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Hecken üben eine stabilisierende Wirkung auf die sie umgebende Agrarlandschaft aus, bilden Sicht- und Schallschutz und werden vom Menschen optisch positiv bewertet. Sie selbst unterscheiden sich deutlich von der Umgebung in den Faktoren Besonnung, Verdunstung, Temperatur, Bodenfeuchte, Luftfeuchte und Windexposition.
Verringerung der Windgeschwindigkeit führt zu Verringerung der Winderosion in Bördegebieten und zur schnelleren Erwärmung des kalten Bodens feuchter Standorte) Marschen und Moorböden (Torf) im Frühjahr; andererseits kann es verstärkt zum Kaltluftstau an Neigungen kommen (im Obstbau nicht unproblematisch).
Heckenpflanzen sind, wie man bereits jetzt
sieht sehr vielseitig nützlich.
Bodenfestlegung ist Schutz vor Wassererosion und Bodenbewegung in Hügellandschaften, im Mittel- und Hochgebirge. Erhöhte Verdunstung: Gehölze verdunsten mehr Wasser Transpiration (Botanik) als krautige Vegetation, im Sommer werden Temperaturmaxima am Tage gesenkt und Temperaturminima durch verminderte Ausstrahlung und latente Wärme angehoben; gleichzeitig bewirkt die höhere Saugspannung der Hecke (Gehölze) eine Wasserverknappung für angrenzende Vegetation. Ackerfrüchte sind betroffen, wenn kein Saum vorhanden ist. Die Ausprägung eines trockenen Saumes ist begünstigt.
Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit: Durch den Laubfall und durch absterbende Stauden des Saumes kommt es im Herbst im Umfeld der Hecke zu einer Anreicherung der Böden mit Rohhumus. Das Verhältnis der beiden Elemente Kohlenstoff und Stickstoff wird zu Gunsten des ersteren verbessert und führt so zu einer verbesserten Stickstofffixierung. Landwirte befürchten aber oft auf Grünlandstandorten, der Laubfall im Herbst könnte Futtergräser unterdrücken und eine Veränderung der Pflanzengesellschaften zu mehr Kräutern begünstigen. Langfristig ergab sich aus den Knickböden, Standorten ehemaliger Hecken, eine höhere Bodenfruchtbarkeit als auf angrenzenden Ackerflächen.
Schattenwurf führt zu einer Unterscheidung zwischen der Sonnenexponierten und der Schattenseite. Auch geringere Erwärmung auf der Schattenseite wird häufig als negativ bewertet, da zum Beispiel Getreide dort langsamer reift als auf besonnten Flächen. Dieses Problem lässt sich beim naturnahen Landbau durch die Pflege des Wildkrautsaumes und durch die Anlage von Ackerrandstreifen vermeiden.
Sicht- und Lärmschutz, Landschaftsbild: Rotwild, Damwild und Niederwild suchen in einer strukturarmen Agrarlandschaft verstärkt Deckung hinter Hecken. Dieser Sichtschutz wird auch von Menschen als positiv empfunden, zum Beispiel im Siedlungsraum und in "Pufferzonen". Reichgegliederte Heckenlandschaften werden häufig mit positiven Werten wie "schön", "idyllisch" etc. beschrieben, als Ideal angesehen und gern für die Erholung genutzt. Mehrere hintereinander stehende Hecken an Verkehrstraßen bieten auch einen guten Schallschutz. Demgegenüber ist kritisch zu sehen, dass Wild von Deckung zu Deckung huscht und daher häufig Opfer an Straßen wird, die mit Hecken eingegrünt sind.
Hinweis: Arten von Hecken unter anderem: Liguster und Kirschlorbeer, Eibe, Lebensbaum und Scheinzypresse, sowie Rotbuche und Hainbuche.
Hecken werden heute nicht mehr zur Brennholzgewinnung genutzt. Damit entfallen die zur Verjüngung notwendigen Rückschnitte. Die Pflege von Hecken muss daher heute bewusst durchgeführt werden, da überalterte Hecken im Sinne des Biotopverbundes nur noch einer wesentlich geringeren Anzahl von Arten Heimat bieten. Bleibt die regelmäßige und fachgerechte Pflege der Hecke und insbesondere ihres Saumes aus, entwickelt sie sich zu einer Reihe von Großbäumen. Der Artenreiche Saum verbuscht ohne Pflege; es wachsen größere Gehölze, die wegen angrenzender Nutzungen häufig entastet werden: Der Saum verschwindet.
von Sascha Seyfarth |