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Was ist Faserbeton? | Eigenschaften & Best Practises

Bei Faserbeton handelt es sich um Betontypen, die mit Fasern aus verschiedenen Materialien versetzt sind. Sie verbessern die Belastbarkeit klassischen Betons und statten die Mischungen mit weiteren, nützlichen Eigenschaften aus.

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Zusammensetzung

Wenn Sie sich für die Verwendung von Faserbeton interessieren, müssen Sie sich mit der Zusammensetzung dieser Mischungen auskennen. An sich handelt es sich bei Faserbetonen um einen klassischen Beton, der mit Fasern aus verschiedenen Werkstoffen versetzt wird. Die Zusammensetzung sieht wie folgt aus:

  • Zement
  • Wasser
  • Betonzusatzmittel
  • Gesteinskörnung
  • Fasern in unterschiedlicher Dosierung

Die Zusammensetzung unterscheidet sich nur geringfügig von bekannten Betontypen. Als Fasern kommen am häufigsten die folgenden zum Einsatz:

  • Glasfaser
  • Kunststofffaser (PP)
  • Stahlfaser

Eigenschaften

Bei der Verwendung von Faserbeton machen Sie sich die besonderen Eigenschaften der Faserstoffe zunutze. Das heißt, jeder Typ verfügt über andere Charakteristiken, die bei der Nutzung zum Einsatz kommen. Abhängig von diesen gibt es primäre Attribute, die jeder der Typen bietet, unabhängig von der beigemischten Faser:

  • hohe Stabilität
  • stark belastbar
  • geringes Gewicht (im Vergleich zu Normalbeton)
  • langlebig
  • reißfest

Bereits diese Charakteristiken sorgen dafür, dass sich Faserbeton für zahlreiche Anwendungen besser als herkömmliche Mischungen anbieten. Die verwendete Faser bietet weitere Charakteristiken, die für die Effektivität sorgen:

  • Glasfaser: wasserdicht
  • Kunststofffaser: verbesserte Brandschutzeigenschaften
  • Stahlfaser: widerstandsfähig, macht zusätzliche Bewehrung überflüssig

Verwendung

Faserbetone bieten sich aufgrund ihrer Stabilität und Tragfähigkeit hervorragend für eine Vielzahl verschiedener Anwendungen an. Gerade in der Architektur kann der Beton vielseitig angewandt werden:

  • Fundamente
  • Bodenplatten
  • Kellerwände
  • Fertigteile für Gebäude
  • Betonträger
  • Treppen
  • Versiegelungen
  • Baugrubensicherung

Die Verstärkung durch die Fasern wirkt sich effektiv auf diese Einsatzgebiete aus. Aufgrund der spezifischen Charakteristiken der einzelnen Fasern gibt es zudem bestimmte „Best Practices“, die jeder Untertyp ermöglicht. Dazu gehören:

  • Glasfaser: Estrichböden, dünne Fertigbauteile, Kunst
  • PP-Faser: optimierter Brandschutz, Verkehrsflächen
  • Stahlfaser: Industriefußböden, Tunnelbau, Spritzbeton
Hinweis:

Mit Carbonfasern versetzter Beton ist ebenfalls vorhanden. Er wird primär in der Raum- und Luftfahrt, sowie in der Auto- und Sportindustrie verwendet.

Vor- und Nachteile

Neben den Eigenschaften und Verwendungszwecken sollten Sie unbedingt die Vor- und Nachteile von Faserbetonen kennen. Der größte Vorteil an Faserbetonen lässt sich bereits in den genannten Charakteristiken erkennen: Die erhöhte Belastbarkeit ermöglicht die deutlich längere Nutzung des Betons. Durch die Zugabe von Fasern ist er nicht mehr spröde und hält höheren Belastungen stand. Dieser Vorteil weitet sich sogar auf die Schlag- und Stoßresistenz aus. Weitere Vorteile von Faserbeton sind:

  • einfache Verarbeitung
  • trocknet gleichmäßig
  • verbesserte Wasserdichtigkeit
  • erhöhte Tragfähigkeit
  • reduziert die Bildung von Schrumpfrissen
  • Stahlfasern rosten nicht
Faserbeton
Bianca Paola Maffezzoli, UHPFRC – Ultra-High Performance Fiber Reinforced Concrete, bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 4.0

Trotz der Vorteile gibt es einen Nachteil an Faserbeton, den Sie beachten sollten. Sie sind ausschließlich für die genannten Anwendungsgebiete geeignet und nicht miteinander kombinierbar. Das heißt, Sie können nicht einfach Stahlfaserbeton verwenden und auf die gleichen Brandschutzeigenschaften wie bei Glasfasermischungen hoffen. Weitere Nachteile sind abhängig von den verwendeten Fasern:

  • Glasfasern dienen nicht zur Bewehrung
  • PP-Fasern verbessern nicht die Stabilität
  • Stahlfasern sind kein Stahlmattenersatz
Hinweis:

Textilbeton ist eine leichtere Variante von Glasfaserbeton dessen größter Vorteil sein deutlich geringeres Gewicht ist. Ein Nachteil ist die schlechtere Zugfestigkeit, was eine zusätzliche Bewehrung erforderlich macht.

Kosten

Die Kostenermittlung bei Faserbetonen gestaltet sich aufgrund der verschiedenen Typen als schwierig. Zudem werden die Mischungen und Zusatzstoffe von zahlreichen Herstellern angeboten, die ihre Preise nach Belieben anpassen können. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Produkte zu vergleichen, da die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. Angegeben werden die Preise für Faserbetone immer für den Kubikmeter, was die Kostenermittlung anhand des Bedarfs erleichtert. Pauschalpreise sind häufig nur für Stahlfaserbetone zu finden. Bei Glasfasermischungen sind ebenfalls Kubikmeterpreise zu finden, wenn es sich um Estrichmischungen handelt. Bei allen anderen Typen müssen Sie den Händler direkt kontaktieren und sich ein Angebot einholen. Ein Überblick über die möglichen Kosten Stahl- und Glasfaserbeton:

  • Stahlfaserbeton: 120 bis 180 Euro
  • Glasfaserbeton (Estrich): 500 bis 700 Euro

Dabei handelt es sich um Fertigmischungen. Aus diesem Grund sind sie nicht günstig. Alternativ können Sie die Zusatzstoffe separat erwerben und mit dem Beton mischen. Vor allem Glasfaser lässt sich auf diese Weise in der benötigten Menge leicht beschaffen.

Für einen Kubikmeter Glasfaserbeton müssen Sie mit den folgenden Kosten für die Glasfaser rechnen:

  • Kosten 100 g: 7 bis 10 Euro
  • benötigte Menge pro m³ Beton: 1.000 bis 1.500 g
  • Gesamtkosten: 70 bis 150 Euro

Wollen Sie stattdessen PP-Fasern verwenden, müssen Sie mit den folgenden Kosten rechnen:

  • Kosten 100 g: 1 bis 2 Euro
  • benötigte Menge pro m³ Beton: 500 bis 1.000 g
  • Gesamtkosten: 5 bis 20 Euro
Autor Heim-Redaktion

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