Blaue Scheinzypresse - Pflege, Schneiden, Pflanzen

Blaue Scheinzypresse - Pflege, Schneiden, Pflanzen

Früher wurde die zu der Gattung der Koniferen gehörende Scheinzypresse der Zypresse zugeordnet, was deutlich macht, dass der Unterschied der Pflanzen gering ist. Die Zweige der Scheinzypresse sind stärker abgeflacht und die Zapfen sind kleiner. Am deutlichsten erkennt man sie jedoch an den zweierlei Schuppenblättern. Daher erhielt sie ihren deutschen Namen Scheinzypresse, um die Ähnlichkeit zwischen ihr und der Zypresse deutlich zu machen, aber auch um zu zeigen, dass es sich um verschiedene Pflanzen handelt.

Die blaue Scheinzypresse (gehört zu der Gattung Chamaecyparis lawsoniana, auch Lawsons Scheinzypresse, Garten-oder Parkzypresse

genannt) beeindruckt mit einer stahlblauen Farbe. Sie wächst straff aufrecht säulen- oder kegelförmig und zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie sehr dicht ist. Sie eignet sich hervorragend für die Heckenbepflanzung. Die blaue Scheinzypresse kann je nach Sorte eine Höhe von 1 bis zu 30m erreichen und 1 bis 2m breit werden.

Aussergewöhnliche Pflanze

Die auffällig blaue Farbe ist hauptsächlich auf der Unterseite der Nadeln zu finden, oberseits sind sie meist dunkelgrün. Die vorwiegend sehr dicht und schuppenförmig gewachsenen Blätter sind ca. 3 bis 6mm lang und gegenständig angeordnet. So ergibt sich ein interessantes, leicht gedreht wirkendes Bild.

Da die stahlblaue Scheinzypresse schnellwüchsig ist und für eine Konifere auffällig dicht wächst, eignet sie sich hervorragend zur Heckenbildung. Aber auch als Solitär macht sie eine gute Figur.

Die Zweige der blauen Scheinzypresse enthalten Stoffe, welche die Kompostrotte stören und verzögern, daher sollten sie nicht auf dem Komposthaufen landen. Zudem mögen Regenwürmer mit Scheinzypressenzweigen angereicherten Kompost nicht und diese Tiere sind für die schnelle Reifung notwendig. Als Heckenmulch eignen sich die gehäckselten Zweige jedoch sehr gut und sie sind auch ein hervorragender Bodenbelag für Gartenwege, da sie langsam verrotten.

Standort

Die Konifere steht gerne in der Sonne. Allerdings kommt sie auch mit einem halbschattigen Standort gut zurecht. Da sie eher in den kühleren Gegenden Nordamerikas und Ostasiens natürlich vorkommt, mag sie trotz der Sonne nicht zu viel Hitze und liebt ein windgeschütztes Plätzchen. Steht sie zu frei, kann sie Frostschäden abbekommen. Ansonsten ist die blaue Scheinzypresse winterhart.

Sie ist sehr verträglich und kann mit fast jedem Boden gut umgehen, solange er nicht zu schwer ist. Bevorzugen tut sie jedoch einen tiefgründig lockeren und nährstoffreichen, sauren bis alkalischen Boden, der
gerne feucht sein darf. Mit Staunässe kommt sie hingegen nicht gut zurecht.

Sie kann jederzeit in den frostfreien Boden gepflanzt werden, allerdings bis spätestens September, damit sie noch genug Zeit hat Wurzeln zu bilden um den Winter besser zu überstehen.

Rückschnitt

Ein Rückschnitt ist bei der blauen Scheinzypresse nicht unbedingt notwendig, sie wächst auch ohne Kontakt mit der Gartenschere selbst im Alter noch dicht. Allerdings ist sie sehr schnittverträglich.

Wird sie jedoch als Hecke angepflanzt, sollte sie 1-2x jährlich geschnitten werden, um von der Mitte her nicht zu verkahlen. Geeignet ist hier das Frühjahr vor dem Neuaustrieb und für den zweiten Schnitt bietet sich der Juli an. Dabei sollte nicht ins alte Holz geschnitten werden, das verträgt die blaue Scheinzypresse nur schlecht und treibt selten wieder aus. Sollen ältere, höhere Pflanzen gestutzt werden, dann dies eher auf mehrere Male

tun, immer ein wenig wegschneiden. Kürzt man auf einmal zu viel, geht die Konifere meist ein.

Probleme

Wird die blaue Scheinzypresse als Hecke gepflanzt, ist ein regelmäßiger Rückschnitt erforderlich um nicht zu verkahlen. Einen zu starken Schnitt verträgt die sonst robuste Pflanze jedoch nicht und auch zu viel Wind macht ihr zu schaffen. Staunässe und schwere Böden (z.B. Lehmböden) verträgt sie gar nicht.

Ansonsten ist sie anspruchslos und vor allem wenig anfällig für Krankheiten oder Schädlingsbefall. Manchmal verbrennt die Sonne die Triebspitzen und färbt sie rot, diese Stellen sollten aus optischen Gründen weg geschnitten werden.

Beliebte Sorten

`Alumii: Höhe 3-4m. Beliebteste Sorte für Heckenbildungen, da sie einen schmalen und säulenartigen Wuchs hat und mit sehr dicht stehenden, weichen, blau-grauen Blättern beeindruckt, welche intensiv nach Harz und Petersilie durften
`Columnaris: Wird auch `Columnaris Glauca genannt. Höhe 5-10m. Wächst schmal aufrecht mit leicht bogig überhängenden Trieben. Die Zweige sind dicht mit blau-grünen Blättern besetzt
`Ellwoodii: Höhe 1-3m, daher auch für kleinere Gärten beliebte Sorte mit kegelförmigem Wuchs, kann auch im Kübel gehalten werden. Die Sorte zeichnet sich durch besonders aufrecht wachsende Zweige aus
`Fletcheri: Die fedrigen grau-blauen Blätter dieser Sorte sitzen nicht sehr dicht und wirken vor allem bei noch jungen Pflanzen wie Nadeln. Sie duften nach einer Mischung aus Petersilie und Harz
`Glauca Spek: Wächst besonders schlank, daher sehr beliebt
`Pembury Blue: Schnellwüchsige Sorte. Ist für die Heckenbildung weniger geeignet, da sie bogig überhängende Zweige hat. Die Blätter strahlen jedoch einzigartig silbrig blau, daher beliebt als Solitär
`Triomf van Boskoop: Höhe 15-20m. Die Blätter sind nur bläulich überhaucht. Weist einen lockeren Wuchs auf und muss regelmäßig gestutzt werden, um eine dichtere und kompaktere Form zu erlangen
`Wisselii: Höhe bis 25m, daher für den Hausgarten weniger geeignet. Die Sorte wächst schlank bis kegelförmig und hat blau-grüne Blätter