Vorbildlicher Schaugarten
(Bild: Hans-Georg Levin) Als nachahmenswertes Vorzeigeobjekt für naturnahes Gärtnern hat sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Schaugarten in Wachtberg Berkum bei Bonn herausgepickt und Rahmen der Aktion “Grün in der Stadt” als “Projekt des Monats September 2008″ ausgezeichnet. Das blühende Vorbild für naturnahes Gärtnern ist Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten, Vögel und Säugetiere.
Denn hier wurde bei der Gestaltung Wert auf eine Vielfalt heimischer Kräuter, Stauden und Gehölze gelegt, um Gartenliebhaber und Naturfreunde gleichermaßen zu erfreuen. Aus der einst eintönigen 600 Quadratmeter großen Rasenfläche entstand ein beispielhafter naturnaher Garten. Darin finden sich an einem sonnigen, schattigen und sandigen Standort mehrere Staudenbeete. Gekrönt werden sie vom so genannten “Mittelklee-Odermennig-Saum”. Dabei handelt es sich um eine Pflanzengesellschaft die in einem nahe gelegenen Naturschutzgebiet vorkommt. In dem Schaugarten finden sich außerdem Wildstrauch-Hecken mit Heckensäumen, eine Wildblumenwiese, Trockenmauern, eine Kräuterspirale und vieles mehr. Insgesamt gedeihen im Wachtberger Schaugarten mehr als 50 Wildgehölz- und 100 Wildstaudenarten. Mit unterschiedlichen Techniken wurden die Wege wasserdurchlässig angelegt. Wildbienen sind herzlich willkommen, für sie wurden nämlich spezielle Nisthilfen errichtet. Die Früchte des heimischen eingriffligen Weißdorns sowie auch die Früchte der 17 verschiedenen Wildrosenarten - also Hagebutten - ernähren zahlreiche Vogel- und Säugetierarten.
Die Vorteile von naturnahen Pflanzungen sind enorm. Im Naturgarten entfallen bei entsprechender Pflanzplanung nachdem die Anwuchspflege abgeschlossen wurde viele Arbeiten, wozu etwa die Düngung und Bewässerung von Pflanzen, der Rückschnitt von Gehölzen sowie Frost- und Pflanzenschutz gehören.
Der Wachtberger Schaugarten ist ein gelungenes Beispiel für ökologisches Grünflächenmanagement einer lokalen Agenda 21-Gruppe für den Umwelt- und Naturschutz. Grund genug für interessierte Gärtnerinnen und Gärtner eine Reise nach Wachtberg zu unternehmen, um die florale Vielfalt im Schaugarten zu bestaunen. Alle jenen die nicht selber anreisen können, sich aber dennoch informieren wollen sei die 40-seitige Broschüre “Der naturnahe Schaugarten in Wachtberg” ans Herz gelegt. Diese ist gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro im Rathaus der Gemeindeverwaltung Wachtberg erhältlich (http://www.wachtberg.de/cms127/wg/lu/nnsg/index.shtml). Die Schutzgebühr ist für die Pflege und Erhaltung des Schaugartens bestimmt.