die Halme mindestens 6 cm lang sind.

Fazit
Einen neuen Rasen anzulegen, ist sehr viel Arbeit, wenn Sie alles richtig machen möchten. Neben der Auswahl der passenden Rasenmischung muss auch der Boden optimal vorbereitet werden. Hinzu kommt, dass die Samen während der Keimung und die Jungpflanzen permanent leicht feucht gehalten werden müssen. Der hohe Aufwand macht sich jedoch auf Dauer bezahlt, da die Gräser eine schöne, dichte Grasnarbe bilden. Beste Voraussetzungen, damit der Rasen wenig anfällig für Unkräuter ist und nur ein Minimum an Pflege benötigt.